Bureaucrazy-Wie man mit der deutschen Bürokratie fertig wird

Wie man mit der deutschen Bürokratie fertig wird

Bureaucrazy-Wie man mit der deutschen Bürokratie fertig wird

Bureaucrazy-Wie man mit der deutschen Bürokratie fertig wird

Syrische Flüchtlinge sind dabei eine App zu entwickeln, von der sie hoffen, dass es Flüchtlingen dabei helfen und sie unterstützen kann, mit der deutschen Bürokratie zu Recht zu kommen. Die Sprache ist dabei die höchste und schwierigste Hürde, die die Flüchtlinge überwinden müssen. Daher hat sie für das Programm höchste Priorität. Die Anforderungen an die Flüchtlinge müssen ins Englische oder Arabische übersetzt werden, zusätzlich zu anderen Aspekten.

Munzer Khattab, 23 Jahr alt, war Student an der Tishreen-Universität an der Fakultät für Bauingenieurwesen. Er erreichte Deutschland vor einem Jahr, er ist einer der Erfinder der App Bureaucrazy.

Abwab führte in Berlin folgendes Interview mit Munzer Khattab.

Wie man mit der deutschen Bürokratie fertig wird

Erzähle uns über einige Erfahrungen mit der deutschen Bürokratie, die du selbst erlebt hast. Entweder vor, während oder nach Erhalt der Aufenthaltserlaubnis. Hast du solch ein Ausmaß an Bürokratie in Deutschland erwartet? Und wie beurteilst du sie im Vergleich zur Bürokratie in Syrien?

Ich kann dir ein Beispiel erzählen über die erste Erfahrung mit der Bürokratie, mit der ich in den ersten sieben Tagen, in denen ich mich in Berlin aufhielt konfrontiert wurde. Ich musste einen Antrag auf eine polizeiliche Meldebescheinigung ausfüllen. Von der Länge der Bezeichnung können Sie sicher darauf schließen, wie schwer mir das als neu ankommender Student fiel, vor allem, da das Ausfüllen der Meldebescheinigung so kompliziert war. Was es noch schwieriger machte, war, dass wir keine Vorkenntnisse der deutschen Sprache hatten. Tatsächlich war ich nicht davon ausgegangen, dass es in Deutschland so viel Bürokratie gibt. Für mich war es in Syrien anders. Als der Krieg anfing, war ich gerade 18 Jahre alt und ich musste mich nicht mit so viel Papierkram auseinander setzen. Ich kann euch aber über meine Erfahrung berichten. In Syrien gibt es genaue Angaben, wie Anträge auszufüllen sind. Da die Bürokratie in Syrien auf Arabisch ist, fällt es mir natürlich nicht so schwer wie hier.

Wie hat sich eure Idee entwickelt? Wie lange hat es gedauert? Wer sind die Mitglieder der Gruppe und wie seid ihr auf den Namen gekommen?

Die Idee kam uns, als wir auf der ReDi School waren. In der ersten Unterrichtstunde sollten wir über die Schwierigkeiten und Probleme berichten, mit denen wir in Deutschland zu kämpfen haben. Wir waren alle der Meinung, dass die Bürokratie eine der schwierigsten Hürden ist, die es zu überwinden gilt. Es gibt eine technische, logische Lösung für dieses Problem. Die Idee dieser App wurde geboren und wird noch weiter entwickelt. Tatsächlich kam ich auf den Namen, ich fand ihn amüsant. Die Mitglieder der Gruppe sind Ghaith Zamrik, Ahmad Alarashi, Ahmad Alarashi, Mohamed Khattab und Yazan Salmo.

Wie man mit der deutschen Bürokratie fertig wird

Wie funktioniert die App und was bietet sie? Welche Sprache nutzt die App? Braucht ihr später mehr ehrenamtliche Entwickler um die Idee erfolgreich zu verwirklichen? Was ist das wichtigste Ziel der App?

Die drei wichtigsten Aufgaben der App sind folgende:

  1. Die Übersetzung: die App wird die Anträge in (zunächst) Arabisch und Englisch übersetzen und den Anwendern zu Verfügung stellen.
  2. Anleitungen: die App stellt Informationen zur Verfügung, wie Anträge funktionieren. Zum Beispiel, wenn ein Anwender wissen möchte, wie man ein Bankkonto eröffnet, bietet die App ausführliche Informationen, was für Unterlagen man benötigt und woher man diese Papiere bekommt.
  3. Ein Orientierungshilfe: ein Wegweiser hilft dem Nutzer, den Weg zu den entsprechenden Behörden zu finden, wo der Antrag eingereicht werden muss.

Zurück zu eurer Frage über die ehrenamtlichen Helfer: Zurzeit gibt es viele, die uns Hilfe angeboten haben, aber in Zukunft werden wir auf mehr Unterstützer angewiesen sein.

Das wichtigste Ziel der App ist die Bewältigung der Bürokratie, der schwierigsten Hürde für uns. Wir wollten programmieren lernen, um den Flüchtlingen in Deutschland und vielleicht auf der ganzen Welt zu helfen.

Fandet ihr Ermutigung und Unterstützung, um die App offiziell für Smartphones zu entwickeln?

Ja, wir fanden viel Ermutigung und waren überrascht davon, wie viele Flüchtlinge sich in Deutschland mit der Bürokratie auseinander setzen mussten:

In den arabischen, deutschen und internationalen Medien wurde weltweit über die Idee der App Bureaucrazy berichtet. Wie hat eure Gruppe darauf reagiert? Habt ihr das Interesse der Medien gespürt, was die Unterstützung der Ideen der Flüchtlinge in den Aufnahmeländern angeht?

Tatsächlich war die Unterstützung der Medien für uns sehr hilfreich, weil dadurch zahlreiche ehrenamtliche Programmierer auf uns aufmerksam wurden, die uns bei der erfolgreichen Umsetzung der App unterstützen. Der Kontakt mit den Behörden wird durch die App einfacher und positiver. Das Medieninteresse an uns kam eher davon, dass wir syrische Flüchtlinge sind, als daher, dass wir Programmierer sind. Ich hoffe, dass die Medien weiter die positiven Seiten der Flüchtlinge hervorheben werden, weil es viele bemerkenswerte Erfolgsgeschichten gibt, die leider von den europäischen Medien ignoriert werden.

Ihr verkörpert den Erfolg syrischer Flüchtlinge in Deutschland. Ihr hattet eine Idee, die vielen Flüchtlingen in Deutschland geholfen hat und helfen wird. Was ist eure Botschaft an die Flüchtlinge, insbesondere die syrischen Flüchtlinge in Deutschland?

Meine Botschaft lautet: das Leben in Deutschland ist sehr schwer, aber es gibt sicher viele Gelegenheiten, die man nutzen kann. Ich wünsche den Syrern viel Erfolg in Deutschland. Es gibt unter den Syrern viele talentierte Menschen, was die Zukunft noch zeigen wird.

Wichtig zu erwähnen ist, dass Munzer zurzeit Deutsch lernt und jetzt das Niveau B1.1 erreicht hat. Sein Ziel ist es, die deutsche Sprache zu beherrschen, um an der Universität Informatik zu studieren. Es gelang ihm in kurzer Zeit Beziehungen zu deutschen Freunden und Menschen anderer Nationalitäten aufzubauen. Das Leben in Deutschland findet er nicht so schwierig, wie er erwartet hatte. Die Integration in die hiesige Gesellschaft fällt ihm leicht

Hussein Ahmad