Warum der Keller bei Hochwasser zur Todesfalle werden kann

Anwohner kippt eimerweise Wasser aus dem überfluteten Keller

Warum der Keller bei Hochwasser zur Todesfalle werden kann

Von Susanne Schnabel

Allein in NRW sind bei der Hochwasser-Katastrophe mindestens sechs Menschen in ihren Kellern ums Leben gekommen. Drei Gründe, warum Keller bei Hochwasser so gefährlich sind.

Das Wasser strömt ins Haus, und die Bewohner möchten ihr Hab und Gut im Keller vor den Fluten retten, vielleicht den Strom noch schnell abstellen oder das Fotoalbum in Sicherheit bringen. Doch im Keller herrscht akute Lebensgefahr.

"Bei Wassereinbruch sollten jegliche Kelleraufenthalte auf das allernötigste Minimum beschränkt bleiben", sagt Christoph Schöneborn, Sprecher des Verbands der Feuerwehren in NRW.

Wasserdruck versperrt Fenster und Türen

Gefahr Nummer eins: Bei schnell einströmenden Wasser kann der Keller binnen kurzer Zeit zur Falle werden. Das Wasser übt von außen einen enormen Druck auf Fenster und Türen aus. "Es kann schon bei weniger als 50 Zentimetern Wasserhöhe im Keller zu Problemen beim Öffnen von Türen kommen", so Schöneborn.

Hochwasser überflutet ein Haus, die Fenster stehen im Wasser

Wasserdruck kann Fenster und Türen versperren

Läuft der Keller dann voll, besteht akute Lebensgefahr. Wenn auch Hausmitbewohner nicht mehr helfen könnten, solle man nicht zögern, den Notruf 112 zu wählen. Schöneborn rät, in solchen Situationen immer ein Handy dabei zu haben.

Achtung Stromschlag

Gefahr Nummer 2: In einem vollgelaufenen Keller geht von Stromleitungen eine große Gefahr aus. "Spätestens wenn das Wasser die Höhe offener Elektroleitungen oder von Steckdosen erreicht, ist jeglicher Aufenthalt in dem Keller zu unterlassen, so lange der Strom nicht abgeschaltet ist", warnt Schöneborn.

Überfluteter Keller in dem Möbel stehen

Vorsicht im Keller bei Hochwasser

Auch beim Wiederanstellen der Stromversorgung durch den Energieversorger kann es gefährlich werden. Bevor man den Keller nach einem Hochwasser betritt, sollte man sich im Zweifelsfall mit dem Energieversorger oder einer Elektrofachkraft abstimmen.

Möbel, Chemikalien, Fäkalien schwimmen im Wasser

Gefahr Nummer 3: In vollgelaufenen Kellern können Gegenstände umherschwimmen, Möbel zum Beispiel, Kisten oder Werkzeug. Es kann zu Verletzungen kommen, man kann stolpern, ausrutschen und stürzen. Schöneborn: "Daher ist es hilfreich, sich im Keller – gerade auch bei nicht durchsichtigem, verunreinigtem Wasser – langsam und umsichtig zu bewegen."

Das Wasser kann zudem verunreinigt sein, zum Beispiel mit Fäkalien, Keimen oder Schlamm. Schöneborn rät deshalb jedem, der sich in einem vollgelaufenen Keller aufgehalten hat, sich gründlich zu waschen.

Wie Keller bei Hochwasser zur tödlichen Falle werden: Ein Quarks-Experiment Quarks 02.02.2021 09:01 Min. Verfügbar bis 02.02.2026 WDR Von Dirk Gion, Daniel Haase

Stand: 16.07.2021, 06:00

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