Forscher: In der Eifel könnten wieder Vulkane ausbrechen

Maare und Vulkanismus in der Eifel

Forscher: In der Eifel könnten wieder Vulkane ausbrechen

Geophysik-Professor Torsten Dahm ist der Ansicht, dass Vulkan-Ausbrüche in der Eifel künftig möglich sind. Im WDR5-Interview erklärt er wieso und welche Vorsorge-Maßnahmen man treffen kann.

In der Eifel ist seit 13.000 Jahren kein Vulkan mehr ausgebrochen. Doch das heißt wohl nicht, dass das in Zukunft so bleiben muss. Der Geophysik-Professor Torsten Dahm vom Potsdamer Helmholtz-Zentrum hält künftige Vulkanausbrüche in der Eifel für grundsätzlich möglich: "Wir wissen, dass das magmatische System unter der Eifel in größerer Tiefe durchaus noch aktiv ist", sagte Dahm im WDR5-Interview.

Das liege an Kohlendioxid-Gasen, die aus rund 40 Kilometern Tiefe nach oben drücken würden, erklärte Dahm, der im Helmholtz-Zentrum Leiter der Erdbeben- und Vulkanphysik ist. Diese Gase "treten massiv auf in der Ost-Eifel".

Magmatische Prozesse auf La Palma aber viel ausgeprägter

Mit der Ausgangssituation in La Palma kann man das aber wohl nicht vergleichen. Die magmatischen Prozesse seien hier "deutlich geringer", deshalb gebe es auf den Kanarischen Inseln und gerade La Palma viel häufiger Vulkan-Ausbrüche.

Flucht vor der Lava: Vulkan auf La Palma ausgebrochen

Auf der Kanareninsel La Palma ist am Sonntagabend ein Vulkan ausgebrochen. Die Cumbre Vieja war seit 50 Jahren nicht mehr aktiv. Tausende Menschen wurden in Sicherheit gebracht.

Glühende Lava fließt bei Nacht die Hänge eines Vulkans herab

Dass der Vulkan ausbrechen könnte, damit hatten die Wissenschaftler gerechnet. Aber noch Ende der Woche sagten sie, es sei unmöglich zu wissen, ob es in einigen Tagen oder erst in einigen Wochen oder überhaupt zum Ausbruch kommen wird.

Dass der Vulkan ausbrechen könnte, damit hatten die Wissenschaftler gerechnet. Aber noch Ende der Woche sagten sie, es sei unmöglich zu wissen, ob es in einigen Tagen oder erst in einigen Wochen oder überhaupt zum Ausbruch kommen wird.

Die Evakuierung mehrerer Gemeinden begann schon am Samstag. Bis zum späten Sonntagabend waren knapp 5.000 Menschen in Sicherheit gebracht worden, darunter auch Touristen. Die Behörden rechnen mit bis zu 10.000.

Auf der Insel leben etwa 83.000 Menschen. Der Vulkan Cumbre Vieja gehört zwar zu einem dünn besiedelten zentralen Gebirgszug auf der südlichen Inselhälfte. Doch Massentourismus wie auf der kanarischen Nachbarinsel Teneriffa gibt es auf La Palma nicht. Trotzdem besteht Grund zur Sorge.

Mehrere Landhäuser gingen bereits in Flammen auf, als sie von der etwa 1.000 Grad heißen Lava erreicht wurden.

"Es wird wohl noch mehr Zerstörungen geben, denn die Lava fließt auf mehrere Orte zu", sagte ein Bewohner der betroffenen Gegend im Fernsehen.

Die Feuerwehr musste unterdessen immer wieder ausrücken, um Busch- und Waldbrände zu bekämpfen, die durch den Vulkanausbruch und am Rande der Lavaströme aufflammten.

Die Cumbre Vieja ist nur einer von vielen aktiven Vulkanen in Europa. Auch auf Teneriffa, in Island, Italien und Griechenland sind sie zu finden. Und sogar im Vulkangebiet Eifel kommt es gelegentlich zu kleinen Erdbeben.

Wann genau sich in der Eifel ein solcher Ausbruch ereignen könnte, kann Dahm kaum vorhersagen. Er sagt, es gebe nicht genug Daten dafür. Mit heutigen Methoden könne man grundsätzlich viel mehr erforschen als noch vor ein paar Jahrzehnten, dazu seien allerdings entsprechende Gelder nötig.

Vulkanausbrüche? "Die Eifel ist sehr speziell"

WDR 5 Morgenecho - Interview 21.09.2021 05:43 Min. Verfügbar bis 21.09.2022 WDR 5


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Forscher fordert bessere Überwachung von Vulkanen in der Eifel

Wenn es aber zu verstärkten magmatischen Prozessen in der Eifel komme, "dann kann es auch schnell gehen". Dann könnten Vulkane innerhalb von wenigen Wochen oder Monaten ausbrechen.

Wichtig sei deshalb, das Überwachungssystem zu verbessern. "Bis heute werden CO2-Ausflüsse nicht kontinuierlich überwacht", erklärte Dahm. Mit entsprechenden Vulkan-Bohrungen gebe es die Chance, "ganz kleine Vorläufer-Signale zu erkennen" - um dann rechtzeitig darauf reagieren zu können.

Stand: 21.09.2021, 16:40

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