Weltblutspendetag: Corona hat die Vorräte erschöpft

"Blutspende" steht auf einem Schild

Weltblutspendetag: Corona hat die Vorräte erschöpft

  • Aufruf zum Weltblutspendetag
  • Blutkonserven fehlen in der Corona-Krise
  • Lagerung nur kurz möglich

Weil viele Krankenhäuser langsam zum Normalbetrieb zurückkehren und versäumte Operationen nachholen, bittet das Deutsche Rote Kreuz in NRW am Weltblutspendetag am Sonntag (14.06.2020) die Bevölkerung um Hilfe. Eine Sprecherin der Uniklinik Düsseldorf sagte, dass derzeit rund 30 Prozent Mehrbedarf an Spenderblut bestehe, der nicht gedeckt sei.

Besonderer Bedarf bestehe bei den seltenen Blutgruppen, sagt das DRK. Mit seinen Vorräten deckt das DRK rund drei Viertel des Blutbedarfs in NRW ab. Während der Hochphase der Corona-Pandemie waren nicht dringend notwendige Operationen verschoben worden. Insbesondere werde die Blutgruppe Null negativ gebraucht, weil sie universal einsetzbar sei.

Genesene Covid-19-Patienten gesucht

Genesene Covid-19-Patienten könnten mit einer Plasmaspende Corona-Erkrankten helfen, warb die Uniklinik Bonn. "Die spezifischen Eiweiße sorgen dafür, dass der Körper den Eindringling erkennt und bekämpft". Die Gabe von Antikörpern soll bei einem schwerwiegenden Verlauf von Covid-19 helfen.

Während der akuten Phase der Corona-Pandemie seien weniger Menschen zur Spende gekommen, aus Angst sich anzustecken. "Dann kamen aber wieder mehr Menschen, vermutlich weil sie wegen Homeoffice eher flexibel waren und helfen wollten", sagt DRK-Sprecher Stephan David Küpper.

Viele Blutspendetermine fielen aus

Dem DRK habe die Krise "ein halbes Bein weggerissen". "Es gab und gibt zwar noch öffentliche Termine in Schulen, Pfarrhäusern oder Turnhallen, aber wir konnten nicht zu Terminen in Unternehmen, Berufskollegs oder Universitäten, weil ja alle weg sind." Solche Termine sollen rund 15 Prozent des Blutbedarfs decken.

Insgesamt sei die Suche nach neuen Spendern in NRW schwieriger als in eher ländlich geprägten Bundesländern, sagt Küpper. "Auf dem Land gibt es da andere Traditionen."

Kommentar: Die Sache mit dem Blut

WDR 4 Zur Sache 27.05.2020 02:04 Min. Verfügbar bis 27.05.2021 WDR 4 Von Ferdinand Quante


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Dass die Blutspendedienste immer wieder mit dringenden Appellen an die Öffentlichkeit gehen, habe einen simplen Grund. Blut lasse sich auch unter idealen Bedingungen nur relativ kurz lagern. "Große Vorräte können wir gar nicht anlegen. Wir sind auf regelmäßige Spenden angewiesen."

Stand: 14.06.2020, 10:30

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