Klimawandel: Waldgeneration in NRW soll fit gemacht werden

Klimawandel: Waldgeneration in NRW soll fit gemacht werden

  • Studie: Klimawandel durch Aufforstung bekämpfbar
  • Kaum Spielraum dafür in NRW
  • Experte: Hiesiger Wald muss fit gemacht werden

Eine Studie von Forschern der Technischen Hochschule Zürich (ETH) kommt zu dem Schluss, dass der Klimawandel am effektivsten durch Aufforstung bekämpft werden könne. In Nordrhein-Westfalen gibt es aber kaum ungenutzte Flächen, auf denen neue Wälder entstehen könnten.

Studie: Aufforstung bestes Mittel gegen Klimawandel

WDR 5 Morgenecho - Interview 05.07.2019 04:52 Min. Verfügbar bis 04.07.2020 WDR 5

Download

Was kann NRW also tun, und was muss jenseits der Landesgrenzen passieren? Drei Fragen, drei Antworten.

Was kann NRW im Kampf gegen den Klimawandel tun?

Borkenkäfer

Des Waldes größte Feinde: Trockenheit und Borkenkäfer

Angesichts fehlender Brachflächen, auf denen neue Bäume gepflanzt weden könnten, setzt Marcus Lindner vom European Forest Institute in Bonn auf eine andere Möglichkeit: "In NRW muss in den Wäldern dafür Sorge getragen werden, dass sich die Bestände nach Sturm oder Borkenkäferschäden regenerieren und eine neue Generation von Bäumen heranwachsen kann, die mit dem sich ändernden Klima klar kommt." Was man dringend benötige, seien "klimafitte" Bestände.

Bäume binden aber überall Kohlenstoff, betont Lindner - auch in den Grünflächen von Städten und Gemeinden. "Dort gibt es noch den angenehmen Nebeneffekt, dass durch Bäume die Temperaturen weniger stark ansteigen und Klimaanlagen weniger laufen müssen." Auch jeder einzelne Baum in privaten NRW-Gärten habe letztlich einen positiven Klimaschutzeffekt.

Waldgebiete in NRW

Karte zu Waldgebieten in Nordrhein-Westfalen

Wie stehen die Chancen für Aufforstung in den Ländern ein, wo laut ETH viele Flächen dafür zur Verfügung stünden?

Große Flächenpotenziale gibt es laut Studie in Russland. Lindner hält es aber für sehr schwierig, dort großflächig Wald anzubauen: Es gebe massive Probleme mit Waldbränden und Insektenschäden.

Für ein ambitioniertes Wiederbewaldungsprogramm fehle es an der Infrastruktur. Die riesigen Waldflächen, die bereits vorhanden seien, würden nicht ausreichend bewirtschaftet.

Anders in China. Dort werde massiv Aufforstung betrieben. "Das belegt, dass - wenn der politische Wille vorhanden ist - auch sehr ambitionierte Maßnahmen umgesetzt werden können."

In Ländern wie Brasilien dagegen, dessen Regenwald als CO2-Speicher von globaler Bedeutung ist, gebe es starke ökonomische Interessen, die eine andere Landnutzung bevorzugen.

Welchen Beitrag kann der Wald zum Schutz des Klimas leisten?

"Um das Paris Agreement umzusetzen, brauchen wir Klimaschutzbemühungen in allen Sektoren", betont Lindner. Der Forstsektor könne einen deutlichen Beitrag dazu leisten - nicht nur durch die Kohlenstoffspeicherung im Wald , sondern auch durch die Verwendung von Holz selbst.

Vor allem in der Bauwirtschaft sieht der Experte großes Potenzial: "Wenn wir vermehrt Holz im Bau verwenden, könnten dadurch neue Speicherpotenziale erschlossen werden."

Stand: 05.07.2019, 16:00

Weitere Themen

Aktuelle TV-Sendungen