DLRG warnt vor Eisspaziergängen

Eine dünne gefrorene Eisdecke auf einem See in Bonn-Röttgen

DLRG warnt vor Eisspaziergängen

  • Viele Seen und Teiche in NRW mit dünnem Eis überzogen
  • DLRG warnt: Oft noch nicht dick genug
  • Betreten kann Lebensgefahr bedeuten

Für viele Spaziergänger ist die Versuchung groß, eine Runde auf dem Eis zu drehen: Viele Seen und Teiche in NRW sind jetzt mit einer dünnen Eisdecke überzogen. Doch Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG), örtliche Feuerwehren und Städte warnen wieder nachdrücklich vor solchen Ausflügen. Denn das Eis ist zum Teil noch gefährlich dünn.

Zugefrorene Seen erst ab 15 Zentimeter Eisdicke sicher

Eiseinbruch

Vorsicht, wenn es knistert und knackt

"Das Eis braucht Zeit, um tragfähig zu sein", sagt DLRG-Sprecher Achim Wiese. Bei stehenden Gewässern sei das erst ab einer Dicke von mindestens 15 Zentimetern der Fall, bei Bächen und Flüssen sogar erst ab 20 Zentimetern. Dunkle Stellen im Eis seien oft ein Warnzeichen, die Gefahr einzubrechen sei dort besonders hoch.

Wenn es knistert und knackt, rät die DLRG, sich sofort flach hinlegen, um das eigene Gewicht zu verteilen. Anschließend solle man vorsichtig und in Bauchlage in Richtung Ufer robben.

Besonders gefährdet seien Kinder, warnt die Stadt Arnsberg ihre Bürger auf der Homepage: Oft sehe das Eis in Ufernähe fest aus, sei aber ein paar Meter weiter schon nicht mehr tragfähig. Bereits nach zwei Minuten haben Kinder, die ins eisige Wasser einbrechen, kaum noch eine Überlebenschance.

Feuerwehr probt Rettung vom Eis

In Mönchengladbach probte die Feuerwehr bereits am Montag (21.01.2019) die Rettung von im Eis verunglückten Personen. Dabei nutzten die Einsatzkräfte eine Leiter als Unterlage, um ihr Gewicht besser zu verteilen und sich im Ernstfall nicht selbst zu gefährden.

Im Ernstfall nicht die Hand reichen

Ein Mann mit Schlittschuhen liegt auf einem zugefrorenem See neben einem Loch im Eis; Ein Helfer kniet auf einer Leiter neben ihm

Bei Einbruch flach hinlegen

Doch nicht immer kann die Feuerwehr rechtzeitig an der Unglücksstelle sein. Bricht jemand ein, sollten Helfer trotzdem zuerst den Notruf wählen. Im Ernstfall sollten sie dann laut Feuerwehr vorsichtig zur Einbruchstelle kriechen.

Dem Eingebrochenen darf dabei nicht die Hand, sondern zum Beispiel eine Jacke oder ein Stock gereicht werden - sonst besteht die Gefahr, dass auch der Helfer versinkt. Verunglückte sollten bis zum Eintreffen eines Notarztes flach gelagert und möglichst warm gehalten werden.

Stand: 22.01.2019, 15:20

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