Steigende Corona-Zahlen: Lieber auf Weihnachtsfeiern verzichten?

Gedeckter Tisch bei einer Weihnachtsfeier

Steigende Corona-Zahlen: Lieber auf Weihnachtsfeiern verzichten?

Von Moritz Börner

Die Planungen für Weihnachtsfeiern sind auch in diesem Jahr schwierig. Kann man trotz hoher Corona-Zahlen gemeinsam feiern? Der Verband der Betriebsärzte rät davon ab.

Im vergangenen Jahr fanden die meisten Weihnachtsfeiern höchstens virtuell statt. Ein Glühwein mit Nikolausmütze vor der Webcam, mehr war nicht drin. Umso größer war die Hoffnung, dass in diesem Jahr wieder richtig gefeiert werden kann. Aber was ist angesichts rapide steigender Infektionszahlen angemessen?

Stufenplan des RKI hat empfehlenden Charakter

Stand 9. November gibt es keine gesetzlichen Vorgaben, die festlegen, ab welchem Inzidenzwert oder welcher Hospitalisierungsrate Weihnachtsfeiern verboten sind. Das RKI hat aber einen Stufenplan erarbeitet, den man als Empfehlung verstehen kann.

Der Plan orientiert sich an drei sogenannten Leitindikatoren:

  • dem 7-Tage-Inzidenzwert
  • der 7-Tage-Hospitalisierungsrate - also der Zahl der Covid-Patienten pro 100.000 Einwohner, die im Krankenhaus behandelt werden.
  • dem Anteil der Covid-Patienten, die ein Intensivbett belegen. 

2G oder 3G?

Im Moment liegt die 7-Tage-Inzidenz NRW-weit bei 130, die 7-Tage-Hospitalisierungsrate bei 3,43 und der Anteil der Covid-19-Patienten an den Intensivplätzen bei 8,18 Prozent.

Für diese Situation sieht der Stufenplan bei Feiern in Innenräumen mit bis zu 100 Personen eine 3G-Regelung vor.  Wenn die Zahlen noch weiter steigen, was im Moment wahrscheinlich ist, empfiehlt das RKI, Feiern nur noch mit 2G-Regel stattfinden zu lassen. Bei 3G müsste die Personenzahl auf zehn reduziert werden.    

Weniger Buchungen für Weihnachtsfeiern

Die unsichere Lage schreckt offenbar viele Betriebe ab, eine Weihnachtsfeier zu veranstalten oder zu planen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Hotel- und Gaststättenverbandes NRW, an der sich knapp 400 Gastronomiebetriebe aus Nordrhein-Westfalen beteiligt haben.

"Zwei Drittel haben weniger Buchungen als noch vor zwei Jahren", sagt Torsten Hellwig vom DEHOGA. "Ein Unsicherheitsfaktor bleibt die weitere Entwicklung, wir hoffen daher auf weiter steigende Impfzahlen."  

"Lieber ein Spaziergang mit Glühwein"

Der Verband der Betriebsärzte geht sogar noch über die Empfehlung des RKI hinaus und rät aufgrund der aktuellen pandemischen Lage von größeren Weihnachtsfeiern ganz ab. "Insbesondere, wenn es sich um Weihnachtsfeiern mit vielen Beschäftigten handelt, sollte man andere Optionen wählen", sagt Betriebsärztin Anette Wahl-Wachendorf. "Also zum Beispiel kleinere Grüppchen bilden, eine virtuelle Weihnachtsfeier gestalten oder auch einen Spaziergang mit Glühwein."

Stand: 09.11.2021, 16:14

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