Kryptowährung: NRW-Justiz versteigert beschlagnahmte Bitcoins

Kryptowährung: NRW-Justiz versteigert beschlagnahmte Bitcoins

Bei der Staatsanwaltschaft werden seit 12 Uhr Bitcoins versteigert. Diese Bitcoins wurden bei 215 Straftaten sichergestellt und haben einen Wert von 10 Millionen Euro.

NRW-Justizminister hat Peter Biesenbach gemeinsam mit Vertretern der Kölner Staatsanwaltschaft den Startschuss für eine große Bitcoin-Versteigerung gegeben. Es geht, nach bisherigem Stand,  um ein Volumen von etwa 20 bis 25 Millionen Euro. Zunächst werden bis Mittwoch 215 Bitcoins versteigert, demnächst in einer weiteren Auktion 250 sichergestellte Bitcoins.

Die Bitcoins stammen aus kriminellen Geschäften. Darunter fallen zum Beispiel Drogen-Deals, die im Darknet abgewickelt wurden. Man konnte die Bitcoins von den Beschuldigten mit den dazugehörigen Passwörtern sicherstellen, heißt es von der Kölner Staatsanwaltschaft. Die Behörde ist mit ihrer Spezialabteilung "Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime" (ZAC) spezialisiert auf Delikte im Internet.

Versteigern, nicht verkaufen

Die Justiz in NRW ist der Ansicht, dass sie die Bitcoins versteigern muss. Andere Bundesländer haben in der Vergangenheit beschlagnahmte Anteile der Kryptowährung auch verkauft. In NRW haben sich aber einige Gutachter mit dieser Rechtsfrage beschäftigt, und sind zu dem Ergebnis der Versteigerung gekommen.

Der Wert des Bitcoin lag vor einigen Monaten noch bei der Hälfte des aktuellen Kurses. Im Oktober 2020 notierte er sogar nur 10.000 Dollar. Daran ist zu erkennen, dass diese Währung sehr spekulativ ist, sagen Experten. In Köln sollen nun nicht nur "vollständige" Bitcoins versteigert werden, sondern auch kleinere Stückelungen. Wie groß diese sind, ist noch nicht bekannt.

Was sind Bitcoins?

Die Strafverfolgungsbehörden in NRW hätten mittlerweile Bitcoins im Wert eines achtstelligen Euro-Betrags gesichert. Sie würden nun nach und nach "verwertet". Wie hoch der Einstandswert sein wird, ist noch nicht genau bekannt. Nach ersten Informationen könnte er bei 80 Prozent des aktuellen Wertes liegen. Ersteigert werden können die beschlagnahmten Bitcoins auf einem Onlineportal. Das handhabt die NRW-Justiz nicht nur im Falle der Bitcoins so. Auch andere Wertgegenstände wie beschlagnahmte Autos, Laptops und Schmuck landen dort zur Versteigerung.

Bitcoin ist eine Digitalwährung, die starken Schwankungen im Wert unterliegt. Die Kryptowährung ist nicht nur bei Anlegern populärer geworden, sondern sie wird auch von Kriminellen genutzt – so auch im Fall der beschlagnahmten Bitcoins. China etwa geht dagegen konsequent vor: Das Land hatte den Handel mit Kryptowährungen zuletzt für illegal erklärt.

Vor etwa elf Jahren ist zum ersten Mal mit Bitcoins bezahlt worden. Damals entsprachen 10.000 Bitcoins etwa 35 Euro. Seither ist ihr Wert deutlich gestiegen: Erst in der vergangenen Woche erreichte der Bitcoin mit mehr als 65.000 Dollar sein Rekordhoch (Stand 25.10.2021).

INVESTdigital 2021: Bitcoin und Co. – Modeerscheinung oder Geld der Zukunft? phoenix vor ort 23.04.2021 59:39 Min. Verfügbar bis 26.04.2026 Phoenix

Stand: 25.10.2021, 08:07

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