Warntag: Warum in NRW die Sirenen heulten

Blick auf eine Sirene auf dem Krankenhaus Merheim.

Warntag: Warum in NRW die Sirenen heulten

Ob Terroranschlag oder Naturkatastrophe: Im Ernstfall sollte sich die Bevölkerung mit Warnungen auskennen und wissen, welches Verhalten richtig ist. Üben konnte man das am ersten bundesweiten Warntag.

Als heute um 11 Uhr in vielen Städten in NRW die Sirenen heulten, mussten sich die Anwohner erst einmal keine Sorgen machen. Wie an jedem zweiten Donnerstag im September fand der Warntag statt. An diesem Tag werden in den Kommunen die Warnkonzepte getestet, dieses Jahr sogar erstmals bundesweit.

Dafür werden sämtliche Warnmöglichkeiten eingesetzt – von der Sirene über das Internet, von der digitalen Anzeigetafel auf der Straße über Lautsprecher-Ansagen bis hin zu Warn-Apps wie "Nina", "Biwapp" oder "Katwarn".

Erinnerung an die Bevölkerung

Aber nicht nur das. Der Warntag soll auch die Bevölkerung daran erinnern, wie sie sich im Ernstfall richtig verhalten: Ruhe bewahren, Nachbarn informieren, Radio oder Fernseher einschalten beziehungsweise auf Lautsprecherdurchsagen achten, führt das NRW-Innenministerium als wichtigste Hinweise auf.

Gerade jüngere Menschen können laut Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn heutzutage mit Sirenenalarm nicht viel anfangen. Deshalb müsse der Weckeffekt der Sirene mit Handlungsempfehlungen verknüpft werden, sagt Amtspräsident Christoph Unger.

Er betonte die Wichtigkeit des bundesweiten Warntags: "Wir glauben, dass es ungemütlicher werden wird. Es gibt konkrete Erfahrungen wie beispielsweise die Jahrhundertflut 2002 an der Elbe, die unzählbaren Starkregenereignisse der letzten Jahre oder der Störfall in einem Chemiebetrieb in Köln-Worringen mit einer großen Brandwolke im Jahr 2008." Sogar Erdbeben seien denkbar, etwa in der Kölner Bucht.

Bundesweiter Sirenenalarm

Erstmals seit 30 Jahren heulten am Donnerstag wieder fast überall im Bundesgebiet die Sirenen. Die Probe-Warnung begann an den meisten Orten mit einem einminütigen Dauerton, der Entwarnung bedeutet. Danach folgte ein einminütiger auf- und abschwellenden Heulton - die eigentliche Warnung. Entwarnung gab es um 11.20 Uhr wieder durch den einminütigen Dauerton.

Das bedeuten die unterschiedlichen Sirenentöne

Lauter und leiser werdender Heulton: Warnung vor Gefahr. Bitte schalten Sie einen Hörfunksender ein und achten Sie auf Durchsagen.

Sirene: Aufheulton

01:19 Min. Verfügbar bis 10.09.2021


Durchgehender Heulton: Entwarnung.

Sirene: Entwarnung

01:27 Min. Verfügbar bis 10.09.2021


Allein in Düsseldorf lösten 81 Sirenen Probealarm aus. In Essen wurden zuvor 30 neue Sirenen installiert, die Alarm auslösen konnten. In Münster allerdings blieb es still, weil neue Sirenen nicht pünktlich aufgebaut werden konnten. Auch in Hilden gibt es bislang noch keine Warnsirenen. In anderen Städten wie Essen oder Bochum ist das Netz erst teilweise aufgebaut.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn hat dazu aufgerufen, die App "Nina" aufs Mobiltelefon herunterzuladen. Aktuell nutzen etwa 7,6 Millionen Menschen die Anwendung.

Sogenannte Warnmultiplikatoren wie die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und ein Großteil der privaten Medienhäuser unterbrechen zur Warnung ihre aktuellen Programme oder begleiten einen Probealarm nachrichtlich, im Fernsehen kann die Warnung auch eingeblendet werden.

Warn-App "Nina" und Corona

Nina Warn-App auf einem Smartphone

Grundsätzlich ging es am Donnerstag darum, die Alarme bekannter zu machen und für den Ernstfall zu testen. Zu möglichen Katastrophenszenarien gehören übrigens auch Krankheitserreger.

"Wir haben unsere Warnapp 'Nina' zum Beispiel erweitert um Informationskanäle zu Corona", sagt BBK-Chef Unger. Die App sei während der Pandemie zu einem wichtigen Instrument der Warnung und Information durch die Bundesregierung geworden.

Stand: 10.09.2020, 11:21

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