Urlaub in Zeiten von Delta: Darauf muss man achten

Stand: 30.07.2021, 18:20 Uhr

Es ist Ferienzeit - doch Vorsicht ist immer noch geboten. Vor allem wegen der Ausbreitung der Delta-Variante. Was muss man bei der Urlaubsplanung derzeit beachten?

Es ist Sommer und Reisen ist endlich wieder möglich: Doch die Pandemie ist noch nicht vorüber, und steigende Infektionszahlen in Ländern wie Großbritannien, Russland und vor allem Portugal zeigen, dass Vorsicht nach wie vor geboten ist. Besonders die sich gerade schnell ausbreitende Delta-Variante des Virus birgt Unwägbarkeiten. Auch bei der Urlaubsplanung sollte man das im Hinterkopf behalten.

Was gilt aktuell?

In jedem Fall sollten sich alle, die Urlaub im Ausland planen, mindestens auf zusätzlichen Aufwand gefasst machen. Ab dem 1. August müssen alle Menschen ab zwölf Jahren bei ihrer Einreise nachweisen können, dass bei ihnen das Übertragungsrisiko verringert ist: mit dem Nachweis einer Impfung, einem Nachweis als Genesener oder einem negativen Testergebnis.

Eine solche Vorgabe gab es bisher schon für alle Flugpassagiere. Dies gilt ab August für alle Verkehrsmittel, also auch bei Einreisen per Auto oder Bahn. Außerdem soll es nur noch zwei statt drei Kategorien für weltweite Gebiete mit höheren Infektionsrisiken geben: Hochrisikogebiete und Virusvariantengebiete.

Einreisende aus einem Hochrisikogebiet oder Virusvariantengebiet müssen ihre persönlichen Daten, sowie Aufenthaltsort für die Dauer der notwendigen Einreisequarantäne auf dem Einreiseportal der Bundesregierung im Internet angeben. Dort können sie auch Test-, Genesenen- und Impfnachweise hochladen, sobald sie vorliegen.

Geimpfte und Genesene im Vorteil

Für Reisende aus einem Hochrisikogebiet gilt: Geimpfte und Genese können problemlos nach Deutschland einreisen. Alle anderen müssen zehn Tage in Quarantäne. Eine Freitestung mit PCR-Test ist erst nach fünf Tagen möglich. Bisher reichte auch dafür ein negativer Antigen-Test. Für Kinder unter zwölf Jahren endet die Quarantäne automatisch nach fünf Tagen.

Wer aus einem Virusvariantengebiet kommt, muss auf jeden Fall für zwei Wochen in Quarantäne, und alle müssen einen Test vorlegen, auch Geimpfte und Genesene.

Unerwarteter Ausbruch

So weit die aktuellen Regeln für Urlauber. Fakt ist aber auch: Da sich neue Varianten bilden und unter Umständen schnell ausbreiteen, muss man damit rechnen, dass noch weitere Länder kurzfristig als Virusvariantengebiete deklariert werden. Ist das der Fall, müssen Touristen, die bereits dort sind, Hals über Kopf ihre Rückreise antreten - mit zusätzlichen Kosten.

Sicherheit für Verbraucher

Bei Reisewarnungen für Risikogebiete mit einer Corona-Inzidenz bis 200 will TUI künftig eine Garantie dafür geben, dass die Reise stattfindet. Müssen Kunden dennoch wegen eines Covid-19-Verdachts oder einer Infektion kurzfristig Absagen, will das Unternehmen Stornokosten bis zu 1.500 Euro übernehmen. Müssen Kunden am Urlaubsort in Quarantäne, dann springe TUI künftig mit bis zu 5.000 Euro ein, etwa für zusätzliche Unterbringungskosten am Urlaubsort und Rückflugkosten.

Auch der Anbieter DerTour kündigt Unterstützung für den Fall einer Coronainfektion im Urlaubsland an: Bis zu 3.500 Euro zahle man für Quarantänemaßnahmen, Rückflug und Betreuung vor Ort.

Was, wenn ich wegen Quarantäne nicht rechtzeitig zur Arbeit zurückkehren kann?

Grundsätzlich sollte man die Risiken einer unerwarteten Pandemieentwicklung bei der Urlaubsplanung weiterhin im Auge behalten. Auf der Homepage des Auswärtigen Amts kann man aktuell nachlesen, für welche Länder Reisewarnungen auch wegen der Pandemielage bestehen. Nach wie vor gelten Beschränkungen bei der Einreise aus vielen Ländern.

Eine Frau nimmt wegen des Coronavirus aus ihrem Wohnzimmer an einer Telefonkonferenz teil

Zumutbar: Homeoffice trotz Quarantäne

Ob der Arbeitgeber während einer unvorhergesehenen Quarantäne weiter Lohn zahlen muss, sei nicht ganz geklärt, sagt die IG Metall in einem Infoblatt. Umstritten ist demnach, ob der Arbeitnehmer mit Schuld an dem Ausfall trägt, weil er ihn durch eine Urlaubsreise verursacht hat. Wer ohnehin im Homeoffice arbeitet, der könne das in der Regel auch in der Quarantänezeit tun.

Kommt es doch zum Verdienstausfall, hätte ein Arbeitnehmer nach dem Infektionsschutzgesetz theoretisch Anspruch auf Entschädigung. Der besteht allerdings dann nicht, wenn die Quarantäne durch "Nichtantritt einer vermeidbaren Reise" in ein Risikogebiet hätte vermieden werden können.

Eine Abmahnung durch den Arbeitgeber sei eigentlich nicht rechtens, meint die IG Metall, denn sie setze voraus, dass eine Pflicht aus dem Arbeitsvertrag verletzt wurde. Wenn ein Arbeitnehmer aber nicht zwingend davon ausgehen musste, dass sein Urlaub in einer Quarantäne enden würde, sei das nicht gegeben.

Auf der Seite des Europäischen Zentrums für Prävention ECDC kann man sehen, wie sich die Delta-Variante verbreitet und welche Länder in Europa besonders betroffen sind.

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