Warnstreiks im öffentlichen Dienst: Busse und Bahnen stehen still

Die Gewerkschaft ver.di ruft heute auch in Dortmund zum Streik im öffentlichen Dienst auf

Warnstreiks im öffentlichen Dienst: Busse und Bahnen stehen still

Die Gewerkschaft Verdi hat für den Donnerstag wieder zum Warnstreik aufgerufen. Sie will so im aktuellen Tarifstreit Druck auf die Arbeitgeber machen.

Es ist bereits der zweite Tag in Folge, an dem die Gewerkschaft in NRW dazu aufgerufen hat, die Arbeit niederzulegen. Am Donnerstag steht der Nahverkehr im Fokus, nachdem am Mittwoch vor allem die kommunalen Krankenhäuser bestreikt wurden.

Verdi fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro mehr pro Monat bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Am 22. Oktober sollen die Verhandlungen weiter gehen.

Hier wurde oder wird gestreikt:

Düsseldorf:

Der Warnstreik konzentriert sich vor allem auf die Landeshauptstadt. In Düsseldorf fahren Busse und Bahnen den ganzen Tag über nicht, auch die Müllabfuhr Awista wird bestreikt, außerdem das Jobcenter, die Stadtwerke und einige städtische Kitas und die LVR Klinik in Langenfeld. In Ratingen wurden Mülltonnen zum Teil nicht geleert.

Die Streikversammlung in Düsseldorf am Vormittag

Die Streikversammlung in Düsseldorf am Vormittag

Der Streik im ÖPNV führte dazu, dass die Autobahnen in Richtung Düsseldorf voll waren. Auf der A46 und der A47 kam es zu Verzögerungen. Die große Umweltspur stadteinwärts wurde für den gesamten Verkehr freigegeben.

Köln:

Hier streiken Beschäftigte aus den Krankenhäusern. Betroffen sind die Kliniken in Merheim, Holweide und die Kinderklinik an der Amsterdamer Straße. Für Patienten kann es zu längeren Wartezeiten kommen. Die Kliniken hatten sich im Vorfeld juristisch gegen den Streik gewehrt, mit dem Ergebnis, dass Stationen und Intensivbetten nicht komplett bestreikt werden dürfen.

Dortmund:

In Dortmund steht der ÖPNV still, weder Busse noch Bahnen fahren. Mehrere städtische Kitas und das Jobcenter bleiben zu.

Zentrale verdi-Kundgebung in Dortmund

1.800 Teilnehmer bei der zentralen Kundgebung in Dortmund

In der Innenstadt mussten sich Autofahrer am Vormittag auf Verzögerungen einstellen: Der Südwall war gesperrt. Etwa 1.800 Menschen hatten sich bis zum Mittag zu einer zentralen Kundgebung getroffen, darunter auch Beschäftigte aus Hamm und Unna. Mehrere Gruppen kamen per Fahrradkorso zu der Kundgebung.

Bei der Sparkasse in Dortmund haben nur einige Filialen geöffnet. Auch die telefonische Erreichbarkeit ist eingeschränkt, statt dessen sollen die Kunden nicht dringende Anfragen besser per E-Mail schicken, schreibt die Sparkasse auf ihrer Internetseite.

Kreis Unna:

Hier fallen die Busse aus, die von den Verkehrsbetrieben selbst betrieben werden. Die Servicezentrale in Lünen bleibt geschlossen.

Märkischer Kreis:

Im Märkischen Kreis fällt die Hälfte aller Busfahrten aus, knapp 300 Mitarbeiter der Märkischen Verkehrsgesellschaft beteiligen sich am Warnstreik. Busse, die im Auftrag unterwegs sind, fahren. In Menden oder Meinerzhagen sind deshalb fast alle Busse planmäßig unterwegs.

Oberhausen:

In Oberhausen hatte Verdi die Mitarbeiter von Stadtverwaltung, Sparkasse, Gebäudemanagement, Wirtschaftsbetrieben und der Alteneinrichtungen zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Auch Kitas sind nach Angaben von Verdi geschlossen.

Münster:

Hier hat Verdi auf Warnstreikaufrufe verzichtet. Frühestens in der kommenden Woche soll es aber neue Aktionen geben.

Stand: 15.10.2020, 14:19

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