Unwetter-Live-Ticker von Dienstag (20.07.2021) zum Nachlesen

Angela Merkel und Armin Laschet besuchen Bad Münstereifel WDR aktuell 20.07.2021 23:48 Min. Verfügbar bis 20.07.2022 WDR

Unwetter-Live-Ticker von Dienstag (20.07.2021) zum Nachlesen

  • Merkel und Laschet in Bad Münstereifel
  • Insgesamt 48 Todesopfer in NRW
  • Leichlinger Stadtteil vorsorglich evakuiert
  • Sondersitzung im NRW-Landtag
  • Noch viele Vermisste in Katastrophengebieten
  • Bund will Behelfsbrücken bezahlen
  • Alle Infos im Unwetter-Live-Ticker

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat nach der Unwetter-Katastrophe Bad Münstereifel besucht. Gemeinsam mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet versprach sie unbürokratische Hilfe. Wir berichten aktuell aus den betroffenen Regionen in NRW - alle Infos hier im Live-Ticker:

Merkel verspricht unbürokratische Hilfe in Bad Münstereifel

Sichtlich bewegt zeigte sich die Bundeskanzlerin beim Besuch der besonders vom Unwetter betroffenen Stadt Bad Münstereifel: "Wir haben uns ein Bild von den Schäden machen können und die sind erschreckend. Vieles ist nicht mehr bewohnbar. Wir haben Menschen gesehen, die alles verloren haben. Die Altstadt ist so schwer getroffen, dass es einem die Sprache verschlägt."

Was tröste, sei die Solidarität. Merkel versprach den Betroffenen "unbürokratische Soforthilfe": "Wir werden alles daran setzen, dass das Geld schnell zu den Menschen kommt, die nichts mehr haben außer, was sie am Leib tragen." Zudem will sie mit Bund, Ländern und Kommunen einen langfristigen nationalen Aufbauplan auflegen. Das Bundeskabinett werde am Mittwoch zunächst ein Programm für finanzielle Soforthilfe beschließen. "Es ist klar, dass wir hier einen sehr langen Atem brauchen werden."

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte, seine Landesregierung werde genauso viel zahlen wie der Bund - das ist bei Bund-Länder-Projekten üblich. Die Anträge für Hilfen müssten jetzt ganz simpel - "sie sollen noch in dieser Woche fertig sein, damit recht bald das Auszahlen der ersten Gelder beginnen kann". Er wolle alles dafür tun, "dass Bad Münstereifel wieder ersteht".

5.00 Uhr: Menschen aus Erftstadt-Blessen dürfen morgen kurz in ihre Häuser

Im Hochwassergebiet Erftstadt-Blessem dürfen die Anwohner morgen kurz zurück in ihre Häuser. Die Stadt schreibt, dass sie mit der Feuerwehr an einem Sicherheitskonzept arbeitet. Bei der Rückkehr sollen die Betroffenen unter anderem wichtige persönliche Dinge retten können. In Erftstadt-Blessem gab es nach dem extremen Regen einen Erdrutsch, mehrere Häuser stürzten ein.

23.37 Uhr: Entwarnung an Fischteich in Leichlingen

In Leichlingen, wo der Damm eines Fischteichs zu brechen und eine Ortschaft zu überfluten drohte, ist die Gefahr vorbei. Die Anwohner können zurück in ihre Häuser. Als Vorsichtsmaßnahme hatte die Stadt sie in Turnhallen untergebracht. Die Hilfskräfte am Fischteich haben mehrere Stunden so viel Wasser wie möglich aus dem Teich gepumpt. Der Damm, der hier zu brechen drohte, wurde durch die Unwetter in der vergangenen Woche unterspült. Sandsäcke wurde gestapelt, um den Damm zu stabilisieren.

Viele Bauern aus der Umgebung haben am Abend mitgeholfen und Wasser in ihre Güllefahrzeuge gepumpt. Die Menschen in Leichlingen, deren Häuser erst letzte Woche unter Wasser standen, sind erleichtert, dass eine zweite Überschwemmung abgewendet wurde.

22.10 Uhr: Campingplätze im Kreis Heinsberg evakuiert

Im Kreis Heinsberg sind zwischen Wegberg und Schwalmtal vorsichtshalber zwei Campingplätze evakuiert worden. Nach Angaben der Feuerwehr waren 80 Bewohner betroffen. Auf einem alten Kasernengelände neben den Plätzen hatte sich durch den Starkregen massenhaft Wasser hinter einem sandigen Damm gesammelt. Es drohte jetzt, die Campingplätze zu überfluten. Die Feuerwehr war den ganzen Tag damit beschäftigt, das Wasser abzupumpen. Ab Mittwoch soll eine Konstruktion gebaut werden, um es kontrolliert abzulassen.

21.41 Uhr: Auf Versicherer kommt Milliarden-Zahlung zu

Die deutschen Versicherer müssen nach ersten Schätzungen Milliardenschäden nach der Unwetter-Katastrophe im Westen und Süden begleichen. Die Versicherungsmathematiker der Kölner Beratungsfirma Meyerthole Siems Kohlruss erwarten einen versicherten Schaden von mehr als einer Milliarde Euro.

Die meisten versicherten Schäden werden von der Elementarversicherung abgedeckt, erklärte MSK-Geschäftsführer Onnen Siems. Die Frage, was genau gedeckt ist, könnte in der Regulierung der Schäden für Probleme sorgen. "Schadenursachen wie Dammbruch oder Unterspülungen und die Trennung zwischen Starkregen und Hochwasser sind je nach Klausel und Bedingungswerk gedeckt oder ausgeschlossen." Die Schadenabwicklung werde Monate bis Jahre dauern.

19.38 Uhr: Schwebebahn geht wieder in Betrieb

Am Wochenende nimmt die Wuppertaler Schwebebahn wieder ihren Betrieb auf. Das teilten die Wuppertaler Stadtwerke mit. Zwar habe es auch bei der Schwebebahn erhebliche Schäden gegeben. Die Standfestigkeit des Gerüsts und seiner Stationen habe aber keine Beeinträchtigungen davongetragen. Allerdings wird die Station Kluse wegen Schäden an der Elektrotechnik auf Wochen nicht zur Verfügung stehen.

19.21 Uhr: Inzwischen 48 Todesopfer in NRW

Nach der Unwetterkatastrophe gibt es jetzt insgesamt 48 Todesopfer in NRW. Wie das Kölner Polizeipräsidium mitteilte, hat ein Leichenspürhund einen weiteren, noch nicht identifizierten Toten im Katastrophengebiet in Bad Münstereifel gefunden.

Mehr als 850 als vermisst gemeldete Menschen haben die Ermittler inzwischen telefonisch erreicht. Aktuell sucht die Polizei noch nach 14 Menschen aus dem Raum Bonn/Rhein-Sieg-Kreis und zwei aus dem Kreis Euskirchen.

Etwa 500 Polizisten seien im Einsatz, um neben der Vermisstensuche auch das Hab und Gut der Betroffenen in den Kreisen Rhein-Sieg und Euskirchen zu schützen.

18.54 Uhr: Leichlinger Stadtteil vorsorglich evakuiert

Ein See ist umgeben von hohen Bäumen, rechts ist ein Haus zu sehen

Voll gelaufener Anglerteich in Leichlingen

Der Rheinisch-Bergische Kreis hat in der Leichlinger Innenstadt die Anwohner der Siedlung Büscherhöfen vorsorglich dazu aufgerufen, ihre Wohnungen wieder zu verlassen. Der Uferbereich eines Anglerteichs beginne sich aufzulösen. Es sei nicht auszuschließen, dass der Damm breche und der Teich zu schnell leer läuft und einen daneben liegenden Bach überflutet.

Nach WDR-Informationen sind etwa 150 Anwohner betroffen. Sie waren gerade erst zurückgekehrt, nachdem die Siedlung von einem übergelaufenen Bach überschwemmt wurde. Direkt am Teich befindet sich ein Seniorenheim mit rund 100 Bewohnern. Pflegekräfte bringen sie vorsichtshalber in die erste Etage. Größere Überflutungen in der Nacht zum Mittwoch werden laut Feuerwehr nicht befürchtet.

Unterdessen dementierte die Stadt Leverkusen Gerüchte, dass der Damm der Diepentalsperre durch einen Schaden gefährdet sei: "Dies ist nicht der Fall. Eine schadhafte Stelle wird repariert. Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung in Leverkusen."

18.28 Uhr: Bewohner von Erftstadt-Blessem dürfen noch nicht zurück

Die Bewohner von Erftstadt Blessem dürfen noch keine persönlichen Dinge aus ihren Häusern holen. Erftstadts Bürgermeisterin Carolin Weitzel sagte, es seien umfangreiche Vorbereitungen für eine Begehung des Ortes mit den Anwohnern notwendig. Die Stadt wolle, dass die Bürger "geschützt und vor allem begleitet" zu ihren Wohnhäusern zurückkehren können.

"Wir brauchen sozialpsychologische Berater und eine Vielzahl von Polizisten", sagte Weitzel weiter. Das müsse strukturiert passieren, weshalb sie noch kein konkretes Datum für eine Rückkehr nennen könne.

17.57 Uhr: Tornister für bedürftige Kinder

Die Fritz-Winter-Gesamtschule in Ahlen hat eine Tornister-Spendenaktion gestartet. Damit soll betroffenen Kindern in den Hochwassergebieten geholfen werden.

17.02 Uhr: Sondersitzung im NRW-Landtag

Der Innenausschuss des NRW-Landtags soll am Mittwoch kommender Woche (28. Juli) zu einer Sondersitzung zur Hochwasserkatastrophe zusammenkommen. Die Oppositionsfraktionen von SPD und Grünen haben die Sitzung beantragt. Die Landesregierung soll eine erste Bilanz zu den Auswirkungen der Katastrophe ziehen. Außerdem will die Opposition wissen, "ob und in welchem Umfang die Katastrophenschutz-Maßnahmen zukünftig verbessert werden müssen".

16.50 Uhr: Noch viele Vermisste in Katastrophengebieten

In Rheinland-Pfalz werden immer noch mehr als 800 Menschen vermisst. Das sagte ein Sprecher der Polizei in Koblenz. Bisher wurden allein im Kreis Ahrweiler 122 Menschen tot geborgen.

Hochwasser: "Warn-Infrastruktur nicht ausreichend"

WDR 5 Morgenecho - Interview 20.07.2021 05:49 Min. Verfügbar bis 20.07.2022 WDR 5


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16.15 Uhr: Vorpommern-Landkreise helfen der Eifel

Heute Nachmittag haben sich 45 Helferinnen und Helfer aus den Landkreisen Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen auf den Weg ins Hochwasser-Katastrophengebiet in der Eifel gemacht. Sie stellen einen Betreuungszug und ein Kreisauskunftsbüro, bei dem unter anderem Angaben zu vermissten Personen zusammenlaufen können. Der Verband bringt 300 Feldbetten in die Eifel.

15.43 Uhr: Bund will Behelfsbrücken bezahlen

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat sich dafür ausgesprochen, angesichts der Hochwasser-Katastrophe Gemeinden und Länder bei Behelfsbrücken finanziell zu entlasten. Laut einem Schreiben Scheuers an Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) verfügt der Bund über solche Brücken.

Für eine Behelfsbrücke mit einer Spannweite von 38 Metern und einer Breite für eine zweistreifige Verkehrsführung würden beispielsweise Mietkosten in Höhe von 8.500 Euro im Monat anfallen. Bei einer Standzeit von 24 Monaten bis zur Inbetriebnahme eines Ersatzneubaus kämen laut Schreiben Kosten in Höhe von 204.000 Euro alleine für eine Behelfsbrücke auf eine Kommune zu. Scheuer will diese nun von den Kosten befreien.

15.32 Uhr: Keine Einschränkungen im Bahn-Fernverkehr

Der Fernverkehr der Deutschen Bahn läuft nach der Unwetterkatastrophe in Nordrhein-Westfalen wieder ohne Einschränkungen. Nach Informationen der Bahn fahren die Züge zwischen Köln, Wuppertal und Hagen Richtung Berlin als auch im Ruhrgebiet wieder. Auch auf den Strecken Köln in Richtung Rhein-Main-Gebiet sowie zwischen Köln und Brüssel und in Richtung Amsterdam sind die Verbindungen wieder ohne Unterbrechung nutzbar.

14.50 Uhr: Lauterbach gegen Sammelunterkünfte

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen hat SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach davor gewarnt, Flutopfer in den Hochwasserregionen in Sammelunterkünften unterzubringen. "Massenunterkünfte sind eine Gefahr für die Menschen, denn dort herrscht ein hohes Corona-Ansteckungsrisiko", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Stattdessen sollten Flutopfer besser in Hotels und Einzelunterkünften untergebracht werden.

14.12 Uhr: Mehr Impfstoff für Katastrophengebiete

Das Land Nordrhein-Westfalen stellt zusätzliche Corona-Impfdosen für die besonders vom Hochwasser getroffenen Gebiete zur Verfügung. Das erfuhr der WDR aus dem Gesundheitsministerium. Hintergrund ist, dass in den Notunterkünften viele Menschen eng zusammen leben und auch bei den Aufräumarbeiten Abstandsregeln schwer einzuhalten sind. In Rheinland-Pfalz beginnt heute eine Sonder-Impfaktion.

13.43 Uhr: Bayern stellt schon Soforthilfen bereit

Bayern stellt 50 Millionen Euro Soforthilfe für Opfer der Unwetter des vergangenen Wochenendes bereit. Das Kabinett beschloss ein entsprechendes Hilfspaket, durch das Privathaushalte bis zu 5.000 Euro Soforthilfe bekommen können. Auch Unternehmer können unterstützt werden. Die NRW-Landesregierung will am Donnerstag zusammenkommen, um auch Soforthilfen zu beschließen.

13.10 Uhr: Wiederaufbau könnte laut Fachleuten Jahre dauern

Müllberge in Leverkusen nach Unwetter

Müllberge in Leverkusen nach dem Unwetter

Straßen, Bahngleise, Brücken, Mobilfunkmasten, Strom- und Gasleitungen sind in den Hochwassergebieten zerstört worden. Erste Schätzungen aus dem Bundesverkehrsministerium gehen laut Medienberichten von Schäden in Höhe von fast zwei Milliarden Euro aus. Bis die Unwetterschäden behoben sind, könnte es sehr lange dauern. "Nach der Elbflut 2002 hat es etwa drei Jahre gedauert, bis die größten Schäden behoben waren, und fünf Jahre, bis die betroffenen Gebiete wieder ordentlich aussahen", sagte Reinhardt Quast, Präsident des Zentralverbands des Deutsches Baugewerbes (ZDB).

Um den Wiederaufbau zerstörter Häuser, Straßen und Brücken trotz hoch ausgelasteter Bauunternehmen und Materialengpässen zu stemmen, sei ein Kraftakt von Politik und Wirtschaft notwendig. Aufträge könnten umgeschichtet und Prioritäten auf Krisenregionen gelenkt werden.

12.59 Uhr: Suche nach Vermissten geht weiter

In Erftstadt geht die Suche nach Vermissten weiter. Die Zahl der gesuchten Menschen belaufe sich auf etwa ein Dutzend, sagte ein Sprecher der Polizei am Dienstag sagte. "Viele, viele Leute haben sich bei ihren Verwandten gemeldet und sind wohlauf". Das Telefonnetz stabilisiere sich allmählich.

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12.51 Uhr: Mainzer Landesregierung schickt Impfteam ins Unwetter-Gebiet

Aus Sorge um eine Ausbreitung der Coronavirus-Infektion im rheinland-pfälzischen Unwettergebiet schickt die Mainzer Landesregierung ein mobiles Impfteam in das Ahrtal. Ein Bus solle die von der Flutkatastrophe betroffenen Orte abfahren, teilte das Gesundheitsministerium mit. Vor Ort seien Impfungen ohne Voranmeldung mit den Vakzinen der Hersteller Biontech sowie Johnson & Johnson möglich. Auch kostenlose Schnelltests werden angeboten.

12.07 Uhr: Merkel in Bad Münstereifel angekommen

Angela Merkel und Armin Laschet treffen freiwillige Helfer in Bad Münstereifel

Merkel und Laschet vor Ort

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist in Bad Münstereifel angekommen. Zusammen mit Ministerpräsident Armin Laschet will sich Merkel ein Bild von den Schäden machen. Zum Auftakt führte die Kanzlerin Gespräche mit dem Landrat des Kreises Euskirchen, Markus Ramers, und Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian. Merkel spricht anschließend mit Helferinnen und Helfern.

12.04 Uhr: Autobahnen im Rheinland an 40 Stellen beschädigt

Die Reparatur der Autobahnen im Rheinland nach den Unwettern wird noch Monate dauern. Das erklärte ein Sprecher der Autobahn GmbH am Mittag. Die Schäden konzentrieren sich vor allem auf die Autobahnen 1 und 61. An 40 Stellen im Rheinland gibt es extrem große Schäden - Löcher in der Fahrbahn sowie weggerissene Brücken, Lärmschutzwände und Böschungen. Außerdem gibt es viele kleinere Schäden.

Vieles soll jetzt zumindest provisorisch repariert werden - allein das könne Monate dauern. Fahrstreifen und ganze Autobahnen müssen dafür weiter gesperrt bleiben – und Baustellen für die dauerhafte Instandsetzung werden später folgen.

11.40 Uhr: Hilfsteam fuhr umsonst in den Kreis Heinsberg

Nach dem Hochwasser gibt es Kritik an der Einsatz-Organisation in Kreis Heinsberg. Ein DRK-Einsatzteam aus dem Kreis Lippe war am Freitag von der Kreis-Leitstelle angefordert worden. Es fuhr aber am Samstagmittag wieder nach Hause - ohne Einsatz. Die 60 DRK-Mitarbeiter sollten in zwei Notunterkünften in Hückelhoven eigentlich die alte Hilfsmannschaft ablösen. Dazu kam es aber nicht, weil die Menschen privat untergebracht werden konnten. Eine andere Aufgabe bekamen die Helfer nicht.

Der Kreis Heinsberg bat um Verständnis: Im Einsatzstress sei die Möglichkeit der Weitervermittlung vermutlich untergegangen.

11.30 Uhr: Scheuer fordert Warnungen per SMS

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU)

Andreas Scheuer

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat nach der Flutkatastrophe gefordert, dass Betroffene in Zukunft per SMS gewarnt werden. "Ich bin dafür, dass wir diese Push-Nachrichten auch über die Mobilfunkanbieter beim Bürger ankommen lassen. Aber das ist immer gescheitert, weil der politische Wille an mancher Stelle gefehlt hat", sagte der CSU-Politiker heute der "Bild".

11.27 Uhr: Merz will weniger Neubauten in Hochwassergebieten

Der CDU-Politiker Friedrich Merz hat sich dafür ausgesprochen, beim Wiederaufbau der zerstörten Ortschaften in den Hochwassergebieten nicht alle Gebäude wieder an Ort und Stelle zu errichten und gefährdete Flächen künftig frei zu lassen. "Das Baugebiet muss dem Risiko angepasst werden, sonst laufen Hauseigentümer und Unternehmer Gefahr, beim nächsten Hochwasser wieder alles zu verlieren", sagte Merz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland .

"Das bedeutet, dass man in bestimmten Gebieten künftig nicht mehr bauen können wird", sagte Merz

11.18 Uhr: Meldungen über Plünderungen wohl falsch

Die Polizei in Koblenz widerspricht in den sozialen Medien kursierenden Berichten, in der Krisenregion im Landkreis Ahrweiler sei es zu Plünderungen gekommen. "Die Polizei kann diese Informationen nicht bestätigen." Meldungen über verdächtige Personen an beschädigten Gebäuden hätten sich vor Ort nicht bestätigt, da sich die Personen berechtigt dort aufgehalten hätten.

11.15 Uhr: Vorbeugung gegen Funklöcher gefordert

Um in Zukunft Funklöcher in Katastrophen-Gebieten zu vermeiden, hat der Mobilfunkanbieter Vodafone sich dafür ausgesprochen, dass die Branche ihre Netze öffnet. "Wir wären bereit dazu", sagte ein Vodafone-Sprecher heute in Düsseldorf. Das hieße, dass Kunden der Konkurrenz mit dem Vodafone-Netz verbunden würden, wenn ihr Anbieter keine funktionierenden Antennen in Reichweite hat.

Sprecher der anderen beiden Netzbetreiber, der Deutschen Telekom und von Telefónica (o2), äußerten sich zurückhaltend, schlossen die Öffnung aber nicht aus.

10.33 Uhr: Schulze: Klimawandel soll ins Grundgesetz

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat ihre Forderung bekräftigt, die Anpassung an den Klimawandel im Grundgesetz zu verankern. "Bislang sind die Möglichkeiten des Bundes, die Hochwasser- oder Dürre-Vorsorge zu unterstützen, durch die Verfassung begrenzt", sagte Schulze der "Augsburger Allgemeinen". Konkret forderte sie, den Artikel 91a, in dem auch die Agrarstruktur und der Küstenschutz als Gemeinschaftsaufgabe geregelt sind, um Klimaanpassung zu erweitern.

Im Deutschlandfunk sagte Schulze, auch die Kommunen müssten sich angesichts des Kimawandels neu orientieren. Bereits heute hätten sie die Möglichkeit, über sogenannte Hochwasser-Audits Schwachstellen zu identifizieren, dazu zählten etwa zu enge Bachläufe.

10.19 Uhr: Polizei stoppt illegale Schrottsammler

Polizeibeamte haben in Plettenberg einen Transporter mit zwölf verschlammten Fahrrädern, einem Tretroller und Stühlen gestoppt. Die Insassen gaben an, die Gegenstände in Altena eingesammelt zu haben. Die Stadt war vergangene Woche überschwemmt worden. Da keine der Personen über eine gewerbliche Erlaubnis zum Schrott sammeln verfügte, stellten die Beamten alle Gegenstände sicher - und zeigten die Männer wegen Diebstahls an.

10.04 Uhr: Insgesamt noch 300 Menschen vermisst

Mehrere Tage nach der Unwetter-Katastrophe werden in NRW noch viele Menschen vermisst. Insgesamt konnten zu 300 Personen noch kein Kontakt hergestellt werden. Die Behörden hoffen aber, dass die meisten aufgrund von defekten Handynetzen nicht erreichbar sind. Bisher liegt die Zahl der Opfer mindestens bei 164: Aus Rheinland-Pfalz wurden 117 und aus NRW 47 Tote bestätigt.

Aber: die Verantwortlichen gehen auch davon aus, dass die Zahl der Todesopfer steigen wird. Auch sind noch nicht alle Trümmerfelder und Wälder durchsucht worden. Die Helfer sind zum Beispiel in den überschwemmten Bereichen von Erftstadt mit Leichenspürhunden unterwegs.

9.50 Uhr: Feuerwehrverband kritisiert Warn-Apps

Der Feuerwehrverband fordert den Wiederaufbau von Warnsirenen. "Ich habe das Gefühl, nicht alle Menschen nehmen das so ernst, was da kommt", sagte Verbandspräsident Karl-Heinz Banse heute im Bayerischen Rundfunk mit Blick auf Warn-Apps. "Ich persönlich finde es viel sinnvoller, wenn die Sirenenanlagen wieder flächendeckend aufgebaut werden." Banse wies auch darauf hin, dass über Apps wie Katwarn und Nina relativ häufig gewarnt werde: "Wenn die Leute fünfzehn Mal gewarnt wurden, und fünfzehn Mal ist nichts passiert, und beim sechzehnten Mal passiert es dann, dann muss man sich nicht wundern."

9.41 Uhr: Belgien trauert um seine Toten

Im Gedenken an die Opfer der Überschwemmungen begeht Belgien heute einen Tag der nationalen Trauer. Zur Mittagszeit wird eine Schweigeminute abgehalten. In Brüssel stehen dann alle Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen still. Regierungschef Alexander De Croo erklärte, der Staatstrauertag werde ein Moment sein, um sich zu sammeln.

9.16 Uhr: IHK Aachen schaltet Hotline für Betriebe

Auch im Raum Aachen sind zahlreiche Betriebe vom Hochwasser betroffen. In Stolberg etwa können einige Unternehmen nicht mehr produzieren. Die Industrie- und Handelskammer Aachen hat nun unter 0241-446 00 eine Hotline geschaltet, um betroffene Betriebe über Fördermöglichkeiten und rechtliche Ansprüche zu informieren. Zum anderen wollen die Experten ganz praktisch helfen - indem sie Angebote regionaler Betriebe koordinieren, die Sach- oder Geldspenden wollen oder kurzfristig Geräte oder Gewerberäume zur Verfügung stellen können.

9.07 Uhr: Söder fordert staatliche Hilfe für Betroffene ohne Versicherung

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht den Staat in der Pflicht. Anspruch auf Hilfe hätten auch Menschen, die ihre Häuser nicht versichert haben, sagte Söder heute im Bayerischen Rundfunk. "Denken Sie an einen Murenabgang und das ganze Haus ist verschüttet, das kannst du danach de facto abreißen (...), dann, in so einem Fall, muss ein Staat in der Not helfen." Das bayerische Kabinett will heute für die Betroffenen 50 Millionen Euro bereitstellen.

8.55 Uhr: Talsperrenbetreiber wehren sich gegen Kritik

Die Talsperrenbetreiber in der Eifel weisen Kritik zurück, sie hätten in den Talsperren zu wenig freien Stauraum als Schutz vor Hochwasser vorgehalten. Der Wasserverband Eifel-Rur erklärte, man habe bis zum Donnerstag im Rursee einen freien Stauraum von 25 Millionen Kubikmeter gehabt, ein Achtel des Fassungsvermögens. Nach allen Berechnungen hätte das ausreichen müssen.

Bei der Dreilägerbachtalsperre sagten die Betreiber, hier stehe die Trinkwasserversorgung im Vordergrund. Für Hochwasserschutz bliebe gesetzlich nur ein kleiner Stauraum.

8.49 Uhr: NRW-Verkehrsminister: Lang andauernde Behinderungen wahrscheinlich

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst

Hendrik Wüst

Wie hoch sind die Schäden an den Verkehrswegen in NRW? Das sei noch nicht abzusehen, sagte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) heute im WDR-Morgenecho. Bisher hab das Land alles daran gesetzt, den Helfern den Weg zum Einsatzort freizuräumen. Jetzt seien auch Prüfingenieure unterwegs, die Schäden einschätzen und registrieren sollen.

"An Geld wird es nicht mangeln", versprach Wüst in Hinblick auf die nötigen Reparaturen von Straßen und anderer Infrastruktur. Allerdings könne er nicht versprechen, dass in kürzester Zeit alle Behinderungen beseitigt werden. Das gelte auch für die gesperrten Autobahn-Abschnitte zum Beispiel an der A1 und A61, die den Pendlerverkehr massiv behindern.

8.38 Uhr: Suche nach Vermissten in Erfstadt wird fortgesetzt

Die Suche nach Vermissten nach dem Hochwasser in Erftstadt geht weiter: Ein Regenrückhaltebecken an der B265 bei dem Ortsteil Blessem wurde jetzt leer gepumpt. Durch das Hochwasser war es vergangene Woche stark überschwemmt worden. Einsatzkräfte hatten in dem Becken fünf Fahrzeuge unter Wasser vermutet. Ob die sich tatsächlich in dem Becken befanden, dazu gibt es noch keine Angaben. Bisher wurden in Erftstadt keine Toten gefunden.

8.09 Uhr: Deutsche rechnen nicht mit Naturkatastrophen

Warum glaubten nur wenige Menschen an eine Gefahr, als die Warn-Apps in der letzten Woche Starkregen ankündigten? Aus Sicht von Ortwin Renn, Experte für Umwelt- und Risikosoziologie, liegt das vor allem daran, dass Deutschland bisher weitgehend gut davongekommen ist, wenn es um Naturgefahren geht. "Wir haben eine lange Erfahrung damit, dass es glimpflich ausgeht", sagt der Direktor am Institut für Transformative Nachhaltigkeitsforschung in Potsdam.

8.05 Uhr: Katastrophenalarm in Berchtesgaden aufgehoben

Der Katastrophenfall ist nach dem Hochwasser im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land wieder aufgehoben. Auch die Schulen und Kitas sollen heute nach Angaben des Landratsamtes wieder regulär öffnen. Wasserfluten und Erdrutsche hatten manche Orte in der beliebten Urlaubsregion rund um Watzmann und Königssee am Wochenende regelrecht verwüstet. Mehr als 160 Menschen mussten Rettungskräfte aus ihren Häusern in Sicherheit bringen.

7.47 Uhr: SPD-Innenpolitikerin fordert neuen Katastrophenschutz

Vielerorts wurden die Menschen vom Hochwasser überrascht - obwohl es Warnungen gab. Laut Ute Vogt, innenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, muss für die Zukunft die "Warn-Infrastruktur" deutlich verbessert werden. Im WDR-Morgenecho sagte Vogt, in vielen Regionen gebe es gar keine Möglichkeit mehr, die Bevölkerung mit Sirenen zu warnen. Das müsse unbedingt anders werden. "Eine Warnung per App ist zu wenig."

7.12 Uhr: Kanzlerin besucht Bad Münstereifel

Bundeskanzlerin Angela Merkel macht sich heute Mittag persönlich ein Bild von der Hochwasserkatastrophe in NRW. Zusammen mit Ministerpräsident Armin Laschet besucht Merkel Bad Münstereifel. Der Ort im Kreis Euskirchen wurde von dem Unwetter besonders stark getroffen. Die beiden wollen auch mit betroffenen Anwohnern sprechen. Merkel hatte am Wochenende bereits Hochwassergebiete in Rheinland-Pfalz besucht.

WDR extra: Die Hochwasserlage WDR extra 19.07.2021 15:01 Min. DGS Verfügbar bis 19.07.2022 WDR

6.55 Uhr: Erftstadt will Anwohner möglicherweise bald kurz in ihre Häuser lassen

Im besonders hart getroffenen Ort Erftstadt-Blessem könnte morgen die Entscheidung fallen, ob einige Menschen zumindest wieder kurz zu ihren Häusern dürfen. Sie sollen mit Begleitung noch ihre letzten Sachen retten können. Eine Sicherheitszone von 100 Metern bleibt aber in jedem Fall für alle Anwohner gesperrt: Die Bereiche an der Abbruchkante, wo mehrere Häuser bereits eingestürzt sind.

Wann, wer und wie in die betroffenen Häuser zurückkehren kann, wollen die Behörden erst am Mittwoch entscheiden.

6.10 Uhr: Sorge wegen Infektionsgefahr in Notunterkünften

In Nordrhein-Westfalen wächst die Sorge, dass die Hochwasserkatastrophe auch zu steigenden Corona-Zahlen führen könnte. "Eine erhöhte Gefahr der Ausbreitung von SARS-CoV-2 könnte sich vor allem durch die Unterbringung von Personen in Notunterkünften entwickeln", zitierte das Redaktionsnetzwerk Deutschland heute das NRW-Gesundheitsministerium. Die Gesundheitsämter vor Ort seien sich aber der zusätzlichen Gefahr bewusst. Sie könne durch Testungen, Masken und Lüften reduziert werden.

0.07 Uhr: Vollsperrungen auf Autobahnen

Nach Angaben der Autobahn GmbH gibt es infolge der Unwetter weiter eine Vollsperrung der A1 in Fahrtrichtung Koblenz zwischen dem Autobahnkreuz Köln-West und dem Autobahndreieck Erfttal. Ebenfalls voll gesperrt ist die A1 in Fahrtrichtung Dortmund zwischen dem Autobahndreieck Erfttal und der Anschlussstelle Hürth.

Ein Engpass besteht auch weiterhin auf der A1 in Fahrtrichtung Koblenz zwischen den Anschlussstellen Köln-Lövenich und Köln-Bocklemünd. Auf der A61 gibt es eine Vollsperrung in beiden Fahrtrichtungen zwischen den Autobahnkreuzen Kerpen und Meckenheim in nahezu allen Abschnitten. Womöglich könnten die Sperrungen noch monatelang nötig sein.

In der Eifel bleibt der Zugbetrieb weitgehend eingestellt. Dagegen ist die Bahnstrecke Köln-Wuppertal-Hagen-Dortmund seit Montagmorgen wieder frei. ICE-Züge von und nach Berlin fahren aber noch nicht über diese Strecke.

0.05 Uhr: Baerbock fordert dreifache nationale Kraftanstrengung

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat in der "Aktuellen Stunde" im WDR-Fernsehen eine "dreifache nationale Kraftanstrengung" gefordert, damit das Land künftig besser auf Unwetterkatastrophen vorbereitet ist: "Das Allerwichtigste ist, dass wir vor allem bei der Akuthilfe deutlich besser werden, dass wir zwischen Kommunen, Ländern und Bund viel, viel stärker und intensiver zusammenarbeiten."

Die zweite große Kraftanstrengung sei, Kommunen und Städte besser auf die Klimaauswirkungen auszurichten - zum Beispiel dadurch, Flüssen mehr Raum zu geben oder auch bei kleineren Bächen vor Ort bessere Warnfunktionen einzurichten. Als dritten Punkt nannte sie, "Klimaschutz allumfassend" zu machen, "und zwar nicht nur mit schönen Worten, sondern endlich auch mit ambitionierten Taten".

0 Uhr: Pegelstände sinken, aber noch keine Entwarnung

Das NRW-Umweltministerium hat mitgeteilt, dass an allen Messstellen die Wasserstände fallen: "Aktuell überschreitet keiner der insgesamt 175 Pegel mehr einen Wert, bei denen weitere größere Überflutungen bebauter Gebiete drohen." An drei Pegeln an der Rur (Altenburg, Jülich und Zerkall) bestehe aber weiterhin die Gefahr der Überflutung einzelner Grundstücke. An zwei Pegeln (Stah/Rur und Bliesheim/Erft) seien weitere Überflutungen land- und forstwirtschaftlicher Flächen oder Verkehrsbehinderungen weiterhin nicht auszuschließen.

Umweltministerin Ursula Heinen-Esser teilte mit: "Aber für Entwarnungen ist es definitiv noch zu früh. Akute Hilfe ist weiterhin das Gebot der Stunde, die Abwehr weiterer Gefahren für Leib und Leben. In der Folge gilt es, die Hochwasser-Katastrophe mit Kommunen und Wasserverbänden zu analysieren, wo in der Vorsorge nachgesteuert werden kann und mus."

Aus meteorologischer und hydrologischer Sicht seien keine weiteren Verschärfungen zu erwarten.

Hier die Unwetter-Ticker der vergangenen Tage zum Nachlesen:

Stand: 20.07.2021, 21:58

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