Welche Rechte gelten beim Job auf dem Weihnachtsmarkt?

Besucher gehen über den Weihnachtsmarkt vor dem Kölner Dom

Welche Rechte gelten beim Job auf dem Weihnachtsmarkt?

  • DGB: Viele Saisonarbeiter aus Osteuropa auf Weihnachtsmärkten
  • Auch Saisonarbeiter haben Anrecht auf Mindestlohn
  • Beratungsstelle hilft bei Fragen zum Arbeitsrecht

Auf Weihnachtsmärkten arbeiten laut dem Deutschen Gewerkschaftsbund viele Beschäftigte für weniger als den gesetzlichen Mindestlohn. Darauf hat der DGB am Freitag (06.12.2019) in Dortmund aufmerksam gemacht. Mit der diesjährigen Kampagne will die DGB-Aktion "Faire Mobilität" möglichst viele Beschäftigte erreichen, damit diese ihre Rechte kennen und einfordern können.

Was ist das Problem?

Etwa ein Drittel der Befragten an den typischen "Fressbuden" in Dortmund hatte laut DGB angedeutet, dass es Probleme mit dem Mindestlohn gebe. Laut DGB sind viele der Beschäftigten auf den Weihnachtsmärkten Saisonarbeiter, die nur zur Adventszeit nach Deutschland kommen, vor allem aus Rumänien und Bulgarien. In den vergangenen Jahren hätten sich immer wieder Beschäftigte, die für ihre Arbeit auf Weihnachtsmärkten zu wenig Lohn bekommen hatten, an gewerkschaftsnahe Beratungsstellen gewandt.

Welche Rechte haben die Saisonarbeiter auf dem Weihnachtsmarkt?

Auch Saisonarbeiter haben einen Anrecht auf Mindestlohn. Wenn man einen Arbeitsvertrag hat, muss der Arbeitgeber auch auf einem Weihnachtsmarkt mindestens den gesetzlichen Mindestlohn von 9,19 Euro brutto pro Stunde bezahlen. Auch wenn der Vertrag nur mündlich abgeschlossen wurde. Der gesetzliche Mindestlohn gilt ebenso, wenn der Mitarbeiter nicht in Deutschland wohnt und nur kurzfristig hier arbeitet. Und der Mindestlohn gilt auch für Minijobber. Als Minijobs gelten Beschäftigungsverhältnisse, bei denen der Arbeitnehmer höchstens 450 Euro im Monat verdient.

Minijobs sind für den Arbeitnehmer steuer- und sozialabgabenfrei, er kann sich aber über den Minijob in der gesetzlichen Rentenversicherung versichern. Der Arbeitgeber zahlt eine Pauschale von 14,54 Prozent für Steuern und Sozialabgaben. Das Geld kann er sich aber zurückholen, indem er seine Ausgaben von der Steuer absetzt. Für Minijobs gelten die gleichen Arbeitsrechte wie in anderen Arbeitsverhältnissen auch. So hat der Mitarbeiter Anspruch auf bezahlten Urlaub und auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Wie können die Mitarbeiter ihre Rechte einfordern?

Falls der Arbeitgeber den Mindestlohn nicht bezahlt hat, können die Betroffenen den fehlenden Betrag im Nachhinein drei Jahre rückwirkend bei einem deutschen Arbeitsgericht einklagen. Wichtig ist für die Klage laut DGB vor allem die Dokumentation der Arbeitstage, also genau aufzuschreiben, wo und wann man gearbeitet hat und welche Zeugen es dafür gibt. Bei Problemen gibt es Beratungsstellen von "Faire Mobilität", die den Betroffenen hilft, eine davon ist in Dortmund.

Stand: 06.12.2019, 15:35

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