Landesregierung lehnt Vollverschleierung an Schulen und Unis ab

Eine Frau trägt einen Niqab

Landesregierung lehnt Vollverschleierung an Schulen und Unis ab

  • Zwei NRW-Minister lehnen Gesichtsschleier an Schulen und Unis ab
  • Hamburger Gericht hebt Verbot von Vollverschleierung an Schule auf
  • Hamburg und Schleswig-Holstein wollen nun Schulgesetze ändern

NRW-Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) lehnt Gesichtsschleier an Schulen und Universitäten ab. Niqab und Burka hätten dort nichts zu suchen, sagte Stamp am Dienstag (04.02.2020) in Düsseldorf.

Auch Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) äußerte sich ablehnend. Schülerinnen und Schüler seien nach dem NRW-Schulgesetz verpflichtet, aktiv am Unterricht teilzunehmen. Dazu gehöre auch die unmittelbare Kommunikation mit Lehrkräften und Mitschülern, so Gebauer. Eine Gesichtsverhüllung widerspreche dem Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule.

Minister Stamp warnte aber davor, aus wenigen Einzelfällen ein großes Thema zu machen. Derzeit seien ihm keine Fälle aus Nordrhein-Westfalen bekannt. Die Notwendigkeit zu Gesetzesänderungen sehen Stamp und Gebauer derzeit nicht.

Hamburg und Schleswig-Holstein wollen Schulgesetze ändern

Verschiedene Formen der Verschleierung

In Hamburg und Schleswig-Holstein hatten einige Fälle für Aufsehen gesorgt. Gestern hatte ein Gericht das Verschleierungsverbot an einer Schule gekippt. Eine Hamburger Berufsschülerin will mit Vollverschleierung am Unterricht teilnehmen. Die Schulbehörde ist dagegen, unterlag aber nun vor dem Oberverwaltungsgericht.

Die Universität Kiel hatte einer muslimischen Studentin untersagt, mit Niqab in die Vorlesungen zu kommen, und bat die Landesregierung um Klärung. Hamburg und Schleswig-Holstein wollen die entsprechenden Gesetze ändern.

Interview mit Sarah und Shaikha über Niqab 06:35 Min. Verfügbar bis 28.09.2021

Stand: 04.02.2020, 14:54

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