Hochwasserlage: Köln und Düsseldorf gut gewappnet

Hochwasserlage: Köln und Düsseldorf gut gewappnet

  • Städte bereiten sich auf kritischen Sonntag vor
  • Pegel in Köln liegt am Samstagabend bei über 8,10 Meter
  • Fallende Pegelstände an Ruhr und Weser

In den Städten entlang des Rheins laufen weiterhin Vorbereitungen wegen des steigenden Hochwassers. In Köln hat der Pegel am Samstag (06.01.2018) den Stand von 8,10 Meter überschritten.

Das erste Wasser schwappt bereits über die Rheinpromenade. Bei der kritischen Marke von 8,30 Metern darf laut Hochwasserschutzzentrale kein Schiff mehr fahren. Der Pegel lag am Abend nach Angaben der Stadt bereits bei 8,12 Metern. Passagierschiffe haben ebenso wie schwer beladene Güterschiffe bereits die Schutzhäfen angelaufen.

Im Laufe des Montags wird in Köln als Höchststand ein Wert um 9 Meter erwartet. Trotz der angespannten Lage sieht sich die Stadt gut gerüstet. "Der Rhein steigt mit drei Zentimetern pro Stunde. Das ist etwas schneller, als wir es erwartet hatten", sagte zwar Henning Werker, Leiter der Hochwasserschutzzentrale in Köln. Aber: Dies sei nicht besorgniserregend.

Hochwasser in Köln: Was passiert wann?

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Hochwasser in Köln - Maßnahmen
PegelstandSchutzmaßnahmen in Köln
4,50 MeterIm Kanalnetz werden erste Hochwasserschutzmaßnahmen durchgeführt.
5,50 MeterKleine Hochwasserschutzzentrale wird eingerichtet. Der Leinpfad ist stellenweise schon angeflutet und muss abgesperrt werden.
6,20 MeterHochwassermarke I: Einschränkungen für die Schifffahrt. Nur in der Mitte und mit verlangsamter Geschwindigkeit fahren.
7,00 MeterGroße Hochwasserschutzzentrale wird eingerichtet. Großes Schieberprogramm im Kanalnetz: über 250 Maßnahmen wurden durchgeführt. 12 Hochwasserpumpwerke sind in Betrieb
8,10 MeterPromenade der Altstadt wird angeflutet. Erste Hochwassertore in der Altstadt müssen geschlossen sein.
8,30 MeterHochwassermarke II: Einstellung der Schifffahrt
9,00 MeterÜberschwemmung der Anrheiner
10,70 MeterGroßschadenslage: Katastrophenalarm wird ausgelöst

Mit dem Hochwasser-Shuttle zur Schule

Die Ortschaft Kasselberg im Kölner Norden wird bei Pegelständen ab acht Metern zur Insel. Dort auch bald die zweite Zugangsstraße überflutet sein, wie WDR-Reporter berichten. Dann muss der Hochwasser-Shuttle - ein hochachsiger Lastwagen der DLRG - die Bewohner von eigens aufgestellten Stegen sammeln. So sollen die Kinder am Montag auch zu ihren Schulen kommen.

Düsseldorf schließt Tore zur Altstadt

In Düsseldorf stieg der Pegel auf 7,55 Meter am Samstagabend. Dort wurde das Tor zum Alten Hafen mit Barrieren verschlossen. Ohne diese Sperre würde die Altstadt bei einem Pegel von 8,10 Meter überflutet. Weitere Schutzmaßnahmen sind in Arbeit, unter anderem stehen ab Sonntagabend 40.000 Sandsäcke zur Verfügung, wie Michael Buch von der Stadt Düsseldorf mitteilte. "Es läuft den Umständen entsprechend aber alles normal", sagte Buch.

Hochwasserlage, 6. Januar 2018: Pegelstände steigen weiter

Menschen bestaunen das Hochwasser in Köln

Wasser, wohin das Auge schaut: Solche Bilder sieht man auch im Hochwasser erprobten Köln nicht alle Tage.

Wasser, wohin das Auge schaut: Solche Bilder sieht man auch im Hochwasser erprobten Köln nicht alle Tage.

Auf das Schlimmste bereitet man sich in Köln-Kasselberg vor. Mit Blick auf die drohenden Wassermassen wurde für die Anwohner ein Steg aufgebaut.

Dies ist kein Fluss: Im Kölner Stadtteil Rheinkassel wurde eine Straße komplett überflutet.

Für den Verkehr ist die Straße gesperrt. Allenfalls in Gummistiefeln ist der Anschnitt noch passierbar - wenn überhaupt.

In niedriger gelegenen Bereichen am Rheinufer heißt es schon seit Tagen: "Land unter".

Samstag, 6. Januar 2018: Um 14 Uhr erreichte der Pegel in Köln einen Stand von 8,06 Meter.

Auch die Ruhr bei Hattingen führt Hochwasser.

Wege mutierten zu einer Seenlandschaft.

In Grietherort bei Rees (Kreis Kleve) sind die Bürger wegen des Hochwassers von der Außenwelt abgeschnitten.

Auch die Spinnen dort retteten sich vor den Fluten.

Die 30 Einwohner des kleinen Ortes am Niederrhein mussten von der Feuerwehr mit Booten abgeholt werden.

Behinderungen in Bonn

Auch in Bonn und Umgebung sorgen die Wassermassen für immer größere Probleme. In der Bundesstadt sind mehrere Uferstraßen gesperrt. Deiche werden kontrolliert. In Duisburg-Ruhrort wurde am Samstagabend ein Rheinpegel von 8,91 Meter gemessen.

Fallende Pegelstände an Ruhr und Weser

Entwarnung gibt es dagegen an Ruhr und Weser. Das Hochwasser in diesen Regionen scheint seinen Zenit überschritten zu haben. Die meisten Messstationen melden fallende Pegelstände.

Stand: 06.01.2018, 18:44