Unwetter-Ticker von Mittwoch (21.07.2021) zum Nachlesen

Das Wasser fließt eine Straße im Ort entlang, zerdrückte Autos liegen auf einer Zufahrt. Der Vichtbach war hier über die Ufer getreten.

Unwetter-Ticker von Mittwoch (21.07.2021) zum Nachlesen

  • Blessemer erhalten morgen kurz Zugang zu ihren Häuser
  • Klimaforscher warnen vor exponentiellem Starkregen-Anstieg
  • Trinkwasser im Kreis Euskirchen abkochen
  • Hochwasser zerstörte Mess-Stationen für Pegelstände
  • Noch vier Vermisste in NRW
  • Bund gibt 200 Millionen Euro Soforthilfe
  • Spenden kommen auch aus Afrika
  • Erneut Starkregen am Wochenende
  • Erftstädter aus Blessem dürfen morgen kurz in Häuser
  • Alle Infos im Unwetter-Live-Ticker

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Blessemer dürfen kurzzeitig zurück in ihre Häuser

In Erftstadt-Blessem dürfen Bewohner der betroffenen 600 Haushalte morgen für einen kurzen Zeitraum zurück in ihre Häuser. Das hat der Krisenstab des Rhein-Erft-Kreises am Abend entschieden. Demnach ist einem Großteil der Anwohner erlaubt, für ein bis zwei Stunden in ihre Wohnungen und Häuser zu gehen, um notwendige persönliche Dinge zu sichern.

Ausgenommen sind die Bewohner der Häuser in einem 100 Meter Radius um die Abbruchkante. Diese Entscheidung basiere auf der Empfehlung des Geologischen Dienstes NRW und der Bergbaubehörde.

"Unter der Voraussetzung, dass die Standsicherheit der Gebäude nicht in Frage steht, was ab morgen Vormittag durch den Geologischen Dienst überprüft wird, muss den Blessemer Bürgern auch die Möglichkeit eröffnet werden, ihre Häuser und Wohnungen wieder dauerhaft zu betreten, insbesondere um Aufräumarbeiten zu leisten", sagte Landrat Frank Rock (CDU). Dies könne womöglich schon morgen geschehen.

22.59 Uhr: In Euskirchen weiter Abkochgebot für Trinkwasser

Der Kreis Euskirchen ruft Anwohner im Bereich des Wasserversorgungsverbandes Euskirchen-Swisttal dazu auf, Leitungswasser nur abgekocht zu trinken. Wichtig sei dabei, das Wasser einmalig sprudelnd aufkochen zu lassen - und dann langsam über mindestens 10 Minuten abkühlen, am besten in einem Wasserkocher. Die von Kaffeemaschinen entwickelte Temperatur sei nicht ausreichend. Für die Zubereitung von Nahrung, insbesondere für Säuglinge, sowie zum Zähneputzen und zum Reinigen offener Wunden sollte ausschließlich abgekochtes Leitungswasser benutzt werden.

21.04 Uhr: Klimaforscher warnen vor exponentiellem Starkregen-Anstieg

Klimaforscher reden sich seit Jahren den Mund fusselig und warnen vor den Folgen der gemessenen Erderwärmung: Diese Folgen treten jetzt genau in den Regionen Westdeutschlands auf, wo Klimaforscher mehr Extrem-Niederschläge infolge der Erwärmung des Mittelmeers vorhergesagt hatten, sagte der Kieler Klima-Wissenschaftler Mojib Latif auf einer Veranstaltung des Deutschen Klimakonsortiums.

"Die Menschheit verlässt gerade den klimatischen Wohlfühlbereich", sagte Latif. Wärmere Luft könne mehr Wasserdampf aufnehmen - und zwar exponentiell. So könne die Menge des Wasserdampfs, der dann zu Starkregen führen kann, bei einer Erwärmung der Luft um ein Grad um das 7- bis 14-fache zunehmen.

Nach einer Auswertung des Deutschen Wetterdienstes hat die Zahl der Tage mit Starkregen in Deutschland in Verbindung mit dem Klimawandel in den vergangenen 70 Jahren um fünf Prozent zugenommen. Zugleich sei dabei eine höhere Intensität zu beobachten.

20.36 Uhr: Zahl der Flutopfer in Rheinland-Pfalz steigt auf 125

Im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz hat sich die Zahl der Todesopfer erhöht - von 122 auf 125. Das sagte Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Abend auf dem Nürburgring. 764 Verletzte seien bisher behandelt worden und 155 Menschen würden noch immer vermisst, hatte Polizei-Einsatzleiter Heinz Wolschendorf zuvor in Bad Neuenahr-Ahrweiler gesagt. Fast 42 000 Menschen seien von der Katastrophe betroffen.

20.10 Uhr: Trinkwasser im Kreis Euskirchen abkochen

Im Kreis Euskirchen sind einige Anwohner aufgerufen, das Trinkwasser abzukochen. Laut Gesundheitsamt sind mikrobiologische Abweichungen von der Trinkwasserverordnung in aktuellen Proben nachgewiesen worden. Wer keinen Strom oder keine Geräte zum Abkochen hat, kann sich an die zentralen Trinkwasserstellen bei der Stadt Euskirchen wenden. Das Leitungswasser für die Toilettenbenutzung und zum Duschen sei ohne Einschränkungen nutzbar, hieß es.

Betroffen sind ausdrücklich folgende Orte: Billig, Dom-Esch, Flamersheim, Großbüllesheim, Kernstadt, Kessenich, Kirchheim, Kleinbüllesheim, Kreuzweingarten, Kuchenheim, Niederkastenholz, Palmersheim, Rheder, Roitzheim, Schweinheim, Stotzheim, Weidesheim und Wüschheim.

19.59 Uhr: Starkregenpuffer in Talsperren auch im Sommer erwogen

Der Wupperverband erwägt nach dem Rekordhochwasser, in seinen Talsperren künftig auch im Sommer einen Starkregenpuffer vorzuhalten. Auf WDR-Anfrage räumte der Verband ein, dass die Füllhöhe von Talsperren im Sommer überdacht werden müsse. Während die Wuppertalsperre im Winter zum Hochwasserschutz nur zu knapp zwei Dritteln befüllt sein darf, gibt es für den Sommer bisher keine Vorgabe. Am Sonntag vor dem Starkregen war die Talsperre mit 98 Prozent Füllstand nahezu voll.

19.42 Uhr: Hochwasser zerstörte Mess-Stationen für Pegelstände

Das Hochwasser hat in vielen Flüssen in NRW die Mess-Stationen für die Pegelstände zerstört oder weggespült - sie werden jetzt repariert oder ersetzt. Das teilte das Landesumweltamt LANUV mit. Die Mess-Stationen seien wichtig, sonst wüsste man bei einem erneuten Hochwasser an vielen Stellen nicht, wie hoch die Pegel steigen. Die Daten von etwa 180 Mess-Stellen laufen beim LANUV zentral zusammen.

19.15 Uhr: Deutsche Bahn schätzt Schaden auf 1,3 Milliarden Euro

Die Deutsche Bahn rechnet in einer "vorsichtigen Schätzung" mit einer Schadenssumme in Höhe von 1,3 Milliarden Euro, sagte Bahn-Sprecherin Anja Bröker in der "Aktuellen Stunde". Mindestens 80 Bahnhöfe seien beschädigt und müssten instand gesetzt werden. Die Erkundung der beschädigten Strecken sei noch nicht abgeschlossen.

18.44 Uhr: Aggregate zur Druckluft- und Sauerstoffversorgung für Eschweiler Klinik

Das stark von der Hochwasserkatastrophe betroffene St. Antonius Hospital in Eschweiler bekommt Hilfsmittel aus der Bundeshauptstadt: Mehrere Aggregate zur Druckluft- und Sauerstoffversorgung aus dem Corona-Notfallkrankenhaus auf dem Berliner Messegelände werden ins Eschweiler Krankenhaus geschickt. Die Untergeschosse des Klinikgebäudes waren überflutet und schwer beschädigt worden. Das St. Antonius Hospital soll bald wieder seine Arbeit aufnehmen.

18.15 Uhr: 400 Mio. Euro Schaden allein in einer niederländischen Stadt

Das Unwetter hat in den Niederlanden in einer einzigen Stadt einen Schaden in Höhe von 400 Millionen Euro verursacht. Laut dem Bürgermeister von Valkenburg in der Provinz Limburg, Daan Prevoo, sind rund 700 Wohnhäuser so schwer beschädigt, dass ihre Bewohner während derer Reparatur anderweitig untergebracht werden müssen. Die Hälfte des Gesamtschadens sind Einnahmeverluste aus dem Tourismus.

17.24 Uhr: "Böttinger live" aus Bad Münstereifel

Im Fernsehen zeigen WDR und SWR morgen (20.15 Uhr) die gemeinsame Sendung "Nach der Flut - Böttinger live vor Ort". Die TV-Journalistin Bettina Böttinger ist in der Eifel, wo sie selbst lebt, unterwegs und spricht mit Menschen darüber, wie es ihnen nach der Naturkatastrophe geht. Nach der Sendung ist die TV-Dokumentation "Hochwasser im Südwesten - Das große Aufräumen" zu sehen.

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17.04 Uhr: Hotelbetten für Flutopfer

Die Hoteliers in NRW stellen rund 1.000 Betten für Flutopfer zur Verfügung. Der Branchenverband Dehoga hat eine Hotline zu Vermittlung der Zimmer geschaltet. Die Hotelbetten werden im Regierungsbezirk Köln kostenlos angeboten.

16.49 Uhr: Wohl schadensträchtigste Jahr für Versicherungen seit 2002

Allein durch die Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz belaufen sich die Versicherungsschäden auf vier bis fünf Milliarden Euro. "Die Schäden dürften sogar noch über denen des August-Hochwassers im Jahr 2002 von 4,65 Milliarden Euro liegen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Jörg Asmussen. Dabei seien die Überschwemmungen in Bayern und Sachsen in der Rechnung noch nicht enthalten.

16.18 Uhr: Nabu fordert Umdenken beim Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur

Aus Sicht des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) muss beim Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur in den Hochwassergebieten ein Umdenken erfolgen. "Nur ein Drittel der ursprünglichen Überflutungsflächen stehen bundesweit noch zur Verfügung", sagte Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger am Mittwoch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die restlichen Flächen seien zugebaut mit Infrastruktur, Gewerbe, Industrie oder Wohnhäusern. Krüger schlug finanzielle Unterstützung für das Aufbrechen versiegelter Flächen in Siedlungen durch Begrünungen vor, um große Wassermengen so ablaufen zu lassen, dass sie keine großen Schäden anrichten könnten. Dies könnten Dachbegrünungen sein oder die Errichtung kleiner Parks.

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16.05 Uhr: RWE bietet Flutopfern Wohnungen an

Durch die Unwetterkatastrophe haben viele Menschen ihre Wohnung verloren - Hilfe bietet der Energiekonzern RWE an: Sie können in leeren Häusern im Braunkohlegebiet einziehen. Konkret geht es laut RWE um Häuser, die das Unternehmen im Zuge der Umsiedlungen für die Tagebaue angekauft hatte und die jetzt leer stehen. Einige Häuser könnten sofort wieder bezogen werden, andere müssten erst wieder mit Strom und Wasser versorgt werden.

16.00 Uhr: Hälfte der gesperrten Straßen wieder befahrbar

200 Straßen in NRW mussten nach der Hochwasserkatastrophe gesperrt werden, jetzt ist rund die Hälfte davon wieder befahrbar. Das teilte der Landesbetrieb Straßen.NRW in Gelsenkirchen mit. Unermüdlich waren Fachleute im Einsatz, die Straßen wieder zugänglich zu machen. Erst wenn eindeutig feststehe, dass auf einem vom Hochwasser betroffenen Streckenabschnitt keine Gefahr mehr besteht, gebe Straßen.NRW diesen wieder für den Verkehr frei, hieß es.

15.15 Uhr: Noch vier Vermisste in NRW

Im Rhein-Erft-Kreis hat es offenbar keine Todesopfer gegeben. Alle Vermisstenfälle wurden aufgeklärt. In ganz NRW werden aktuell noch vier Menschen gesucht. 47 Menschen waren in NRW bei dem Unwetter ums Leben gekommen.

14.45 Uhr: Spenden kommen auch aus Afrika

Hilfe für die Unwetter-Opfer kommt auch aus den ärmsten Regionen der Welt: Mehr als 20.000 Euro haben 14 Mitgliedskirchen der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) aus Botsuana, der Demokratischen Republik Kongo, Kamerun, Ruanda, Südafrika und Tansania gespendet. Die Summe ist Teil von insgesamt 45.000 Euro, die die VEM als Soforthilfe für die Betroffenen der Unwetterkatastrophe bereitstellt.

14.06 Uhr: Bund gibt 200 Millionen Euro als Hochwasser-Soforthilfe

Olaf Scholz auf einer Pressekonferenz zu Beschlüssen des Bundeskabinetts.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz bei der Pressekonferenz.

Nach der Hochwasser-Katastrophe will die Bundesregierung 200 Millionen Euro als Soforthilfe zur Verfügung stellen - wenn nötig, auch mehr. Weitere 200 Millionen Euro sollen wie üblich von den betroffenen Bundesländern kommen. Das sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD).

Für den Wiederaufbau rechnet die Bundesregierung laut Scholz mit etwa sechs Milliarden Euro. Wie viel jeder Haushalt als Soforthilfe bekommt, ist noch unklar. In Rheinland-Pfalz soll es jeweils 3.500 Euro geben - laut Laschet werde es in NRW auf einen ähnlichen Betrag hinauslaufen. Bayern zahlt bereits seit gestern 5.000 Euro Soforthilfe pro Haushalt für Betroffene des Unwetters im Berchtesgadener Land.

13.50 Uhr: Erneut Starkregen am Wochenende

Der Deutsche Wetterdienst rechnet am Wochenende mit Starkregen "im Eifelumfeld" - aber längst nicht mit der Intensität wie vergangene Woche. Diesmal seien 15 bis 25 Liter pro Quadratmeter "wahrscheinlich", aber auch mehr möglich. Das WDR-Wetterzentrum rechnet "punktuell" mit kurzen Schauern. Die Pegelstände der Bäche und Flüsse seien wieder nahezu auf Normalmaß zurückgegangen. Sie dürften aus heutiger Sicht die anstehenden Schauer- und Gewitterregen verkraften.

13.44 Uhr: Stauseen nach Flutkatastrophe gesperrt

Die Stauseen an der unteren Ruhr sind für Freizeitaktivitäten gesperrt. Das gelte für den Hengsteysee, den Harkortsee und den Kemnader See, teilte die Bezirksregierung Arnsberg mit. Laut Ruhrverband sind zudem der Baldeney- und Kettwiger Stausee gesperrt.

13.25 Uhr: Keine Vermissten mehr im Rhein-Erft-Kreis

Im Rhein-Erft-Kreis werden keine Menschen mehr wegen des Unwetters vermisst. Seit Dienstag seien fünf noch Vermisste ermittelt worden, teilte die Polizei mit. Damit sei im Kreisgebiet niemand durch die Katastrophe ums Leben gekommen. "Die Menschen sind den Umständen entsprechend wohlauf", sagte Polizeisprecher Thomas Held.

Auch die Kölner Polizei konnte weitere Vermisste aufspüren. Seit Dienstag seien zehn Menschen ermittelt worden, vier weitere noch vermisst, sagte ein Polizeisprecher. Zwei Vermisste stammen aus dem Rhein-Sieg-Kreis, zwei aus dem Kreis Euskirchen. Am Dienstag hatte die Kölner Polizei die Zahl der Vermissten noch mit 14 angegeben.

13.04 Uhr: Arzneimittelversorgung in Unwetter-Regionen gesichert

Ungeachtet der Zerstörung oder Beschädigung zahlreicher Apotheken durch das Unwetter ist die Arzneimittelversorgung in den betroffenen Regionen im Rheinland gesichert. Das teilten die Apothekerkammer und der Apothekerverband Nordrhein mit. Funktionstüchtige Apotheken in den jeweiligen Regionen übernehmen demnach die Versorgung mit.

12.15 Uhr: Corona-Härtefallfonds auch für Flutopfer?

Ein in der Corona-Krise beschlossener Härtefallfonds für Unternehmen könnte nach den Worten von Finanzminister Olaf Scholz erweitert werden für Firmen, die von der Flutkatastrophe betroffen sind. Der Fonds solle so umgebaut werden, dass er für Flutopfer nutzbar sei, sagte der SPD-Politiker. Zuvor hatte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) eine Pauschale von bis zu 10.000 Euro für Unternehmen vorgeschlagen.

10.00 Uhr: Technisches Hilfswerk rechnet kaum noch mit Überlebenden

Ein THW-Helfer arbeitet in einem vom Hochwasser betroffenen Keller.

Ein THW-Helfer arbeitet in einem vom Hochwasser betroffenen Keller.

Das Technische Hilfswerk (THW) sieht nur noch wenig Chancen, nach den Überschwemmungen Überlebende zu finden. "Wir suchen aktuell noch nach Vermissten, etwa beim Räumen der Wege oder Auspumpen der Keller", sagte THW-Vizepräsidentin Sabine Lackner dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Zu diesem Zeitpunkt ist es aber leider sehr wahrscheinlich, dass man Opfer nur noch bergen kann, nicht mehr retten."

Die Zahl der Vermissten ist weiterhin hoch. Allein im besonders betroffenen Kreis Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz wurden am Dienstag noch 155 Menschen vermisst. Im Rhein-Erft-Kreis, zu dem auch Erftstadt gehört, werden noch fünf Menschen vermisst.

9.45 Uhr: Neues Infoportal zu Straßensperrungen

Nach dem Starkregen der vergangenen Woche sind in Nordrhein-Westfalen noch immer zahlreiche Bundes- und Landesstraßen gesperrt. Aktuelle Informationen sind ab sofort auf einer eigenen Internetseite des Landesbetriebs Straßenbau zu finden.

Der Landesbetrieb wies allerdings am Mittwoch darauf hin, dass die Aktualität des abgebildeten Sachstands in den einzelnen Regionen noch voneinander abweichen könne. "Wir bitten jedoch angesichts der besonderen Situation in weiten Teilen des Landes um Ihr Verständnis."

9.29 Uhr: Ökonom Feld - Soforthilfe für den Einzelnen gering

Von den Soforthilfen, die der Bund heute für Flutgeschädigte auf den Weg bringen will, werde beim Einzelnen nur wenig ankommen, sagte Lars Feld, Professor für Wirtschaftspolitik an der Uni Freiburg, im "Morgenecho" bei WDR5. "Es wird natürlich nicht reichen, um die Schäden voll abzugleichen."

Angesichts der größer gewordenen Wahrscheinlichkeit extremer Wetterlagen durch die Klimakrise sei es daher zu empfehlen, sich gegen Elementarschäden abzusichern, so Feld. Eine staatliche Subventionierung solcher Versicherungen lehnte er jedoch ab. Das sei nicht zu vertreten gegenüber Menschen, die sich keine Häuser in schönen Flusslagen leisten könnten.

9.10 Uhr: FDP-Chef Lindner plädiert für Aufbaufonds wie 2013

FDP-Chef Christian Lindner plädiert für einen Aufbaufonds wie nach dem Hochwasser im Jahr 2013. Die FDP-Bundestagsfraktion werde einen Gesetzentwurf für einen Aufbaufonds einbringen, kündigt er im ARD Morgenmagazin an.

Das Aufbauhilfegesetz des Jahres 2013 habe sich bewährt. "Dann muss das Rad nicht neu erfunden werden, denn die Menschen erwarten schnell eine wirksame Hilfe. Die Orientierung an einer früher erfolgreichen Maßnahme könnte da hilfreich sein." Einen Soli-Beitrag, sprich Steuererhöhungen, lehnte Lindner ab.

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8.45 Uhr: 3.500 Euro für Hochwasser-Betroffene in NRW?

Heute befasst sich die Bundesregierung mit Hilfen für die Opfer der Hochwasser-Katastrophe in allen betroffenen Bundesländern. Die Summe der Soforthilfe ist noch unklar. Laut einem Kabinettsentwurf soll es um 400 Millionen Euro gehen, die sich Bund und Länder teilen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte allerdings im ZDF, dass allein Nordrhein-Westfalen 200 Millionen Euro bereitstellen werde, die schnell und unbürokratisch fließen sollten. In Rheinland-Pfalz soll es 3.500 Euro pro Haushalt geben - laut Laschet werde es in NRW auf einen ähnlichen Betrag hinauslaufen.

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8.30 Uhr: Vor einer Woche begann die Unwetter-Katastrophe

: Ein Mann steht auf einer überfluteten Straße im Ortsteil Hohenlimburg. Hier hatte Starkregen für teilweise chaotische Zustände gesorgt.

Eine überschwemmte Straße in Hagen am Mittwoch, 14. Juli.

Mit Hunderten verzweifelten Anrufen bei der Polizei in Hagen hat am Mittwoch vor einer Woche die Unwetter- und Hochwasser-Katastrophe begonnen. Die Polizei der Stadt berichtete in der Nacht zum Mittwoch von überschwemmten Straßen und vollgelaufenen Kellern. Von Hängen wurden Schlammmassen auf Straßen gespült, viele Ortsteile waren auch für Polizei und Feuerwehr nicht mehr befahrbar. "Die Leute sind verzweifelt", sagte ein Polizeisprecher.

In Laufe der nächsten Stunden folgten weitere Meldungen aus anderen Landesteilen, zum Beispiel aus Erkrath und Düsseldorf. In immer mehr Orten waren in kurzer Zeit mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Am Mittwochabend des 14. Juli meldete das Landesumweltamt das Überschreiten von zahlreichen Hochwasser-Warnwerten an Flüssen in NRW.

Am späten Mittwochabend berichtete die Polizei des Märkischen Kreises von einem ersten Toten: Bei Rettungsarbeiten in Altena im Sauerland war ein Feuerwehrmann ums Leben gekommen.

Nach dem Starkregen: Die Katastrophenlage in NRW in Bildern

Es sind Bilder, die fassungslos machen. Sie lassen das Leid der Betroffenen erahnen. Und die gewaltigen Dimensionen der Starkregen- und Hochwasser-Katastrophe in NRW.

Drei Rinder stehen bis zum Bauch in Wasser, ein Mann versucht, sie in Sicherheit zu bringen.

18. Juli 2021: Drei Kühe in Goch sind auf einer Wiese in eine missliche Lage geraten. Die Niers war übergelaufen. Die Feuerwehr lotste die Kühe schließlich auf eine andere Wiese.

18. Juli 2021: Drei Kühe in Goch sind auf einer Wiese in eine missliche Lage geraten. Die Niers war übergelaufen. Die Feuerwehr lotste die Kühe schließlich auf eine andere Wiese.

18. Juli 2021: Die Wasserrettung in Erftstadt sucht weiter nach Vermissten.

18. Juli 2021: In Erftstadt-Blessem sind Menschen zur Polizei gegangen, um sich als "lebend" zu melden. Es bildeten sich lange Schlangen. Wie viele Menschen genau noch vermisst werden, ist unklar.

17. Juli 2021: Was für ein Wust: Nach dem Hochwasser liegen in Bad Münstereifel Strom-, Gas- und Telefonkabel offen.

17. Juli 2021: Auf der A61 im Dreieck Erfttal ist auf fast 100 Metern Länge eine Lärmschutzwand weggespült worden. Gutachter sollen jetzt untersuchen, ob der Untergrund noch stabil genug ist. Dienstag will die Autobahn GmbH einen Überblick über entstandene Schäden geben.

17. Juli 2021: In Altena gestalten sich die Aufräumarbeiten auch drei Tage nach den Unwettern noch schwierig. Im Grennigloher Weg sind 25 Häuser komplett von der Außenwelt abgeschnitten.

17. Juli 2021: Das Problem ist, dass dort ganze Straßen weggebrochen sind. Die Helfer von THW und Feuerwehr müssen deswegen zu Fuß den Berg hinauf.

17. Juli 2021: Die Aufräumarbeiten auf der Bundesstraße 265 bei Erftstadt gehen voran. Auch weil das Wetter ausnahmsweise mitspielt.

17. Juli 2021: Am Morgen hatte die B265 noch ausgesehen wie ein bewachsenes Flussbett. Nur noch die Dächer der Autos waren da zu sehen.

17. Juli 2021: Wie Spielzeug stapeln sich in den Fluten die Lastwagen übereinander.

17. Juli 2021: Um an den Stellen, wo das Wasser schon abgelaufen ist, die Fahrzeuge weg zu räumen, setzt die Bundeswehr Panzer ein.

17. Juli 2021: Im Kreis Heinsberg in der Nähe zur niederländischen Grenze ist derweil noch nicht an Aufräumen zu denken. Nachdem ein Damm der Eifel-Rur gebrochen ist, musste der Ort Ophoven evakuiert werden.

17. Juli 2021: Helfer packen in Ophoven überall mit an.

17. Juli 2021: Drohnenbilder zeigen das ganze Ausmaß der Unwetter-Katastrophe - wie hier in Hagen.

17. Juli 2021: Dort, wo sich das Wasser zurückgezogen hat, bleibt eine Stein- und Gerölllandschaft übrig.

16. Juli 2021: Auch wenn von oben nichts mehr kommt, in Erftstadt ist viel zerstört worden.

16. Juli 2021: Helfer bergen Autos aus der schlammigen Brühe.

15. Juli 2021: Als reißender Strom ergießen sich die Wassermassen in den Tagebau Inden.

16. Juli 2021: Bei den verheerenden Bildern wissen die Betroffenen kaum, wo sie anfangen sollen. Diese Frau packt in Altena an.

16. Juli 2021: In Erkrath stapelt sich Sperrmüll aus Kellern und Garagen. Durch Wasser und Schlamm ist alles unbrauchbar geworden.

16. Juli 2021: In Monschau haben erste Aufräumarbeiten begonnen. Hier ist unter anderem das Pflaster in der Altstadt hochgekommen.

16. Juli 2021: Auch im Nachbarland Belgien spitzt sich die Lage zu. In diesem Fall müssen die Retter nicht nur gegen das Wasser, sondern auch Feuer in einem Haus kämpfen.

15. Juli 2021: In Erftstadt ist die Lage weiterhin dramatisch. Mehrere Häuser und ein Teil der historischen Burg sind eingestürzt.

In Erftstadt-Blessem sind Straßen überflutet.

Ebenfalls in Erftstadt steht ein Friedhof unter Wasser.

Ein trauriges Bild von einem Ort der Trauer.

Nicht die Lkw haben sich in die Erft verirrt ...

... sondern der Fluss hat in der Nähe von Erftstadt die Straße großflächig überflutet.

In Hagen hilft die Bundeswehr bei den Räumarbeiten.

Passanten stehen in der stark betroffenen Stadt an einer mit Geröll übersäten Straße im Ortsteil Hohenlimburg.

Blick auf die Wupper-Talsperre. Aus dem Becken wird Wasser abgelassen, um den Druck auf die Staumauern zu reduzieren.

Ein Anwohner steht im Hagener Ortsteil Hohenlimburg vor seinem zerstörten Auto.

Eine Straße meterhoch unter Wasser - so sah es am Donnerstagmorgen vor einem Haus in Erkrath (Kreis Mettmann) aus.

Ebenfalls hart getroffen hat es den Iserlohner Stadtteil Lasbeck: 36 Wohnungen mussten geräumt werden.

So sah die Sülz in Untereschbach, einem Stadtteil von Overath im Rheinisch-Bergischen Kreis aus.

In Swisstal im Rhein-Sieg-Kreis mussten Menschen per Hubschrauber mithilfe einer Seilwinde gerettet werden.

15. Juli 2021: Chaotisch auch die Lage in Hagen - dort hat das Unwetter besonders mächtig getobt.

Vor den Fenstern eines Hauses im Bergischen Land steht meterhoch das Wasser.

An einem Haus in Bergisch Gladbach sehen die Schäden, die das Hochwasser angerichtet hat, verheerend aus.

In Vicht, einem Stadtteil von Stolberg bei Aachen, hat das Unwetter ebenfalls eine Spur der Verwüstung hinterlassen

Immer mehr, immer weiter - in Mülheim breitete sich die Ruhr aus.

Auch Südwestfalen blieb von dem Unwetter nicht verschont.

Durch Lückerath, einem Stadtteil von Bergisch Gladbach, bahnte sich das Hochwasser seinen Weg.

Für schwere Schäden sorgte der Starkregen auch in Bad Münstereifel.

Am Agger-Ufer in Lohmar wurden Sandsäcke aufgestellt.

So wie hier sah es in vielen Kellern aus - für manch einen wurde der Keller zur Todesfalle.

Auf der Bahnstrecke zwischen Essen und Wuppertal waren die Gleise überflutet.

In Altena im Märkischen Kreis war nach dem Unwetter eine Straße stark beschädigt.

In Euskirchen hängt nach dem Starkregen ein Wohnwagen im Uferbereich der Erft.

Wassermassen auf einer Straße in Stolberg bei Aachen

Alles mit Regen geflutet - und in Rheinbach blieb ein Auto stecken.

Ein Parkplatz nach den starken Regenfällen in Hagen.

Die Bundeswehr rücktean, um den Menschen in Hagen zu helfen.

In Hagen-Dahl hat das Unwetter eine Brücke zerstört.

7.55 Uhr: Altmaier will Insolvenzen durch Hochwasser vermeiden

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte, dass bei den geplanten Hilfen nach dem Hochwasser erstmals auch die Überbrückung von Umsatzausfällen möglich sein soll. Die Einzelheiten, ob die Corona-Flut-Pauschale tatsächlich auf 10.000 Euro pro geschädigtes Unternehmen begrenzt wird oder ob es eine andere Regelung geben werde, wolle der Bund in den nächsten vier bis fünf Tagen mit den Ländern regeln, so Altmaier im Deutschlandfunk.

"Wir werden heute Klarheit schaffen, dass es am Geld nicht scheitern wird." Die Inhaber von Restaurants, Cafés oder Friseurbetrieben sollten am Ende die Gewissheit haben, dass sie nicht durch die Katastrophe in die Insolvenz getrieben würden.

6.52 Uhr: Felder unter Wasser - Schadensanalyse per Satellit

In den Hochwasser-Gebieten gibt es teilweise große Schäden auf den Feldern. Mit Satellitenbildern solle bis gegen Ende der Woche ein erster Überblick gewonnen werden, sagte ein Sprecher der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Bonn. "Wir gehen davon aus, dass etliche Tausend Hektar betroffen sind."

Unter anderen bei Erftstadt und Euskirchen hat der Starkregen Felder unter Wasser gesetzt. Teils wurde Getreide von den Fluten umgewälzt auf anderen Flächen sind die Pflanzen großflächig umgekippt. Andere Felder sind mit Wasser durchtränkt, so dass die schweren Mähdrescher nicht darauf fahren können und die Böden erst trocknen müssen. Eigentlich sollte die Getreideernte derzeit auf Hochtouren laufen.

6.45 Uhr: Diskussion über fehlende Sirenen-Warnungen

NRW-Innenminister Reul (CDU) spricht sich nach der Unwetter-Katastrophe dafür aus, dass alle Kommunen im Land mit Sirenen ausgestattet werden. Es sei die Erfahrung gemacht worden, dass viele Menschen nicht über Warn-Apps zu erreichen sind, sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Groß ist zum Beispiel der Ärger im Im Wuppertaler Stadtteil Beyenburg. Dort habe es weder eine Sirene noch ein warnendes Auto gegeben, sagen Anwohnerinnen und Anwohner.

6.37 Uhr: Innenminister Reul appelliert an Arbeitgeber

Innenminister Herbert Reul (CDU) hat an die Arbeitgeber im Land appelliert, den Katastrophenschutz jederzeit besser zu unterstützen - mit Freistellungen für die Helfer. Dem "Kölner Stadt-Anzeiger" sagte er: "Früher haben die Handwerker im Dorf alles stehen und liegen lassen, wenn es galt, einen Brand zu bekämpfen. Heute machen es manche Arbeitgeber ihren Angestellten schwer, sich bei den Einsatzkräften zu engagieren, weil man ihnen nicht erlaubt, kurzfristig das Büro zu verlassen. Deshalb fehlen in plötzlichen Notsituationen oft die erfahrenen Kräfte."

5.00 Uhr: Erftstädter aus Blessem dürfen morgen kurz in ihre Häuser

Im Hochwassergebiet Erftstadt-Blessem dürfen die Anwohner am Donnerstag kurz zurück in ihre Häuser. Die Stadt schreibt, dass sie mit der Feuerwehr an einem Sicherheitskonzept arbeitet. Bei der Rückkehr sollen die Betroffenen unter anderem wichtige persönliche Dinge retten können. In Erftstadt-Blessem gab es nach dem extremen Regen einen Erdrutsch, mehrere Häuser stürzten ein.

1.00 Uhr: Rückkehr nach Evakuierung in Leichlingen

In Leichlingen bei Leverkusen kehrten ab dem späten Abend Anwohner in ihre Häuser zurück, die wegen der Gefahr eines Dammbruchs bei einer Evakuierung in Sicherheit gebracht wurden. Die Hilfskräfte haben mehrere Stunden so viel Wasser wie möglich aus einem Teich gepumpt, dass der Damm nun wieder als sicher gilt. Auf zwei Campingplätzen im Kreis Heinsberg hingegen, die ebenfalls am Dienstag evakuiert wurden, ist die Gefahr noch nicht vorüber.

Hier die Unwetter-Ticker der vergangenen Tage zum Nachlesen:

Stand: 21.07.2021, 23:04

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