Trump billigt Deal: TikTok-Verbot offenbar vom Tisch

Trump billigt TikTok-Deal.

Trump billigt Deal: TikTok-Verbot offenbar vom Tisch

Eigentlich sollte es seit Montag nicht mehr möglich sein, die Video-App TikTok in den USA herunterzuladen. Nun scheint ein Verbot vom Tisch - auch deutsche User können aufatmen.

Die Zukunft der Video-App Tiktok in den USA scheint gesichert, nachdem Präsident Donald Trump einen Deal zwischen dem chinesischen Eigentümer Bytedance und US-Unternehmen gebilligt hat. Das weltweite Geschäft von Tiktok komme in eine neue Firma mit Sitz in den USA, "wahrscheinlich in Texas", sagte Trump in der Nacht zum Sonntag. "Ich habe den Deal abgesegnet." Das hat auch Folgen für Deutschland.

Download-Verbot für TikTok aufgeschoben

Eine formelle Aufhebung der US-Maßnahmen gegen Tiktok steht noch aus. Das Handelsministerium schob den Download-Stopp für die App in den USA, der für Nutzer ab diesem Montag greifen sollte, um eine Woche auf.

Bis es wirklich zum Deal kommt, sind aber noch viele Unklarheiten zu beseitigen. So stellte Bytedance am Montag klar, dass derzeit "kein Transfer irgendwelcher Algorithmen und Technologien" vorgesehen sei.

Dass die US-Regierung nicht nur mit einem Download-Verbot der App drohte, sondern auch mit einem Verbot der Nutzung, bereitete auch in Deutschland vielen TikTok-Nutzern und Creatorn, sprich Autoren, große Sorge.

Creator "Herr Anwalt": TikTok-Verbot wäre "super schade"

"Ich fände es super super schade, wenn wir auf die US-Creator verzichten müssen", hatte am Freitag der deutsche TikTok-Creator Tim Hendrik Walter gesagt. Denn diese seien für viele eine Inspiration und setzten Trends, die in Deutschland aufgegriffen werden.

Walter ist hauptberuflich Rechtsanwalt in Unna und publiziert als Creator unter dem Namen "Herr Anwalt" mit großem Erfolg TikTok-Videos zu juristischen Themen. Im WDR-Interview bei Instagram hatte er zum drohenden TikTok-Verbot Stellung genommen.

Instagram Livestream mit Anwalt Tim Walter

WDR-Livestream bei Instagram mit Anwalt Tim Hendrik Walter

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Mögliche Folgen eines TikTok-Verbots

Trump hatte Tiktok als Sicherheitsrisiko bezeichnet, weil die App dem chinesischen Bytedance-Konzern gehört. Aus seiner Sicht hätten chinesische Behörden über die App an Daten von Amerikanern kommen können.

Wären die Sicherheitsbedenken der USA nicht ausgeräumt worden, oder sollte der jetzt angekündigte Deal doch noch platzen, würde der Betrieb von TikTok in den Vereinigten Staaten bald eingestellt werden. So hatte es die US-Regierung angekündigt.

US-Regierung verbietet TikTok und WeChat

WDR 5 Profit - aktuell 18.09.2020 03:56 Min. Verfügbar bis 18.09.2021 WDR 5

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In Deutschland bleibt TikTok weiter erlaubt

Für die Nutzung der App in Europa und Deutschland spielt diese diese Entwicklung laut WDR-Digitalexperte Jörg Schieb allerdings keine Rolle. Denn TikTok habe auch außerhalb der USA Server. In Deutschland bleiben Download und Nutzung weiter erlaubt.

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt

Im Februar hatte auch das Bonner Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik bei einer Prüfung der App manche Datenschutz-Probleme gefunden, wie ein Sprecher der Behörde am Freitag dem WDR sagte. Für ein Verbot von TikTok gab es aber offenbar keinen Anlass.

Trotzdem warnt das Bundesamt im Allgemeinen: Schadfunktionen in Software könne "in aller Regel praktisch nicht zweifelsfrei bewiesen werden". Über Updates könnten die Hersteller jederzeit welche einschleusen, so der Sprecher.

Stand: 21.09.2020, 11:36

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