Kommunale Kliniken: 800 Ärzte in NRW streiken

Ärztestreik in NRW

Kommunale Kliniken: 800 Ärzte in NRW streiken

  • Warnstreik an kommunalen Kliniken
  • Notfälle wurden behandelt
  • Forderung: Mehr Gehalt und freie Tage

Rund 800 Ärzte aus kommunalen Krankenhäusern und Gesundheitsämtern in Nordrhein-Westfalen haben sich nach Gewerkschaftsangaben am Mittwoch (10.04.2019) an Warnstreiks beteiligt. Rund zehn Prozent der insgesamt 8.000 Mediziner an den 76 NRW-Kliniken nahmen demnach an der eintägigen Aktion teil, sagte ein Sprecher der Ärztegewerkschaft Marburger Bund für NRW und Rheinland-Pfalz.

Mit der ganztägigen Aktion will die Gewerkschaft Druck in den festgefahrenen Tarifverhandlungen machen. Die akute Versorgung der Patienten sei nicht beeinträchtigt. Verschiebbare Operationen oder Therapiesitzungen seien nach Angaben des Sprechers jedoch ausgefallen.

Klinik-Warnstreik: "Arbeitgeber sind unbeweglich"

WDR 5 Morgenecho - Interview 10.04.2019 05:16 Min. Verfügbar bis 09.04.2020 WDR 5

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Begrenzung von Bereitschaftsdiensten gefordert

Der Marburger Bund hatte die Tarifgespräche für 55.000 Ärzte in den insgesamt mehr als 500 kommunalen Kliniken Mitte März für gescheitert erklärt. Der Verband fordert fünf Prozent mehr Geld bezogen auf ein Jahr und Begrenzungen von Bereitschaftsdiensten, unter anderem durch mindestens zwei freie Wochenenden im Monat. Vorbereitet wird auch eine Urabstimmung über unbefristete Streiks.

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) hatte ein erstes Angebot vorgelegt, das die Gewerkschaft aber als unzureichend ablehnte. Ein VKA-Sprecher bezeichnete die Warnstreiks als "kaum nachvollziehbar". Man habe ein Angebot vorgelegt, das auf viele Wünsche der Ärzte eingegangen sei.

Stand: 10.04.2019, 12:00

Kommentare zum Thema

4 Kommentare

  • 4 Bernd 10.04.2019, 19:14 Uhr

    Das ist einfach nicht fair. Je stärker die Löhne steigen, je weniger sind unsere Ersparnisse und unsere Altersvorsorge wert. Die Politik muß endlich eine 180 Grad Kertwende machen. Es kann nicht angehen, daß die Sparer durch die EZB Null Inflationsausgleich erhalten und alle anderen mit Gewalt höhere Löhne/Inflation erzwingen dürfen. Mit welchem Recht? Hier werden die Sparer gezielt vom Rest der Bevölkerung niedergemacht. Schluß mit den Verteilungskämpfen. Es herscht keine Waffengleichheit, solange die EZB auf die Seite der Schuldner stellt, darf es keine Lohnerhöhungen mehr geben.

  • 3 Klinik 10.04.2019, 17:42 Uhr

    Die Forderung zur Verbesserung der Arbeits- und Bereitschaftszeiten ist angemessen, aber finanziell gehören sie jetzt schon zu den bestbezahlten Berufen. Welche Gründe sprechen für weitere finanzielle Zuwendungen. Die Stellen der Ärzte in den Kliniken sind in den vergangenen 10 Jahre mehr als verdoppelt worden. Wieviele Fachärzte knubbeln sich auf den Stationen? Die Ausgaben der Arztgehälter hat sich in den vergangenen Jahren vervielfacht und es ist fraglich, ob sich die Patientenversorgung entsprechend qualitativ verbessert hat. In anderen Berufsgruppen in der Klinik ist eher von Stellenabbau und marginaler finanzieller Verbesserung die Rede.

  • 2 Marcel K. 10.04.2019, 17:03 Uhr

    Für mich sind die Ärzte von heute, die alles von den Patienten abkriegen, und auch in den Krankenhäusern in der Notaufnahme werden die Ärzte körperlich angegriffen und beleidigt!! ich wünsche mir daher ein bischen mehr anerkennung und ein besseres ansehen für die Ärzte und Ärztinnen, damit sie besser bezahlt werden!! Schliesslich sorgen sie dafür dass es uns gut geht, sie wollen uns doch nur helfen in der Not!!

  • 1 Renate 10.04.2019, 16:30 Uhr

    Noch mehr Geld? Das geht doch nicht!

    Antworten (1)
    • Kai Kaiser-Dubenhoff 10.04.2019, 18:21 Uhr

      Warum geht eine anständige Bezahlung nicht?

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