Unwetter-Ticker von Samstag (17.07.2021) zum Nachlesen

Aktuelle Lage in Erftstadt: Pressekonferenz mit Steinmeier und Laschet WDR aktuell 17.07.2021 20:26 Min. Verfügbar bis 17.07.2022 WDR

Unwetter-Ticker von Samstag (17.07.2021) zum Nachlesen

  • Merkel besucht Hochwassergebiet in Rheinland-Pfalz
  • Altmaier und Scholz kündigen Finanzhilfen an
  • Katastrophenfall im Berchtesgadener Land
  • Überflutungen auch in Ostsachsen
  • Laschet und Steinmeier versprechen Hilfe für Hochwasser-Betroffene
  • Mehr als 130 Todesopfer in NRW und Rheinland-Pfalz
  • Alle Infos im Unwetter-Live-Ticker

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Der heftige Dauerregen mit Überschwemmungen und Hochwasser hat dramatische Folgen in NRW. Mindestens 45 Menschen sind hier ums Leben gekommen. Bislang sind insgesamt mehr als 130 Menschen durch das Unwetter in NRW und Rheinland-Pfalz gestorben. Viele Flüsse und Bäche in der Eifel, im Bergischen Land, im Rheinland und Sauerland führen weiterhin Hochwasser.

Wir berichten aktuell aus den betroffenen Regionen in NRW - alle Infos hier im Live-Ticker:

Finanzminister Scholz kündigt Soforthilfe für Flutopfer an

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat eine Soforthilfe von mehr als 300 Millionen Euro für die Opfer der Flutkatastrophe angekündigt. Am Mittwoch wolle er dem Bundeskabinett den Plan für die Soforthilfe vorlegen, sagte Scholz der "Bild am Sonntag". Beim vorherigen Flutdesaster sei eine Soforthilfe des Bundes von "deutlich mehr als 300 Millionen Euro" nötig gewesen: "Da wird jetzt sicher wieder so viel gebraucht."

Olaf Scholz (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales, spricht bei einem Pressebriefing zur bevorstehenden IWF/Weltbank-Frühjahrstagung (IMFC) sowie zum virtuellem G20-Treffen der Finanzminister und Notenbank-Gouverneure.

Scholz will dem Kabinett am Mittwoch zudem ein milliardenschweres Aufbauprogramm für die betroffenen Regionen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz vorschlagen. Die zerstörten Häuser, Straßen und Brücken müssten zügig repariert werden. Die Soforthilfe des Bundes soll laut Scholz über die Länder Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ausgezahlt werden. Vor Ort könne am besten entschieden werden, wer am dringendsten Unterstützung brauche.

Die ersten Soforthilfen an die Betroffenen sollen nach Angaben des Ministers noch im Juli kommen. Die Bundesregierung will den Hochwasser-Opfern nach Angaben des Finanzministers auch mit Erleichterungen bei der Steuer entgegenkommen: "Zahlungen werden gestundet, es gibt auch besondere Abschreibungsregelungen."

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04.10 Uhr: Merkel besucht Hochwassergebiet in Rheinland-Pfalz

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Sonntagnachmittag die vom Hochwasser betroffenen Gebiete in Rheinland-Pfalz besuchen. Merkel werde sich in der Eifelgemeinde Schuld, die besonders schwer von der Unwetterkatastrophe getroffen wurde, ein Bild von der Lage machen. Im Anschluss ist ein Pressestatement in Adenau geplant - gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und weiteren rheinland-pfälzischen Ministern. Für Montag hat sich Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz angekündigt.

03.42 Uhr: Erdrutsch in Blessem - Experten prüfen Abbruchkante

In Erftstadt-Blessem wollen Fachleute am Sonntag die Stabilität des Untergrunds nach der Unwetterkatastrophe überprüfen. Die Experten sollen nach Angaben der Stadt die Abbruchkanten eines Erdrutsches untersuchen. Die Lage sei unverändert angespannt, da noch keine Klarheit zu den Bodenverhältnissen bestehe. In Blessem war durch die Fluten ein riesiger Krater entstanden, mindestens drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg stürzten ein. Der Ortsteil war evakuiert worden. Das Betretungsverbot bestehe weiter fort, teilte die Stadt mit. Die Polizei sichere den Ortsteil. Eine Rückkehr der Bewohner sei derzeit noch nicht möglich, da insbesondere im Bereich des Erdrutsches Lebensgefahr bestehe.

03.20 Uhr: Städte und Gemeinden fordern Reform des Bevölkerungsschutzes

Nach der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands fordert der Städte- und Gemeindebund eine grundlegende Reform des Bevölkerungsschutzes. "Die Katastrophe zeigt einmal mehr, dass wir den zivilen Bevölkerungsschutz neu, besser und nachhaltiger aufstellen müssen", sagt der Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe müsse verstärkt und die Frühwarnsysteme verbessert werden.

02.10 Uhr: Karliczek will mehr Forschung zu Extremwetter-Ereignissen

Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) fordert eine bessere Vorbereitung auf extreme Wetterphänomene. "Es geht um den Schutz von Menschenleben und um den Schutz von Eigentum und unschätzbaren Kulturgütern", sagt die CDU-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Der Trend zu extremen Wetterphänomenen auch als Folge des Klimawandels halte unvermindert an. Im Schnitt hätten sich die Ereignisse extremer Niederschläge, Hitze oder Sturm in den letzten dreißig Jahren nahezu verdoppelt. Der Klimawandel müsse gestoppt werden.

00.15 Uhr: Altmaier will Firmen mit Corona-Flutpauschale von 10.000 Euro entlasten

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will Unternehmen mit einer Pauschale von 10.000 Euro unter die Arme greifen, die von der Corona-Krise und der Hochwasserkatastrophe doppelt getroffen wurden. "Ich plädiere für eine Corona-Flutpauschale von bis zu 10.000 Euro für Unternehmen, die es doppelt schlimm getroffen hat", sagte Altmaier der "Bild am Sonntag". "Ich erwarte aber auch von den Versicherungen, jetzt schnell die Schadenssummen auszuzahlen und von den Geschäftspartnern getroffener Unternehmen, größtmögliche Kulanz zu zeigen."

23.45 Uhr: Niederländer öffnen Schleusen nicht für überfluteten deutschen Ort

Die niederländischen Behörden haben die Bitte des Bürgermeisters des nordrhein-westfälischen Wassenberg zum Öffnen der Schleusen der Rur in Roermond abgewiesen. Der niederländische Deichverband sehe keinen Zusammenhang zwischen einem Dammbruch an der Rur, wegen dem 700 Menschen in Wassenberg ihre Wohnungen verlassen mussten, und dem Schließen der Schleusen auf niederländischer Seite, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP.

22.46 Uhr: Katastrophenfall im Berchtesgadener Land

Der Pegel der Berchtesgadener Ache hat den historischen Höchststand von 3,57 Meter erreicht. Der Landkreis Berchtesgadener Land hat wegen Hochwassers den Katastrophenfall ausgerufen. Häuser evakuiert, Erdrutsche, überflutete Straßen, voll gelaufene Keller - in Oberbayern ist die Feuerwehr nach starkem Regen seit Samstagabend im Dauereinsatz. In dem Kreis gab es mindestens ein Todesopfer durch die Fluten. Bei einem zweiten Todesfall war zunächst noch unklar, ob die Überschwemmungen die Ursache waren, wie eine Sprecherin des Landratsamtes der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die Lage sei dramatisch, sagte ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Traunstein. Betroffen seien vor allem die Orte Berchtesgaden und Bischofswiesen im äußersten Südosten Bayerns. Dort schieße das Wasser aus den Bergen, gleichzeitig stiegen die Pegelstände des Flusses Ache an.

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Wegen abrutschender Hänge seien schon einzelne Häuser geräumt worden. Der Landkreis koordiniere ab sofort den Einsatz. Die Menschen in den Orten seien dazu aufgerufen worden, ihre Keller nicht mehr zu betreten. "Es kommen ständig Notrufe rein", sagte ein Polizeisprecher in Rosenheim. Im Landkreis Berchtesgadener Land seien sämtliche Feuerwehren gefordert. "Die Lage ist unübersichtlich", sagte der Sprecher. Bundesstraßen seien überflutet oder wegen Murenabgängen gesperrt worden.

22.35 Uhr: Flut zieht nach Hallein in Österreich

Nach starken Regenfällen sind in Österreich Teile der Innenstadt von Hallein bei Salzburg überflutet. Ein Bach hat sich zu einem reißenden Strom entwickelt, bestätigte die Polizei am Samstag entsprechende Videos, die im Internet zu sehen sind. "Die Situation ist sehr angespannt, teils dramatisch", sagte ein Polizeisprecher. Allerdings gebe es derzeit keine Hinweise auf Verletzte. Auch in anderen Teilen der österreichischen Alpen ist die Situation angespannt. So musste rund um Kitzbühel die Feuerwehr zahlreiche Keller leer pumpen.

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Menschen, die in ihren Häusern eingeschlossen waren, seien mit Hilfe von Booten oder Lastwagen geborgen worden, sagte Landesfeuerwehr-Kommandant Günter Trinker. Das Wasser floss laut Behörden am späten Abend teilweise wieder ab. Dennoch bleibe die Lage in der 22.000-Einwohner-Stadt angesichts möglicher neuer Regenfälle angespannt.

22.02 Uhr: Überflutungen auch in Ostsachsen

Extreme Regenfälle von teils mehr als 100 Litern pro Quadratmeter haben am Samstag auch in der Sächsischen Schweiz zu Überflutungen geführt. Einzelne Ortslagen seien nicht mehr erreichbar, teilte das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge am Abend mit. Besonders betroffen seien Neustadt, Sebnitz, Bad Schandau, Reinhardtsdorf-Schöna und Gohrisch. Nach Angaben des Landeshochwasserzentrums wurde am Abend am Pegel Neustadt 1 an der Polenz die Alarmstufe 4 überschritten.

20.48 Uhr: Lage an der Steinbachtalsperre entspannt sich etwas

Euskirchen: Helfer des Technischen Hilfswerks lassen Schläuche in die Steinbachtalsperre hinab, um das Wasser abzupumpen

Mit Hochleistungspumpen soll die Staumauer entlastet werden.

Die Lage an der Steinbachtalsperre, an der ein Absperrdamm zu brechen droht, entspannt sich nach Informationen der Feuerwehr Euskirchen offenbar. Nachdem der Ablauf geöffnet werden konnte und mehrere Pumpen laufen, können dort derzeit rund 460.000 Liter Wasser pro Minute aus dem Staubecken abgelassen werden. Dadurch sinkt der Pegel mit einer Geschwindigkeit von einem Meter pro zwölf Stunden. Entwarnung konnte die Feuerwehr aber noch nicht geben.

Steinbachtalsperre in Euskirchen

Staudamm der Steinbachtalsperre in Euskirchen

Laut einem Feuerwehrsprecher sind auch keine weiteren Beschädigungen zu den bereits seit zwei Tagen sichtbaren hinzu gekommen. Allerdings ist der Hang an der Staumauer beschädigt. Wenn nichts dazwischen kommt und das Wasser weiter so optimal laufen kann, könnte morgen Nachmittag oder Abend so viel Wasser aus der Talsperre abgelaufen sein, dass über eine Rückkehr der Menschen in ihre Häuser nachgedacht werden kann, so der Feuerwehrsprecher. Es gilt daher weiterhin die Aufforderung, nicht in die Häuser zurückzukehren.

20.04 Uhr: NRW-Bauministerin Scharrenbach hat Altena besucht

Scharrenbach ging es vor allem um eine Bestandsaufnahme und darum, ein Zeichen zu setzen, dass Hilfe auch gehört werde. Altena sei massiv getroffen, so Scharrenbach. Sie lobte die Einsatzkräfte und dankte der Bevölkerung, die in Altena mit großer Hilfsbereitschaft gerade alles wieder aufbaut. Für Betroffene versprach sie Landes- und Bundesgelder, die in der kommenden Woche zu beantragen seien. Aber auch die Städte und Gemeinden bekommen Gelder, teilweise sei die Infrastruktur völlig zerstört. In Zukunft müsse dann auch das Hochwassermanagement im Land überdacht werden, denn Rinnsale und kleine Bäche waren bislang nicht Teil der Vorsorgemaßnahmen.

19.51 Uhr: Experten sollen Abbruchkante nach Erdrutsch in Blessem untersuchen

In Erftstadt-Blessem wollen Fachleute am Sonntag die Stabilität des Untergrunds nach der Unwetterkatastrophe überprüfen. Die Experten sollen nach Angaben der Stadt die Abbruchkanten eines Erdrutsches untersuchen. Die Lage sei unverändert angespannt, da noch keine Klarheit zu den Bodenverhältnissen bestehe. In Blessem war durch die Fluten ein riesiger Krater entstanden, mindestens drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg stürzten ein. Der Ortsteil war evakuiert worden. Das Betretungsverbot bestehe weiter fort, teilte die Stadt mit. Die Polizei sichere den Ortsteil. Eine Rückkehr der Bewohner sei derzeit noch nicht möglich, da insbesondere im Bereich des Erdrutsches Lebensgefahr bestehe.

19.28 Uhr: #Laschetlacht: Kritik am Besuch des Ministerpräsidenten in Erftstadt

Kurz nach seinem gemeinsamen Besuch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Erftstadt, erntet NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) massive Kritik im Netz. Auf Videoaufnahmen ist zu erkennen, wie Laschet im Hintergrund lacht und feixt, während Steinmeier Journalisten gegenüber seine Betroffenheit über die Lage in Erftstadt ausdrückt. Auf Twitter trendet seitdem der Hashtag #Laschetlacht, unter dem ein User das Verhalten des Kanzlerkandidaten der Union beispielsweise als "inakzeptabel und unverzeihlich" bezeichnet.

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Am Abend entschuldigte sich Laschet auf Twitter für sein Verhalten. Er bedauere "den Eindruck, der durch eine Gesprächssituation entstanden ist", so der Ministerpräsident. "Dies war unpassend und es tut mir leid."

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19.08 Uhr: Zahl der Todesopfer steigt auf 45

Die Zahl der Hochwasser-Toten ist weiter gestiegen. "Wir haben insgesamt mindestens 45 Tote in Zusammenhang mit dem Hochwasser", sagt eine Sprecherin des Innenministeriums in Düsseldorf. Am Vortag hatte das Ministerium von mindestens 43 Todesopfern gesprochen.

17.15 Uhr: Mindestens vier Feuerwehrleute bei Hochwassereinsätzen in NRW gestorben

Bei den Hochwassereinsätzen in Nordrhein-Westfalen haben mindestens vier Feuerwehrleute ihr Leben verloren. Das teilte der Verband der Feuerwehren (VdF) mit. Neben den beiden in Altena und Werdohl gestorbenen Männern seien zwei weitere Todesfälle gemeldet worden. In Nettersheim (Kreis Euskirchen) sei ein Feuerwehrangehöriger bei einem Rettungseinsatz ums Leben gekommen. Ein weiterer Feuerwehrangehöriger aus Rheinbach (Rhein-Sieg-Kreis) sei beim Einsatz leblos aufgefunden worden und später im Krankenhaus gestorben.

16.01 Uhr: Schweriner Tafel sammelt Lebensmittel für Hochwasser-Opfer in Wuppertal

Mit haltbaren Lebensmitteln will die Schweriner Tafel den Hochwasser-Opfern in Schwerins (Mecklenburg-Vorpommern) Partnerstadt Wuppertal helfen. Tafel-Mitarbeitende wollen die Lebensmittel-Spenden am Sonntag und am Montag (18./19. Juli) jeweils von 10 bis 15 Uhr auf dem Schweriner Markt entgegennehmen, teilte der Norddeutsche Rundfunk (NDR) heute auf seiner Internetseite mit. Am Mittwoch will die Schweriner Tafel die Lebensmittel mit zwei Transportern nach Wuppertal fahren und dort verteilen. Die Idee für die Spenden-Sammlung hatte den Angaben zufolge der Chef der Schweriner Tafel, Peter Grosch. Ihn hätten die Bilder von der Katastrophe im Westen Deutschlands sehr berührt, heißt es. Er hoffe, dass die Tafel-Mitarbeiter mit zwei vollen Autos nach Wuppertal fahren können.

15.40 Uhr: Zahlreiche Sperrungen entlang der Volme in Hagen

Trümmer an der Volme durch das Hochwasser am 16. Juli 2021 bei Hagen

Auch in Hagen-Dahl war die Volme über die Ufer getreten.

In Hagen am Rande des Ruhrgebiets sind wegen des Hochwassers nach Polizeiangaben immer noch zahlreiche Straßen und Brücken gesperrt. Die meisten Sperrungen liegen in Vororten entlang des Flusses Volme, der über die Ufer getreten war. Das teilte die Polizei am Samstag mit. Die Brücken seien einsturzgefährdet, eine Fußgängerbrücke sei bereits eingestürzt. Auch eine Unterführung unter der Eisenbahn in der Grüntaler Straße in Altenhagen war gesperrt. "Es besteht Lebensgefahr!", schrieb die Polizei. Sie bat dringend darum, die Absperrungen zu beachten, sie nicht zu umfahren oder beiseite zu räumen.

15.21 Uhr: Kohlekraftwerk Weisweiler läuft mit verminderter Leistung

Damm-Durchbruch des Flusses Inde in den Braunkohle-Tagebau Inden/Altdorf

Die Inde hatte einen Damm durchbrochen und den Tagebau geflutet.

Die Flutkatastrophe hat auch das Kohlekraftwerk Weisweiler und andere Standorte des Energiekonzerns RWE getroffen. Das Unternehmen schätzte die Schäden heute auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Die Stromerzeugung des Kraftwerks Weisweiler bei Eschweiler laufe nur mit reduzierter Kraft, teilte RWE in Essen mit. Am Donnerstag hatte der Fluss Inde bei Lamersdorf einen Deich überspült und war in den Tagebau Inden gelaufen. Von dort wird das Kraftwerk mit Braunkohle versorgt. Zwar habe sich die Lage mit sinkenden Pegelständen stabilisiert. Ziel sei, Ende kommender Woche in Inden erstmals wieder Kohle zu fördern. Es sei aber noch unklar, wann der Tagebau und die Stromerzeugung wieder in vollem Umfang arbeiten könnten.

15.09 Uhr: Polizei in Euskirchen warnt Schaulustige vor Drohneneinsatz

Die Polizei im nordrhein-westfälischen Euskirchen hat Neugierige davor gewarnt, in die Hochwassergebiete zu kommen. Zudem sollten Privatleute keine Drohnen über Einsatzgebieten von Polizei und Rettungsdienst fliegen lassen. "Sie behindern dadurch die Drohnen der Rettungskräfte!", schrieb die Polizei, die unter anderem für das Gebiet an der bedrohten Steinbachtalsperre zuständig ist, auf Twitter. Zudem sei der Drohneneinsatz unzulässig und stelle eine Ordnungswidrigkeit dar.

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14.54 Uhr: Polizei sucht mit Hubschraubern nach Opfern in Ahrweiler

Nach der Hochwasserkatastrophe will die Polizei in den besonders schwer zugänglichen Regionen im Raum Ahrweiler mit Hubschraubern nach weiteren Opfern der Flut suchen. Das Gebiet werde in Sektoren eingeteilt, und es würden Luftaufnahmen gemacht, teilte die Polizei in Koblenz am Samstag mit. Die Sektoren würden dann von Einsatzkräften systematisch abgesucht. Die Suche soll Sonntagabend bis zum Einbruch der Dunkelheit abgeschlossen sein. Über weitere Suchen werde dann entschieden.

14.09 Uhr: Absperrdamm an Steinbachtalsperre droht zu brechen

Unterhalb der Steinbachtalsperre droht weiterhin akute Überflutungsgefahr. Ein Absperrdamm dort ist äußerst instabil und droht zu brechen. Große Teile des Dammes sind durch Überströmung weggebrochen. Parallel lastet durch den hohen Wasserstand ein enorm hoher Druck auf dem Damm. Inzwischen konnte der Ablass am Grund der Talsperre freigelegt werden, über den Wasser unter der Staumauer abgeleitet werden kann. Mit Hilfe von zusätzlichen Pumpen können nun fast sechs Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus der Talsperre abgelassen werden. Eine Entwarnung kann nach Experteneinschätzung allerdings erst bei einer Zweidrittel-Entleerung gegeben werden. Dies könnte nach vorsichtiger Schätzung morgen Nachmittag gegen 15 Uhr erreicht sein. Vorsorglich sind weitere Evakuierungen im Bereich der Steinbachtalsperre geplant.

13.30 Uhr: Steinmeier und Laschet in Erftstadt

"In der Not steht unser Land zusammen", mit diesen Worten lobte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) die Solidarität, die weite Teile Deutschlands mit den Menschen in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten zeigten. Er dankte den Einsatzkräften für ihre Arbeit aber auch den zahlreichen Mitarbeitern der Kommunen.

Wichtig sei nun, dass diese Solidarität und Hilfsbereitschaft auch anhalte, wenn die mediale Aufmerksamkeit abebbe und nicht mehr jeden Tag über die Flutkatastrophe berichtet werde. "Denn vielen Menschen ist nicht mehr geblieben als ihre Hoffnung", so Steinmeier. "Und diese Hoffnung dürfen wir ihnen nicht nehmen."

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Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) betonte erneut, dass das Land schnell und unbürokratisch Hilfe anbieten wolle. Dabei sei es aber wichtig, dass "Land und Bund zusammenarbeiten", so Laschet. Er versicherte, dass es eine strukturelle Hilfe geben werde, die auch Menschen zu teil werde, die nicht versichert seien. Dies sei auch nötig um zu verhindern, dass unzählige Menschen obdachlos würden.

Mit diesen Mitteln sei es auch möglich, diese Krise zu meistern, sagte Frank Rock (CDU), Landrat des Rhein-Erft-Kreises. Auch Erftstadts Bürgermeisterin Carolin Weitzel (CDU) rief die Bewohner der Stadt auf, durchzuhalten und den Mut trotz der dramatischen Lage nicht zu verlieren.

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13.08 Uhr: Große Hilfsbereitschaft in Hagen

In Hagen packen neben etlichen Rettungskräften auch viele Privatleute mit an. Umzugsunternehmer schleppen teilweise gratis noch Möbel aus Häusern, Menschen aus ganz NRW helfen mit eigens mitgebrachten Schubkarren, Schutt und Geröll von den Straßen zu räumen. Die Menschen fahren die Staßen ab und fragen, wo sie helfen können.

13.00 Uhr: Gefängnis in Euskirchen geräumt

Wegen der Unwetterkatastrophe musste auch die Justizvollzugsanstalt Euskirchen weitgehend geräumt werden. Die Versorgung mit Strom und Wasser sei gestört, sagte ein Sprecher der Landesjustizvollzugsdirektion NRW heute. Ein Teil der Gefangenen sei deshalb in andere Anstalten verlegt worden, für andere gebe es Vollzugslockerungen wie Langzeitausgänge. Einige Häftlinge seien auch in Euskirchen geblieben.

12.54 Uhr: Keine Entwarnung in Ophoven

Die Straßen in Ophoven, einem Stadtteil von Wassenberg (Kreis Heinsberg), sind überflutet

Nach dem Bruch eines Damms im Bereich der unteren Rur bleiht die Lage im evakuierten Wassenberger Ortsteil Ophoven angespannt. Nach Angaben der Feuerwehr steht das Gebiet teilweise unter Wasser und es sei immer noch zu gefährlich, sich dort aufzuhalten. Eventuell müssten auch noch die Stadtteile Effeld und Steinkirchen evakuiert werden - dort sei die Gefahr noch nicht gebannt. Die Stadt teilte aber mit, dass die Wasserpegel derzeit stagnieren.

12.35 Uhr: Polizei sperrt Erftstadt-Blessem großräumig ab

Die Rettungsaktion im Erftstädter Ortsteil Blessem ist offiziell abgeschlossen. 170 Menschen wurden nach Informationen des Rhein-Erft-Kreises durch Strömungsretter und Hubschrauber gerettet. Nun laufen dort noch Bergungsarbeiten, bei denen bislang keine Verletzte oder Tote gefunden wurden.

Die Polizei hat den Ortsteil großräumig abgesperrt, weil der Boden offenbar nicht stabil genug ist. Als die Erft gestern über die Ufer trat, waren Straßen und Häuser teilweise unterspült worden - Teile des Bodens in der Stadt wurden eingedrückt. Die Polizei befürchtet jetzt, dass weitere Teile des Bodens zusammenbrechen könnten.

12.19 Uhr: Kreis Ahrweiler bittet um Stopp bei Hilfslieferungen

Der Bürgermeister von Remagen hat stellvertretend für den Kreis Ahrweiler alle Menschen, die den Anwohnern in dem vom Hochwasser betroffenen Gebiet helfen wollen, dringend gebeten, vorerst keine Lieferungen mit Lebensmitteln und Kleidung mehr auf den Weg zu bringen. Es seien bereits große Mengen an Hilfslieferungen angekommen, die Lager seien voll und die Annahme und Verwaltung binde zu viele Kräfte, die an anderer Stelle dringender benötigt werden. Ähnlich gestaltet sich die Lage in Bonn. Die Stadt bittet auch auf Twitter darum von weiteren Sachspenden abzusehen.

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12.00 Uhr: Fahrzeugbergung mit Panzer

Panzer im Einsatz bei den Aufräumarbeiten der von den Unwettern betroffenen Gebiete in NRW

Panzer auf der Bundesstraße

Auf der Bundesstraße 265 bei Erftstadt in Nordrhein-Westfalen hat die Bundeswehr begonnen, die von den Fluten eingeschlossenen Fahrzeuge mit Radpanzern zu bergen. Menschen seien in den Lastwagen und Autos bisher nicht entdeckt worden, teilte die Feuerwehr der Stadt Erftstadt heute mit.

Auf einer bei den Unwettern überfluteten Straße sind nur noch die Dächer der Autos im Wasser zu erkennen

Auf der B265 sind nur noch die Autodächer zu sehen

Die B 265 war komplett überflutet worden. Die Wassermassen kamen so schnell, dass die Fahrer ihre Autos stehen lassen mussten. Aus der Vogelperspektive sieht man nur noch die Dächer der Wagen aus dem Wasser ragen.

11.20 Uhr: Rhein: Nach Höchststand fällt Wasserstand wieder

Das Rhein-Hochwasser hat bei Köln in der Nacht zum Samstag seinen Höchststand mit 8,06 Metern erreicht, danach fiel laut Städtischen Entwässerungsbetrieben der Wasserstand wieder. In den nächsten Tagen werde der Rheinwasserstand in Köln weiterhin fallen, hieß es am Vormittag.

10.53: Wasser in Bonner Stellwerk legt Zugverlehr lahm

In Bonn ist ein Stellwerk vollgelaufen. Zurzeit ist deshalb auf der linksrheinischen Strecke zwischen Köln und Koblenz kein Zugverkehr möglich. Die Bahn weicht auf rechtsrheinische Stecken aus. Besonders stark beschädigt sind die Strecken im Ahrtal. Dort sind mehrere Eisenbahnbrücken eingestürzt.

Verkehrsexperten vermuten, dass es Jahre dauern wird, bis auf der Ahrstrecke wieder normaler Zugverkehr stattfinden kann. Auch die Eifelstrecke von Bonn in Richtung Euskirchen ist vorerst nicht in Betrieb.

10.20 Uhr: Hilfsbereite Mitbürger

Helfende bei einer Hilfsaktion des WDR in Köln-Dellbrück für die Opfer der Unwetterkatastrophe in NRW

Ein Anhänger voller Hilfsgüter

Der Kölner Jürgen Baum hat spontan über die Aktion bei WDR 2 eine Spendenaktion in einer Siedlung in Köln-Dellbrück initiiert. Nun fährt er nach Koordination durch den WDR mit seinen Hilfsgütern nach Blumenthal bei Schleiden in der Eifel.

Unter dem Motto "Der Westen hält zusammen. WDR hilft helfen" hat der WDR eine Hilfsaktion für die Betroffenen der Unwetterkatastrophe in Nordrhein-Westfalen gestartet. Ziel der Aktion ist es, Hilfesuchende und Menschen, die helfen möchten, zusammenzubringen.

10.00 Uhr: Fluss Maas droht weitere Orte zu überfluten

In Roermond drohen weitere Stadtteile von der Maas überflutet zu werden. Darunter ein outlet-Geschäftszentrum. Der Höchststand der Maas hat inzwischen auch Venlo erreicht. Hier mussten gestern schon rund 11.000 Meschen ihre Häuser verlassen. Auch flussabwärts werden weitere Dörfer teilweise evakuiert. Die Flutwelle drückt länger als zunächst erwartet gegen die Deiche. Zudem könnten sie durch umhertreibende Wohnwagen, Baumstämme und Autos zusätzlich beschädigt werden.

Überall entlang der Maas wurden und werden deshalb weiterhin die Deiche mit Sandsäcken stabilisiert. Auch das niederländische Heer ist im Einsatz. Militärjets mit Infrarotkameras überfliegen regelmäßig die Maas, um mit Infrarotkameras mögliche Risse in den Deichen frühzeitig zu erkennen.

9.59 Uhr: Rettungsaktion in Erftstadt-Blessem abgeschlossen

Der Stadteil Blessem in Erftstadt steht komplett unter Wasser.

Alles überflutet: Erftstadt-Blessem

Im schwer vom Hochwasser bedrohten nordrhein-westfälischen Erftstadt-Blessem südlich von Köln ist die Rettungsaktion für Anwohner einem Sprecher des Rhein-Erft-Kreises zufolge abgeschlossen. 170 Menschen seien teils mit Hilfe von Hubschraubern aus dem überfluteten Gebiet gerettet worden, sagt der Sprecher. Bislang sei nichts über Schwerverletzte oder Tote bekannt. Es sei aber nicht auszuschließen, dass die Retter bei den Aufräumarbeiten Tote finden könnten.

8.51 Uhr: Klimaschutz: Umweltministerin fordert mehr Geld für Kommunen

Bundesumweltministerin Svenja Schulze

Bundesumweltministerin Svenja Schulze

Zieht das Unwetter nun auch eine Wende in der Klimapolitik nach sich? Zumindest müssten nun noch mehr Anpassungsmaßnahmen erfolgen, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze im WDR-Interview. "Es muss dauerhaft Geld für die Kommunen geben, damit sie diesen Umbau auch machen können. Damit sie entsiegeln können. Damit sie neue Räume für das Wasser schaffen können. Damit insgesamt der Umbau da schneller vorangeht als das im Moment der Fall ist.“

8.00 Uhr: Lage in Erftstadt bleibt angespannt

In der besonders vom Hochwasser betroffenen nordrhein-westfälischen Ortschaft Erftstadt-Blessem bleibt die Lage weiter angespannt. Die gute Nachricht: Es gibt dort bislang keine bestätigten Todesopfer.

Da die Arbeiten der Rettungskräfte im Bereich Blessem noch in vollem Gange sind, könne man nicht ausschließen, noch Todesopfer zu finden. Belastbare Zahlen zu Vermissten gebe es nicht. Im Stadtteil Blessem waren mindestens drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg eingestürzt. In anderen Teilen des Kreises gingen die Pegelstände unterdessen zurück, im Norden habe man Evakuierungen aufheben können.

Am Samstagmittag will Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zusammen mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) Erftstadt besuchen.

7.45 Uhr: 19.000 Rettungskräfte im Einsatz

In Hagen, Altena und Solingen haben die Aufräumarbeiten begonnen. Insgesamt sind über 19.000 Rettungskräfte in NRW im Einsatz. Und der Einsatz wird wohl auch noch andauern. An vielen Orten müssen zum Beispiel auch Stromleitungen repariert oder sogar neu verlegt werden.

7.30 Uhr: Lage bei Wassenberg-Ophhoven stagniert

In Ophoven versuchen Mitarbeiter der Feuerwehr die Wassermassen mit Sandsäcken einzudämmen

Ophoven: Sandsäcke gegen Wassermassen

Die Lage rund um Wassenberg-Ophoven stagniert. An einigen Stellen geht der Pegel der Rur aber wieder zurück. Die Stromversorgung ist nicht gefährdet. Das entsprechende Umschaltwerk ist gesichert. Die Niederlande haben den Zulauf der Rur in die Maas gestoppt.Dort befüchtet man für heute Pegel-Höchststände - sowohl in Venlo als auch in Roermond.

7.00 Uhr: Polizei Koblenz meldet über 90 Tote

Nach der Hochwasserkatastrophe im Großraum Ahrweiler ist die Zahl der Todesopfer bis heute nach Polizeiangaben auf über 90 gestiegen. Es sei zu befürchten, dass noch weitere Todesopfer hinzukommen, teilte die Polizei Morgen mit. Insgesamt liege dem Polizeipräsidium die Meldung über insgesamt 618 Verletzte vor. Auch diese Zahl könne sich noch weiter erhöhen. Auch mehr als zwei Tage nach dem Unglück werden noch Menschen vermisst.

6.20 Uhr: Ophoven im Kreis Heinsberg evakuiert

Wasserflut in Ophoven

Der Damm der Eifel-Rur ist an einer Stelle in Wassenberg im Kreis Heinsberg gebrochen, an einer weiteren Stelle droht ein weiterer Dammbruch. Rettungskräfte haben den Ortsteil Ophoven evakuiert. Einige der 700 Einwohner haben sich zunächst geweigert, ihr Hab und Gut zu verlassen. Überschwemmungen wurden auch in Teilen der Orte Effeld und Steinkirchen erwartet. Die knapp 1.600 Menschen dort durften aber in ihren Häusern bleiben.

Mögliche Ursache für den Dammbruch: Dort, wo die Rur in die Maas fließt, wurden nach Angaben des Wassenberger Bürgermeisters Marcel Maurer auf niederländischer Seite die Schleusenklappen geschlossen, sodass es zum Rückstau der Wassermassen kommt.

6.12 Uhr: Hilfe für Hochwasser-Betroffene

Für Hochwasser-Betroffene in Nordrhein-Westfalen wurden Steuer-Erleichterungen in Aussicht gestellt. Die Finanzverwaltung hat einen Katastrophenerlass in Kraft gesetzt: Wer Hausrat und Kleidung neu anschaffen oder Schäden am Haus beheben muss, kann das von der Steuer absetzen. Die Finanzämter wurden auch angewiesen, Steuern bei Betroffenen zu stunden oder Vorauszahlungen niedriger anzusetzen.

6.00 Uhr: Venlo von Überschwemmungen betroffen

Wegen des Hochwassers haben in den Niederlanden Tausende Menschen am Freitag ihre Häuser im Süden des Landes verlassen und sich in Sicherheit gebracht. Unter anderem ist die Stadt Venlo mit rund 100.000 Einwohnern von Überschwemmungen betroffen.

5.30 Uhr: Weiter massive Probleme im Zugverkehr

Bei der Deutschen Bahn gibt es wegen des Hochwetters auch heute noch viele Probleme. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr sagt zum Beispiel, dass die Strecke der RB59 im Bereich Dortmund-Aplerbeck Süd gesperrt ist. Zwischen Dortmund und Unna fahren Busse. Auch die Strecke zwischen Witten und Hagen ist noch gesperrt. In der Städteregion Aachen kommte es auch immer wieder zu Zugausfällen und Verspätungen.

Viele Strecken sind noch komplett gesperrt oder eingeschränkt befahrbar. Die Wassermassen haben Gleise, Weichen und viele Bahnhöfe stark beschädigt. Allein in NRW sind mehr als 600 Kilometer Gleise beschädigt. Wie lange die Reparatur dauert, ist völlig offen.

5.00 Uhr: Steinmeier kommt nach Erftstadt

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt heute in den Rhein-Erft-Kreis. Nach Angaben der NRW-Staatskanzlei besucht das Staatsoberhaupt am Mittag zusammen mit Ministerpräsident Armin Laschet Erftstadt. Steinmeier will sich in der Feuerwehrleitzentrale ein Bild von der aktuellen Lage machen und mit Rettungskräften sprechen.

03.30 Uhr: Die Arbeiten in Ophoven dauern weiter an

Da das Wasser an einigen Stellen weiterhin bei einem Meter Höhe steht, sind Feuerwehr und freiwillig Helfende weiterhin dabei, Häuser mit Sandsäcken vor weiteren Schäden zu schützen. WDR-Reporterin Julia Küppers berichtet aus Ophoven von einer engagierten und hilfsbereiten Atmosphäre bis in die frühen Morgenstunden.

00.02 Uhr: Städte- und Gemeindebund fordert schnelle Hilfe nach Unwetterkatastrophe

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert schnelle Hilfen von Bund und Ländern nach der Unwetterkatastrophe, aber auch verkürzte Planungsverfahren für Klima- und Katastrophenschutzprojekte. In den betroffenen Städten und Kreisen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz seien Teile der Infrastruktur weitgehend zerstört, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (RND).

"Hier brauchen wir einen nationalen Kraftakt des Bundes und der betroffenen Bundesländer, mit dem der Wiederaufbau schnell und unbürokratisch organisiert und finanziert werden kann." Es müssten kurzfristig Ersthilfen bereitgestellt werden, aber auch Finanzzusagen für nötige Baumaßnahmen erfolgen.

Nach dem Starkregen: Die Katastrophenlage in NRW in Bildern

Es sind Bilder, die fassungslos machen. Sie lassen das Leid der Betroffenen erahnen. Und die gewaltigen Dimensionen der Starkregen- und Hochwasser-Katastrophe in NRW.

18. Juli 2021: Drei Kühe in Goch sind auf einer Wiese in eine missliche Lage geraten. Die Niers war übergelaufen. Die Feuerwehr lotste die Kühe schließlich auf eine andere Wiese.

18. Juli 2021: Die Wasserrettung in Erftstadt sucht weiter nach Vermissten.

18. Juli 2021: In Erftstadt-Blessem sind Menschen zur Polizei gegangen, um sich als "lebend" zu melden. Es bildeten sich lange Schlangen. Wie viele Menschen genau noch vermisst werden, ist unklar.

17. Juli 2021: Was für ein Wust: Nach dem Hochwasser liegen in Bad Münstereifel Strom-, Gas- und Telefonkabel offen.

17. Juli 2021: Auf der A61 im Dreieck Erfttal ist auf fast 100 Metern Länge eine Lärmschutzwand weggespült worden. Gutachter sollen jetzt untersuchen, ob der Untergrund noch stabil genug ist. Dienstag will die Autobahn GmbH einen Überblick über entstandene Schäden geben.

17. Juli 2021: In Altena gestalten sich die Aufräumarbeiten auch drei Tage nach den Unwettern noch schwierig. Im Grennigloher Weg sind 25 Häuser komplett von der Außenwelt abgeschnitten.

17. Juli 2021: Das Problem ist, dass dort ganze Straßen weggebrochen sind. Die Helfer von THW und Feuerwehr müssen deswegen zu Fuß den Berg hinauf.

17. Juli 2021: Die Aufräumarbeiten auf der Bundesstraße 265 bei Erftstadt gehen voran. Auch weil das Wetter ausnahmsweise mitspielt.

17. Juli 2021: Am Morgen hatte die B265 noch ausgesehen wie ein bewachsenes Flussbett. Nur noch die Dächer der Autos waren da zu sehen.

17. Juli 2021: Wie Spielzeug stapeln sich in den Fluten die Lastwagen übereinander.

17. Juli 2021: Um an den Stellen, wo das Wasser schon abgelaufen ist, die Fahrzeuge weg zu räumen, setzt die Bundeswehr Panzer ein.

17. Juli 2021: Im Kreis Heinsberg in der Nähe zur niederländischen Grenze ist derweil noch nicht an Aufräumen zu denken. Nachdem ein Damm der Eifel-Rur gebrochen ist, musste der Ort Ophoven evakuiert werden.

17. Juli 2021: Helfer packen in Ophoven überall mit an.

17. Juli 2021: Drohnenbilder zeigen das ganze Ausmaß der Unwetter-Katastrophe - wie hier in Hagen.

17. Juli 2021: Dort, wo sich das Wasser zurückgezogen hat, bleibt eine Stein- und Gerölllandschaft übrig.

16. Juli 2021: Auch wenn von oben nichts mehr kommt, in Erftstadt ist viel zerstört worden.

16. Juli 2021: Helfer bergen Autos aus der schlammigen Brühe.

15. Juli 2021: Als reißender Strom ergießen sich die Wassermassen in den Tagebau Inden.

16. Juli 2021: Bei den verheerenden Bildern wissen die Betroffenen kaum, wo sie anfangen sollen. Diese Frau packt in Altena an.

16. Juli 2021: In Erkrath stapelt sich Sperrmüll aus Kellern und Garagen. Durch Wasser und Schlamm ist alles unbrauchbar geworden.

16. Juli 2021: In Monschau haben erste Aufräumarbeiten begonnen. Hier ist unter anderem das Pflaster in der Altstadt hochgekommen.

16. Juli 2021: Auch im Nachbarland Belgien spitzt sich die Lage zu. In diesem Fall müssen die Retter nicht nur gegen das Wasser, sondern auch Feuer in einem Haus kämpfen.

15. Juli 2021: In Erftstadt ist die Lage weiterhin dramatisch. Mehrere Häuser und ein Teil der historischen Burg sind eingestürzt.

In Erftstadt-Blessem sind Straßen überflutet.

Ebenfalls in Erftstadt steht ein Friedhof unter Wasser.

Ein trauriges Bild von einem Ort der Trauer.

Nicht die Lkw haben sich in die Erft verirrt ...

... sondern der Fluss hat in der Nähe von Erftstadt die Straße großflächig überflutet.

In Hagen hilft die Bundeswehr bei den Räumarbeiten.

Passanten stehen in der stark betroffenen Stadt an einer mit Geröll übersäten Straße im Ortsteil Hohenlimburg.

Blick auf die Wupper-Talsperre. Aus dem Becken wird Wasser abgelassen, um den Druck auf die Staumauern zu reduzieren.

Ein Anwohner steht im Hagener Ortsteil Hohenlimburg vor seinem zerstörten Auto.

Eine Straße meterhoch unter Wasser - so sah es am Donnerstagmorgen vor einem Haus in Erkrath (Kreis Mettmann) aus.

Ebenfalls hart getroffen hat es den Iserlohner Stadtteil Lasbeck: 36 Wohnungen mussten geräumt werden.

So sah die Sülz in Untereschbach, einem Stadtteil von Overath im Rheinisch-Bergischen Kreis aus.

In Swisstal im Rhein-Sieg-Kreis mussten Menschen per Hubschrauber mithilfe einer Seilwinde gerettet werden.

15. Juli 2021: Chaotisch auch die Lage in Hagen - dort hat das Unwetter besonders mächtig getobt.

Vor den Fenstern eines Hauses im Bergischen Land steht meterhoch das Wasser.

An einem Haus in Bergisch Gladbach sehen die Schäden, die das Hochwasser angerichtet hat, verheerend aus.

In Vicht, einem Stadtteil von Stolberg bei Aachen, hat das Unwetter ebenfalls eine Spur der Verwüstung hinterlassen

Immer mehr, immer weiter - in Mülheim breitete sich die Ruhr aus.

Auch Südwestfalen blieb von dem Unwetter nicht verschont.

Durch Lückerath, einem Stadtteil von Bergisch Gladbach, bahnte sich das Hochwasser seinen Weg.

Für schwere Schäden sorgte der Starkregen auch in Bad Münstereifel.

Am Agger-Ufer in Lohmar wurden Sandsäcke aufgestellt.

So wie hier sah es in vielen Kellern aus - für manch einen wurde der Keller zur Todesfalle.

Auf der Bahnstrecke zwischen Essen und Wuppertal waren die Gleise überflutet.

In Altena im Märkischen Kreis war nach dem Unwetter eine Straße stark beschädigt.

In Euskirchen hängt nach dem Starkregen ein Wohnwagen im Uferbereich der Erft.

Wassermassen auf einer Straße in Stolberg bei Aachen

Alles mit Regen geflutet - und in Rheinbach blieb ein Auto stecken.

Ein Parkplatz nach den starken Regenfällen in Hagen.

Die Bundeswehr rücktean, um den Menschen in Hagen zu helfen.

In Hagen-Dahl hat das Unwetter eine Brücke zerstört.

Stand: 18.07.2021, 04:39

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