Blumengeschenke zum Valentinstag: Besser keine Rosen

Blumengeschenke zum Valentinstag: Besser keine Rosen

Von Katja Goebel

Sie sind der Klassiker zum Valentinstag: rote Rosen. Doch die Klimabilanz der weit gereisten Blume ist eher mies. Und es gibt Alternativen.

Bevor die Rosen bei uns in den Blumenläden stehen, haben sie eine weite Reise hinter sich. Denn: Rund 80 Prozent der Rosen im deutschen Handel werden importiert - zum Großteil aus Kenia. Dort braucht die Hochleistungsblume vor allem viel Wasser. Für die Produktion einer kenianischen Rose werden laut World Wildlife Fund (WWF) vier Liter Frischwasser verbraucht. Pflanzenkrankheiten werden mit Pestiziden bekämpft. Hinzu kommen die Emissionen durch den langen Transportweg per Flugzeug.

Und was ist mit Rosen aus dem Nachbarland? Besser nicht, rechnet die Verbraucherzentrale NRW vor: Wenn es nach ökologischen Gesichtspunkten geht, ist die Rose aus dem niederländischen monatelang beheizten Gewächshaus auch keine gute Alternative zu den Blumen aus Afrika.

6.000-Kilometer-Reise der Rose

Kenianische Rosen haben trotz einer Flugstrecke von rund 6.000 Kilometern von Kenia bis Europa eine deutlich geringere Energiebilanz als eine Rose aus den energieintensiven Gewächshäusern unserer Nachbarn. "In Kenia müssen dank des wärmenden Klimas die Gewächshäuser nicht beheizt werden", so Charlotte Schlüter, Umweltexpertin der Verbraucherzentrale NRW.

Vorsicht vor Billig-Angeboten

Auch Umweltorganisationen wie der BUND sehen die weiten Transportwege und den Einsatz giftiger Chemikalien als großes Problem. Sie warnen vor allem vor Billig-Angeboten, weil diese unter Einsatz besonders großer Mengen an Pestiziden erzeugt würden. Empfehlung: Blumen aus heimischer Produktion kaufen, zum Beispiel Tulpen, die weitgehend unbelastet sind.

Nachhaltige Floristik

Blumenstrauß zum Valentinstag Bild

Regionales Blumengebinde

Mit etwas Spürsinn und Kreativität kann man zu jeder Jahreszeit auch aus dem, was die heimische Region zu bieten hat, einen schönen Strauß zusammenbekommen. So macht es jedenfalls Anne Oberwalleney von Ikoflowers in Osnabrück. Sie gehört der aus Amerika stammenden Bewegung der Farmer Floristen an, die sich auf die Fahnen schreibt, nur regionale und saisonale Blumen anzubieten und dabei auf Pestizide, beheizte Gewächshäuser und Import-Ware zu verzichten. Ihre Sträuße bestückt Oberwalleney in der noch grauen Jahreszeit mit dem, was der Garten zu bieten hat - zum Beispiel Christrosen, Schneeball oder Zweigwerk. Dazugebunden werden zum Beispiel noch selbst vorgezogene Kängurupfötchen. Ihre eigenen Kreationen beschreibt sie als "wild und oft überraschend".

Fairtrade-Blumen finden

Faitrade-Zeichen auf Schnittblumen

Faitrade-Zeichen auf Schnittblumen

Das blau-grün-schwarze Fairtrade-Siegel garantiert auch für Blumen, dass deren Produzenten die Bedingungen des fairen Handels einhalten müssen. Es gibt auch hier strenge Vorschriften für den Einsatz von Pestiziden, sparsamen Bewässerungssystemen und Kläranlagen. Zertifizierte Produzenten verpflichten sich, geregelte Arbeitszeiten einzuhalten und garantieren Sozialleistungen für ihre Angestellten. Jede vierte in Deutschland verkaufte Schnittrose trägt laut Verbraucherzentrale NRW schon das Fairtrade-Siegel. Trotzdem bleibt auch bei einer fair produzierten und gehandelten Rose das Problem des langen Transportweges mit entsprechenden Emissionen. Und damit auch die Frage danach, ob Kunden hier jederzeit frische Rosen brauchen - zum Beispiel am Valentinstag.

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Stand: 14.02.2020, 06:00

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