Weihnachtspredigten: NRW-Kirchen spenden Hoffnung in Corona-Zeiten

Weihnachtspredigten: NRW-Kirchen spenden Hoffnung in Corona-Zeiten

In den Weihnachtspredigten in NRW war Corona ein großes Thema. Die Botschaft der Hoffnung gelte aber auch jetzt, so die evangelischen und katholischen Kirchen.

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck

In ihren Predigten haben die führenden kirchlichen Repräsentanten der Katholiken und Protestanten in Nordrhein-Westfalen dazu aufgerufen, in der Pandemie nicht den Mut zu verlieren und die christliche Weihnachtsbotschaft als Zeichen der Hoffnung zu sehen. Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck riet zu mehr Ehrlichkeit in Politik und Gesellschaft.

"Fake News" prägten "auf erschreckende Weise" die derzeitige politische Lage. Dies sei an den Querdenkern und Verschwörungstheoretikern "unübersehbar wahrzunehmen".

Christen sollten "mehr Hoffnungsträger als Bedenkenträger" sein und als "wirkliche Querdenker" Zuversicht schenken, sagte Münsters Bischof Felix Genn. Er dankte Ärzten und Pflegekräfte, die "über ihre Kräfte hinaus" gegen das Virus kämpfen.

Aachener Bischof: Lügner sollen nicht grinsend Recht behalten

Der Aachener Bischof Helmut Dieser bekundete an Heiligabend Verständnis für die Wünsche der Menschen nach Leben, Liebe, Gerechtigkeit, Gewaltlosigkeit, Überwindung der Pandemie und Ehrlichkeit. "Wir wollen, dass die Wahrheit ans Licht kommt und die Lügner nicht grinsend Recht behalten."

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker rief dazu auf, Weihnachten als Friedensfest zu feiern. Mit Jesus sei ein göttlicher Lichtstrahl in die Welt gekommen, der von den Menschen zu wenig aufgenommen werde, sagte der Erzbischof und verwies auf anhaltende Kriege und Konflikte.

Rheinischer Präses: "Gottes Liebe stärker als der Tod"

Der rheinische Präses Manfred Rekowski betonte angesichts der Debatte um Präsenzgottesdienste zur Weihnachtszeit die Aufgabe der Kirche, die Menschen auch in Krisenzeiten zu begleiten.

Die Botschaft von Weihnachten sei, dass es keine beschränkte Hoffnung gebe, sondern Gottes Liebe stärker sei als der Tod. "Gott bringt der Welt Frieden und wendet sich den Menschen in Liebe zu", schrieb er in seiner Weihnachtsbotschaft.

"Flüchtlinge nicht vergessen"

Annette Kurschus bei der Landessynode in Bielefeld

Die rheinische Präses Annette Kurschus

Die westfälische Präses Annette Kurschus betonte, dass Gott auch zu Corona-Zeiten bei den Menschen sei. "Gott hat auch unser Elend gesehen, Gott hat auch unser Geschrei gehört, Gott hat auch unsere Leiden erkannt", sagte sie an Heiligabend in einem bei Youtube verbreiteten Online-Gottesdienst aus der Zionskirche in Bielefeld-Bethel.

Der Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche, Dietmar Arends, mahnte, in der Corona-Krise nicht die Situation der Flüchtlinge. Weitere drängende Probleme blieben der Klimawandel und die sich weiter verschärfenden Gegensätze von Arm und Reich, sagte Arends in einem online übertragenen Gottesdienst.

Die beiden obersten Bischöfe der katholischen und evangelischen Kirche, Georg Bätzing und Heinrich Bedford-Strohm, hatten sich am Donnerstag zum ersten Mal gemeinsam mit einem "Wort zum Heiligabend" an die Christen gewandt.

Stand: 25.12.2020, 15:24

Aktuelle TV-Sendungen