Hohe Sicherheitsvorkehrungen auf Weihnachtsmärkten

Hohe Sicherheitsvorkehrungen auf Weihnachtsmärkten

Von Stephanie Grimme

  • Grüne Betontannen in Essen
  • Schutz kostet Städte 100.000 Euro
  • Gefährdungslage unverändert

Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen starten zurzeit die ersten Weihnachtsmärkte in NRW. Den Eingang des Essener Weihnachtsmarktes schützen beispielsweise grüne Tannen aus Beton.

In Bochum schützen 50 Container, die jeweils mit 1.200 Litern Wasser gefüllt werden, die Weihnachtsmarktbesucher. Weil die Container hässlich sind, hat Bochum Marketing extra eine Verpackung dafür anfertigen lassen, auf die Weihnachtsmotive gedruckt sind.

Israel-Sperren in Bochum

Außerdem werden spezielle Gitter-Barrieren eingesetzt, die für Israel entwickelt wurden. Wenn jemand mit Auto oder Lkw versuchen sollte, diese Barrieren umzufahren, würden sie sich hochbocken und im Motorblock verkeilen. Das Fahrzeug würde sofort gestoppt.

Die Kosten für die Sicherheitsmaßnahmen sind sehr hoch. Vor allem, weil die beweglichen Sperren 12 Stunden am Tag von speziell zertifiziertem Sicherheitspersonal bewacht werden müssen. Bochum und Münster geben pro Jahr 100.000 Euro für die Sicherheitsmaßnahmen aus.

Gefahrenlage unverändert

Allerdings sind die Vorgaben der Behörden in den Städten sehr verschieden. Die Gefährdungslage hat sich nach Einschätzung des NRW-Innenministeriums in den letzten Jahren nicht verändert.

Es gebe weiterhin eine Vielzahl an Gefährdern, sagt auch der Kriminologe Thomas Feltes von der Ruhruniversität Bochum.

Kein hundertprozentiger Schutz möglich

Trotz der vielen Sicherheitsvorkehrungen gebe es keinen hundertprozentigen Schutz. Letztendlich, so betont der Kriminologe, sei es aber statistisch gesehen wahrscheinlicher auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt einen Unfall zu haben, als von einem Anschlag betroffen zu sein.

Stand: 21.11.2019, 12:02

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