Unwetter-Ticker von Freitag (16.07.2021) zum Nachlesen

Unwetter-Ticker von Freitag (16.07.2021) zum Nachlesen

  • Damm der Rur in Ophoven gebrochen
  • weitere Tote nach Einsturz von Häusern in Erftstadt befürchtet
  • Insgesamt mindestens 43 Todesopfer in NRW
  • 19.000 Helfer im Einsatz
  • Alle Infos im Unwetter-Live-Ticker

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Der heftige Dauerregen mit Überschwemmungen und Hochwasser hat dramatische Folgen in NRW. Mindestens 43 Menschen sind ums Leben gekommen. Insgesamt sind mehr als 100 Menschen durch das Unwetter in NRW und Rheinland-Pfalz gestorben. Viele Flüsse und Bäche in der Eifel, im Bergischen Land, im Rheinland und Sauerland führen weiterhin Hochwasser. Straßen sind überschwemmt und Keller vollgelaufen.

Das Wasser fließt eine Straße im Ort entlang, zerdrückte Autos liegen auf einer Zufahrt. Der Vichtbach war hier über die Ufer getreten.

Am Freitagabend ist der Damm der Rur in Ophoven gebrochen, 700 Einwohner müssen in Sicherheit gebracht werden. Besonders dramatisch ist weiterhin die Lage in Erftstadt. Im Stadtteil Blessem ist es zu massiven und schnell fortschreitenden Unterspülungen von Häusern gekommen. Riesige Erdlöcher klaffen in der Stadt, Häuser sind eingestürzt. Es gab bereits mehrere Todesopfer und mit weiteren wird gerechnet.

Wir berichten aktuell aus den betroffenen Regionen in NRW - alle Infos hier im Live-Ticker:

03.30 Uhr: Die Arbeiten in Ophoven dauern weiter an

Da das Wasser an einigen Stellen weiterhin bei einem Meter Höhe steht, sind Feuerwehr und freiwillig Helfende weiterhin dabei, Häuser mit Sandsäcken vor weiteren Schäden zu schützen. WDR-Reporterin Julia Küppers berichtet aus Ophoven von einer engagierten und hilfsbereiten Atmosphäre bis in die frühen Morgenstunden.

00.02 Uhr: Städte- und Gemeindebund fordert schnelle Hilfe nach Unwetterkatastrophe

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert schnelle Hilfen von Bund und Ländern nach der Unwetterkatastrophe, aber auch verkürzte Planungsverfahren für Klima- und Katastrophenschutzprojekte. In den betroffenen Städten und Kreisen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz seien Teile der Infrastruktur weitgehend zerstört, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (RND).

"Hier brauchen wir einen nationalen Kraftakt des Bundes und der betroffenen Bundesländer, mit dem der Wiederaufbau schnell und unbürokratisch organisiert und finanziert werden kann." Es müssten kurzfristig Ersthilfen bereitgestellt werden, aber auch Finanzzusagen für nötige Baumaßnahmen erfolgen.

23.00 Uhr: Damm der Rur in Ophoven gebrochen

Rettungskräfte beginnen jetzt nach WDR-Informationen mit der Evakuierung des Ortsteils der Stadt Wassenberg im Kreis Heinsberg. 700 Einwohner werden in Sicherheit gebracht. Aufgrund der Hochwasserlage können Teile der Ortschaften Effeld und Steinkirchen überflutet werden. Dort leben knapp 1.600 Menschen. Die beiden Orte müssen aber momentan nicht evakuiert werden.

Die Ursache ist laut Bürgermeister Marcel Maurer, dass an der Stelle, wo die Rur in die Maas fließt, auf niederländischer Seite Schleusenklappen geschlossen wurden, sodass es momentan zum Rückstau kommt. Der Bürgermeister nimmt Kontakt mit den Niederländern auf, damit dort wieder die Schleusen geöffnet werden.

21.06 Uhr: Verstopfung an Steinbachtalsperre behoben

Steinbachtalsperre Überflutung

Noch immer wird Wasser aus der Steinbachtalsperre abgepumpt

Die Lage an der Steinbachtalsperre entspannt sich. Nach Informationen der Bezirksregierung Köln ist der bislang nach der Hochwasserkatastrophe verstopfte Grundablass der Talsperre jetzt freigelegt. Über diese Öffnung kann jetzt Wasser kontrolliert abgelassen werden, um den Druck auf dem Bauwerk zu senken. Das THW pumpt zusätzlich Wasser ab.

Am Nachmittag hatte der Kreis Euskirchen gemeldet, dass eine Drohne keine kritischen Risse an dem Bauwerk entdeckt hatte. Der Kreis schätzte die Lage aber weiterhin kritisch ein. Die Orte Swisttal und Rheinbach unterhalb der Talsperre bleiben evakuiert. Bewohner werden davor gewarnt, in die Häuser zurückzukehren.

20.22 Uhr: Entwarnung oder neuer Regen? Die Aussichten

Immerhin eine gute Nachricht für die Unwetter-Betroffenen in NRW: Es kündigt sich kein neuer Regen an. Aber dort, wo das Wasser hoch steht, gilt noch keine Entwarnung.

20.11 Uhr: Noch viele Menschen ohne Strom

Im Westen Deutschlands waren am Nachmittag noch rund 102.000 Menschen ohne Strom. Das Unwetter sorgten weiterhin für Ausfälle in der Stromversorgung in NRW und Rheinland-Pfalz, teilte der Energieversorger Westenergie mit. Es werde mit Hochdruck daran gearbeitet, die Stromversorgung wiederherzustellen. Etwa zehn Umspannanlagen seien noch von den Überschwemmungen direkt betroffen.

19.53 Uhr: Steinmeier kommt nach Erftstadt

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt am Samstag in den Rhein-Erft-Kreis. Nach Angaben der NRW-Staatskanzlei besucht das Staatsoberhaupt am Mittag zusammen mit Ministerpräsident Armin Laschet Erftstadt. Steinmeier will sich in der Feuerwehrleitzentrale ein Bild von der aktuellen Lage machen und mit Rettungskräften sprechen.

Überflutete Straße in Erftstadt

In der Stadt wird noch immer nach Menschen gesucht - unter anderem auch in verschütteten Autos. Rettungskräfte suchen die Wagen mit Booten ab.

19.48 Uhr: Aufräumarbeiten laufen

Was vor Tagen noch in der eigenen Wohnung oder dem Haus stand, ist nach dem Unwetter nur noch Müll. So wie hier in Altena wird gerade an vielen Orten in NRW aufgeräumt. Die Wassermassen haben große Teile zerstört.

Eine Helferin trägt zerstörtes Mobiliar aus Häusern in Altena

19.38 Uhr: Verunreinigtes Trinkwasser in Eschweiler

Die Menschen in Eschweiler werden dringend davor gewarnt, das Trinkwasser zu trinken. Die Stadt warnt vor Verunreinigungen. Das Wasser dürfe nur für Toilettenspülungen, Duschen oder Wäschewaschen verwendet werden. Es könne auch nicht abgekocht werden.

19.28 Uhr: Suche nach RWE-Mitarbeiter erfolglos

Nach einem im Braunkohletagebau Inden bei Aachen vermissten RWE-Mitarbeiter ist auch heute erfolglos gesucht worden. Das Unternehmen geht nicht mehr davon aus, dass der 58-Jährige noch lebend gefunden wird. Am Morgen sei über dem überschwemmten Gebiet eine Drohne zum Einsatz gekommen, sagte ein RWE-Sprecher. Zudem haben Feuerwehr, DLRG, Polizei und Mitarbeiter am Boden und aus der Luft über Stunden gesucht.

Wasser fließt nach Starkregen in den Tagebau in Inden

Wasser fließt in den Tagebau Inden

Der Hochwasser führende Fluss Inde war am Donnerstag bei Lamersdorf über den Deich getreten und in die Tagebaugrube geflossen. Der Abbaubetrieb wurde unterbrochen. Am Freitag war die Inde nach Angaben des Sprechers weitgehend in ihr Bett zurückgekehrt. Auf dem Boden des Tagebaus gebe es aber noch Bereiche, wo Wasser stehe.

19.11 Uhr: Autobahnen noch immer gesperrt

Auf den Autobahnen im Rheinland wurden am Freitag laut Angaben eines Sprechers der Autobahn GmbH Rheinland "nach und nach" wieder einige Strecken freigegeben. Dennoch gebe es noch immer zahlreiche Sperrungen, besonders kritisch sei es auf der Autobahn 61: Zwischen Kerpen und Rheinbach seien die Fahrspuren teils derart überspült, "dass man nichts mehr von der Autobahn sieht", so der Sprecher. Auf der A1 sind in Erftstadt ein Teil der Fahrbahn und der Lärmschutzwand in die Erft gestürzt.

Auf der Autobahn A1 stürzt ein Teil der Fahrbahn und der Lärmschutzwand in die Erft

Im nördlichen Rheinland, etwa Richtung Mönchengladbach oder Düsseldorf, normalisiere sich die Lage langsam. Insgesamt gehe das Wasser zurück. Das Kreuz Leverkusen auf der A 1 blieb am Freitagnachmittag gesperrt.

19.04 Uhr: Katastrophenerlass soll finanziell helfen

Nordrhein-Westfalens Finanzverwaltung hat zur Entlastung der vom Unwetter betroffenen Bürger einen Katastrophenerlass in Kraft gesetzt. So können die Wirtschaft und Privatpersonen Sonderabschreibungsmöglichkeiten für den Wiederaufbau nutzen. Auch die Wiederbeschaffung von Hausrat und Kleidung und die Beseitigung von Schäden am selbst genutzten Wohneigentum kann als außergewöhnliche Belastung steuerlich berücksichtigt werden. Die Finanzämter sollen den betroffenen Steuerzahlern mit Stundungen von Steuern und geminderten Vorauszahlungen entgegenkommen.

18.53 Uhr: Evakuierungen auch in den Niederlanden

Wegen des Hochwassers haben in den Niederlanden Tausende Menschen am Freitag ihre Häuser im Süden des Landes verlassen und sich in Sicherheit gebracht. Unter anderem ist die Stadt Venlo mit rund 100.000 Einwohnern von Überschwemmungen betroffen. Am Abend soll ein Großteil der Stadt evakuiert werden, teilte die Verwaltung mit.

18.48 Uhr: Helfer befüllen Sandsäcke in Erftstadt

Gemeinsame Hilfe in Erftstadt: Viele freiwillige Helfer befüllen Sandsäcke, um Dämme zu sichern.

Viel Helfer befüllen Sandsäcke, die benötigt werden, um Dämme zu sichern, die vom Hochwasser aufgeweicht sind

18.27 Uhr: Dammbruch im Kreis Heinsberg - Evakuierungen

Aufgrund eines Dammbruchs wird die Ortschaft Ohe im Kreis Heinsberg mit etwa 20 Menschen evakuiert. Das teilte die Feuerwehr Wassenberg mit. Es gebe in dem Ort keine Stromversorgung mehr. Alle Anwohner sollen sich umgehend zum Sammelpunkt an der Kreuzung Ohe bewegen oder direkt zur Grundschule Birgelen fahren und nur das Nötigste mitbringen. "Sollten Sie dieser Anweisung nicht Folge leisten, besteht Lebensgefahr", heißt es.

18.13 Uhr: Stadt Erftstadt rechnet mit Todesopfern

Die Bürgermeisterin von Erftstadt Carolin Weitzel (CDU) spricht auf Pressekonferenz

Bürgermeisterin Carolin Weitzel

Die Stadt Erftstadt rechnet mit Todesopfern: "Bei der Bergung müssen wir leider auch von Todesopfern ausgehen", sagte Bürgermeisterin Carolin Weitzel auf einer Pressekonferenz. 280 Menschen seien in den vergangenen Stunden gerettet worden, allein 106 im Stadtteil Blessem. Der Fokus liege auf der Menschenrettung. Sechs Helikopter und 35 Rettungsboote seien im Einsatz. Weitzel sprach von "verheerenden Schäden". "Einen solchen Ausnahmezustand haben wir in unserer Stadt Erftstadt und im Land noch nie erlebt."

Pressekonferenz des Krisenstabs der Stadt Erftstadt um 18 Uhr 26:54 Min. Verfügbar bis 16.07.2022

Alexander Kern von der Feuerwehr sagte, dass mehrere Häuser komplett oder teilweise eingestürzt seien. Zudem seien Autos mit Insassen weggespült worden. Gesicherte Erkenntnisse zu Todesopfern gebe es aber noch nicht. Es habe Menschen gegeben, die trotz der Evakuierungen zuhause geblieben seien.

18.08 Uhr: Trauerbeflaggung in NRW angeordnet

In Gedenken an die Opfer der Unwetterkatastrophe hat NRW-Innenminister Herber Reul eine Trauerbeflaggung im Land angeordnet. An öffentlichen Gebäuden sollen bis Montag die Fahnen auf Halbmast wehen.

Nach dem Starkregen: Die Katastrophenlage in NRW in Bildern

Es sind Bilder, die fassungslos machen. Sie lassen das Leid der Betroffenen erahnen. Und die gewaltigen Dimensionen der Starkregen- und Hochwasser-Katastrophe in NRW.

Drei Rinder stehen bis zum Bauch in Wasser, ein Mann versucht, sie in Sicherheit zu bringen.

18. Juli 2021: Drei Kühe in Goch sind auf einer Wiese in eine missliche Lage geraten. Die Niers war übergelaufen. Die Feuerwehr lotste die Kühe schließlich auf eine andere Wiese.

18. Juli 2021: Drei Kühe in Goch sind auf einer Wiese in eine missliche Lage geraten. Die Niers war übergelaufen. Die Feuerwehr lotste die Kühe schließlich auf eine andere Wiese.

18. Juli 2021: Die Wasserrettung in Erftstadt sucht weiter nach Vermissten.

18. Juli 2021: In Erftstadt-Blessem sind Menschen zur Polizei gegangen, um sich als "lebend" zu melden. Es bildeten sich lange Schlangen. Wie viele Menschen genau noch vermisst werden, ist unklar.

17. Juli 2021: Was für ein Wust: Nach dem Hochwasser liegen in Bad Münstereifel Strom-, Gas- und Telefonkabel offen.

17. Juli 2021: Auf der A61 im Dreieck Erfttal ist auf fast 100 Metern Länge eine Lärmschutzwand weggespült worden. Gutachter sollen jetzt untersuchen, ob der Untergrund noch stabil genug ist. Dienstag will die Autobahn GmbH einen Überblick über entstandene Schäden geben.

17. Juli 2021: In Altena gestalten sich die Aufräumarbeiten auch drei Tage nach den Unwettern noch schwierig. Im Grennigloher Weg sind 25 Häuser komplett von der Außenwelt abgeschnitten.

17. Juli 2021: Das Problem ist, dass dort ganze Straßen weggebrochen sind. Die Helfer von THW und Feuerwehr müssen deswegen zu Fuß den Berg hinauf.

17. Juli 2021: Die Aufräumarbeiten auf der Bundesstraße 265 bei Erftstadt gehen voran. Auch weil das Wetter ausnahmsweise mitspielt.

17. Juli 2021: Am Morgen hatte die B265 noch ausgesehen wie ein bewachsenes Flussbett. Nur noch die Dächer der Autos waren da zu sehen.

17. Juli 2021: Wie Spielzeug stapeln sich in den Fluten die Lastwagen übereinander.

17. Juli 2021: Um an den Stellen, wo das Wasser schon abgelaufen ist, die Fahrzeuge weg zu räumen, setzt die Bundeswehr Panzer ein.

17. Juli 2021: Im Kreis Heinsberg in der Nähe zur niederländischen Grenze ist derweil noch nicht an Aufräumen zu denken. Nachdem ein Damm der Eifel-Rur gebrochen ist, musste der Ort Ophoven evakuiert werden.

17. Juli 2021: Helfer packen in Ophoven überall mit an.

17. Juli 2021: Drohnenbilder zeigen das ganze Ausmaß der Unwetter-Katastrophe - wie hier in Hagen.

17. Juli 2021: Dort, wo sich das Wasser zurückgezogen hat, bleibt eine Stein- und Gerölllandschaft übrig.

16. Juli 2021: Auch wenn von oben nichts mehr kommt, in Erftstadt ist viel zerstört worden.

16. Juli 2021: Helfer bergen Autos aus der schlammigen Brühe.

15. Juli 2021: Als reißender Strom ergießen sich die Wassermassen in den Tagebau Inden.

16. Juli 2021: Bei den verheerenden Bildern wissen die Betroffenen kaum, wo sie anfangen sollen. Diese Frau packt in Altena an.

16. Juli 2021: In Erkrath stapelt sich Sperrmüll aus Kellern und Garagen. Durch Wasser und Schlamm ist alles unbrauchbar geworden.

16. Juli 2021: In Monschau haben erste Aufräumarbeiten begonnen. Hier ist unter anderem das Pflaster in der Altstadt hochgekommen.

16. Juli 2021: Auch im Nachbarland Belgien spitzt sich die Lage zu. In diesem Fall müssen die Retter nicht nur gegen das Wasser, sondern auch Feuer in einem Haus kämpfen.

15. Juli 2021: In Erftstadt ist die Lage weiterhin dramatisch. Mehrere Häuser und ein Teil der historischen Burg sind eingestürzt.

In Erftstadt-Blessem sind Straßen überflutet.

Ebenfalls in Erftstadt steht ein Friedhof unter Wasser.

Ein trauriges Bild von einem Ort der Trauer.

Nicht die Lkw haben sich in die Erft verirrt ...

... sondern der Fluss hat in der Nähe von Erftstadt die Straße großflächig überflutet.

In Hagen hilft die Bundeswehr bei den Räumarbeiten.

Passanten stehen in der stark betroffenen Stadt an einer mit Geröll übersäten Straße im Ortsteil Hohenlimburg.

Blick auf die Wupper-Talsperre. Aus dem Becken wird Wasser abgelassen, um den Druck auf die Staumauern zu reduzieren.

Ein Anwohner steht im Hagener Ortsteil Hohenlimburg vor seinem zerstörten Auto.

Eine Straße meterhoch unter Wasser - so sah es am Donnerstagmorgen vor einem Haus in Erkrath (Kreis Mettmann) aus.

Ebenfalls hart getroffen hat es den Iserlohner Stadtteil Lasbeck: 36 Wohnungen mussten geräumt werden.

So sah die Sülz in Untereschbach, einem Stadtteil von Overath im Rheinisch-Bergischen Kreis aus.

In Swisstal im Rhein-Sieg-Kreis mussten Menschen per Hubschrauber mithilfe einer Seilwinde gerettet werden.

15. Juli 2021: Chaotisch auch die Lage in Hagen - dort hat das Unwetter besonders mächtig getobt.

Vor den Fenstern eines Hauses im Bergischen Land steht meterhoch das Wasser.

An einem Haus in Bergisch Gladbach sehen die Schäden, die das Hochwasser angerichtet hat, verheerend aus.

In Vicht, einem Stadtteil von Stolberg bei Aachen, hat das Unwetter ebenfalls eine Spur der Verwüstung hinterlassen

Immer mehr, immer weiter - in Mülheim breitete sich die Ruhr aus.

Auch Südwestfalen blieb von dem Unwetter nicht verschont.

Durch Lückerath, einem Stadtteil von Bergisch Gladbach, bahnte sich das Hochwasser seinen Weg.

Für schwere Schäden sorgte der Starkregen auch in Bad Münstereifel.

Am Agger-Ufer in Lohmar wurden Sandsäcke aufgestellt.

So wie hier sah es in vielen Kellern aus - für manch einen wurde der Keller zur Todesfalle.

Auf der Bahnstrecke zwischen Essen und Wuppertal waren die Gleise überflutet.

In Altena im Märkischen Kreis war nach dem Unwetter eine Straße stark beschädigt.

In Euskirchen hängt nach dem Starkregen ein Wohnwagen im Uferbereich der Erft.

Wassermassen auf einer Straße in Stolberg bei Aachen

Alles mit Regen geflutet - und in Rheinbach blieb ein Auto stecken.

Ein Parkplatz nach den starken Regenfällen in Hagen.

Die Bundeswehr rücktean, um den Menschen in Hagen zu helfen.

In Hagen-Dahl hat das Unwetter eine Brücke zerstört.

17.48 Uhr: Die Lage in Bad Münstereifel

WDR-Reporter Marius Reichert berichet aus Bad Münstereifel und sagt: "Es besteht Lebensgefahr."

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17.27 Uhr: Bahnverkehr in NRW weiter gestört

Der Zugverkehr in NRW bleibt massiv gestört. Zahlreiche Strecken waren am Nachmittag entweder noch komplett gesperrt oder nur eingeschränkt befahrbar. Nach wie vor gebe es kein umfassendes Lagebild der Schäden, teilte die Deutsche Bahn mit. Die Wassermassen hätten Gleise, Weichen, Signaltechnik und Bahnhöfe in vielen Teilen des Landes stark beschädigt. Im Nahverkehr könnten viele S-Bahnen und Regionalzüge wegen gesperrter Strecken nicht oder nur eingeschränkt fahren.

Überflutete Bahngleise auf der Strecke Essen-Wuppertal

Immerhin: Seit Nachmittag ist die Stadt Wuppertal von Köln aus wieder mit dem Regionalzug erreichbar. Im Fernverkehr ist aber unter anderem der Abschnitt Wuppertal-Hagen-Dortmund derzeit nicht befahrbar. Die Strecke Köln-Düsseldorf-Essen-Dortmund ist nur mit erheblichen Einschränkungen befahrbar. Auch der internationale Fernverkehr von und nach Brüssel ist immer noch unterbrochen.

17.01 Uhr: Keine kritischen Risse an Steinbachtalsperre

Die Lage an der Steinbachtalsperre ist nach Auskunft des Kreises Euskirchen stabil, "aber nicht unkritisch". Bei der Überprüfung des Dammes mit einer Drohne seien keine kritischen Risse gefunden worden, so eine Sprecherin. Nach wie vor sei das Grundabflussrohr der Talsperre verstopft. Um Druck aus der Anlage zu nehmen, werde weiterhin das Wasser mit Hochleistungspumpen aus der Talsperre geholt.

Euskirchen: Helfer des Technischen Hilfswerks lassen Schläuche in die Steinbachtalsperre hinab, um das Wasser abzupumpen

Helfer des THW lassen Schläuche in die Steinbachtalsperre hinab

Mehrere Orte unterhalb der Steinbachtalsperre waren in den vergangenen Tagen wegen der Gefahr eines Durchbrechens der Staumauer evakuiert worden. Der Kreis Euskirchen appelliert an die Bewohner, noch nicht in die Häuser zurückzukehren. Die Gefahr sei noch nicht gebannt.

16.41 Uhr: Die Politik und was Unwetter

Die Unwetterkatastrophe rückt den Klimawandel wieder in den Fokus. In landespolitischen Podcast wird darüber diskutiert, wie politisch das Wetter ist.

Wie politisch ist das Wetter?

WDR RheinBlick 16.07.2021 29:53 Min. Verfügbar bis 16.07.2022 WDR Online


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15.59 Uhr: Niedersachsen sendet 1.100 Helfer nach NRW

Niedersachsen sendet 1.100 Helfer nach NRW zur Unterstützung in der dortigen Hochwasser-Katastrophe. Die niedersächsischen Kräfte, bestehend aus Feuerwehr, Polizei und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), unterstützen u.a. mit Spezialfahrzeugen bei Evakuierungsmaßnahmen und dem Abpumpen von Wasser, teilte das Innenministerium heute in Hannover mit.

800 Feuerwehrleute sollen in den Regierungsbezirken Arnsberg, Düsseldorf und Köln zum Einsatz kommen. Sie bringen auch vier Hochleistungspumpen mit. Schon seit Donnerstag helfen zwei Wasserrettungszüge der DLRG aus Niedersachsen in NRW aus. Polizisten aus Niedersachsen helfen im Katastrophengebiet beispielsweise mit, Plünderungen zu verhindern.

15.10 Uhr: Updates zu Katastrophengebiet Erftstadt aus WDR Sondersendung

Wie viele Menschen bei den Einstürzen von Häusern in Erftstadt-Blessem ums Leben gekommen sind, ist nach wie vor unklar. Dass es Tote gibt, hat die Bezirksregierung Köln heute bestätigt.

Die Feuerwehr vermutet etwa Tote in Fahrzeugen auf den überspülten Straßen rund um Erftstadt. Das Wasser in Blessem ist ein wenig zurückgegangen, aber im Ortskern stehe es nach wie vor hoch. Tauscher versuchen dort derzeit, in Häuser zu gelangen, in denen immer noch Menschen eingeschlossen sind.

Die Steinbachtalsperre, deren Bruch weitreichende Überschwemmungen zur Folge hätte, hält nach Angaben der Einsatzleitung noch. Aber sie ist die große Bedrohung. In Swisttal und Euskirchen wurde bereits evakuiert.

13.47 Uhr: Rund 60 Menschen weiterhin vermisst

Im Raum Euskirchen sucht die Polizei weiterhin nach 40 vermissten Menschen. Im Raum Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis werden ebenfalls noch 19 Menschen vermisst, wie die Polizei Köln am Freitag mitteilte.

Bei der Hotline für vermisste Personen des Rhein-Sieg-Kreises seien mehr als 300 Nachfragen eingegangen. Viele der Anrufe seien auf das zusammengebrochene Mobilfunknetz zurückzuführen. Am Morgen hatte die Polizei Köln von 24 Toten im Kreis Euskirchen und sechs Toten im Rhein-Sieg-Kreis berichtet. Noch immer seien nicht alle der Leichen geborgen. Die Überprüfung der Vermisstenmeldungen laufe.

13.05 Uhr: Teile von A1 stürzen in die Erft

In der Nähe der vom Hochwasser heimgesuchten Ortschaft Erftstadt-Blessem sind Teile der gesperrten Autobahn 1 in den Fluss Erft gestürzt. Dies berichtete ein dpa-Reporter als Augenzeuge.

Nach seinen Angaben brachen schätzungsweise mehr als 40 Meter des Standstreifens in mehreren Stücken ab und fielen in den Fluss. Auf den Abschnitten hätten sich keine Fahrzeuge befunden. Auch ein Stück Lärmschutzwand sei eingestürzt.

12.30 Uhr: Ministerpräsident Laschet und Innenminister Reul zur Hochwasserlage in NRW

Ministerpräsident Armin Laschte (CDU) hat bei einer Pressekonferenz das Hochwasser als eine "Flutkatastrophe von historischem Ausmaß" bezeichnet. Die Lage sei in vielen Regionen noch immer kritisch, in Erftstadt sogar "dramatisch". Er betonte, dass man zwar Häuser wieder aufbauen, Straßen reparieren und Brücken wieder errichten könne, die Leben der Menschen, die in den Fluten umkamen, seien aber "unersetzbar."

Laschet und Reul zur aktuellen Lage in NRW WDR aktuell 16.07.2021 39:32 Min. Verfügbar bis 16.07.2022 WDR

Laschet: Wetter wird extremer

Zudem dankte Laschet den vielen Helfern, die derzeit im Einsatz sind. Die Landesregierung habe heute morgen über schnelle und unbürokratische Hilfe gesprochen. Die Mittel der Landesregierung für Starkregenereignisse würden dafür jedoch nicht reichen. Gespräche für eine Beteiligung des Bundes seien geplant. Angela Merkel habe bereits gestern diese Hilfe zugesagt.

Laschet erklärte, dass es in Zukunft häufiger zu solchen Extremwasserereignissen kommen könne. Dafür müsse NRW klimafester werden. In den nächsten Stunden gehe es aber vor allem darum, die Menschen in NRW zu schützen.

Reul: 19.000 Helfer im Einsatz

Dafür werde derzeit alles mögliche unternommen, wie Innenminister Herbert Reul (CDU) betonte. Es seien rund 19.000 Einsatzkräfte in den mittlerweile 25 Städten und Landkreisen im Einsatz, die von dem Hochwasser betroffen sind.

Die Hilfskräfte hätten 30.000 Einsätze bewältigt, die Polizei weitere 3.200. "Die Lage ist weiterhin enorm schwierig und enorm gefährlich", sagte Reul.

Reul: Drei Häuser und Teil der Burg in Erfstadt eingestürzt

Im besonders schwer von der Unwetterkatastrophe betroffenen Erftstadt-Blessem sind nach aktuellem Stand drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg eingestürzt. "Wir gehen von mehreren Toten aus, wissen es aber nicht", so Reul.

12.04 Uhr: Rhein-Erft-Kreis warnt vor Rückkehr in Häuser

Im besonders schwer von der Unwetterkatastrophe betroffenen Bergheimer Ortsteil Blessem dauert die Rettung von Menschen an. Am Morgen hätten sich noch etwa 15 Personen in ihren Häusern befunden, sagte ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises heute. In der Nacht und am Morgen seien 55 Personen in Sicherheit gebracht worden.

Der Sprecher des Kreises warnte davor, in Wohnungen und Häuser zurückzukehren. "Wir beobachten, dass jetzt zum Teil Bürgerinnen und Bürger versuchen, wieder in ihre Häuser zu kommen." Dafür sei es definitiv zu früh. "Es besteht weiterhin Lebensgefahr."

11.38 Uhr: Mehr als 500 Soldaten helfen in NRW

In Nordrhein-Westfalen helfen derzeit 555 Soldatinnen und Soldaten den Behörden bei der Bewältigung der Hochwasser-Katastrophe. Bundesweit seien es insgesamt 850, sagte der Sprecher des Landeskommandos NRW, Stefan Heydt, heute. In NRW seien 120 Fahrzeuge im Einsatz, darunter Räumpanzer. In Stolberg helfe ein Hubschrauber. Insgesamt gab es schon 17 Einsätze, davon seien fünf bereits abgeschlossen. Heydt rechnete am Vormittag damit, dass die Bundeswehr auch in Erftstadt mit anpacken wird.

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10.54 Uhr: Jülicher können in ihre Häuser zurück

Die Menschen in Jülich im Kreis Düren können wieder in ihre Häuser zurück. Die Evakuierung wegen des befürchteten Hochwassers sei aufgehoben worden, teilte die Stadt heute vormittag mit. Nach Rücksprache mit dem Wasserverband Eifel-Rur und dem Kreis Düren sei nicht mehr mit zusätzlichen größeren Wassermengen zu rechnen. Die Hotline zum Hochwasser werde in Kürze abgeschaltet.

10.30 Uhr: Trinkwasserversorgung in Stolberg kritisch

In der schwer vom Hochwasser getroffenen Stadt Stolberg bei Aachen ist auch heute morgen die Trinkwasserversorgung noch kritisch. Sie sei zurzeit eingeschränkt, teilte ein Sprecher der Stadt mit. Bürgerinnen und Bürger sollten Trinkwasser vor dem Gebrauch abkochen. Zur Sicherstellung der Versorgung seien in allen Ortsteilen Trinkwasserbehälter aufgestellt worden, wo sich die Betroffenen bedienen könnten. Im Übrigen kümmere sich die Stadt um die Koordination von Geld- und Sachspenden. Nähere Infos dazu sollten später folgen.

10.08 Uhr: Vollsperrungen auf A1 und A44

Weil die Fahrbahn komplett überschwemmt ist, sind die die A1 bei Leverkusen und die A44 bei Jülich in beide Richtung voll gesperrt. Auf der A1 sei die Strecke zwischen der Anschlussstelle Wermelskirchen und dem Autobahnkreuz Leverkusen betroffen, teilte die Autobahn GmbH Rheinland auf Twitter mit. Die Sperrung der A44 betrifft den Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Jülich-Ost und Jülich-West. Beide Strecke sollen so schnell wie möglich wieder frei gegeben werden.

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9.16 Uhr: Lage in Hagen entspannt sich

Die Hochwasserlage in der extrem von den Unwettern betroffenen Stadt Hagen entspannt sich ganz allmählich. Die Feuerwehr berichtet von kaum noch Einsätzen. Auch an Ruhr und Lippe beruhigt sich die Lage, nachdem gestern noch Hochwasser drohte, weil ein Wehr in Wickede geöffnet werden musste. Nach Informationen der Feuerwehr ist die Lage in Fröndenberg, Holzwickede und Schwerte aktuell ruhig. Nach den Höchstständen von gestern ist der Pegel der Ruhr in Schwerte-Villigst in der Nacht gesunken. Wie sich der heutige Tag entwickelt, hängt stark vom Wetter ab. Sollte es wieder regnen, könnte es noch einmal kritisch werden, da die Talsperren Möhne und Bigge bis zum Rand voll sind. Dort müsste dann Wasser abgelassen werden, was zu neuem Hochwasser an Ruhr und Lenne führen würde.

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8.41 Uhr: Keine Entwarnung in Wuppertal

Nach Informationen der Feuerwehr ist die Lage in Wuppertal immer noch kritisch. Dadurch, dass es in der Nacht nicht mehr geregnet hat, habe sich die Sorge rund um die Wupper zwar beruhigt, aber es gibt noch immer viele offene Einsätze - am Morgen waren es noch etwa 900. Weiterhin haben einige Haushalte keinen Strom, da er wegen gefluteter Keller in einigen Bereichen immer noch abgeschaltet ist.

7.59 Uhr: Anwohner im Kreis Mettmann sollen Wasser abkochen

Die aktuelle Hochwassersituation beeinträchtigt auch die Trinkwasserversorgung. Der Kreis Mettmann hat daher ein Trinkwasser-Abkochgebot angeordnet. Danach müssen die Menschen in Wülfrath, Velbert, Heiligenhaus und einigen Stadtteilen von Ratingen ihr Trinkwasser unbedingt abkochen. Grund dafür ist, dass die Haushalte dort ihr Wasser aus Nähe der Ruhr bekommen. Dieses Trinkwasser mischt sich aktuell wegen des Hochwassers mit dem Flusswasser. Deshalb desinfiziert das zuständige Wasserwerk das Wasser jetzt mit Ozon, UV-Licht sowie Chlor in extrem hoher Konzentration. Das führt zu gravierenden Geschmacks- und Geruchsveränderungen. Und deshalb muss das Wasser unbedingt abgekocht werden.

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07.20 Uhr: Rheinland-Pfalz korrigiert Zahl der Vermissten in Bad Neuenahr-Ahrweiler

Nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz ist die Zahl der Toten auf 50 gestiegen. "Die Befürchtung ist, dass es noch mehr werden", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Koblenz am Freitagmorgen. Die Bergungsarbeiten liefen weiter. Wie viele Menschen insbesondere in der Region um Bad Neuenahr-Ahrweiler noch vermisst werden, konnte der Sprecher nicht genau sagen. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte am Donnerstagabend davon gesprochen, dass das Schicksal von 40 bis 60 Menschen weiterhin ungeklärt sei. Der Kreis Ahrweiler hatte am Donnerstag von 1.300 noch vermissten Menschen im Kreisgebiet gesprochen. Eine Sprecherin erklärte das auch mit einem teilweise lahmgelegten Mobilfunknetz, dadurch seien viele Menschen nicht erreichbar.

05.00 Uhr Weiterhin Einschränkungen beim Bahnverkehr

Die Unwetterschäden führen im Regionalverkehr der Bahn auch am Freitag zu zahlreichen Einschränkungen. Im Raum Euskirchen wurde der Zugbetrieb der Linien S23 und RB23 bis auf Weiteres eingestellt, wie die DB Regio am Freitagmorgen via Twitter mitteilte. Eingestellt wird auch der Zugbetrieb der Linien RB25, RB 30 und RB39. Einschränkungen gibt es zudem bei der Linie S1. Zwischen Kall und Trier fahren keine Züge. Zwischen Witten und Hagen sind auch keine Zugfahrten möglich. Aufgrund von Unwetterschäden zwischen dem Hauptbahnhof Hagen und Plettenberg seien auch zwischen Hagen und Werdohl derzeit keine Zugfahrten möglich, teilte der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr auf Twitter mit. Die Bahn hat, dort wo es möglich ist, Ersatzbusse eingerichtet. 

Auch der Fernverkehr ist betroffen: Unter anderem ist der Abschnitt Köln-Wuppertal-Hagen-Dortmund unbefahrbar. Der Zugverkehr zwischen Köln und Brüssel ist auch bis auf weiteres eingestellt. Die Bahn bittet Reisende, sich vorab über Störungen ihrer Zugverbindung zu informieren. Es gibt eine Sonder-Hotline 08000-996633 und die Tickets der letzten Tage und von heute behalten ihre Gültigkeit. 

01.52 Uhr: Überlaufende Rurtalsperre treibt Pegel in die Höhe

Die Rurtalsperre läuft seit 23.50 Uhr "mit einer geringen Dynamik" über.

Die Rurtalsperre läuft seit 23.50 Uhr "mit einer geringen Dynamik" über.

Die Rurtalsperre läuft nach Angaben des Wasserverbandes Eifel-Rur seit 23.50 Uhr "mit einer geringen Dynamik" über. Der Kreis Düren hatte zuvor am frühen Donnerstagabend vor der Gefahr von Überflutungen in den Städten Heimbach, Nideggen und der Gemeinde Kreuzau gewarnt. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag twitterte der Kreis nun, der Pegel-Anstieg der Rur könnte sich etwa drei Stunden nach dem Überlauf in Obermaubach bemerkbar machen, in Düren nach ca. vier und in Jülich nach sechs bis sieben Stunden.

Der Wasserverband warnte, Menschen sollten sich nicht in Flussnähe aufhalten, da die Gefahr bestehe, mitgerissen zu werden. Auch sollten vollgelaufene Keller nicht betreten werden, weil die Gefahr von Stromschlägen bestehe. An besonders von Hochwasser betroffenen Stellen sei auch mit Evakuierungen zu rechnen. Auch könne es zur Sperrung von Straßen kommen.

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00.17 Uhr: Rurtalsperre läuft über - weitere Überschwemmungen drohen

Der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) hat um kurz vor Mitternacht mitgeteilt, dass die Rurtalsperre überläuft. Der Überlauf erfolge ungesteuert, aber durch die Hochwasserentlastungsrinne sei sichergestellt, dass die Talsperre keinen Schaden nehme. 

"Dennoch ist im Nachgang mit Überschwemmungen im Unterlauf der Rur zu rechnen. Die entsprechenden Einrichtungen des Katastrophenschutzes und die Kommunen an der Rur sind informiert worden. Durch die Ausuferungen sind Überflutungen von Kellern und Häusern zu erwarten", heißt es in der Mitteilung des Wasserverbandes.

00.15 Uhr: 1.300 Menschen im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler vermisst

Nach der Hochwasserkatastrophe werden im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) 1.300 Menschen vermisst. Das teilte die Kreisverwaltung am Donnerstagabend mit. Eine Sprecherin erklärte, das Mobilfunknetz sei lahmgelegt - daher gebe es keinen Handy-Empfang und viele Menschen seien nicht erreichbar. "Wir hoffen, dass sich das klärt", sagte sie zu der hohen Zahl.

Zugleich teilte der Kreis mit, dass es weitere Todesopfer gebe. Zahlen wollte die Sprecherin dazu noch nicht nennen.

00:15 Uhr: Keine zentrale Notfallnummer in NRW

Eine zentrale Notfallnummer, an die sich Hochwasser-Betroffene wenden können, gibt es bislang in NRW nicht. Nach WDR-Informationen soll sie am Freitag eingerichtet werden. Wer im Rhein-Sieg-Kreis einen Menschen als vermisst melden möchte, kann folgende Nummer anrufen: 02241 - 13 62 52.

00.05 Uhr: Kanzlerin Merkel sagt Menschen im Westen Hilfe zu

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Menschen nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands Hilfen zugesagt. "Wir werden sie in dieser schwierigen, schrecklichen Stunde nicht alleine lassen und werden auch helfen, wenn es um den Wiederaufbau geht", sagte Merkel am Donnerstag nach einem Treffen mit US-Präsident Joe Biden in Washington. Biden hatte Merkel zuvor sein Beileid angesichts der vielen Todesopfer bei der Hochwasserkatastrophe ausgesprochen.

NRW-Ministerpräsident und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) hat eine zügige Instandsetzung zerstörter Einrichtungen gefordert. Es müssten Wege gefunden werden, sehr schnell wieder Straßen, Brücken und andere Infrastruktur in Gang zu setzen, sagte Laschet am Abend in der ZDF-Talkshow "maybrit illner": "Wir brauchen jetzt hier eine große nationale Kraftanstrengung, damit schnell die schlimmsten Dinge beseitigt werden", so Laschet.

Nach dem Unwetter - die Schäden im Ruhrgebiet

Bilder der Verwüstung und Überflutung. Rekordstände der Bäche und Flüsse, vollgelaufene Keller und Häuser - die Tage nach dem Starkregen.

Die Verbundungsstraße von Breckerfeld ins Volmetal ist durch Hochwasser zerstört

"Es knallte fürchterlich, als die Teerplatten und das Gestein wegbrachen", erzählt Petra Höllmer aus Hagen. Sie wohnt an der Straße, die von Breckerfeld ins Volmetal führt und die bei dem Unwetter plötzlich verschwand.

"Es knallte fürchterlich, als die Teerplatten und das Gestein wegbrachen", erzählt Petra Höllmer aus Hagen. Sie wohnt an der Straße, die von Breckerfeld ins Volmetal führt und die bei dem Unwetter plötzlich verschwand.

Ihre Nachbarn sind bei Verwandten untergekommen. Aber die Straße wird monatelang niemand mehr nutzen können.

Auch in Hagen-Dahl ist eine Fahrbahn abgesackt. Die Brücke, die erst im vergangenen Jahr neu gebaut wurde, ist völlig zerstört. Die Gasleitung liegt frei.

Der Krisenstab der Stadt Hagen hatte bereits am Mittwoch den Katastrophenfall ausgerufen. Die Bundeswehr kam mit Räumpanzern, um die Verwüstungen nach zwei Tagen Regen zu beseitigen. 200 Soldaten sind im Einsatz.

Am Donnerstagmorgen haben Soldaten mehrere Mitarbeiter eines Stahlwerks in Sicherheit gebracht. Sie waren die ganze Nacht in ihrem Betrieb eingeschlossen.

Diese Sandsäcke haben wohl verhindert, dass die halbe Hagener Innenstadt vollläuft. Die großen Einkaufsgalerien und einige Geschäfte sind geschlossen. Auch das Hagener Rathaus bleibt dicht, denn dort stand das Wasser im Erdgeschoss.

Das ist nicht der Amazonas, sondern die Ruhr bei Hattingen. Mit einem Pegelstand von sieben Metern hat der Fluss einen Rekordhöchststand erreicht.

Und Entspannung ist nicht in Sicht - auch nicht für dieses Hotel und den Campingplatz. Denn aus dem Sauerland wird weiteres Wasser erwartet.

In der Nacht zu Freitag hatte die Feuerwehr in Hagen kaum noch Einsätze. Die Auswirkungen des Jahrhunderthochwassers sind aber noch deutlich zu erkennen.

In einem Kaltwalzwerk in Hagen Hohenlimburg stand der Schlamm hüfthoch. Durch das Unwetter wurden Tore der Halle eingedrückt. Der Schaden beläuft sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag.

In Hagen ist die Bundeswehr nach wie vor im Einsatz: Hier wird mit Hilfe eines schweren Einsatzfahrzeuges ein Auto angehoben.

Unermüdlich packen die Helfer in den Überschwemmungsgebieten an. Um viele geparkte Autos, wie hier in Hagen-Nahmer, konnte sich bisher aber niemand kümmern.

Stand: 17.07.2021, 04:10

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