Valentinstag: Sag's mit Blumen, Karten oder Schokolade

Valentinstag: Sag's mit Blumen, Karten oder Schokolade

Von Katja Goebel

  • Am Freitag (14.02.2020) ist Valentinstag
  • 14. Februar: ein Tag, nicht nur für Verliebte
  • Geschäft für Floristen, Chocolatiers oder Kartenverkäufer

Bei Blumen Dahlmann in Essen wird am Valentinstag der Ausnahmezustand herrschen. "Wir bereiten uns schon seit Wochen auf den Valentinstag vor", erzählt Geschäftsführerin Nicole Diekmann. "Die ersten Bestellungen kommen schon im Januar."

Drei Frauen binden Blumensträuße

Valentinstag: Ein gutes Geschäft für Floristen

Neue Ware ist Tage zuvor schon eingetroffen - dickköpfige Rosen, duftende Lilien, romantische Hortensien. Jeder einzelne Blumenstängel geht durch die Floristenhände. Was den Kopf hängen lässt, fliegt gleich wieder raus. Im Hinterzimmer wachsen Girlanden aus Herzen. Deko, die auch noch zum Muttertag passt.

Rote Rosen und Pastelltöne

Am 14. Februar wird die gesamte Mannschaft hinterm Tresen stehen - sechs Floristinnen und zwei Azubis. Und sie werden Sträuße im Akkord binden. Rote Rosen sind der Klassiker, aber auch ausladende Sträuße - in kunterbunt oder pastell.

Flirten am Valentinstag

WDR 5 Tiemanns Wortgeflecht 10.02.2020 04:26 Min. Verfügbar bis 09.02.2025 WDR 5 Von Christoph Tiemann

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Rund 500 Kunden könnten an so einem Tag locker mal in den Laden kommen. "Die männliche Kundschaft ist meist ganz unkompliziert", sagt Floristin Kerstin Zimmermann. Und das hat seinen Grund: "Die verlassen sich auch gerne mal auf uns." Ihr Tipp: Zumindest die Lieblingsfarbe der Partnerin sollte man wissen.

Valentinstag: Kein eindeutiger Ursprung

Der 14. Februar ist vielen als Valentinstag bekannt, an dem sich Liebende kleine Aufmerksamkeiten schenken. Auch wenn die Deutschen das Fest nach dem Krieg aus Amerika übernommen haben, könnte der Valentinstag doch eine lange Geschichte haben. Über die genauen Hintergründe ist man uneins.

Eine Legende besagt, dass vor fast 2.000 Jahren Sankt Valentin im alten Rom heimlich Liebende traute, die gegen den Willen der Gesellschaft heiraten wollten. Er soll am 14. Februar hingerichtet worden sein. Eine andere Erklärung besagt, dass der Brauch des Blumenschenkens auf das Fest der altrömischen Göttin Juno zurückgeht, das wahrscheinlich am 14. Februar gefeiert wurde.

Übrigens: Nicht nur Partner werden scheinbar am Valentinstag beglückt. "Das ist ein Tag der Wertschätzung. Da beschenken sich auch Freundinnen oder der netten Nachbarin werden Blumen gekauft."

Herziges per Valentinstag-Post

Postkarten zum Valentinstag

Bunte Kartenvielfalt - passend zum Valentinstag

Wenn der 14. Februar naht, sieht man in Deutschlands größtem Postkartenladen in Köln noch mehr liebliche Motive als sonst. Nostalgische Glanzbilder mit Valentinsgrüßen, Herzmotive im Polaroidformat und Kunstkarten, wie den "Kuss" von Klimt oder die Herzen von Jim Dine.

"Die Kunden suchen Motive, die zum Beschenkten passen", weiß Victoria Chabat, die ihren Kunden auch beim Suchen hilft. Rund 50.000 Postkarten gibt es hier. Zum Valentinstag greift die Kundschaft aber am liebsten zum Herzigen.

Liebesschwüre aus Kakaobohnen

Sabine Schierz

Sabine Schierz betreibt "Sabines Chocolaterie"

Spätestens zwei Wochen vor dem Valentinstag steigt auch Sabine Schierz in die Herzproduktion ein. Bei ihr sind sie allerdings aus Marzipan und Schokolade. Sabine hat in Borken eine Schokoladen-Manufaktur.

Der Renner am Valentinstag ist ein Fotodruck auf feinster Schokolade. Möglich machen dies eine Spezialfolie und ein Lebensmitteldrucker.

Schoko-Herzen in A3

Herz aus Schokolade mit der Aufschrift "Alles Gute zum Valentinstag"

Süßer Gruß: Herz aus Schokolade

Und auch für späte Kundschaft hat die Fachfrau ein Herz. "Der Valentinstag kommt ja immer ganz plötzlich." Mit der Spritztüte schreibt sie dann schnell noch einen süßen Gruß auf die Blankoherzen. "Alles Liebe zum Valentinstag. "Da können Sie mich nachts um drei wecken, das schreib ich Ihnen blind." Nur Herzen in A3, die müssen vorbestellt werden.

Zum Valentinstag: Fakten (nicht nur) für Verliebte

Von Andreas Sträter

Können wir uns krank küssen? Gibt es Liebe auf den ersten Blick? Und: Warum sieht das Herzsymbol überhaupt nicht so aus wie unser Organ? Fakten zum Tag der Liebe.

Kussszene im Winter

Küssen kann Krankheiten auslösen
Der Kuss ist die Geste der Liebe. Doch kann Küssen auch krank machen? "Krankheitsübertragung findet über Tröpfchen statt", erläutert Wolfgang Gärtner, stellvertretender ärztlicher Direktor des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene in Freiburg, dem WDR. "Je nach Intensität findet beim Küssen ein Keimaustausch statt", sagt Gärtner. "Dadurch können Krankheiten übertragen werden, vor allem aktuell in Zeiten der Grippe." Wenn beide Partner gesund sind, müssen Verliebte aber auch in den Wintermonaten nicht aufs Küssen verzichtet, erklärt Gärtner.

Küssen kann Krankheiten auslösen
Der Kuss ist die Geste der Liebe. Doch kann Küssen auch krank machen? "Krankheitsübertragung findet über Tröpfchen statt", erläutert Wolfgang Gärtner, stellvertretender ärztlicher Direktor des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene in Freiburg, dem WDR. "Je nach Intensität findet beim Küssen ein Keimaustausch statt", sagt Gärtner. "Dadurch können Krankheiten übertragen werden, vor allem aktuell in Zeiten der Grippe." Wenn beide Partner gesund sind, müssen Verliebte aber auch in den Wintermonaten nicht aufs Küssen verzichtet, erklärt Gärtner.

Kusskrankheit:  95 Prozent hat es schon einmal erwischt
Bei der Kusskrankheit handelt es sich um eine weit verbreitete Krankheit, die im deutschen Sprachraum vor allem unter dem Namen Pfeiffersches Drüsenfieber bekannt ist. Verantwortlich dafür sei der Epstein-Barr-Virus (Foto), der besonders durch Küsse ausgetauscht werde, erläutert der Freiburger Mediziner Wolfgang Gärtner. Etwa 95 Prozent der Deutschen habe es schon erwischt, bei ihnen konnten Antikörper festgestellt werden. "Die überwiegende Mehrheit zeigt aber gar keine Symptome", sagt Gärtner. Die Krankheit könne dennoch durchaus zu monatelanger Abgeschlagenheit und grippeähnlichen Symptomen führen.

Liebe auf den ersten Blick
Bis wir uns verlieben, dauere es weniger als eine Sekunde, erläutert Psychotherapeut Wolfgang Krüger aus Berlin dem WDR. Die Liebe auf den ersten Blick erfasse uns fast überfallartig, ergänzt der Buchautor. Doch sie habe einen Vorlauf: "Wir haben alle ein Drehbuch der Liebe entwickelt. Dies beinhaltet: Welche Bedürfnisse habe ich in der Liebe, welche Rolle will ich spielen, welche der Partner? Dieses Drehbuch steht fest und wenn ich meine Hauptperson treffe, verliebe ich mich." Krüger vergleicht den Vorgang des Verliebens mit einem Feuerwerk: "Es braucht sehr viel Planung und Vorbereitung und in wenigen Minuten brennt es ab."

Weniger Scheidungen in Deutschland
In Deutschland gab es im Jahr 2015 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden 400.115 Eheschließungen. Demgegenüber stehen 163.335 Scheidungen. Damit wurden 1,7 Prozent weniger Ehen geschieden als im Vorjahreszeitraum. Niedriger war die Zahl der Scheidungen zuletzt vor 20 Jahren. Im Durchschnitt sind Männer bei ihrer (ersten) Heirat 33,8 Jahren alt, Frauen sind mit 31,2 Jahren etwas jünger. Die Zahlen aus dem Jahr 2015 sind die aktuellsten Daten, neue Zahlen werden erst im Sommer bekannt gegeben.

Rot ist (nicht nur) die Farbe der Liebe
Rot ist die Farbe der Liebe und der Leidenschaft. Biologisch gesehen wird Rot mit Liebe assoziiert, weil zum Beispiel die Erregbarkeit bestimmter Körperteile durch Rotfärbung signalisiert wird. Rot ist aber auch eine Warnfarbe, die Gefahr signalisiert. Springt die Ampel auf Rot, heißt das: Stopp, hier geht es nicht weiter – zumindest nicht, solange das rote Ampellicht leuchtet. Bremslichter und Alarmknöpfe tragen ebenfalls die Farbe Rot. In katholischen Messfeiern stehe die Farbe Rot für Feuer, Blut und den Heiligen Geist, erklärt Stefanie Kumstel vom Bischöflichen Generalvikariat in Aachen dem WDR: "Verwendet wird Rot bei Festen des Heiligen Geistes, also zu Pfingsten oder zur Firmung", sagt sie. Zu diesen Festen tragen die Pfarrer und Messdiener rote Gewänder.

Woher das Herzsymbol kommt
Das Herz ist ein mächtiges Symbol, es geht zurück auf unser Herz – ein Organ, das wir immer spüren und ohne das wir nicht lebensfähig wären. Das Herzsymbol jedoch sieht unserem Herz gar nicht ähnlich. Die Form geht zurück auf Verzierungen der alten Griechen und Römer, die mit dem heutigen Herzsymbol Efeu darstellten. Dieses Symbol hielt sich bis ins Mittelalter, in der Minneliteratur wurden die Blätter in Liebesszenen dargestellt. Später wurden die Efeublätter dann in roter Farbe ausgemalt. Genauso wie das Herz stand Efeu für die Liebe, die den Tod überdauern sollte. Die Christen benutzten das Symbol schließlich, um das "Herz Jesu" zu symbolisieren.

Schwäne – ein Sinnbild für Treue
Schwäne stehen für Treue, weil sie schon im Alter von zwei Jahren einen Partner fürs Leben auswählen. Um die Brut und die Aufzucht des Nachwuchses kümmern sich die Partner gemeinsam. Einem Seitensprung sind Schwäne aber trotzdem nicht abgeneigt. Im Tierreich kommt "sexuelle Monogamie" nur selten vor, so dass Experten zumeist von "sozialer Monogamie" sprechen.

Gleichgeschlechtliche Liebe ist im Tierreich weit verbreitet
Auch Homosexualität ist im Tierreich weit verbreitet, wissenschaftlich ist gleichgeschlechtliche Liebe bei über 1.500 Tierarten dokumentiert. Pinguine brüten als gleichgeschlechtliches Paar erfolgreich Eier aus und ziehen dann gemeinsam ihre Jungen groß. Homosexuelles Verhalten kann in der Natur auch als Folge einer Verwechslung durch geringe äußere Geschlechtsunterschiede auftreten – zum Beispiel bei indischen Buntbarschen.

Stand: 13.02.2020, 14:00

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