Wunschbäume in NRW: Schöne Spende?

Ein Wunschbaum steht im Real-Supermarkt Köln-Gremberg

Wunschbäume in NRW: Schöne Spende?

Von Jörn Kießler

  • Wunschbäume sind in NRW im Trend
  • Spenden für sozial schwache Menschen
  • DZI hält die meisten Aktionen für seriös

Zu Weihnachten gehört für viele neben Weihnachtsbaum, Plätzchen, Geschenken und dem Festtagsbraten auch das Spenden. In der Zeit der Nächstenliebe wollen sie Menschen unterstützen, denen es nicht so gut geht wie ihnen selbst. Oft geschieht das über sogenannte Wunschbäume.

Das sind öffentliche aufgestellte Weihnachtsbäume, an denen meist Wünsche von sozial benachteiligten Kindern hängen. Spender können die Geschenke kaufen und bei den Unternehmen abgeben, die die Bäume aufgestellt haben. Diese sorgen dafür, dass die Gaben ankommen.

Einrichtungen in der Region

Wie groß dieser Trend ist, zeigt der Wunschbaum, den die evangelische und katholische Kirche mit der Caritas und dem Verein "Willkommen in Olpe" aufstellte. Die mit 65 Wunschzetteln geschmückte Tanne, die zum ersten Mal in der Dreimann-Buchhandlung in Olpe stand, war nach nur drei Stunden leer geräumt.

"Und bis zum Abend hatte ein Viertel der Leute die Geschenke schon besorgt, verpackt und gab sie wieder bei uns ab", sagt Geschäftsführer Georg Spielmann dem WDR vor dem dritten Adventssonntag (15.12.2019). Ein Grund für die große Spendenbereitschaft sieht er darin, dass die Geschenke an Einrichtungen in der Region gingen.

Sicherheit durch bekannte Träger

"Viele Menschen geben lieber etwas, wenn sie wissen, für wen es ist und an welche soziale Einrichtung es geht", sagt auch Burkhard Wilke, Geschäftsführer beim Deutschen Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI). Wenn diese dann noch von einem bekannten sozialen Träger ausgesucht wurde, seien Bedenken unbegründet.

Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI)

Das DZI sammelt seit 125 Jahren Informationen über soziale Arbeit und das Spendenwesen. Die Spenderberatung gilt als anerkannte Prüfinstanz, bei der sich Spender über das Gebahren von Hilfsorganisationen informieren können.

Dafür vergibt das DZI jedes Jahr sein eigenes Spenden-Siegel an seriöse, gemeinnützige Organisationen. Diese müssen allerdings jeweils mindestens 25.000 Euro Geldspenden in den beiden vergangenen Geschäftsjahren erhalten haben.

Zudem gibt das DZI jedes Jahr (seit 2003) den Spenden-Almanach heraus.

Auch die Warenhauskette Real setzt auf den regionalen Faktor. Seit 13 Jahren steht ein Wunschbaum in fast jedem der rund 280 Märkte in Deutschland. "Die Einrichtungen, die damit unterstützt werden, suchen die Marktleiter vor Ort aus", sagt Unternehmenssprecher Markus Jablonski.

Ein Wunschbaum steht im Real-Supermarkt Köln-Gremberg

Der vierjährige Ali wünscht sich ein Spielzeug-Parkhaus.

Das Warenhaus in Köln-Gremberg beispielsweise unterstützt in diesem Jahr das Fröbel-Familienzentrum mit Kindergarten in Köln-Ostheim. Viele der Kinder haben auf ihre Karte auch ein Foto von ihrem Wunsch geklebt – ausgeschnitten aus einem Real-Prospekt.

Positives Image und Kundenbindung

Auf den Umsatz aus dem Kauf jener Geschenke sind die Unternehmen laut Wilke aber nicht angewiesen. Ihnen gehe es vielmehr um die positive Darstellung: "So sollen Kunden gebunden werden", erklärt Wilke.

Das habe auch einen positiven Effekt. "Um sich selbst keinen Image-Schaden zuzufügen, werden die meisten Unternehmen die Organisationen, an die die Spenden gehen, sehr sorgfältig aussuchen", sagt er.

Stand: 14.12.2019, 06:00

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