"Waldsterben 2.0": Bäume werden untersucht

Waldzustandserhebung startet: Wie krank ist der Wald?

"Waldsterben 2.0": Bäume werden untersucht

  • Wald und Holz startet Waldzustandserhebung 2019
  • Forstwissenschaftler begutachten 10.000 Bäume
  • Waldzustand schlimmer als in den 80er Jahren

Seit Mittwoch (31.07.2019) untersucht Wald und Holz NRW Bäume für den Waldzustandsbericht 2019. Wegen der offensichtlichen Schäden an vielen Baumarten sprechen Forstleute und Naturschützer schon jetzt von einem "Waldsterben 2.0".

Waldsterben 2.0 - Wie schlimm ist es wirklich?

WDR RheinBlick 26.07.2019 25:25 Min. Verfügbar bis 26.07.2020 WDR Online

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Waldzustandserhebung startet: Wie krank ist der Wald?

Die Experten schauen sich die Baumkronen an.

Die Forstwissenschaftler gehen bei der Waldzustandserhebung nach einer bundesweit einheitlichen Methode vor: Sie sehen sich den Zustand der Baumkronen an. Verliert ein Baum Blätter oder werden sie braun, ist das ein sicheres Zeichen, dass es dem Baum schlecht geht.

Zustand hat sich deutlich verschlechtert

Insgesamt begutachten die Forstwissenschaftler rund 10.000 Bäume im ganzen Land. Besonders im Fokus stehen die Hauptbaumarten in NRW: Fichten, Buchen, Eichen und Kiefern. Der Waldzustand wurde erstmals 1984 erhoben, als saurer Regen den Wald bedrohte.

Waldzustandserhebung startet: Wie krank ist der Wald?

Lutz Falkenried (Mitte) spricht von einem Extremjahr für den Wald.

"Wir haben ein Extremjahr", sagt Inventurleiter Lutz Falkenried von Wald und Holz NRW. Der zweite extrem trockene Sommer in Folge macht dem Wald heftig zu schaffen: Die Forstexperten rechnen damit, dass sie in fast allen Arten einen miserablen Zustand attestieren müssen.

Fichten besonders betroffen

Fichten sterben momentan großflächig ab. Experten gehen davon aus, dass es bis zum Ende des Jahres im Raum Köln/Bonn sowie dem Münsterland keine Fichte ohne Borkenkäfer mehr geben wird.

Auch Laubbäume leiden: Eichen unter Eichenprozessionsspinnern, Rosskastanien unter Miniermotten. Buchen haben ebenfalls große Probleme, werfen zum Teil voll belaubte Äste ab. Die Ergebnisse der Erhebung sollen im Herbst vorliegen.

Stand: 31.07.2019, 14:28

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