Ministerpraesident Hendrik Wüst (CDU) von Nordrhein-Westfalen liest Schülern im Rahmen des bundesweiten Vorlesetages aus dem Buch Ronja die Räubertochter vor

Zum Vorlesetag: Tipps für Eltern von der Expertin

Stand: 18.11.2022, 18:27 Uhr

Am Freitag war bundesweiter Vorlesetag, mit der Aktion wird jährlich die Bedeutung des Vorlesens hervorgehoben. Beim lauten Lesen helfen vielleicht die Tipps unserer Profi-Sprecherin.

Zum bundesweiten Vorlesetag waren auch in NRW viele Aktionen geplant. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) las in einer Gemeinschaftsgrundschule in Düsseldorf "Ronja Räubertochter", Schulministerin Dorothee Feller (CDU) in einer Gemeinschaftsgrundschule in Neuss "Die Schnecke und der Buckelwal", und Familienministerin Josefine Paul (Grüne) las im Naturkindergarten "Die Wildschweinbande" in Langerwehe (Kreis Düren) aus dem Buch "Das alles ist Familie".

"Bildung ist der entscheidene Faktor"

Jedem fünften Kind zwischen einem und acht Jahren in Deutschland wird nach einer Umfrage unter Eltern in der Familie nie vorgelesen. Das hat die Stiftung Lesen im aktuellen "Vorlesemonitor" veröffentlicht. Vor allem Eltern mit einem geringen Bildungsabschluss lesen ihren Kindern laut der Studie seltener vor. In 31 Prozent der Familien, in denen die Eltern einen Volks- oder Hauptschulabschluss oder keinen Abschluss haben, wird den Kindern nie vorgelesen. Bei Familien, in denen die Eltern einen höheren Abschluss wie etwa Abitur haben, liegt dieser Anteil bei 18 Prozent.

"Wenn die Eltern ihren Kindern nicht vorlesen, dann starten die Kinder mit deutlich schlechteren Bildungsvoraussetzungen in die Kitas, in die Grundschulen und in die weiterführenden Schulen", sagte Jörg Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen. Die Zuwanderungsgeschichte der Eltern spiele hingegen keine große Rolle. Der entscheidende Faktor sei die Bildung der Eltern, "unabhängig davon, woher die Familie kommt".

Motto: "Gemeinsam einzigartig"

Unter dem Motto "Gemeinsam einzigartig" soll nach den Worten der Veranstalter beim Vorlesetag "die Vielfalt unserer Gesellschaft als alltägliche Bereicherung und verbindendes Element" gefeiert werden. Auch andere Themen seien willkommen: "Hauptsache, es wird vorgelesen - egal wo und wie."

Egal wie? Gut, aber das Kind freut sich bestimmt noch mehr, wenn man versucht, sich etwas Mühe zu geben.

Fünf Tipps von der Vorlese-Expertin

Regina Münch

Regina Münch vom WDR Stimmwerk

Regina Münch ist Expertin im Vorlesen. Sie arbeitet im WDR Stimmwerk, dem Ensemble der professionellen Sprecherinnen und Sprecher im WDR. Ausgerechnet ihr Sohn hat übrigens nichts übrig gehabt fürs Vorlesen, hat sie WDR 2 am Freitag verraten. Aber für andere Eltern hat sie folgende Tipps:

  • Grundsätzlich immer auf das Tempo achten. In der Regel sollte man schön langsam vorlesen. Wenn etwas Dramatisches im Buch passiert, kann man aber das Tempo auch an die Situation anpassen.
  • Nicht durchlesen! Wo ein Sinnabschnitt ist, sollte man eine Pause setzen. Das erzeugt Spannung und bringt die Leute zum Nachdenken, so dass der Gedanke nochmal nachklingt.
  • Wenn verschiedene Personen im Buch auftreten, sollte man diesen beim Vorlesen unterschiedliche Stimmen geben.
  • Keine Schokolade essen oder O-Saft trinken beim Vorlesen, das sorgt für zu viel Schleim im Mund. Gegen einen trockenen Mund hilft eher ein Apfel.
  • Genießen Sie das Vorlesen! Je tiefer Sie sich in die Geschichte und die Bilder hineinbegeben, desto besser können auch die Kinder eintauchen.

Der Vorlesetag ist eine Initiative, an der die Wochenzeitung "Die Zeit", die Stiftung Lesen und die Deutsche Bahn Stiftung beteiligt sind. Seit 2004 soll damit jährlich im November ein Zeichen für die Bedeutung des Vorlesens gesetzt werden.

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