Wie gut sind NRW-Schulen auf Amokläufe vorbereitet?

Wie gut sind NRW-Schulen auf Amokläufe vorbereitet?

Von Jörn Kießler

  • Schulen und Polizei in NRW trainieren für Notfälle
  • Waffenbesitzer werden unregelmäßig kontrolliert
  • Lehrer sollen Ernstfall präventiv verhindern

Zehn Jahre ist es her, seit der 17-jährige Tim K. in Winnenden und Wendlingen (Baden-Württemberg) 15 Menschen erschoss und sich dann selbst das Leben nahm.

Nicht erst seit diesem Amoklauf überlegen Politik und Behörden, wie solche Taten in Zukunft verhindert werden können. Und wie sich Lehrer, Schüler und Sicherheitskräfte im Ernstfall richtig verhalten. Welche Maßnahmen gibt es in NRW?

Welche Sicherheitskonzepte gibt es an den Schulen?

Seit 2009 gibt es an jeder Schule in NRW ein Krisenteam. Die Lehrer sollen nicht nur im Notfall die Rettungsmaßnahmen mit organisieren, sondern durch Präventivarbeit so einen Ernstfall verhindern.

Amoklauf: Was können Schulen tun? Planet Wissen 07.08.2019 02:43 Min. Verfügbar bis 07.08.2024 SWR

Dabei helfen soll ihnen der Notfallordner, der 2015 entstand, als die Landesregierung die 2007 eingeführten Notfallpläne an den Schulen überarbeiten ließ. "Der Ordner gibt umfangreiche Handlungsempfehlungen zum Umgang mit komplexen Schadenslagen, Gewalt und Notfallsituationen sowie Krisen an Schulen", erklärt ein Sprecher des NRW-Innenministeriums.

So sollen beispielsweise durch die Stärkung der Schulgemeinschaft Gewalt oder Mobbing verhindert werden.

Einige Polizeibehörden erarbeiteten zudem Sicherheits- und Deeskalationstrainings für Lehrer bei Amoklagen. "Darüber hinaus werden sicherungstechnische Beratungen von Schulen durch die Polizei durchgeführt", so der Behördensprecher.

Wie trainiert die Polizei für den Ernstfall?

Laut Innenministerium werden "auf der Basis von Einsatzerfahrungen gemeinsame Übungen durchgeführt". So gibt es beispielsweise spezielle Trainings für Streifenpolizisten, die meist als erste am Tatort ankommen.

Wie werden private Waffenbesitzer kontrolliert?

Bei seinem Amoklauf nutzte Tim K. eine Pistole seines Vaters, die dieser ungesichert in seinem Schlafzimmer aufbewahrte. Erst 2017 wurden die Vorschriften im Waffengesetz für die sichere Aufbewahrung von Waffen noch einmal verschärft.

Doch die Einhaltung muss auch kontrolliert werden. Dafür sind die Landesbehörden zuständig.

"Vor-Ort-Kontrollen finden abgesehen von Verdachtsfällen bei Verstößen gegen die Pflichten zur sicheren Aufbewahrung in unregelmäßigen Abständen statt", teilt das NRW-Innenministerium auf Anfrage des WDR mit.

Wie viele Kontrollen in den vergangenen Jahren durchgeführt wurden, jedoch nicht. Laut Nationalem Waffenregister besaßen Ende Februar 155.718 Personen in NRW 936.793 Waffen.

Stand: 10.03.2019, 09:00

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