Wie sich Wechselwetter auf die Gesundheit auswirkt

Wechselwetter: Hitze - Sturm

Wie sich Wechselwetter auf die Gesundheit auswirkt

  • Bei Wetterwechseln kommt es zu Temperatursprüngen
  • Das kann gesundheitliche Folgen haben
  • Worauf muss man achten?

Erst schwül heiß, dann windig kühl - in diesem Monat gab es in NRW bisher aufgrund des wechselhaften Wetters schon zwei massive Temperaturstürze.

"Nach über 32 Grad am bislang heißesten Tag des Jahres kühlte es sich vom 2. auf den 3. Juni um rund zehn Grad ab", sagte Stefan Laps vom WDR-Wetterstudio am Donnerstag (13.06.2019). "Vom 5. auf den 6. Juni ging es von 30 auf 18 Grad runter."

Achterbahn-Wetter stresst den Organismus

Solche Temperaturschwankungen können auch zu gesundheitlichen Beschwerden führen. Der Körper kommt dem ständigen Hin und Her nicht mehr nach, viele fühlen sich schlapp und müde. "Die Folgen davon können zum Beispiel ganz klassisch Kreislaufprobleme und Migräne sein", sagt die Ärztin Dr. Birgit Ross. Sie leitet die am Universitätsklinikum Essen angesiedelte umweltmedizinische Sprechstunde. Mitunter kommen, wenn die Temperaturen Achterbahn fahren, auch Phänomen wie Gelenkschmerzen oder plötzlich schmerzende Narben vor.

Die Ursache: Der Körper versucht permanent, sich den wechselnden Temperaturen anzupassen. Dabei sinkt und steigt der Blutdruck. Die Folge kann sein, dass der Organismus durcheinander gewirbelt wird und quasi verrückt spielt. "Jeder Mensch reagiert darauf körperlich anders", so Ross.

Ungeachtet dessen ist aber klar: "Unter extremen Temperaturschwankungen leiden vor allem ältere Menschen und Kinder." Aber auch chronisch Kranke, Diabetiker oder Patienten mit Bluthochdruck klagen in diesen Tagen häufiger über Beschwerden.

Ausgewogen ernähren und viel trinken

Was also tun? "Wichtig sind eine ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen sowie Mineral- und Ballaststoffen", erklärt Ross. Obst und Gemüse sind ein Muss, auch Vollkornprodukte und Fisch sollten auf dem Speiseplan stehen.

Ebenfalls wichtig ist es, den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. "Zwei bis drei Liter am Tag sollten es sein", so Ross. Wem das zuviel erscheint: Ein Teil der Flüssigkeit nimmt der Mensch mit dem Essen auf, zum Beispiel beim Obstessen.

"Damit der Kreislauf stabil bleibt, sollte man sich viel draußen bewegen", rät Ross. Das stärkt das Immunsystem. Ideal ist auch mehrmals die Woche ein moderates Ausdauertraining. Auch das härtet den Körper ab und macht ihn unempfindlicher.

Starke Abkühlung normal

Außergewöhnlich ist die derzeitige Wetterlage mit dem Auf und Ab der Temperaturen nicht: "Wechselwetter ist völlig normal", sagte Meteorologe Laps. Das habe es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gegeben. "Wenn nach einer heißen Wetterphase von über 30 Grad eine Front mit kräftigen Schauern und Gewittern durchzieht, kann die Temperatur innerhalb von ein bis zwei Stunden durchaus mal um zehn bis 15 Grad sinken."

Keine Folge des Klimawandels

Wetterexperte Laps warnt vor Überinterpretationen von Wetterwechseln: "Einzelne Wetterereignisse wie Temperaturstürze lassen sich nicht direkt auf den Klimawandel zurückführen." Sommerliche Temperatursprünge habe es unabhängig vom Klimawandel auch früher schon gegeben.

Stand: 13.06.2019, 13:47

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