Ärzte an NRW-Unikliniken im Warnstreik

Ärzte an NRW-Unikliniken im Warnstreik

  • Mehrere hundert Ärzte streiken
  • Terminabsagen für Patienten
  • Marburger Bund fordert geringere Arbeitsbelastung

Ärzte von Unikliniken in ganz NRW waren am Dienstag (04.02.2020) im Warnstreik. Die Beteiligung war am Morgen in Essen und Düsseldorf gering. Jeweils 50 Ärzte hatten die Arbeit niedergelegt. In Münster waren es rund 100, in Köln 70 und in Aachen 150.

Aufgerufen waren mehr als 6.000 Ärztinnen und Ärzte. Nach Angaben des Marburger Bundes haben sich mehr als 1.000 Mediziner aus NRW am Warnstreik beteiligt.

Ein Drittel der OP-Säle geschlossen

In Essen blieb ein Drittel der OP-Säle geschlossen. Rund 30 Operationen sind ausgefallen, genauso wie einige Therapie-Termine. In Düsseldorf seien die Auswirkungen jedoch nicht so gravierend gewesen, sagte ein Sprecher der Uniklinik.

Notdienste eingerichtet

An den sechs Unikliniken in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster kümmerte sich ein Notdienst um absolute Notfälle. Patienten ohne akute Gefährdung sollen neue Termine erhalten haben oder an andere Krankenhäuser verwiesen worden sein.

Hohe Arbeitszeit gefährdet Patientensicherheit

Der Marburger Bund fordert neben sechs Prozent mehr Gehalt auch eine geringere Arbeitsbelastung für die Mediziner an den Unikliniken. Laut einer aktuellen Umfrage der Gewerkschaft beklagt sich fast jeder vierte Arzt über Arbeitszeiten von mehr als 60 Stunden pro Woche. Dies gehe nicht nur zulasten der Patientensicherheit, sondern auch zulasten der Gesundheit der angestellten Mediziner.

Auch in anderen Bundesländern wurden die Unikliniken bestreikt. Die Streikenden trafen sich zu einer zentralen Kundgebung in Hannover. Insgesamt haben nach Veranstalterangaben rund 4.000 Ärztinnen und Ärzte teilgenommen.

Stand: 04.02.2020, 18:14

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