Video zeigt: Mögliches Wolfspaar am Niederrhein

Video zeigt: Mögliches Wolfspaar am Niederrhein

Von Andreas Palik und Jörn Seidel

  • Facebook-Video zeigt Wölfe bei Angriff auf Hirsch
  • Zweiter Wolf im Wolfsgebiet Schermbeck
  • Erste Hinweise auf Wolfspaar am Niederrhein

Am Wochenende ist ein Video veröffentlicht worden, das zwei Wölfe am Niederrhein zeigt. Die Echtheit des Videos bestätigte das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) am Mittwoch (15.04.2020).

Ebenso, dass es sich bei einem der Tiere um Wölfin Gloria handeln könnte. Das Video zeige erste Hinweise auf ein Wolfspaar im Wolfsgebiet Schermbeck.

Anwohner filmten Wölfe

Zwei Wölfe springen um einen Rothirsch herum, offenbar hungrig und angriffslustig, in Sichtweite eines Wohnhauses. So macht es zumindest den Eindruck. Die Szene wurde per Handy gefilmt, angeblich am Karsamstag (11.04.2020) in Hünxe im Kreis Wesel, zu finden bei Facebook.

Die genaue Identität der Wölfe ist nicht bekannt. Ein Tier soll die bekannte Wölfin Gloria, das zweite Tier soll männlich sein, sagte ein Sprecher des LANUV. So könnte es sich um ein Wolfspaar handeln. Zwei Weibchen halten sich üblicherweise nicht zusammen auf. Weitere Wölfe sind in dem Gebiet genetisch nicht nachgewiesen worden.

LANUV prüfte das Video auf Echtheit

Das Video wurde vom LANUV überprüft, ob es tatsächlich im Kreis Wesel aufgenommen wurde. Ebenso, ob es sich bei den Tieren nicht um Hunde halte. Die Echtheit konnte bestätigt werden, das hatte einige Tage gedauert.

Förster Michael Herbrecht vom Regionalforstamt Niederrhein war sich bereits sicher: "Das sind tatsächlich zwei Wölfe", sagte er dem WDR nach Sichtung des Videos. Dass nun ein zweiter Wolf in der Gegend ist, dürfte bei Schäfern und Anwohnern für weitere Verunsicherung sorgen. Nicht so hingegen beim Kreisverband Wesel des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND).

Wer einen Wolf filme oder fotografiere, solle sich direkt an das Landesumweltamt wenden. Nähere Infos gibt es unter www.wolf.nrw.

BUND: Zweiter Wolf muss nicht schlecht sein

Denn: "Ein zweiter Wolf muss per se nichts Schlechtes sein", sagte dessen Vorsitzender Günther Rinke dem WDR. Erfahrungen hätten nämlich gezeigt, dass sich Wölfe in Rudeln eher zutrauen, Wildtiere anzugreifen und dafür weniger Weidetiere reißen.

Wolf-Attacken verunsichern Schäfer Westpol 12.01.2020 UT DGS Verfügbar bis 12.01.2021 WDR

Jungwölfe suchen sich neue Reviere

Es sei typisch für Jungwölfe, dass sie im zweiten Lebensjahr, wenn sie geschlechtsreif sind, ihr Rudel verlassen und sich andere Jagdreviere suchen, erklärte Angelika Eckel, BUND-Wolfsexpertin aus Wesel, dem WDR.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein zweiter Wolf in Wesel bleibt, ist demnach höher, wenn es sich um einen männlichen handelt. Mit Gloria könnte er dann für Nachwuchs sorgen und somit ein eigenes Rudel bilden.

Stand: 15.04.2020, 14:57

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