Raser, Poser, Autobahnblockierer: Was ist los auf unseren Straßen?

Verkehrsminister gegen "Autoposer" WDR aktuell 04.04.2019 01:16 Min. Verfügbar bis 04.04.2020 WDR

Raser, Poser, Autobahnblockierer: Was ist los auf unseren Straßen?

  • NRW-Verkehrsminister Wüst will Auto-Poser härter bestrafen
  • Was unterscheidet Raser und Poser?
  • Polizei: Derzeitige Gesetze sind ausreichend

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) will Auto-Poser härter bestrafen. Er unterstützt einen Vorstoß Baden-Württembergs auf der Verkehrsministerkonferenz, die am Donnerstag (04.04.2019) in Saarbrücken begonnen hat.

Derzeit kostet "unnützes Hin- und Herfahren" 20 Euro Bußgeld, ebenso wie ein zu großer Auspuff. Zehn Euro muss zahlen, wer unnötigen Abgasausstoß oder Lärm verursacht. Und wer sein Auto so tuned, dass es lauter als 75 dB wird, gefährdet damit die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs.

Verkehrsminister Wüst: Bußgelder für "Autoposer"

WDR 2 04.04.2019 03:19 Min. Verfügbar bis 03.04.2020 WDR Online

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"Nicht jeder Poser ist ein Raser"

Die Polizei in NRW kennt die Szene, verweist aber auf Unterschiede zwischen Auto-Posern und Rasern. Die Gruppe der Poser sei deutlich größer. Es handele sich meist um junge Männer, die eine spezielle Machokultur mit dem Auto als übertriebenem Statussymbol zelebrierten: Breite Reifen, dicke Auspuffe, große Spoiler. "Nicht jeder Poser ist ein Raser. Allerdings gibt es teilweise fließende Übergänge", sagte Michael Mertens, NRW-Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), am Donnerstag dem WDR.

Sokos und Gesetzesänderungen gegen Raser

Die Raserszene hingegen ist kleiner, gut miteinander vernetzt und nach außen sehr geschlossen. Hier werden Verabredungen zu illegalen Rennen auf öffentlichen Straßen getroffen. In Köln, wo es mehrere tödliche Unfälle gab, hat die Polizei schon 2016 eine Sonderkommission gegründet, die Raser verfolgt. Auch der Gesetzgeber hat reagiert: Seit Oktober 2017 gelten illegale Rennen nicht mehr als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftat. Rasern drohen seitdem Geld- und Freiheitsstrafen, Führerscheinentzug, die Beschlagnahmung ihrer Fahrzeuge.

Polizei will Kontrolldruck erhöhen

Müssen auch Poser härter bestraft werden? Nicht unbedingt, findet GdP-Vorsitzender Mertens: "Viel wichtiger wäre es, den Kontrolldruck zu erhöhen und mehr Präsenz zu zeigen." Die derzeitigen Gesetze und Bestimmungen seien ausreichend, um die Probleme in den Griff zu bekommen. Man müsse sie nur konsequenter anwenden.

Autobahnblockade offenbar ein Einzelfall

Eine spektakuläre Situation wie Ende März 2019 auf der A3 bei Ratingen, als eine Hochzeitsgesellschaft die Autobahn blockierte, ist offenbar ein Einzelfall. Das NRW-Innenministerium konnte dem WDR auf Nachfrage keine vergleichbaren Fälle nennen. "Darüber führen wir keine Statistik", so eine Sprecherin. Auch die GdP sieht darin eine Ausnahme. Dennoch müsse man "mit Härte" gegen die Beteiligten an solchen Aktionen vorgehen. Allein schon, um Nachahmer abzuschrecken.

Stand: 04.04.2019, 12:11

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