Mönchengladbacher Azubi kämpft gegen Abschiebung nach Guinea

Auf dem Foto ist Daouda Guilavogui. Er schaut kniend in einen Werkzeugkasten.

Mönchengladbacher Azubi kämpft gegen Abschiebung nach Guinea

Sein Chef schwärmt von ihm und er fühlt sich in Deutschland zu Hause. Trotzdem soll Daouda Guilavogui abgeschoben werden - noch bevor er seine Ausbildung abgeschlossen hat.

Er packt an, er denkt mit, er ist "bestens integriert". Sein Chef Holger Steup wäre froh, wenn alle Auszubildenden im Handwerk so wären wie Daouda Guilavogui, sagt er. Seit sieben Jahren ist Guilavogui in Deutschland, er spricht deutsch, lebt in einer Flüchtlingsunterkunft in Viersen und macht im Mönchengladbacher Sanitärunternehmen Ludwig Steup eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker. Dabei verdient er sein eigenes Geld. Jetzt will die Ausländerbehörde in Viersen ihn nach Guinea abschieben.

Das verärgert den Azubi selbst und auch seinen Arbeitsgeber. Der Fall beschäftigt jetzt auch Politiker: Am Donnerstag hat Mönchengladbachs Oberbürgermeister Felix Heinrichs (SPD) die Viersener Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) gebeten, nochmal zu prüfen, ob es nicht doch eine Möglichkeit gäbe, Guilavogui zu ermöglichen, seine Ausbildung abzuschließen.

Gericht erkennt Geburtsurkunde nicht an

Das Problem, das die Behörden bei Guilavogui sehen: Seine Identität sei nicht geklärt. 2013 macht er sich von Guinea aus auf den Weg nach Deutschland: Als er ankommt, hat er keine Papiere dabei. Die reicht er nach. Die Prüfung seiner Geburtsurkunde dauert. Und schließlich wird sie nicht als Nachweis seiner Identität anerkannt. Das hat das Oberverwaltungsgericht NRW entschieden. Die Stadt beruft sich darauf.

Guilavogui bekommt Fristverlängerung

"Ich komme einfach nicht damit klar. Ich verstehe die ganze Situation nicht", sagt Guilavogui zu seiner geplanten Abschiebung. Sein Land habe seine Identität doch bestätigt, sagt er.

Eigentlich sollte er schon in der kommenden Woche abgeschoben werden. Die Stadt Viersen hat ihm nun angeboten, dass er bis Juni bleiben darf, um noch die Zwischenprüfung seiner Ausbildung zu absolvieren.

Muss er zurück, steht er vor dem Nichts

Diese Frist reicht auch seinem Chef nicht. Steup will ihn unbedingt bis zum Ende der Ausbildung behalten. Man könne es lösen, ohne dass dem Staat Kosten entstehen, sagt er. Sein Vorschlag: Guilavogui macht seine Ausbildung fertig und geht danach als Handwerker zurück nach Guinea. Somit könne er sogar einen Beitrag zur Entwicklungshilfe leisten.

Stand: 09.04.2021, 15:04

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