Analyse: Bevölkerungsschwund kommt AfD zugute

Analyse: Bevölkerungsschwund kommt AfD zugute

  • Wahlen am Sonntag in Sachsen und Brandenburg
  • Wahlexperte Schönenborn erklärt Stärke der AfD
  • Analyse: Hohe AfD-Ergebnisse in sterbenden Regionen

Das Ruhrgebiet einerseits sowie Sachsen und Brandenburg andererseits trennt Vieles. Doch eines haben sie gemeinsam: Sowohl im Revier als auch in den beiden ostdeutschen Ländern, in denen am Sonntag (01.09.2019) gewählt wird, stößt die AfD auf großen Zuspruch.

Vor allem in Städten und Kreisen mit großem Bevölkerungsschwund ist die AfD stark, wie ARD-Wahlexperte und WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn analysierte. Dies lasse sich bei vielen Wahlen beobachten.

"Nichts beeinflusst das Wahlverhalten mehr als die Frage, ob man in einer sterbenden oder einer boomenden Region lebt", sagte er.

Grundlage für diese Einschätzung bildet seine Analyse der jüngsten Europawahl: Demnach hat die AfD in Sachsen in wachsenden Wahlkreisen einen Stimmenanteil von 16,8 Prozent eingefahren, in stark schrumpfenden Wahlkreisen hingegen 28,5 Prozent. Und von diesen gebe es in Sachsen besonders viele, so Schönenborn.

Gleiches Phänomen in NRW

Eine ähnliche Situation wie in Sachsen und Brandenburg beobachtet der Wahlexperte in Ruhrgebietsstädten. Gelsenkirchen, Hagen und Herne seien die drei Städte in NRW mit dem höchsten Verlust an Wahlberechtigten. Gleichzeitig hat die AfD hier bei der Europawahl ihre besten Wahlergebnisse im Land verbuchen können.

Umgekehrt profitiere auch vom Bevölkerungszuwachs eine bestimmte Partei, nämlich die Grünen, so Schönenborn. Das sei vor allem in einigen großen Städten zu beobachten, etwa in Münster. Es ist die Stadt mit den höchsten Zuwachs an Wahlberechtigten in NRW. Bei der Europawahl haben hier besonders viele Bürger die Grünen gewählt – und nur sehr wenige die AfD.

Stand: 31.08.2019, 17:49

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