Wenig Frauen im Handwerk und bei der Feuerwehr

Frau beim Malen

Wenig Frauen im Handwerk und bei der Feuerwehr

  • Internationaler Frauentag 2020
  • Weiter Ungleichheit in Branchen wie Feuerwehr und Handwerk
  • Nur 1,4 Prozent bei der Berufsfeuerwehr sind Frauen
  • 2019 war Negativ-Rekord in der Handwerkerinnenausbildung

"Eine gewaltige Ungleichheit der Geschlechter" hat UN-Generalsekretär António Guterres anlässlich des Internationalen Frauentags 2020 beklagt. Das 21. Jahrhundert müsse das "Jahrhundert der Gleichstellung von Frauen" sein, forderte er am Sonntag (08.03.2020) in der Frankfurter Sonntagszeitung. Konkret bemängelte Guterres unter anderem die ungleiche Repräsentanz von Männern und Frauen unter anderem in technischen Berufen.

"Typisch männlicher" Beruf: die Feuerwehrfrau

Noch immer gibt es Berufe, die offenbar als "typisch männlich" gesehen werden. Zum Beispiel der der Feuerwehrfrau. Unter deutschlandweit 32.600 Angehörigen der Berufsfeuerwehr sind nur 460 Personen weiblich - das macht 1,4 Prozent. Immerhin mehr als vor zehn Jahren, aber auch nur 0,3 Prozent mehr. Oft wird angeführt, dass dies ja auch ein kräftezehrender Beruf sei: Über Stunden Brände löschen, dazu noch in schwerer Schutzkleidung. Aber, wie etwa eine 29-jährige Feuerwehrfrau aus Bochum sagt, Mann ist nicht gleich Mann. Der kleinste männliche Kollege im Bochumer Team reiche ihr nur bis zum Kinn.

Zahl der Handwerkerinnen noch nie besonders hoch

Ein weiteres typisches Beispiel ist das Handwerk. Die Zahl der Handwerkerinnen war nie besonders hoch, ist aber in den vergangenen Jahren noch weiter zurückgegangen. So ist der Anteil von Frauen bei handwerklichen Ausbildungsplätzen im vergangenen Jahr mit 17 Prozent geringer gewesen als je zuvor. Das meldete am Sonntag die NRW-Handwerkskammer.

Von den rund 80.000 Auszubildenden im hiesigen Handwerk waren nur etwa 13.600 weiblich. Im Vergleich: rund zehn Jahre zuvor lag der Anteil des weiblichen Nachwuchses im Handwerk bei rund 23 Prozent - also etwa 22.600 von gut 97.000.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

"Handwerkerinnen-Rekord" war 1990

Die Statistik der vergangenen Jahre und Jahrzehnte zeigt, dass der Anteil seit 1950 mit kleinen Schwankungen stetig bei etwa 20 Prozent liegt. 1990 lag er bei dem Rekordwert von 27,3 Prozent, dann schwankte er zwischen etwa 23 und 18 Prozent. Seit 2010 geht es aber stetig bergab.

Noch deutlicher sei die Ungleichheit in großen, technischen Handwerksberufen der Elektro-, Versorgungs- und Energietechnik, so ein Sprecher der Handwerkskammer NRW. Der Anteil an Gesellinnen und weiblichen Auszubildenden liege "hartnäckig unter fünf Prozent".

Zumindest gibt es mehr Entscheiderinnen

Einen Lichtblick gibt es: In den Führungsebenen der handwerklichen Betriebe waren den Angaben der Kammer nach im vergangenen Jahr mehr Frauen vertreten als in den Jahren zuvor. Auch hier sind Frauen nach wie vor klar in der Minderheit, aber etwa 40.000 Frauen waren 2019 als Inhaberinnen eines Betriebes tätig und machten somit etwa 21 Prozent aus.

Stand: 08.03.2020, 11:19

Aktuelle TV-Sendungen