Brandgefahr in Wäldern und auf Wiesen bleibt

Trockene Gräser stehen in Flammen

Brandgefahr in Wäldern und auf Wiesen bleibt

  • Zahlreiche Böschungsbrände
  • Hohes Risiko bleibt
  • Trockenheit bleibt bestehen

Für die Feuerwehr Hünxe (Kreis Wesel) war es ein arbeitsreiches Wochenende: Am Samstag (29.06.2019) hatten rund 60 Quadratmeter Grasland Feuer gefangen. Weil die Kräfte schnell am Einsatzort eintrafen, konnten sie ein Ausbreiten der Flammen verhindern. Am Sonntagmorgen gab es erneut einen Notruf wegen einer brennenden Grünfläche. Hier hatten Anwohner mit Gartenschläuchen schon gute Vorarbeit geleistet, für die Spezialisten gab es vor Ort nicht mehr viel zu tun.

Dutzende Löscheinsätze

Hünxe ist kein Einzelfall: In ganz NRW mussten die Feuerwehren am Wochenende zu ähnlichen Einsätzen ausrücken - zum Beispiel in Plettenberg, Nideggen und Werne. Meist blieben die Feuer lokal begrenzt und Menschen kamen nicht zu Schaden. Doch spätestens seit dem Großbrand an der Bahnstrecke in Siegburg im Sommer 2018 mit 32 Verletzten und mehreren zerstörten Häusern weiß man, wie verheerend die Folgen eines Böschungsbrands sein können.

Zweithöchste Risikostufe

Waldbrandgefahr in NRW steigt an

Tiefrot: Waldbrandgefahr in NRW

Auf dem Graslandfeuerindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war das Gebiet von NRW am Sonntag noch tiefrot gefärbt - die zweithöchste Gefahrenstufe. Nur in den östlichen Bundesländern war die Gefahr noch höher. Trotz der sinkenden Temperaturen ab Montag bleibt das Risiko hoch. Ähnlich sieht es beim Waldbrandgefahren-Index des DWD aus: In einigen östlichen Landesteilen von NRW wurde sogar die höchste Gefahrenstufe ausgerufen.

Entwarnung sei vorerst nicht in Sicht, sagt WDR-Wetterexpertin Lisa-Marie Schulze. "Die Böden sind nach der Hitzewelle völlig ausgetrocknet." Nur mehrere Tage andauernder Landregen könne daran etwas ändern, kurze Schauer hätten keinen dauerhaften Effekt. "Aber Regen ist auf absehbare Zeit sowieso nicht in Sicht."

Kein Regen in Sicht

Zwar könne es in der kommenden Woche im Land einzelne starke Schauer und Gewitter geben, so Schulze. "Aber diese bleiben lokal begrenzt." Weil die großen Regenmengen in den ausgetrockneten Böden schnell versickern, könne die Brandgefahr nach kurzer Zeit wieder ansteigen.

Schulze rät zur Vorsicht beim Umgang mit Feuer. Auch eine einzige achtlos weggeworfene Zigarettenkippe könne furchtbare Folgen haben.

Stand: 30.06.2019, 17:22

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