Einigen Kommunen in NRW fehlen Sirenen

Eine Sirene auf einem Dach in Köln

Einigen Kommunen in NRW fehlen Sirenen

  • Einige Kommunen haben noch keine Sirenen
  • Viele Städte und Gemeinden rüsten nach
  • Nicht immer reichen die Warnsysteme
  • Innenministerium: "Keine Gefahr"

Mit einem Probealarm hat das Land NRW am Donnerstag (07.03.2019) die rund 4.500 Sirenen getestet, die im Ernstfall die Bevölkerung warnen sollen. "Jeder sollte wissen, was im Notfall zu tun ist", sagte Innenminister Herbert Reul.

Doch dafür müssen die Menschen in NRW auch wissen, dass ein solcher eingetreten ist. Doch in einigen Kommunen reichen die Sirenen für eine flächendeckende Information der Bevölkerung derzeit offenbar noch nicht aus.

Warnsysteme nach Kaltem Krieg abgebaut

Zwar fielen nach Informationen des Innenministeriums keine Anlagen bei dem Test komplett aus, einige hatten aber von vorneherein nicht an dem Probealarm teilgenommen. Denn viele Kommunen müssen ihr Sirenennetz erst wieder aufbauen, nachdem sie es nach dem Ende des Kalten Krieges in den 1990er-Jahren abgebaut haben.

Auch in Greven heulten am Donnerstag nicht die Sirenen. Und selbst am 5. September, wenn der zweite landesweite Warntag nach dem 6. September 2018 in NRW stattfindet, werden nicht alle Einwohner das Heulen des Alarms hören.

Warntag in NRW: Bürger sensibilisieren für Warnsignale

WDR 2 06.09.2018 02:37 Min. WDR 2

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Geld für Sirenen fehlt

Denn bis dahin wird die Stadt nur zwei Sirenen haben, die bestenfalls für den Bereich der Innenstadt reichen. "Für das ganze Stadtgebiet, bräuchten wir sieben bis acht Sirenen", sagt Uwe Kunze von der Stadtverwaltung. "Aber die Gelder des Landes haben nur für zwei Sirenen ausgereicht."

Nun will die Stadt prüfen, ob sie kommunale Mittel dafür zur Verfügung stellen oder ob sie auf weitere Mittel des Landes hoffen kann. Und Greven ist mit dem Problem nicht allein. Unter anderem in Oberhausen, Münster, Ahaus, Bocholt, Dülmen, Emsdetten, Rheine und im Kreis Warendorf müssen die Sirenen erst installiert werden.

Konzepte beinhalten mehrere Warnmittel

Das Symbol der Warn-App NINA auf dem Display eines Smartphones

Auch über die Warn-App NINA sollen die Bürger in NRW gewarnt werden

Wie viele Sirenen man bräuchte, um die Bewohner aller NRW-Kommunen flächendeckend zu erreichen, kann das Innenministerium nicht sagen. Doch selbst wenn nicht alle Menschen die Sirenen hören könnten, bestehe für sie keine Gefahr. "Die Kommunen haben alle ein Warnkonzept erarbeitet, in dem sie sich auch für andere Warnmittel entscheiden konnten", erklärt eine Sprecherin auf Nachfrage des WDR.

Dann würden die Menschen durch die Warn-App NINA, Radio- oder Lautsprecherdurchsagen aus Warnfahrzeugen alarmiert. Wie gut das klappt, soll wieder am zweiten landesweiten Warntag im September getestet werden.

Stand: 07.03.2019, 19:11

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