Unwetter-Ticker von Montag (19.07.2021) zum Nachlesen

Auf der Autobahn A 61 Autobahndreieck Erfttal wurde eine Lärmschutzwand weggerissen.

Unwetter-Ticker von Montag (19.07.2021) zum Nachlesen

  • Vollsperrungen auf Autobahnen
  • B 265 bei Erftstadt komplett geräumt
  • Merkel besucht Bad Münstereifel
  • Reul: Katastrophenschutz schonungslos analysieren
  • Noch 30.000 Menschen im Westen ohne Strom
  • Rhein-Sieg-Kreis beendet Evakuierung
  • Erftstadt zahlt 600.000 Euro Nothilfe an Bürger
  • Alle Infos im Unwetter-Live-Ticker

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Zerstörte Autobahnabschnitte, Schienen oder Brücken - die Unwetterkatastrophe hat an der Infrastruktur in NRW massive Schäden hinterlassen. Wir berichten aktuell aus den betroffenen Regionen in NRW - alle Infos hier im Live-Ticker:

Vollsperrungen auf Autobahnen

Nach Angaben der Autobahn GmbH gibt es infolge der Unwetter weiter eine Vollsperrung der A1 in Fahrtrichtung Koblenz zwischen dem Autobahnkreuz Köln-West und dem Autobahndreieck Erfttal. Ebenfalls voll gesperrt ist die A1 in Fahrtrichtung Dortrmund zwischen dem Autobahndreieck Erfttal und der Anschlussstelle Hürth.

Ein Engpass besteht auch weiterhin auf der A1 in Fahrtrichtung Koblenz zwischen den Anschlussstellen Köln-Lövenich und Köln-Bocklemünd. Auf der A61 gibt es eine Vollsperrung in beiden Fahrtrichtungen zwischen den Autobahnkreuzen Kerpen und Meckenheim in nahezu allen Abschnitten. Womöglich dauern die Sperrungen monatelang an.

In der Eifel bleibt der Zugbetrieb weitgehend eingestellt. Dagegen ist die Bahnstrecke Köln-Wuppertal-Hagen-Dortmund seit dem Morgen wieder frei. ICE-Züge von und nach Berlin fahren aber noch nicht über diese Strecke.

20.02 Uhr: Baerbock fordert dreifache nationale Kraftanstrengung

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat in der "Aktuellen Stunde" im WDR-Fernsehen eine "dreifache nationale Kraftanstrengung" gefordert, damit das Land künftig besser auf Unwetterkatastrophen vorbereitet ist: "Das Allerwichtigste ist, dass wir vor allem bei der Akuthilfe deutlich besser werden, dass wir zwischen Kommunen, Ländern und Bund viel, viel stärker und intensiver zusammenarbeiten."

Die zweite große Kraftanstrengung sei, Kommunen und Städte besser auf die Klimaauswirkungen auszurichten - zum Beispiel dadurch, Flüssen mehr Raum zu geben oder auch bei kleineren Bächen vor Ort bessere Warnfunktionen einzurichten. Als dritten Punkt nannte sie, "Klimaschutz allumfassend" zu machen, "und zwar nicht nur mit schönen Worten, sondern endlich auch mit ambitionierten Taten".

19.44 Uhr: Pegelstände sinken, aber noch keine Entwarnung

Das NRW-Umweltministerium hat mitgeteilt, dass an allen Messstellen die Wasserstände fallen: "Aktuell überschreitet keiner der insgesamt 175 Pegel mehr einen Wert, bei denen weitere größere Überflutungen bebauter Gebiete drohen." An drei Pegeln an der Rur (Altenburg, Jülich und Zerkall) bestehe aber weiterhin die Gefahr der Überflutung einzelner Grundstücke. An zwei Pegeln (Stah/Rur und Bliesheim/Erft) seien weitere Überflutungen land- und forstwirtschaftlicher Flächen oder Verkehrsbehinderungen weiterhin nicht auszuschließen.

Umweltministerin Ursula Heinen-Esser teilte mit: "Aber für Entwarnungen ist es definitiv noch zu früh. Akute Hilfe ist weiterhin das Gebot der Stunde, die Abwehr weiterer Gefahren für Leib und Leben. In der Folge gilt es, die Hochwasser-Katastrophe mit Kommunen und Wasserverbänden zu analysieren, wo in der Vorsorge nachgesteuert werden kann und mus."

Aus meteorologischer und hydrologischer Sicht seien keine weiteren Verschärfungen zu erwarten.

19.34 Uhr: Sofort-Hilfen für Hochwasser-Betroffene in Essen

Die Stadt Essen hat eine Internetseite eingerichtet, auf der sich vom Hochwasser Betroffene um Soforthilfe kümmern können. Unter der Online-Adresse "www.essen.de/hochwasser" findet man Informationen zum städtischen und ehrenamtliche Engagement sowie zu Hilfsangeboten von Unternehmen und Stadtgesellschaft.

18.50 Uhr: Zwei Milliarden Euro Schäden an Verkehrswegen

Der Bund rechnet wegen der Hochwasser-Katastrophe mit mindestens rund zwei Milliarden Euro Schäden alleine bei der Deutschen Bahn sowie bei Straßen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur heute aus Regierungskreisen. Alleine bei der Bahn gebe es einen Schaden von mindestens 1,3 Milliarden Euro.

Zerstörte Brücken, Gleise, Straßen und Mobilfunkmasten in den Hochwasser-Katastrophengebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sollen schnellstmöglich wieder instandgesetzt werden, hatte es zuvor aus dem Bundesverkehrsministerium geheißen. Dazu tagte am Montag eine Taskforce, wie ein Sprecher von Ressortchef Andreas Scheuer (CSU) gesagt hatte. Daran hätten auch Vertreter der Deutschen Bahn und der Autobahngesellschaft des Bundes teilgenommen.

18.34 Uhr: Abschleppdienst verschrottet Autos kostenlos

Die Abschleppdienste haben nach dem Hochwasser alle Hände voll zu tun. Viele Autos haben nur noch Schrottwert. Ein Hagener Abschleppunternehmen holt die zerstörten Wagen nun ab und lagert oder verschrottet sie kostenlos. Damit will der Abschleppdienst denjenigen helfen, die für das Abschleppen und Bergen keine Versicherung haben. Inzwischen hat ein zweites Unternehmen nachgezogen und bietet ebenfalls kostenlose Hilfe an.

17.27 Uhr: B265 bei Erftstadt komplett geräumt

Auf der überspülten Bundesstraße 265 bei Erftstadt sind alle vom Hochwasser eingeschlossenen Fahrzeuge geborgen worden. Tote seien glücklicherweise dabei bislang nicht entdeckt worden, erklärte ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises.

Sorge bereitet allerdings ein Regenrückhaltebecken in der Nähe der Straße, in dem fünf Fahrzeuge geortet wurden und das noch ausgepumpt wird. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich in den Autos Menschen befinden.

Nach Angaben des Kreises wurden im besonders stark getroffenen Erftstädter Stadtteil Blessem bislang keine Todesopfer der Hochwasserkatastrophe gefunden. 29 Menschen gelten aber noch als vermisst, sagte der Sprecher des Kreises.

Nach dem Starkregen: Die Katastrophenlage in NRW in Bildern

Es sind Bilder, die fassungslos machen. Sie lassen das Leid der Betroffenen erahnen. Und die gewaltigen Dimensionen der Starkregen- und Hochwasser-Katastrophe in NRW.

Drei Rinder stehen bis zum Bauch in Wasser, ein Mann versucht, sie in Sicherheit zu bringen.

18. Juli 2021: Drei Kühe in Goch sind auf einer Wiese in eine missliche Lage geraten. Die Niers war übergelaufen. Die Feuerwehr lotste die Kühe schließlich auf eine andere Wiese.

18. Juli 2021: Drei Kühe in Goch sind auf einer Wiese in eine missliche Lage geraten. Die Niers war übergelaufen. Die Feuerwehr lotste die Kühe schließlich auf eine andere Wiese.

18. Juli 2021: Die Wasserrettung in Erftstadt sucht weiter nach Vermissten.

18. Juli 2021: In Erftstadt-Blessem sind Menschen zur Polizei gegangen, um sich als "lebend" zu melden. Es bildeten sich lange Schlangen. Wie viele Menschen genau noch vermisst werden, ist unklar.

17. Juli 2021: Was für ein Wust: Nach dem Hochwasser liegen in Bad Münstereifel Strom-, Gas- und Telefonkabel offen.

17. Juli 2021: Auf der A61 im Dreieck Erfttal ist auf fast 100 Metern Länge eine Lärmschutzwand weggespült worden. Gutachter sollen jetzt untersuchen, ob der Untergrund noch stabil genug ist. Dienstag will die Autobahn GmbH einen Überblick über entstandene Schäden geben.

17. Juli 2021: In Altena gestalten sich die Aufräumarbeiten auch drei Tage nach den Unwettern noch schwierig. Im Grennigloher Weg sind 25 Häuser komplett von der Außenwelt abgeschnitten.

17. Juli 2021: Das Problem ist, dass dort ganze Straßen weggebrochen sind. Die Helfer von THW und Feuerwehr müssen deswegen zu Fuß den Berg hinauf.

17. Juli 2021: Die Aufräumarbeiten auf der Bundesstraße 265 bei Erftstadt gehen voran. Auch weil das Wetter ausnahmsweise mitspielt.

17. Juli 2021: Am Morgen hatte die B265 noch ausgesehen wie ein bewachsenes Flussbett. Nur noch die Dächer der Autos waren da zu sehen.

17. Juli 2021: Wie Spielzeug stapeln sich in den Fluten die Lastwagen übereinander.

17. Juli 2021: Um an den Stellen, wo das Wasser schon abgelaufen ist, die Fahrzeuge weg zu räumen, setzt die Bundeswehr Panzer ein.

17. Juli 2021: Im Kreis Heinsberg in der Nähe zur niederländischen Grenze ist derweil noch nicht an Aufräumen zu denken. Nachdem ein Damm der Eifel-Rur gebrochen ist, musste der Ort Ophoven evakuiert werden.

17. Juli 2021: Helfer packen in Ophoven überall mit an.

17. Juli 2021: Drohnenbilder zeigen das ganze Ausmaß der Unwetter-Katastrophe - wie hier in Hagen.

17. Juli 2021: Dort, wo sich das Wasser zurückgezogen hat, bleibt eine Stein- und Gerölllandschaft übrig.

16. Juli 2021: Auch wenn von oben nichts mehr kommt, in Erftstadt ist viel zerstört worden.

16. Juli 2021: Helfer bergen Autos aus der schlammigen Brühe.

15. Juli 2021: Als reißender Strom ergießen sich die Wassermassen in den Tagebau Inden.

16. Juli 2021: Bei den verheerenden Bildern wissen die Betroffenen kaum, wo sie anfangen sollen. Diese Frau packt in Altena an.

16. Juli 2021: In Erkrath stapelt sich Sperrmüll aus Kellern und Garagen. Durch Wasser und Schlamm ist alles unbrauchbar geworden.

16. Juli 2021: In Monschau haben erste Aufräumarbeiten begonnen. Hier ist unter anderem das Pflaster in der Altstadt hochgekommen.

16. Juli 2021: Auch im Nachbarland Belgien spitzt sich die Lage zu. In diesem Fall müssen die Retter nicht nur gegen das Wasser, sondern auch Feuer in einem Haus kämpfen.

15. Juli 2021: In Erftstadt ist die Lage weiterhin dramatisch. Mehrere Häuser und ein Teil der historischen Burg sind eingestürzt.

In Erftstadt-Blessem sind Straßen überflutet.

Ebenfalls in Erftstadt steht ein Friedhof unter Wasser.

Ein trauriges Bild von einem Ort der Trauer.

Nicht die Lkw haben sich in die Erft verirrt ...

... sondern der Fluss hat in der Nähe von Erftstadt die Straße großflächig überflutet.

In Hagen hilft die Bundeswehr bei den Räumarbeiten.

Passanten stehen in der stark betroffenen Stadt an einer mit Geröll übersäten Straße im Ortsteil Hohenlimburg.

Blick auf die Wupper-Talsperre. Aus dem Becken wird Wasser abgelassen, um den Druck auf die Staumauern zu reduzieren.

Ein Anwohner steht im Hagener Ortsteil Hohenlimburg vor seinem zerstörten Auto.

Eine Straße meterhoch unter Wasser - so sah es am Donnerstagmorgen vor einem Haus in Erkrath (Kreis Mettmann) aus.

Ebenfalls hart getroffen hat es den Iserlohner Stadtteil Lasbeck: 36 Wohnungen mussten geräumt werden.

So sah die Sülz in Untereschbach, einem Stadtteil von Overath im Rheinisch-Bergischen Kreis aus.

In Swisstal im Rhein-Sieg-Kreis mussten Menschen per Hubschrauber mithilfe einer Seilwinde gerettet werden.

15. Juli 2021: Chaotisch auch die Lage in Hagen - dort hat das Unwetter besonders mächtig getobt.

Vor den Fenstern eines Hauses im Bergischen Land steht meterhoch das Wasser.

An einem Haus in Bergisch Gladbach sehen die Schäden, die das Hochwasser angerichtet hat, verheerend aus.

In Vicht, einem Stadtteil von Stolberg bei Aachen, hat das Unwetter ebenfalls eine Spur der Verwüstung hinterlassen

Immer mehr, immer weiter - in Mülheim breitete sich die Ruhr aus.

Auch Südwestfalen blieb von dem Unwetter nicht verschont.

Durch Lückerath, einem Stadtteil von Bergisch Gladbach, bahnte sich das Hochwasser seinen Weg.

Für schwere Schäden sorgte der Starkregen auch in Bad Münstereifel.

Am Agger-Ufer in Lohmar wurden Sandsäcke aufgestellt.

So wie hier sah es in vielen Kellern aus - für manch einen wurde der Keller zur Todesfalle.

Auf der Bahnstrecke zwischen Essen und Wuppertal waren die Gleise überflutet.

In Altena im Märkischen Kreis war nach dem Unwetter eine Straße stark beschädigt.

In Euskirchen hängt nach dem Starkregen ein Wohnwagen im Uferbereich der Erft.

Wassermassen auf einer Straße in Stolberg bei Aachen

Alles mit Regen geflutet - und in Rheinbach blieb ein Auto stecken.

Ein Parkplatz nach den starken Regenfällen in Hagen.

Die Bundeswehr rücktean, um den Menschen in Hagen zu helfen.

In Hagen-Dahl hat das Unwetter eine Brücke zerstört.

17.03 Uhr: Merkel besucht Bad Münstereifel

Angela Merkel (CDU) macht sich morgen ein Bild von der Hochwasserkatastrophe in NRW. Zusammen mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kommt die Bundeskanzlerin am Mittag nach Bad Münstereifel, wie die Staatskanzlei heute mitteilte. Vor Ort im Kreis Euskirchen will Merkel mit Vertretern von Hilfsorganisationen und Helferinnen und Helfern sprechen. Auch Treffen mit betroffenen Bürgern stehen auf dem Programm.

Merkel war am Wochenende in Rheinland-Pfalz und hatte sich dort mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ein Bild von der Lage im Hochwassergebiet rund um Adenau gemacht.

16.47 Uhr: Experten - Hochwasserschutz kommt an Grenzen

Nach der Jahrhundertflut in Deutschlands Westen stellt sich die Frage, ob ein besserer Hochwasser-Schutz die Katastrophe hätte verhindern oder zumindest mildern können. Helmut Lussi, Bürgermeister der schlimm betroffenen Eifel-Ortschaft Schuld, betonte, die Gemeinden im Tal lebten seit Jahrzehnten mit der Gefahr und hätten sich vorbereitet. Bis zu einem Pegel-Stand von 3,60 Meter hätte man die Lage auch im Griff gehabt. Aber der Pegel sei auf 8,87 Meter gestiegen. Da sei man machtlos.

Wasserbau- und Klima-Experten geben ihm Recht: "Es handelt sich um eine Katastrophe mit einer so seltenen Wahrscheinlichkeit. Das ist letztlich eine Lotterie", sagt etwa der Siegener Professor Jürgen Jensen.

16.40 Uhr: Noch 30.000 Menschen im Westen ohne Strom

Im Westen Deutschlands sind auch am Montagmittag noch rund 30.000 Menschen im Gebiet des Versorgers "Westnetz" ohne Strom. Die genaue Zahl der Betroffenen sei aufgrund der enormen Zerstörungen und Evakuierungen nur sehr schwer zu ermitteln, teilte der "Westnetz"-Mutterkonzern "Eon" mit.

Der Konzern ist nach eigenen Angaben dabei, Mitarbeiter, Notstromaggregate und anderes technisches Gerät aus anderen Regionen in die Krisengebiete zu transportieren, um bei der Bewältigung der Krise zu helfen.

16.25 Uhr: Rückversicherer rechnen mit Milliardenschäden

Die Hochwasser kosten die Rückversicherer nach Einschätzung von Analysten zwischen zwei und drei Milliarden Dollar. Allein auf die Allianz kämen wohl Ausgaben von 200 bis 300 Millionen Dollar zu, schreiben die Experten der Investmentbank Berenberg. Sie verweisen darauf, dass vor allem kleinere Ortschaften von der Flut betroffen seien. In Deutschland seien etwa 45 Prozent der Gebäude gegen Hochwasserschäden versichert.

16.08 Uhr: NRW-Innenminister Reul - Katastrophenschutz schonungslos analysieren

Haben die Frühwarnsysteme in NRW vor dem Hochwasser versagt? NRW-Innenminister Reul hat heute sichtlich bewegt ein Update zur Lage gegeben. Zu möglichen Pannen beim Katastrophenschutz sagte er: "Wir werden zu gegebener Zeit haarklein und schonungslos analysieren, ob und was man besser hätte machen können. Menschen machen immer irgendwie Fehler." Er kenne aber keinen Fall, in dem aufgrund einer zu späten Evakuierung Menschen zu Schaden gekommen seien.

NRW-Innenminister Reul: Wurde NRW rechtzeitig gewarnt? WDR aktuell 19.07.2021 28:55 Min. Verfügbar bis 19.07.2022 WDR

Reul verwies darauf, dass das Wesen von Naturkatastrophen eben sei, "das sie nicht voraussehbar sind". Selbst der Deutsche Wetterdienst habe nicht genau vorhersagen können, wo das Unwetter welche Schäden anrichtet. Reuls Fazit: "Wenn Sachen verbessert werden müssen, werden wir sie verbessern."

Darüber hinaus teilte der NRW-Innenminister mit, dass sich die Zahl der Todesopfer in NRW um eins auf 47 erhöht habe. Er könne nicht ausschließen, dass es dabei bleibt. Seit Beginn der Katastrophe hätten die Rettungskräfte rund 32.000 Einsätze gefahren. Noch immer seien täglich 19.000 Kräfte im Einsatz, alleine 16.500 von den Feuerwehren.

Unterdessen berichtet das Bundesverkehrsministerium, dass der Deutsche Wetterdienst bereits zwei Tage vor dem Unwetter die zuständigen Stellen verständigt habe. "Diese Information ging an die zuständigen Katastrophenschutzstellen der Länder, Landkreise und Kommunen." Die konkret daraus abzuleitenden Schutzmaßnahmen seien jeweils von den Einsatzkräften vor Ort zu treffen.

15.20 Uhr: Rhein-Sieg-Kreis beendet Evakuierung

Ein Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) an der Steinbachtalsperre

An der Steinbachtalsperre sind die Orte, die nach dem Unwetter evakuiert wurden, wieder freigegeben. Der Rhein-Sieg-Kreis hat die angeordnete Evakuierung für Teile von Rheinbach in der Warn-App NINA aufgehoben. Auch für Swisttal-Odendorf, Essig, Ludendorf und Miel besteht keine Warnung mehr. Der Pegel habe einen "unkritischen Wasserstand erreicht", teilte der Kreis mit. Damit bestehe akut keine Gefahr mehr, dass die Staumauer brechen könnte.

Auch der Kreis Euskirchen gibt die Orte Schweinheim, Flamersheim und Palmersheim nun doch frei. Erst teilte der Kreis mit: "Die Steinbachtalsperre ist sicher. Es besteht aber weiterhin ein Betretungsverbot für die Ortsteile." Am frühen Vormittag hatten Experten die Talsperre begutachtet. Nachdem der Rhein-Sieg-Kreis die Freigabe erteilte, gab es sie verzögert auch vom Kreis Euskirchen.

15.14 Uhr: 400 Millionen Soforthilfe für Hochwasserregionen geplant

Für die von den jüngsten Überschwemmungen betroffenen Regionen soll es eine Soforthilfe von Bund und Ländern in Höhe von mindestens 400 Millionen Euro geben. Dabei steuere der Bund 200 Millionen bei, die anderen 200 Millionen übernähmen die betroffenen Bundesländer, berichtet die "Rheinische Post" (Dienstagsausgabe) unter Berufung auf Regierungskreise. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte am Wochenende von "deutlich mehr als 300 Millionen Euro" gesprochen.

15.01 Uhr: Monatelange Krisenlage in Rheinland-Pfalz

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz rechnet mit einer monatelangen Krisenlage in seinem Bundesland. Der SPD-Politiker sagte zwar, es gebe bei der Bewältigung der akuten Katastrophe große Fortschritte. So seien die Helfer gerade dabei, die Wasserversorgung wieder zu organisieren. Der Einsatz vor Ort werde sich aber vermutlich noch Monate hinziehen: "Wir sind eingestellt auf eine enorm lange Lage."

14.50 Uhr: Erftstadt zahlt 600.000 Euro Nothilfe an Bürger

Die Gemeinde Erftstadt hat innerhalb der vergangenen Tage bereits 600.000 Euro an Soforthilfe an die vom Hochwasser betroffenen Bürger ausgezahlt - pro Kopf 200 Euro. Das teilte die Stadt dem WDR mit. Aktuell sind nur noch die Bürger von Blessem anspruchsberechtigt.

Auch heute standen zahlreiche Bürger in einer Schlange vor dem Rathaus. Die Gemeinde weist darauf hin, dass die 200 Euro nur eine erste Nothilfe sind. Über finanzielle Hilfen für den Wiederaufbau habe man bereits mit dem Land und dem Bundespräsidenten gesprochen.

14.14 Uhr: Hochwasser-Schutzeinrichtung in Duisburg manipuliert

Unbekannte haben im Duisburger Süden eine Absperrung gegen Hochwasser manipuliert. Nur durch Kontrollgänge wurde Schlimmeres verhindert. Nach Angaben der Wirtschaftsbetriebe ist vor dem Wochenende ein sogenannter "Schieber" verstellt worden, nachdem zwei Schlösser aufgebrochen wurden. Mit der Einrichtung lässt sich regulieren, wie viel Wasser in den Alten Angerbach fließt.

13.45 Uhr: Seehofer: Sind beim Katastrophenschutz gut aufgestellt

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) besuchten am Vormittag die Steinbachtalsperre und drückten ihre Betroffenheit aus. "Wir erleben eine Tragödie", sagte Seehofer. Er betonte, wie sehr die Menschen zusammenstehen. Es sei erstklassige Arbeit von den Hilfsorganisationen geleistet worden.

Man sei beim Katastrophenschutz gut aufgestellt, so Seehofer. Er betonte, wie wichtig es sei, dass dieser dezentral und föderal organisiert ist. Aber der Bund würde natürlich mit Helfern der Bundeswehr, des THW und der Bundespolizei unterstützen. Am Mittwoch werde man über die Grundlinien für Hilfsgelder beraten. Er versprach eine zügige Realisierung von Unterstützungen.

13.30 Uhr: Laschet lobt das Engagement der Helfer

Die Zusammenarbeit aller Hilfsorganisationen und Behörden habe dafür gesorgt, dass der Dammbruch verhindert werden konnte, sagte Laschet. Es habe ein Abfluss freigebaggert werden müssen. Dazu habe sich ein 70-jähriger Unternehmer aus der Region bereit erklärt. "Das ist eine lebensgefährliche Aufgabe", so Laschet. Er lobte das Engagement der Helfer. Sie seien seit 72 Stunden im Dauereinsatz.

Die Lage an der Steinbachtalsperre in Blessem Lokalzeit 18.07.2021 UT Verfügbar bis 18.07.2022 WDR Von Frank Piotrowski

13.18 Uhr: Dringender Aufruf zum Blutspenden

Der Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sieht nach der Hochwasserkatastrophe die ausreichende Versorgung mit Blutkonserven gefährdet. In den tendenziell blutspendefreundlichen ländlichen Gebieten von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sei die Infrastruktur dermaßen geschädigt, dass vielerorts auf absehbare Zeit keine Blutspendetermine mehr wahrgenommen werden könnten, teilte der große Versorger mit Blutpräparaten am Montag mit. Da es bereits seit längerem gravierenden Mangel gebe, schlage man nun Alarm und rufe die Bevölkerung dringend zum Blutspenden auf.

13.14 Uhr: Flutkatastrophe trifft auch Unternehmen in NRW

Die Flutkatastrophe in Teilen Deutschlands sorgt auch bei Maschinenbauern, Kraftwerken und Einzelhändlern in Nordrhein-Westfalen für Probleme. Ein Sprecher des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau NRW sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag: "Es sind etliche Firmen von uns betroffen." Firmennamen nannte er allerdings nicht. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Kupfer-Recycler Aurubis berichtet, dass er aufgrund von starken Unwetterauswirkungen die Produktion bei der Aurubis Stolberg GmbH & Co. KG in Stolberg bei Aachen stoppen und das Werk evakuieren musste. Auch das Outlet-Center Bad Münstereifel musste den Betrieb einstellen.

13.10 Uhr: NRW-Ministerium: Unwetterwarnung an Städte und Kreise weitergeleitet

Das nordrhein-westfälische Innenministerium hat nach eigener Darstellung in der vergangenen Woche Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) an die Städte und Kreise weitergeleitet. Am vorigen Mittwoch sei im NRW-Innenministerium ein Koordinationsstab gebildet worden, sagte ein Ministeriumssprecher der dpa. Seitdem berieten Fachleute aus dem eigenen Haus mit weiteren Experten - etwa aus dem Umweltministerium, der Bundeswehr, Bundespolizei oder den Feuerwehren - permanent über die Lage. Rund um die Uhr sei dort auch eine Kontaktperson zu erreichen, sagte der Sprecher. Diese Koordinierungsgruppe sei aber kein Krisenstab, welcher von der Landesregierung unter Beteiligung sämtlicher Ressorts eingerichtet werden müsste, um dann in regelmäßigen Sitzungen zentral die Lage im Land abzuarbeiten.

12.45 Uhr: Schrottsammler gehen auf Diebeszüge in Flutgebieten

Die Polizei in Altena ist am Wochenende 13 Mal ausgerückt, weil verdächtige Schrottsammler durch die Hochwassergebiete gezogen sind. Mehrfach trafen die Beamten auf Männer, die Metallschrott und Elektrokleinteile einsammelten und abtransportieren wollten, wie die Polizei mitteilte.

Am Samstagabend beispielsweise sei ein 20-Jähriger zu Fuß durch Altena im Märkischen Kreis gelaufen und in einem Keller verschwunden. Der Keller sei wegen des Wasserschadens nicht mehr verschließbar gewesen. Der Mann habe den Keller mit einer Tüte wieder verlassen - eine Streife fand darin diverse Elektrokleinteile. Die Polizei habe ihre Präsenz in den betroffenen Gebieten erhöht, hieß es in der Mitteilung.

12.18 Uhr: Ehemaliger Feuerwehrchef will auf Sirenen setzen

Der frühere Chef des Deutschen Feuerwehrverbandes, Hartmut Ziebs, hat angesichts der Flutkatastrophe Kritik am deutschen Warnsystem geübt. Er schlug vor, wieder mehr auf Sirenen zur Frühwarnung zu setzen. "Die Sirene ist unverzichtbar, weil sie eine gewisse Zeitspanne auch ohne Strom noch funktioniert", so Ziebs bei Phoenix. Warnapps seien für den Bevölkerungsschutz nicht ausreichend. Zudem sei es keine gute Lösung, wenn es eine Vielzahl von verschiedenen Apps gebe. „Es müsste die eine App geben, oder wenn es zwei gibt, dann müssten sie gekoppelt werden.“ Im Vorfeld der Katastrophe hätte es auch im Radio und Fernsehen mehr Durchsagen mit konkreten Verhaltensempfehlungen geben müssen, kritisierte Ziebs.

12.08 Uhr: Rheinbacherinnen stellen kostenlose Mahlzeiten für ihre Nachbarn

Wie in so vielen Gemeinden in NRW haben auch Menschen in Rheinbach im Rhein-Sieg-Kreis derzeit keinen Strom. Für die kräftezehrenden Aufräumarbeiten haben sie also nicht einmal eine warme Mahlzeit im Bauch. Eine Rheinbacherin, die nicht so schwer von der Katastrophe betroffen ist, kocht daher kostenlos seit dem Wochenende für ihre Nachbarn. Die Zutaten dafür wurden von ihrer Tochter über einen Spendenaufruf bei Ebay gesammelt.

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11.31 Uhr: Hamburger Polizisten kehren aus Katastrophengebiet zurück

Nach mehrtägigem Einsatz im Katastrophengebiet von Nordrhein-Westfalen sind mehr als 50 Hamburger Polizeibeamte wieder zurückgekehrt. Einige wenige Beamte aus Hamburg seien noch im Einsatzgebiet. Die insgesamt 61 Kräfte der Bereitschafts- und der Wasserschutzpolizei - unter ihnen auch Taucher - hatten sich am vergangenen Donnerstag auf den Weg gemacht.

11.14 Uhr: Keine Gefahr mehr durch Wupper

Am Vormittag haben die Stadt Mülheim an der Ruhr und der Rheinisch-Bergische Kreis Entwarnung gegeben. Überflutungsgefahr durch die Wupper besteht demnach nicht mehr.

10.21 Uhr: Karliczek will bessere Vorbereitung auf Starkregen

Savezna ministrica obrazovanja Anja Karliczek (CDU)

Anja Karliczek

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek fordert eine bessere Vorbereitung auf Starkregen, Hitze oder Sturm. Als eine Lehre aus der Unwetter-Katastrophe müsse die Forschung zu Extremwetter-Ereignissen ausgebaut werden, sagte die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

9.47 Uhr: Bundesamt-Chef will "gute alte" Sirene zurück

Sirenen spielen bei der Warnung vor Katastrophen nach Ansicht von Armin Schuster, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, eine wichtige Rolle. Es brauche einen Warnmittel-Mix aus verschiedenen Methoden, rein digitale Warnungen seien nicht der richtige Weg, sagte er im Deutschlandfunk. "Und deswegen wollen wir auch die gute alte Sirene zurückhaben."

Mit einem Förderprogramm in Höhe von 90 Millionen Euro sollen gemeinsam mit den Bundesländern "an den richtigen Stellen" wieder Sirenen installiert werden. "Die 90 Millionen werden dafür aber nicht reichen. Wir werden mehr Geld brauchen", sagte Schuster. Schnell werde es nicht gehen. "Das ist ein Projekt für mehrere Jahre."

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9.39 Uhr: Mindestens 117 Tote in Ahrweiler

Die Zahl der Todesopfer nach den verheerenden Überschwemmungen im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz ist von 110 auf 117 gestiegen. Zudem seien mindestens 749 Menschen verletzt worden, teilte eine Polizeisprecherin mit. Wie viele Menschen noch vermisst werden, ist weiterhin unklar.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) besucht im Tagesverlauf in Ahrweiler ein Krankenhaus. Zuvor ist er an der Steinbachtalsperre.

9.16 Uhr: Bürgermeisterin von Altenahr: Monatelang kein Trinkwasser?

Die Bürgermeisterin der von der Unwetterkatastrophe hart getroffenen Verbandsgemeinde Altenahr in Rheinland-Pfalz befürchtet, dass die Trinkwasserversorgung dort lange Zeit eingeschränkt sein wird. "Es sieht so aus, als ob die Infrastruktur so stark zerstört ist, dass es in einigen Orten vielleicht über Wochen oder sogar Monate kein Trinkwasser geben wird", sagte die parteilose Cornelia Weigand gestern in der Sendung "Bild live".

8.44 Uhr: Baerbock: Müssen bei Extremwetter schneller reagieren können

"Diese Extremwetter-Ereignisse werden zunehmen", sagte die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock im ARD-Morgenmagazin. Sie forderte daher, die Risiko-Vorsorge massiv zu verstärken. In solchen Fällen müsse man schneller agieren können. Hubschrauber müssten beispielsweise verfügbar sein, um Menschen von den Dächern ihrer Häuser zu holen. Klimaschutzmaßnahmen müssten zügiger umgesetzt werden. Und man brauche Klima-Anpassungsmaßnahmen, müsse beispielsweise Städte für solche Katastrophen rüsten und Flüssen mehr Raum geben. Wenn sie Kanzlerin würde, dann werde sie Windkraft und andere Erneuerbare Energien massiv ausbauen.

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8.10 Uhr: Söder fordert "Klima-Ruck"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat im ARD-Morgenmagazin einen "Klima-Ruck" in Deutschland gefordert. Man müsse Klimaschutz-Maßnahmen beschleunigen. Für Bayern kündigte Söder an, dass er am Mittwoch eine Regierungserklärung für ein Klimaprogramm und dessen Finanzierung abgeben wolle. Ferner sagte der Ministerpräsident, dass man unter anderem Meldeketten im Katastrophenschutz prüfen müsse, um für die Zukunft gerüstet zu sein: "Es lohnt immer, zu überlegen, was man besser machen kann." Bei den aktuellen Überschwemmungen hätten aber alle Rettungskräfte in Deutschland das Menschenmögliche getan. 

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7.59 Uhr: Abbruchkante in Erftstadt weiter riskant

In Erftstadt stellt die Abbruchkante der Kiesgrube auch weiterhin ein Risiko dar, sagte die Bürgermeisterin der Gemeinde, Carolin Weitzel, im "Morgenmagazin" von WDR 2. Zwar sei die Kiesgrube hinter dem Ortsteil Blessem weiträumig abgesperrt, ein weiteres Nachrutschen von Erdmassen jedoch jederzeit möglich. In der Nähe der Kante bestehe akute Lebensgefahr, geologische Untersuchungen liefen. "Sobald der Ort als begehbar eingestuft wird, beginnen Prüfungen der Statik". Unterdessen läuft die Suche nach Vermissten unter Hochdruck weiter. Im Einsatz mit den Rettungskräften seien Roboter, Sonargeräte, Drohnen und Suchhunde.

7.42 Uhr: Weiter Probleme im Bahnverkehr

Bahnpendler und Reisende müssen sich heute weiter auf Verzögerungen und Zugausfälle einstellen. Auf sechs Regionallinien in der Eifel sei der Zugbetrieb aufgrund der Unwetterschäden ganz eingestellt, teilte die Deutsche Bahn in Düsseldorf mit. Betroffen seien die Linien RE 12, RE 22, RB 24, RB 30, RB 39 und S 23/RB 23. Vielerorts sei wegen der Schäden auch kein Schienenersatzverkehr möglich.

Der Verkehr rund um  den Hagener Hauptbahnhof soll indes in Kürze wieder anrollen. Die Unwetterschäden konnten beseitigt werden. Es kommt dennoch zu Verspätungen. Auch im Raum Köln gibt es derzeit Verzögerungen und Zugausfälle. 

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7.38 Uhr: Innenminister räumt Probleme beim Katastrophenschutz ein

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) räumt Verbesserungsbedarf beim Katastrophenschutz ein, sieht aber keine schwerwiegenden Probleme in Nordrhein-Westfalen. "Es kann nicht alles hundertprozentig funktioniert haben. Denn dann dürfte es keinen Toten gegeben haben", sagt Reul der "Bild"-Zeitung. Nach seinem heutigen Erkenntnisstand habe es aber "keine großen grundsätzlichen Probleme" gegeben.

7.30 Uhr: Seehofer besucht betroffene Gebiete

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) besucht heute die von der Unwetter-Katastrophe besonders betroffenen Gebiete in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Er wird unter anderem an der Steinbachtalsperre erwartet. Seehofer will sich vor Ort ein Bild von der Arbeit des Technischen Hilfswerks (THW) machen. Das THW ist dem Bundesinnenministerium unterstellt. Die Organisation hat den Angaben zufolge 2.500 Helferinnen und Helfer in den Hochwassergebieten im Einsatz. 

7.27 Uhr: Bobbahn am Königssee völlig zerstört

Nach dem Unwetter in den Berchtesgadener Alpen ist die Bob- und Rodelbahn am Königssee nicht mehr nutzbar. Der Bobverband rechnet mit einem Schaden in Millionen-Höhe. Die Bahn werde wohl nicht vor Oktober 2022 wieder befahrbar sein. Für die deutschen Rodel- und Bobs-Teams fällt damit eine wichtige Trainingsstätte in der Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele im Februar 2022 in Peking weg.

7.11 Uhr: Kommunen ärgern sich über Gaffer

Einige Kommunen haben an die Menschen appelliert, die von der Katastrophe betroffenen Orte zu umfahren und Helfer nicht zu behindern. "Bitte keinen Sensationstourismus", meldete die Stadt Erftstadt auf ihrer Internetseite. Aus der Städteregion Aachen hieß es, dass Gaffer die Aufräumarbeiten massiv behinderten. Schaulustige missachteten demnach Absperrungen und Anweisungen von Ordnungskräften.

6.59 Uhr: Fast alle Fahrzeuge von B265 in Erftstadt geborgen

Mehr als 100 Fahrzeuge waren auf der Bundesstraße 265 bei Erftstadt vom Hochwasser eingeschlossen. Jetzt sind bis auf zwei Lastwagen alle Fahrzeuge geborgen worden. Bis zu 800 Einsatzkräfte sind nach Angaben der Stadt weiter mit dem Abpumpen beschäftigt. Im Ortsteil Blessem besteht in der Nähe einer Abbruchkante akute Lebensgefahr.

6.53 Uhr: Bundesbehörde weist Kritik an zu späten Warnungen von sich

Der Leiter des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz hat die Warnungen vor dem Unwetter verteidigt. Schuster sagte im ZDF, das Problem sei, dass man oft noch eine halbe Stunde noch nicht wisse, welchen Ort es mit welcher Regenmenge treffe. Wo die Menschen mit Sirenen gewarnt worden seien, werde noch ermittelt. Bei den landesweiten Sirenenwarntagen hatte es wiederholt Pannen gegeben.

6.47 Uhr: Falschmeldung zur Steinbachtalsperre

Die Feuerwehr Euskirchen dementierte derweil Gerüchte, nach denen die Steinbachtalsperre gebrochen sei. Es habe Hunderte Notrufe gegeben. Ein Hubschrauber der Bundeswehr habe daraufhin den Damm überflogen und keine Risse festgestellt.

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00:00 Uhr: Merkel fordert "Sputen beim Kampf gegen Klimawandel"

Bundeskanzlerin Merkel auf einer Brücke im zerstörten Ort Schuld im Landkreis Ahrweiler

Bundeskanzlerin Angela Merkel drängte bei ihrem Besuch im Unwetter-Katastrophengebiet auf einen schnelleren Kampf gegen den Klimawandel. "Was wir sonst oft im Zusammenhang mit Afrika sagen - Anpassung an Klimawandel - das wird auch in Deutschland der Fall sein müssen, so schnell wie irgend möglich."

Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Merkel aus Eifel-Katastrophengebiet WDR aktuell 18.07.2021 46:41 Min. Verfügbar bis 18.07.2022 WDR

00.00 Uhr: Laschet erklärt kritisierten Heiterkeitsanfall

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat sein Scherzen und Lachen in Erftstadt bedauert. Im WDR-Fernsehen sagte er, dass er sich über die wenigen Sekunden ärgere - er habe den ganzen Tag emotionale Begegnungen gehabt, die ihn auch wirklich erschüttert hätten. "Das war unpassend, es ist nicht in Ordnung in einem solchen Moment zu lachen", so Laschet.

Hier die Unwetter-Ticker der vergangenen Tage zum Nachlesen:

Stand: 19.07.2021, 20:02

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