Unwetter-Ticker von Donnerstag (15.07.2021) zum Nachlesen

WDR extra: Die Regen-Katastrophe im Westen WDR extra 15.07.2021 33:09 Min. UT DGS Verfügbar bis 15.07.2022 WDR

Unwetter-Ticker von Donnerstag (15.07.2021) zum Nachlesen

  • Mindestens 31 Tote durch Unwetter
  • Wasserstand an Steinbachtalsperre sinkt
  • Wasser und Zahl der Schaulustigen an Rurtalsperre steigt
  • Zugverkehr durch Hochwasser stark eingeschränkt
  • Papst betet für Opfer des Hochwassers
  • Alle Infos im Unwetter-Live-Ticker

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Der heftige Dauerregen mit Überschwemmungen und Hochwasser hat dramatische Folgen in NRW. Mindestens 31 Menschen sind ums Leben gekommen. Viele Flüsse und Bäche in der Eifel, im Bergischen Land, im Rheinland und Sauerland führen weiterhin Hochwasser. Straßen sind überschwemmt und Keller vollgelaufen.

Hagen: Ein Auto steht begraben von Geröll im Ortsteil Hohenlimburg

In Hagen hat das Unwetter große Verwüstung angerichtet

Während mancherorts bereits mit den Aufräumarbeiten begonnen wird, muss woanders noch gebangt werden. Denn durch die Regenmengen sind einige Talsperren in NRW in Gefahr. Die Wupper-Talsperre droht überzulaufen, obwohl Wasser abgelassen wird. Ähnlich sieht es an der Biggetalsperre im Sauerland aus. Kritisch ist die Lage an der Steinbachtalsperre in Kreis Euskirchen. Die Rurtalsperre wird nach Einschätzung von Experten wohl gegen 21 Uhr überlaufen. Im Rhein-Erft-Kreis wurde am Donnerstag der Katastrophenfall ausgerufen. Es gibt weiterhin Evakuierungen.

Wir berichten aktuell aus den betroffenen Regionen in NRW - alle Infos hier im Live-Ticker.

23.00 Uhr: Wasserstand an Steinbachtalsperre sinkt

An der von einem Dammbruch bedrohten Steinbachtalsperre im Kreis Euskirchen sinkt der Wasserstand. Dies teilte Markus Böhm vom Krisenstab am Donnerstagabend mit. Zum einen sei der Zufluss zurückgegangen, sagte der Geschäftsführer des Energiedienstleisters e-regio. Zum anderen pumpe das THW Wasser aus der Talsperre.

Am Freitagmorgen soll es eine neue Begutachtung des Dammes geben. Weil der Ablass der Talsperre infolge des Unwetters verstopft ist, kann das Wasser nicht kontrolliert abgelassen werden.

22.41 Uhr: Wasser und Zahl der Schaulustigen an Rurtalsperre steigt

Die Rurtalsperre hält die Wassermassen weiter zurück. Laut Wasserverband Eifel trennten das Wasser um 21.47 Uhr noch acht Zentimeter vom Überlaufen. Bis es soweit sei, könnten noch zwei Stunden vergehen.

Genau wie das Wasser ist allerdings auch die Zahl der Schaulustigen vor Ort weiter gestiegen - auf mittlerweile 120 Personen.

Schaulustige warten am Donnerstagabend auf das Überlaufen der Rurtalsperre.

Schaulustige warten am Donnerstagabend auf das Überlaufen der Rurtalsperre.

22.32 Uhr: Zugverkehr durch Hochwasser stark eingeschränkt

Viele Züge fahren wegen der Überschwemmungen weiterhin nicht nach Plan. Zwischen Bonn, Köln, Wuppertal und Dortmund ist der Verkehr stark eingeschränkt.

Die Deutsche Bahn sagt, dass durch die Wassermassen Gleise, Weichen und Signale beschädigt wurden. Auch am Freitag soll es deshalb noch Probleme geben. Eine Sprecherin empfiehlt, Fahrten kostenfrei umzubuchen oder zu stornieren.

22.22 Uhr: Papst betet für Opfer des Hochwassers

Papst Franziskus hat der Opfer der schweren Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz seiner Solidarität versichert. "Er bete besonders für die zahlreichen Vermissten, für die Verletzten und für alle, die zu Schaden gekommen sind oder durch die Naturgewalten ihre Lebensgrundlage verloren haben", hieß es am Donnerstagabend in einem von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichneten Telegramm an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Allen Angehörigen der Toten sende Franziskus seine große Anteilnahme und sei in Gedanken bei den vielen Helfern und Einsatzkräften.

22.03 Uhr: Mehrere Personen aus der Wurm gerettet

Die Feuerwehr hat am Abend in der Wurm bei Zweibrüggen mehrere Personen im Wasser entdeckt, die zu ertrinken drohten. Die Feuerwehr konnte drei Menschen in Sicherheit bringen. Es handelte sich um zwei Männer und eine Frau aus Übach-Palenberg. Diese sind nach ersten Erkenntnissen schwer verletzt und wurden mit Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

Erste Ermittlungen ergaben, dass die Personen offenbar zuvor in zwei Booten aus Richtung Merkstein auf der Wurm unterwegs waren. Die Polizei warnt: Bringen Sie sich nicht selbst und andere Menschen nicht in Gefahr - bleiben sie zu Hause und unterstützen Sie auf diese Weise die Arbeiten der Rettungskräfte im Kreis Heinsberg.

21.33 Uhr: WDR-Wissenschaftsredaktion - Anpassung an Klimawandel eine "Herkulesaufgabe"

Die katastrophalen Unwetter haben gezeigt, das NRW nicht nur unter den Klimawandel leidet, sondern auch nicht auf ihn eingestellt ist. Straßen und Kanäle sind Teil einer langen Liste, wo man den Hebel ansetzen müsse, sagte Detlef Reepen aus der WDR-Wissenschaftsredaktion heute Abend im WDR Extra: "Es dürfen nicht mehr Flächen versiegelt werden. Da steht NRW nicht gut da."

Zudem sei NRW auch nicht die "Sperrspitze in Sachen Klimaschutz", so Reepen. Das Festhalten an der Braunkohle sei ein Problem. Ob man das Klima nun schützen wolle oder sich für seine Veränderungen wappnet, eins sei klar: "Die Anpassung an den Klimawandel wird eine Herklulesaufgabe wie der Klimaschutz selbst", so Reepen.

21.07 Uhr: Rhein-Wasserstand steigt - erste Einschränkungen für Schiffe

Die starken Regenfälle der vergangenen Tage haben auch den Wasserstand des Rheins deutlich ansteigen lassen. In Köln lag der Pegelstand am Donnerstagabend bei 7,42 Metern mit stark steigender Tendenz, wie die Stadt im Internet mitteilte.

Die sogenannte Hochwassermarke I (6,20 Meter) war erst in der Nacht auf Donnerstag erreicht worden. Ab dieser Marke gelten erste Einschränkungen für den Schiffsverkehr. Schiffe dürfen seitdem nur noch mit verminderter Geschwindigkeit und in der Mitte des Flusses fahren, um Beschädigungen der Ufer zu vermeiden.

20.54 Uhr: Rurtalsperre hält Wasser noch zurück

Die Rurtalsperre könnte nun doch erst nach 21 Uhr überlaufen. Noch trennen das Wasser 17 Zentimeter vom Überlaufen. Gegen 20.30 Uhr hielten sich an der Sperre etwa 80 Schaulustige auf.

Bereits am frühen Abend war vor Überflutungen in den Städten Heimbach, Nideggen und der Gemeinde Kreuzau gewarnt worden, hatte der Kreis Düren mitgeteilt. Wer sich in tiefer gelegenen Bereichen entlang der Rur aufhalte, solle Heiz- und Kochgeräte ausschalten und den Bereich sofort verlassen. Auch für die weiter flussabwärts gelegenen Städte werde solches Verhalten empfohlen.

20.43 Uhr: Erneut Warnung vor Starkregen in Wuppertal und Schwelm

Für Wuppertal und Teile des Ennepe-Ruhr-Kreises hat der Deutsche Wetterdienst am Donnerstagabend erneut vor schweren Gewittern mit heftigem Starkregen gewarnt. Innerhalb einer Stunde könnten dabei bis zu 40 Liter Regen fallen. Auch vor Sturmböen wurde gewarnt.

Eine amtliche Unwetterwarnung galt zunächst bis 20.45 Uhr. Auch nordöstlich davon in Hagen, Dortmund, im Kreis Unna und in Hamm warnte die Wetterbehörde am Abend vor starkem Gewitter mit kräftigem Regen.

19.59 Uhr: Trinkwasser im Kreis Mettmann soll abgekocht werden

Auch in Teilen des Kreises Mettmann sollen die Menschen vorerst das Trinkwasser abkochen. Grund sei, dass das Wasser mit Ozon, UV-Licht sowie Chlor desinfiziert werde. Es sei mit "gravierenden Geschmacks- und Geruchsveränderungen" zu rechnen. Betroffen sind Ratingen-Breitscheid, -Lintorf, -Hösel und -Eggerscheidt sowie Heiligenhaus, Velbert und Wülfrath.

19.47 Uhr: Stromausfall trifft viele Menschen

Rund 165.000 Menschen im Westen von Deutschland waren nach Angaben des Energieversorgers Eon auch am Nachmittag noch ohne Strom. Besonders betroffen seien die Eifel, der linksrheinische Rhein-Sieg-Kreis, der Rheinisch-Bergische Kreis und Teile des Bergischen Landes.

Alle verfügbaren Mitarbeiter seien vor Ort im Dauereinsatz, um die Stromversorgung wiederherzustellen. Doch erschwerten die teilweise extremen Wetterbedingungen die Reparaturarbeiten.

19.43 Uhr: So können Sie helfen

Das Entsetzen angesichts der Zerstörungen durch das Unwetter ist groß. Für die Betroffenen gibt es inzwischen erste Spendenkonten. Hier eine Übersicht:

19.38 Uhr: Bundeswehr in Aachen im Einsatz

Aachen: Ein Einsatzfahrzeug der Bundeswehr räumt Geröll von der Straße

Statt in einem Kriegsgebiet ist dieser Panzer der Bundeswehr in Aachen unterwegs und hilft bei den Aufräumarbeiten nach dem Unwetter. Im Raum Hagen sind 230 Soldaten und Großgerät im Einsatz, darunter zwei zwei Bergepanzer, Lastwagen und Radlader. In Leverkusen helfen 200 Soldaten beim Befüllen von Sandsäcken.

19.32 Uhr: Zahl der Todesopfer steigt auf 30

Im Zusammenhang mit dem schweren Unwetter sind in NRW mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Das teilte das Innenministerium am Abend mit. 57 Personen seien zudem verletzt. Es handele sich bei den Zahlen um den Stand von 18 Uhr.

19.18 Uhr: Laschet will bei Klimapolitik bleiben

NRW-Ministerpräsident und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet sieht in den heftigen Unwettern keinen Anlass, die bisherige Klimapolitik zu ändern. "Weil jetzt ein solcher Tag ist, ändert man nicht die Politik", sagte er am Abend in der Aktuellen Stunde. Das Ziel, CO2 zu reduzieren, müsse ein langfristiges Ziel sein. Zudem werde in NRW bereits viel getan. "Wir sind das Bundesland, dass mehr als jedes andere Bundesland CO2 reduziert." Es sei jetzt nicht die Zeit, um "politische Forderungen zu stellen".

18.56 Uhr: Überschwemmungen entlang der Rur erwartet

Der Kreis Düren hat eine Gefahrenmeldung herausgegeben. Im Bereich der Städte Heimbach und Nideggen bestehe die Gefahr der Überflutung. Wenn sich in den tiefer gelegenen Bereichen entlang der Rur aufhalte, solle Heiz- und Kochgeräte abschalten und anschließend sofort das Gebäude verlassen und sich an einen sicheren höher gelegenen Ort begeben. Der Bevölkerung in den Städten und Gemeinden weiter rurabwärts werde selbiges Verhalten empfohlen.

Hintergrund: Der Wasserverband Eifel-Rur rechnet mit einem Überlaufen der Rurtalsperre nach 20.00 Uhr. Das könnte Folgen für den Unterlauf der Rur haben.

18.44 Uhr: Unwetterchaos auch in Belgien

Nicht nur in NRW hat es viel geregnet. Auch im benachbarten Belgien spielen sich dramatische Rettungsszenen ab.

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18.35 Uhr: Bonner Oberbürgermeisterin bittet um Hilfe

Die Menschen schauen in dem Ort im Kreis Ahrweiler nach dem Unwetter auf die Zerstörungen.

Große Zerstörung in Ahrweiler

Angesichts der großen Unwetterschäden im rheinland-pfälzischen Ahrweiler hat die Bonner Oberbürgermeisterin Menschen in ihrer Stadt dazu aufgerufen, Hilfe anzubieten: "Liebe Bonnerinnen und Bonner, bitte stellt Unterkünfte zur Verfügung! Meldet Euch, die Stadt stellt den Kontakt zu Menschen her, die Eure Hilfe brauchen", schrieb Katja Dörner (Grüne) auf Twitter. Viele Menschen hätten durch den Starkregen in teils dramatischen Aktionen ihr Zuhause verloren. Melden könnten sich Privatpersonen, Hotels und Pensionen, die noch Zimmer frei hätten. Im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler starben bei der Hochwasserkatastrophe mindestens 19 Menschen.

18.29 Uhr: Bilder der Zerstörung

Kaputte Häuser, überflutete Gärten, zerstörte Straßen: Das Unwetter hinterlässt große Zerstörungen in NRW. Hier ein paar Eindrücke aus dem Land:

Nach dem Starkregen: Die Katastrophenlage in NRW in Bildern

Es sind Bilder, die fassungslos machen. Sie lassen das Leid der Betroffenen erahnen. Und die gewaltigen Dimensionen der Starkregen- und Hochwasser-Katastrophe in NRW.

Drei Rinder stehen bis zum Bauch in Wasser, ein Mann versucht, sie in Sicherheit zu bringen.

18. Juli 2021: Drei Kühe in Goch sind auf einer Wiese in eine missliche Lage geraten. Die Niers war übergelaufen. Die Feuerwehr lotste die Kühe schließlich auf eine andere Wiese.

18. Juli 2021: Drei Kühe in Goch sind auf einer Wiese in eine missliche Lage geraten. Die Niers war übergelaufen. Die Feuerwehr lotste die Kühe schließlich auf eine andere Wiese.

18. Juli 2021: Die Wasserrettung in Erftstadt sucht weiter nach Vermissten.

18. Juli 2021: In Erftstadt-Blessem sind Menschen zur Polizei gegangen, um sich als "lebend" zu melden. Es bildeten sich lange Schlangen. Wie viele Menschen genau noch vermisst werden, ist unklar.

17. Juli 2021: Was für ein Wust: Nach dem Hochwasser liegen in Bad Münstereifel Strom-, Gas- und Telefonkabel offen.

17. Juli 2021: Auf der A61 im Dreieck Erfttal ist auf fast 100 Metern Länge eine Lärmschutzwand weggespült worden. Gutachter sollen jetzt untersuchen, ob der Untergrund noch stabil genug ist. Dienstag will die Autobahn GmbH einen Überblick über entstandene Schäden geben.

17. Juli 2021: In Altena gestalten sich die Aufräumarbeiten auch drei Tage nach den Unwettern noch schwierig. Im Grennigloher Weg sind 25 Häuser komplett von der Außenwelt abgeschnitten.

17. Juli 2021: Das Problem ist, dass dort ganze Straßen weggebrochen sind. Die Helfer von THW und Feuerwehr müssen deswegen zu Fuß den Berg hinauf.

17. Juli 2021: Die Aufräumarbeiten auf der Bundesstraße 265 bei Erftstadt gehen voran. Auch weil das Wetter ausnahmsweise mitspielt.

17. Juli 2021: Am Morgen hatte die B265 noch ausgesehen wie ein bewachsenes Flussbett. Nur noch die Dächer der Autos waren da zu sehen.

17. Juli 2021: Wie Spielzeug stapeln sich in den Fluten die Lastwagen übereinander.

17. Juli 2021: Um an den Stellen, wo das Wasser schon abgelaufen ist, die Fahrzeuge weg zu räumen, setzt die Bundeswehr Panzer ein.

17. Juli 2021: Im Kreis Heinsberg in der Nähe zur niederländischen Grenze ist derweil noch nicht an Aufräumen zu denken. Nachdem ein Damm der Eifel-Rur gebrochen ist, musste der Ort Ophoven evakuiert werden.

17. Juli 2021: Helfer packen in Ophoven überall mit an.

17. Juli 2021: Drohnenbilder zeigen das ganze Ausmaß der Unwetter-Katastrophe - wie hier in Hagen.

17. Juli 2021: Dort, wo sich das Wasser zurückgezogen hat, bleibt eine Stein- und Gerölllandschaft übrig.

16. Juli 2021: Auch wenn von oben nichts mehr kommt, in Erftstadt ist viel zerstört worden.

16. Juli 2021: Helfer bergen Autos aus der schlammigen Brühe.

15. Juli 2021: Als reißender Strom ergießen sich die Wassermassen in den Tagebau Inden.

16. Juli 2021: Bei den verheerenden Bildern wissen die Betroffenen kaum, wo sie anfangen sollen. Diese Frau packt in Altena an.

16. Juli 2021: In Erkrath stapelt sich Sperrmüll aus Kellern und Garagen. Durch Wasser und Schlamm ist alles unbrauchbar geworden.

16. Juli 2021: In Monschau haben erste Aufräumarbeiten begonnen. Hier ist unter anderem das Pflaster in der Altstadt hochgekommen.

16. Juli 2021: Auch im Nachbarland Belgien spitzt sich die Lage zu. In diesem Fall müssen die Retter nicht nur gegen das Wasser, sondern auch Feuer in einem Haus kämpfen.

15. Juli 2021: In Erftstadt ist die Lage weiterhin dramatisch. Mehrere Häuser und ein Teil der historischen Burg sind eingestürzt.

In Erftstadt-Blessem sind Straßen überflutet.

Ebenfalls in Erftstadt steht ein Friedhof unter Wasser.

Ein trauriges Bild von einem Ort der Trauer.

Nicht die Lkw haben sich in die Erft verirrt ...

... sondern der Fluss hat in der Nähe von Erftstadt die Straße großflächig überflutet.

In Hagen hilft die Bundeswehr bei den Räumarbeiten.

Passanten stehen in der stark betroffenen Stadt an einer mit Geröll übersäten Straße im Ortsteil Hohenlimburg.

Blick auf die Wupper-Talsperre. Aus dem Becken wird Wasser abgelassen, um den Druck auf die Staumauern zu reduzieren.

Ein Anwohner steht im Hagener Ortsteil Hohenlimburg vor seinem zerstörten Auto.

Eine Straße meterhoch unter Wasser - so sah es am Donnerstagmorgen vor einem Haus in Erkrath (Kreis Mettmann) aus.

Ebenfalls hart getroffen hat es den Iserlohner Stadtteil Lasbeck: 36 Wohnungen mussten geräumt werden.

So sah die Sülz in Untereschbach, einem Stadtteil von Overath im Rheinisch-Bergischen Kreis aus.

In Swisstal im Rhein-Sieg-Kreis mussten Menschen per Hubschrauber mithilfe einer Seilwinde gerettet werden.

15. Juli 2021: Chaotisch auch die Lage in Hagen - dort hat das Unwetter besonders mächtig getobt.

Vor den Fenstern eines Hauses im Bergischen Land steht meterhoch das Wasser.

An einem Haus in Bergisch Gladbach sehen die Schäden, die das Hochwasser angerichtet hat, verheerend aus.

In Vicht, einem Stadtteil von Stolberg bei Aachen, hat das Unwetter ebenfalls eine Spur der Verwüstung hinterlassen

Immer mehr, immer weiter - in Mülheim breitete sich die Ruhr aus.

Auch Südwestfalen blieb von dem Unwetter nicht verschont.

Durch Lückerath, einem Stadtteil von Bergisch Gladbach, bahnte sich das Hochwasser seinen Weg.

Für schwere Schäden sorgte der Starkregen auch in Bad Münstereifel.

Am Agger-Ufer in Lohmar wurden Sandsäcke aufgestellt.

So wie hier sah es in vielen Kellern aus - für manch einen wurde der Keller zur Todesfalle.

Auf der Bahnstrecke zwischen Essen und Wuppertal waren die Gleise überflutet.

In Altena im Märkischen Kreis war nach dem Unwetter eine Straße stark beschädigt.

In Euskirchen hängt nach dem Starkregen ein Wohnwagen im Uferbereich der Erft.

Wassermassen auf einer Straße in Stolberg bei Aachen

Alles mit Regen geflutet - und in Rheinbach blieb ein Auto stecken.

Ein Parkplatz nach den starken Regenfällen in Hagen.

Die Bundeswehr rücktean, um den Menschen in Hagen zu helfen.

In Hagen-Dahl hat das Unwetter eine Brücke zerstört.

18.17 Uhr: Zwei Tote im überfluteten Keller in Geilenkirchen

Rettungskräfte haben in einem überfluteten Keller eines Hauses in Geilenkirchen (Kreis Heinsberg) zwei leblose Personen gefunden. Nach ersten Ermittlungen handelte sich um zwei Bewohner des Hauses im Alter von 74 und 78 Jahren. Die genaue Todesursache ist noch Teil der Ermittlungen, wie die Polizei mitteilte. Damit gibt es nun mindestens 26 Todesopfer in NRW.

18.01 Uhr: Rekordhochwasser an der Ruhr

Auch die Ruhr führt an vielen Stellen Rekordhochwasser. So sei etwa bei Hattingen am Mittag mit 1.450 Kubikmetern Wasser pro Sekunde etwa 20 Mal soviel Wasser durchgeflossen wie im langjährigen Mittel, sagte ein Sprecher des Ruhrverbandes. So ein Hochwasser habe es mindestens seit 1960 nicht gegeben.

"Wir haben an der Ruhr Wasserstände, die einen Meter höher liegen als das, was bisher aufgetreten ist", sagte auch Ulrich Windau vom Hochwasserwarndienst der Bezirksregierung Arnsberg. So erreichte der Pegel bei Wetter mit 7,21 Meter einen neuen Höchststand, auch bei Hattingen wurden nie registrierte Hochwasserwerte gemessen. In der Folge ist die Ruhr an vielen Stellen über die Ufer getreten.

17.45 Uhr: Polizei appelliert an Hochwasser-Schaulustige

Mit einem Aufruf hat der Sprecher der Polizei des Rhein-Erft-Kreises an Schaulustige appelliert, die Rettungsarbeiten in den Hochwassergebieten nicht zu behindern. "Die aktuelle Situation, in der viele Menschen um Angehörige bangen und sich um ihr Hab und Gut sorgen, ist nicht der richtige Zeitpunkt für Schaulust", sagte Thomas Held.

17.36 Uhr: Rurtalsperre wir wohl überlaufen

Die Rurtalsperre wird nach Aussage des Wasserverbandes Eifel-Rur am Abend gegen 21 Uhr überlaufen. Um wie viel Wasser es geht, lasse sich aber weder kontrollieren noch vorhersagen. Auf jeden Fall rechnen die Ingenieure mit deutlich mehr Wasser in der Rur als bisher. In den letzten 36 Stunden sei soviel Regen gefallen, dass die Talsperre entgegen aller Erwartungen voll gelaufen sei.

Der Verband warnt vor Hochwasserschäden entlang der Rur über Düren, Jülich und Hückelhoven bis in die Niederlande. Die Menschen sollten Keller, Wohnungen und Tiere schützen, Autos wegfahren und hilfsbedürftigen Nachbarn beistehen. Vor allem gelte es, die Gefahrenzonen zu meiden.

17.26 Uhr: Luftaufnahmen zeigen Ausmaß an Überschwemmungen

Wie groß die Folgen des Unwetters sind, machen diese Aufnahmen aus der Luft deutlich:

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17.19 Uhr: Städte im Ruhrgebiet sollen Trinkwasser abkochen

In mehreren Städten im Ruhrgebiet sollen Anwohner wegen des Hochwassers ihr Trinkwasser abkochen. "Es ist mit gravierenden Geschmacks- und Geruchsveränderungen zu rechnen", teilte die Stadt Mülheim mit. Betroffen seien die Versorgung von Mülheim an der Ruhr (ohne Mintard), Ratingen-Breitscheid und Teile von Oberhausen und Bottrop. Durch das Hochwasser sei das Uferfiltrat von Flusswasser beeinträchtigt worden. Die Wasserwerksgesellschaft desinfiziere das Wasser daher mit Ozon, UV-Licht und Chlor "in extrem hoher Konzentration".

Nach dem Unwetter - die Schäden im Ruhrgebiet

Bilder der Verwüstung und Überflutung. Rekordstände der Bäche und Flüsse, vollgelaufene Keller und Häuser - die Tage nach dem Starkregen.

Die Verbundungsstraße von Breckerfeld ins Volmetal ist durch Hochwasser zerstört

"Es knallte fürchterlich, als die Teerplatten und das Gestein wegbrachen", erzählt Petra Höllmer aus Hagen. Sie wohnt an der Straße, die von Breckerfeld ins Volmetal führt und die bei dem Unwetter plötzlich verschwand.

"Es knallte fürchterlich, als die Teerplatten und das Gestein wegbrachen", erzählt Petra Höllmer aus Hagen. Sie wohnt an der Straße, die von Breckerfeld ins Volmetal führt und die bei dem Unwetter plötzlich verschwand.

Ihre Nachbarn sind bei Verwandten untergekommen. Aber die Straße wird monatelang niemand mehr nutzen können.

Auch in Hagen-Dahl ist eine Fahrbahn abgesackt. Die Brücke, die erst im vergangenen Jahr neu gebaut wurde, ist völlig zerstört. Die Gasleitung liegt frei.

Der Krisenstab der Stadt Hagen hatte bereits am Mittwoch den Katastrophenfall ausgerufen. Die Bundeswehr kam mit Räumpanzern, um die Verwüstungen nach zwei Tagen Regen zu beseitigen. 200 Soldaten sind im Einsatz.

Am Donnerstagmorgen haben Soldaten mehrere Mitarbeiter eines Stahlwerks in Sicherheit gebracht. Sie waren die ganze Nacht in ihrem Betrieb eingeschlossen.

Diese Sandsäcke haben wohl verhindert, dass die halbe Hagener Innenstadt vollläuft. Die großen Einkaufsgalerien und einige Geschäfte sind geschlossen. Auch das Hagener Rathaus bleibt dicht, denn dort stand das Wasser im Erdgeschoss.

Das ist nicht der Amazonas, sondern die Ruhr bei Hattingen. Mit einem Pegelstand von sieben Metern hat der Fluss einen Rekordhöchststand erreicht.

Und Entspannung ist nicht in Sicht - auch nicht für dieses Hotel und den Campingplatz. Denn aus dem Sauerland wird weiteres Wasser erwartet.

In der Nacht zu Freitag hatte die Feuerwehr in Hagen kaum noch Einsätze. Die Auswirkungen des Jahrhunderthochwassers sind aber noch deutlich zu erkennen.

In einem Kaltwalzwerk in Hagen Hohenlimburg stand der Schlamm hüfthoch. Durch das Unwetter wurden Tore der Halle eingedrückt. Der Schaden beläuft sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag.

In Hagen ist die Bundeswehr nach wie vor im Einsatz: Hier wird mit Hilfe eines schweren Einsatzfahrzeuges ein Auto angehoben.

Unermüdlich packen die Helfer in den Überschwemmungsgebieten an. Um viele geparkte Autos, wie hier in Hagen-Nahmer, konnte sich bisher aber niemand kümmern.

17.15 Uhr: Merkel sagt Hilfe zu

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Menschen in den Hochwassergebieten Unterstützung des Staates zugesagt. Wo man helfen könne, werde man das tun, sagte sie am Rande ihres Besuches in Washington. "Dies sind für die Menschen in den Überschwemmungsgebieten entsetzliche Tage. Meine Gedanken sind bei ihnen. Und sie können darauf vertrauen, dass alle Kräfte unseres Staates - von Bund, Ländern und Gemeinden - gemeinsam alles daran setzen werden, auch unter schwierigsten Bedingungen Leben zu retten, Gefahren abzuwenden und Not zu lindern."

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17.05 Uhr: Menschen in Swisttal von Hochwasser eingeschlossen

Swisttal: Straßen im Ortsteil Heimerzheim sind überflutet

Straßen im Swisttaler Ortsteil Heimerzheim sind überflutet

In Swisttal im Süden von NRW sind mehrere Menschen wegen der Überschwemmungen seit Mittwochabend eingeschlossen. Wie viele betroffen seien, sei unklar, teilte der Rhein-Sieg-Kreis mit. Einsatzkräfte gelangten nur schwer zu den Betroffenen. "Es liegen zahlreiche Meldungen über einsturzgefährdete Gebäude vor, aber noch keine valide Gesamteinschätzung." Zudem herrsche ein großflächiger Stromausfall. Die Kommunikation mit den Rettungskräften vor Ort sei in der aktuellen Lage schwer.

16.47 Uhr: Steinbachtalsperre "sehr instabil"

An der Steinbachtalsperre werden die Orte Schweinheim, Flamersheim und Palmersheim evakuiert. 4.500 Einwohner sind betroffen. Die Talsperre sei von einem Sachverständigen als "sehr instabil" eingestuft worden, sagte der Landrat des Kreises Euskirchen, Markus Ramers. Ein Damm der Talsperre weise tiefe Furchen auf. Weil der Ablass der Talsperre verstopft ist, könne das Wasser nicht kontrolliert abgelassen werden und werde über die Sperre abgepumpt.

Euskirchen: Helfer des Technischen Hilfswerks lassen Schläuche in die Steinbachtalsperre hinab, um das Wasser abzupumpen

Menschen, die mobil sind, sollen Verwandte oder Bekannte außerhalb des Bereiches aufsuchen. Für alle anderen stehen in Euskirchen Notunterkünfte bereit.

16.35 Uhr Zahl der Todesopfer in NRW bei mindestens 24

Das Unwetter hat in NRW nach bisherigen Angaben mindestens 24 Menschen das Leben gekostet. Im Kreis Euskirchen im Süden des Landes starben nach Behördenangaben 15 Menschen. In Köln wurden zwei Menschen von der Feuerwehr tot in ihren mit Wasser vollgelaufenen Kellern gefunden. In Rheinbach bei Bonn wurden am Donnerstag eine Frau leblos auf einer Straße und zwei weitere Tote entdeckt.

Ein 52 Jahre alter Feuerwehrmann kollabierte am Mittwoch bei einem Unwettereinsatz im sauerländischen Werdohl und starb. Wenige Stunden zuvor war in Altena im Sauerland ein Feuerwehrmann bei der Rettung eines Mannes ertrunken. Der 46-Jährige war nach Angaben der Polizei nach der erfolgreichen Bergung beim Einsteigen ins Feuerwehrfahrzeug ins Wasser gefallen und abgetrieben. Er wurde tot geborgen.

In Kamen (Kreis Unna) kam ein 77-Jähriger im unter Wasser stehenden Keller seines Hauses ums Leben. In Solingen starb ein 82 Jahre alter Mann nach einem Sturz ebenfalls im überfluteten Hauskeller.

16.22 Uhr: Wasser fließt in Tagebau Inden - Suche nach Vermisstem

Damm-Durchbruch des Flusses Inde in den Braunkohle-Tagebau Inden/Altdorf

Der Fluss Inde hat einen Deich in der Nähe des Braunkohletagebaus Inden bei Aachen überspült und ist in den Tagebau geflossen. Die Suche nach einem dort vermissten Mitarbeiter sei am Nachmittag unterbrochen worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Suche mit Hubschrauber und Wärmebildkamera habe bislang keinen Erfolg gehabt. Nach Angaben des Tagebaubetreibers RWE bleibt der Abbaubetrieb unterbrochen. Das Wasser der Inde fließe weiter in den Tagebau ein, jedoch falle der Wasserstand.

16.10: Katastrophenfall für den ganzen Rhein-Erft-Kreis ausgerufen

Weiterhin müssen sich Menschen auf Überschwemmungen vorbereiten oder ihre Häuser verlassen. So hat der Rhein-Erft-Kreis nun den Katastrophenfall ausgerufen. Der Krisenstab sagt, dass die Hochwassergefahr durch die Erft jetzt nicht mehr nur für Erftstadt gilt, sondern auch für Kerpen, Bergheim und Bedburg. Die betroffenen Kommunen sollen sich drauf vorbereiten, Menschen in Sicherheit zu bringen. "Wir durchleben gerade eine Krise, deren Dimensionen heute noch nicht abschätzbar sind", sagte Landrat Frank Rock.

In Euskirchen haben die Wassermassen einen ganzen Campingwagen mitgerissen, der nun im Uferbereich hängt.

Euskirchen: Ein Wohnwagen hängt im Uferbereich der Erft an einer Brücke

16.00 Uhr: Weiterhin Störungen bei der Bahn

Der Bahnverkehr ist nach wie vor stark eingeschränkt. Gleise, Weichen und Signaltechnik seien in vielen Landesteilen stark beschädigt, teilte die Deutsche Bahn mit. Auch Bahnhöfe und Stellwerke seien betroffen.

Überflutete Bahngleise auf der Strecke Essen-Wuppertal

Überflutete Bahngleise auf der Strecke Essen-Wuppertal

Im Fernverkehr kommt es auf der Strecke Köln-Düsseldorf-Essen-Dortmund zu Umleitungen, Verspätungen und Zugausfällen. Die Strecke Köln-Koblenz über den Bonner Hauptbahnhof ist nicht befahrbar. Über Bonn-Beuel ist die Strecke rechtsrheinig befahrbar, allerdings komme es auch hier zu Verspätungen und Zugausfällen. Der internationale Fernverkehr von und nach Brüssel ist laut Bahn unterbrochen.

Im Regionalverkehr setzt die Bahn Ersatzbusse ein, sofern es die Straßen zuließen. Der Konzern bittet darum, Fahrten in die Regionen möglichst zu verschieben. Tickets für den 14., 15. oder 16. Juli behielten ihre Gültigkeit bis eine Woche nach dem Ende der Störungen oder könnten kostenfrei storniert werden.

15.51 Uhr: Rettung per Hubschrauber

Swisttal: Mit Hilfe einer Seilwinde werden Menschen per Hubschrauber aus dem Ortsteil Heimerzheim gerettet

Wenn zu Land keine Hilfe möglich ist, kommt die Rettung per Luft. In Swisttal (Rhein-Sieg-Kreis) werden Menschen mit Hilfe einer Seilwinde per Hubschrauber aus dem Ortsteil Heimerzheim gerettet.

15.44 Uhr: Überschwemmungsgefahr im Kreis Soest

In Wickede im Kreis Soest herrscht akute Überschwemmungsgefahr. In Echthausen müssen die Häuser nahe der Ruhr evakuiert werden. Weil das Wehr bei Echthausen zu brechen droht, muss es geöffnet werden. Dadurch werden große Wassermengen abgelassen und die Behörden rechnen mit einer Flutwelle. Die Feuerwehr warnt: Man sollte sich von der Ruhr fernhalten, sich nicht in Kellern oder Tiefgaragen aufhalten.

15.37 Uhr: Infos zum Thema Unwetter und Versicherungen

Sobald das Wasser zurückgeht, geht es in den Unwetterregionen ans Aufräumen. Erst dort werden die Schäden wirklich sichtbar. Was zum Thema Versicherungen nun wichtig ist, haben wir hier zusammengefasst:

15.31 Uhr: Bundeswehr hilft in Stolberg

In Stolberg bei Aachen gehen die Wassermassen allmählich zurück. Viele Straßen sind schon wieder passierbar. Die Wassermassen haben aber Pflastersteine hochgedrückt und mitgerissen. An manchen Stellen haben die sich zu meterhohen Schutthaufen aufgetürmt. Deshalb kommt jetzt ein Bergungspanzer der Bundeswehr nach Stolberg, um zu helfen.

15.22 Uhr: Katastrophenfall in Erftstadt ausgerufen

Autos fahren über eine völlig überflutete Straße

Straßen in Erfstadt sind überflutet

Die Hochwasserlage in Erftstadt spitzt sich dramatisch zu. Dort wurde der Katastrophenfall ausgerufen. Die Feuerwehr evakuiert die Ortsteile Blessem und Bliesheim und bringt die Anwohner in Turnhallen unter. Auch das Krankenhaus im Stadtteil Frauenthal ist voll Wasser gelaufen und wird geräumt.

Auf der Bundesstraße 265 drohte am Vormittag ein Mann in seinem Auto zu Ertrinken. Eine Schlammlawine hat den Stadtteil Alt-Hürth überflutet. In über 100 Häusern liefen die Keller voll.

15.15 Uhr: Steinmeier in Gedanken bei Opfern

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich bestürzt wegen der Folgen der verheerenden Überschwemmungen mit immer mehr Toten gezeigt. "Mein tiefes Mitgefühl gilt den Verstorbenen und ihren Angehörigen", erklärte Steinmeier. "In Gedanken bin ich bei den vielen Bürgerinnen und Bürgern, die in Not sind, die ihr Hab und Gut und manche von ihnen auch ihr Dach über dem Kopf verloren haben."

Der Bundespräsident dankte auch allen Einsatzkräften, Helferinnen und Helfern, "die unermüdlich im Einsatz sind, die zum Teil ihr Leben riskieren, um den Menschen in dieser gefährlichen Situation zur Seite zu stehen".

15.08 Uhr: So ist die Lage im Bergischen Land

In der gesamten Region herrscht örtlich Ausnahmezustand. In Leichlingen etwa sind viele Brücken und Straßen gesperrt. Zahlreiche Haushalte sind immer noch ohne Strom. In Engelskirchen an der Leppestraße sind die Mauern eines neuen Ärztehauses unter der Hochwasserflut eingebrochen.

Außerdem steigt an der Bevertalsperre der Pegelstand. Das Wasser wird dort unkontrolliert abgelassen. Ein unter der Talsperre gelegener Teich ist ein riesiger See geworden. Wenn dort ein Damm brechen sollte, würde es eine riesige Flut durch Hückeswagen geben. Deshalb sind 100 Häuser evakuiert worden. 1.000 Personen mussten ihre Wohnungen verlassen.

14.59 Uhr: Keine Entwarnung in der Eifel

Die Lage in der Gemeinde Roetgen (Städteregion Aachen) ist weiterhin angespannt. Die Brücke im Ortsteil Mulartshütte ist weiterhin unpassierbar. Die Menschen müssen sich erstmal weiter auf Einschränkungen einstellen. Die Gasversorgung ist teilweise gestört und viele Wege sind immer noch nicht passierbar. Sperrgutcontainer werden für Aufräumarbeiten verteilt.

Auch in anderen Orten der Eifel ist die Lage weiter angespannt: In Mechernich werden derzeit weitere Bewohner von Schleiden-Gemünd und anderen Ortschaften aufgenommen. Sie werden in Notunterkünften betreut und mit Getränken und Lebensmitteln versorgt.

14.47 Uhr: Zahl der Todesopfer steigt

Das Unwetter hat noch mehr Menschenleben gefordert. Die Polizei Köln berichtet von 20 Toten in der Region. Neben zwei in Köln gefundenen Toten seien bislang aus Euskirchen 15 und aus Rheinbach drei Tote gemeldet worden, teilte die Polizei am Nachmittag mit. 45 Ermittler seien für die Bearbeitung von Vermisstenfällen und Verfahren zur Todesermittlung zusammengezogen worden.

14.35 Uhr: Aufräumarbeiten in Hagen

Ein Panzer der Bundeswehr hilft in Hagen bei den Aufräumarbeiten

Besonders hart getroffen vom Unwetter ist Hagen. Dort ist sogar die Bundeswehr im Einsatz. Räumpanzer helfen, die Straßen von Schutt und Geröll zu berfreien - oder einen Lkw.

14.02 Uhr: "Jahrhunderthochwasser" in Solingen

Die Einsatzkräfte in Solingen haben in den vergangenen Stunden etwa 130 Menschen im Stadtgebiet aus akuter Not vor dem Hochwasser gerettet. "Wir haben die Menschen über Drehleitern, Boote, Bojen herausgeholt. Es war alles improvisiert", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. In zwei Situationen hätten sich Kollegen auf Tanklöschfahrzeugen in Sicherheit bringen müssen.

Die Einsatzkräfte sprechen nach Angaben eines Stadtsprechers von einem "Jahrhunderthochwasser". Oberbürgermeister Tim Kurzbach sagte: "Unsere Heimatstadt ist von einer großen Katastrophe heimgesucht worden." Die Lage im besonders betroffenen Stadtteil Unterburg beschrieb er als "bedrohlich und beängstigend". Der Stadtteil bleibe vorerst gesperrt. Auch Strom und Gas seien noch abgeschaltet, auch in Verteilstationen seien durch das Hochwasser Schäden entstanden.

13.39 Uhr: Mehrere Brücken in Hagen zerstört

In Hagen sind durch das Hochwasser mehrere Brücken zerstört worden. Ein Polizeisprecherin berichtete am Donnerstag, die Rebecke-Brücke über den Fluss Volme sei vollständig eingestürzt. Bei einer weiteren Brücke über den Fluss sei der Mittelträger zusammengebrochen. Außerdem sei eine Fußgängerbrücke über die Volme durch die Fluten weggerissen worden. Zwei weitere Brücken in der Innenstadt waren nach Angaben der Polizei am Donnerstag für den Verkehr gesperrt. Die Volme ist ein Nebenfluss der Ruhr. Er fließt auf gut 20 Kilometern Länge durch das Stadtgebiet von Hagen.

13.36 Uhr: Plünderungsversuche in Stolberg - Hundertschaft im Einsatz

In Stolberg bei Aachen nutzen bereits Kriminelle die Hochwasserlage aus: Dort sei es zu einzelnen Plünderungsversuchen von Geschäften gekommen, sagte ein Polizeisprecher. Demnach hatten in drei Fällen Zeugen gemeldet, dass sich Personen in überschwemmten Läden befänden. Die Polizei nahm an einem Juweliergeschäft einen Verdächtigen fest. Als die Beamten an den anderen Tatorten - einem Supermarkt und einer Drogerie - eintrafen, sind demnach mehrere Unbekannte geflüchtet. Ob etwas gestohlen wurde, war zunächst unklar. Eine Hundertschaft der Polizei sei nun in Stolberg, um die verlassenen Wohnhäuser und Geschäfte vor Plünderungen zu schützen.

13.30: Reul bricht Urlaub ab - 15.000 Kräfte im Einsatz

Wegen des schweren Unwetters in Nordrhein-Westfalen hat NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) seinen Urlaub in Schleswig-Holstein abgebrochen. "Ich bin mit meinen Gedanken bei den Toten dieser Katastrophe, die große Teile unseres Landes ereilt hat. Ihren Angehörigen wünsche ich in diesen schweren Stunden viel Kraft", sagte Reul. "Viele Menschen werden weiterhin vermisst. Das bestürzt mich zutiefst." Alle verfügbaren Kräfte von Feuerwehr, Katastrophenschutz und Polizei kämpften derzeit Seite an Seite, um den Menschen im Land zu helfen. Die landesweiten Einsatzzahlen hätten sich seit Mittwochmorgen verzehnfacht. Es seien mehr als 15.000 Kräfte der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes im Einsatz.

12.57 Uhr: Hochwasser von Volme und Lenne sinken langsam

Nach dem extremen Hochwasser sinken im Sauerland die Pegelstände von Volme und Lenne langsam. "Die Situation beginnt sich zu entspannen", sagte ein Sprecher des Hochwasserwarndienstes der Bezirksregierung Arnsberg am Donnerstag. Der Wasserstand der Ruhr verharre aber noch auf hohem Niveau.

Das Hochwasser von Lenne und Volme hat in Altena und Hagen für schwere Schäden gesorgt. "In den vergangenen 30 Jahren hatten wir solche Wasserstände nicht", sagte der Sprecher des Warndienstes. Bei der Volme könne man sogar von einem Hochwasser sprechen, wie es im Durchschnitt einmal in 100 Jahren auftrete.

12.24 Uhr: Laschet kündigt Hilfe vom Land an

Bei seinem Besuch in Hagen hat CDU-Vorsitzender und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet Hilfe vom Land angekündigt. Dafür wolle er am Freitag eine Sondersitzung des Landeskabinetts einberufen. Zwar sei das genaue Ausmaß der Schäden noch nicht absehbar, es sei aber klar, dass das Land die Kommunen in einer solchen Situation nicht alleine lasse.

SPD und Grüne im Landtag forderten schnelle und unbürokratische Hilfen und kritisierten Laschet für sein Krisenmanagement.

12.05 Uhr: Einsatzkräfte aus Ostwestfalen-Lippe helfen im Sauer- und Siegerland

Ostwestfalen-Lippe ist von den starken Unwettern verschont worden. Dennoch sind fast 1.000 Einsatzkräfte aus Ostwestfalen- Lippe in Dauereinsatz. Sie unterstützen die Helfer im Sauer-, Siegerland und Hagen. Ein Reserve-Verband der Feuerwehren im Kreis Herford und Minden-Lübbecke ist seit Mittwochabend in Altena im Einsatz, die Reserve aus den Kreisen Paderborn und Höxter ist ebenfalls im Märkischen Kreis. Rund 150 überwiegend ehrenamtliche Feuerwehrleute aus Bielefeld haben in der Nacht vor allem in Hagen Menschen gerettet, Straßen geräumt und Keller leergepumpt.

11.56 Uhr: Kein Strom in mehreren Orten der Region Aachen

In der Region Aachen sind wegen des Hochwassers mehrere Ortschaften ohne Stromversorgung. "Zum aktuellen Zeitpunkt können wir noch nicht sagen, wann die Versorgung wieder hergestellt werden kann", teilte die Regionetz GmbH, der Netzbetreiber der Stadt Aachen, am Vormittag mit. "Aufgrund der Überschwemmungen können die Kollegen der Regionetz keine Kellerräume betreten und somit auch keine einzelne Haushalte wieder an das Stromnetz anschließen."

Betroffen sei vor allem Stolberg mit den Ortsteilen Vicht und Zweifall sowie der Innenstadt. Dort kommt es nach Informationen eines Stadtsprechers aktuell zu Plünderungen. Auch der historische Ortskern von Kornelimünster in Aachen ist vom Stromnetz abgeschnitten.

In der Eschweiler Innenstadt ist neben dem Strom- auch die Trinkwasserversorgung ausgefallen. Aktuell muss in Eschweiler nach Angaben der Städteregion das St. Antonius Hospital geräumt werden. Rund 400 Patienten sind betroffen, darunter auch 17 Intensivpatienten.

11.26 Uhr: DWD gibt Entwarnung

Gute Nachrichten vom Deutschen Wetterdienst: Der Höhepunkt der extremen Niederschläge in Teilen Deutschlands ist nach Einschätzung des DWD überschritten. DWD-Meteorologe Marco Manitta erwartete am Donnerstag "eine Entspannung der Wetterlage". Zwar könne es weiterhin "punktuellen Starkregen" geben, dieser sei aber nicht mehr so verbreitet wie in der vergangenen Nacht, sagte Manitta der dpa. "Das Unwetterpotenzial sinkt deutlich."

Land unter in NRW: Der Dauerregen und seine Folgen (Stand 10:55 Uhr) WDR aktuell 15.07.2021 21:12 Min. UT Verfügbar bis 15.07.2026 WDR

10.04 Uhr: Laschet sagt Besuch der CSU-Klausur ab

CDU-Chef und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat wegen der dramatischen Hochwasserlage in der Eifel seinen geplanten Besuch bei der Klausur der CSU-Landesgruppe in Seeon abgesagt. Das teilte die Staatskanzlei in Düsseldorf heute mit. Laschet habe seine Reise durch Süddeutschland abgebrochen und sei noch in der Nacht nach Nordrhein-Westfalen zurückgekehrt.

Am Donnerstagmorgen wollte Laschet die von den Unwettern besonders betroffene Stadt Hagen besuchen, um sich dort mit dem Oberbürgermeister im Krisenstab ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Aus der Staatskanzlei hieß es weiter, der Ministerpräsident wolle sich nach seinem Besuch in Hagen über die Folgen und weiteren Entwicklungen der Unwetter in Nordrhein-Westfalen informieren und mögliche Hilfen des Landes forcieren.

9.53 Uhr: Bahnverkehr in NRW stark eingeschränkt

Sturmtief Bernd wirkt sich auch weiterhin massiv auf den Bahnverkehr in NRW aus. Laut Bahn ist es durch die extremen Niederschläge zu "Gleisüberspülungen, Fahrbahnstörungen und Beschädigungen von Betriebsanlagen" gekommen. Das Unternehmen bittet alle Kunden, Reisen von und nach NRW nach Möglichkeit zu verschieben. "Für die vom Extremwetter betroffenen Regionen behalten alle für den 14. und 15. Juli 2021 gebuchten Tickets für den Fernverkehr ihre Gültigkeit und können entweder kostenfrei storniert oder bis eine Woche nach Störungsende flexibel genutzt werden", hat das Unternehmen am Donnerstag erklärt.

Der Nahverkehr in weiten Teilen NRWs ist vielerorts noch stark eingeschränkt oder sogar eingestellt. Aber auch im Fernverkehr gibt es Störungen:

  • Der Abschnitt Köln - Wuppertal - Hagen - Dortmund ist derzeit nicht befahrbar. Hier kommt es zu Zug- bzw. Haltausfällen.
  • Die Strecke Köln - Koblenz über Bonn Hbf ist nicht befahrbar. Der Abschnitt Köln - Koblenz über Bonn-Beuel auf der rechten Rheinseite ist befahrbar. Hier kommt es zu Verspätungen mit Haltausfällen.
  • Derzeit enden und wenden Züge aus Richtung Hannover/Bremen/Paderborn in Hamm(Westf) Hbf, Münster(Westf) Hbf sowie Dortmund Hbf.
  • Züge aus Richtung Norddeich/Emden enden und wenden in Münster(Westf) Hbf.
  • Die Züge aus Richtung Süddeutschland enden und wenden in Koblenz Hbf bzw. in Köln Hbf.

9.27 Uhr: Leverkusener Krankenhaus muss evakuiert werden

Wegen einer Störung der Stromversorgung muss in Leverkusen ein Krankenhaus komplett evakuiert werden. Betroffen seien 468 Menschen, teilte das Klinikum Leverkusen heute morgen mit. Die Maßnahme sei mit der Feuerwehr abgesprochen. Alle Operationen, Termine und Eingriffe seien abgesagt. Bereits in der Nacht sei der Notstrom ausgefallen, einige Stationen seien ohne Licht gewesen.

9.02 Uhr: Menschen in Hückeswagen mit Boot evakuiert

In Hückeswagen im Bergischen Land mussten etwa 1.500 Menschen ihre Wohnungen verlassen. "Bei den Evakuierungsmaßnahmen muss viel mit dem Boot gemacht werden, weil die Straßen nicht mehr befahrbar sind", sagte ein Polizeisprecher am heute Morgen. Betroffen sei vor allem der Stadtteil Kleineichen unterhalb der Bevertalsperre. Bei den Rettungsmaßnahmen seien zwei DLRG-Helfer verletzt worden.

07.27 Die Regenmengen der letzten 48 Stunden

  • Aachen: bis zu 180 l/m²
  • Köln/Bonn: bis zu 180 l/m²
  • Duisburg/Düsseldorf/Essen: bis zu 160 l/m²
  • Wuppertal: bis zu 180 l/m²
  • Siegen: bis zu 160 l/m²
  • Dortmund: bis 240 l/m²
  • Münster: - bis 90 l/m²
  • Bielefeld: - bis 70 l/m²

07.05 WDR Studio Wuppertal kann nicht senden

Das WDR Studio in Wuppertal ist so stark vom Unwetter betroffen, dass der Sendebetrieb gestört ist. Es können von dort keine Lokalzeiten für die Hörfunknachrichten gesendet werden.

06.58 Damm der Steinbachtalsperre droht zu brechen

Der Damm der Steinbachtalsperre in Euskirchen droht aufgrund des Unwetters zu brechen. Daher sei am Donnerstag die Autobahn 61 zwischen Bliesheim und Meckenheim vollgesperrt worden, teilte die Polizei mit. Zuvor war die A61 bereits gesperrt worden, weil die Autobahn von Wasser überflutet worden sei. Zur Beobachtung des Dammes seien das Technische Hilfswerk (THW) und die Polizei vor Ort. Der Verkehr wird auf die A565 umgeleitet.

Auch bei weiteren Talsperren besteht diese Gefahr noch, zum Beispiel bei einem Damm der Agger bei Lohmar. Das Wasser der Wuppertalsperre kann mittlerweile kontrolliert abfließen, aber auch da ist eine Flutwelle noch nicht ausgeschlossen.

06.21 Einschränkungen im Berufsverkehr

Im Verkehr gibt es heute starke Behinderungen - der Regen hat einige Autobahnen überflutet. Die A1 Köln - Dortmund ist zwischen Leverkusen und Burscheid wegen überfluteter Fahrbahn in beiden Richtungen gesperrt. Die A44 Düsseldorf - Essen ist im Kreuz Düsseldorf-Nord in beiden Richtungen wegen überfluteter Fahrbahn gesperrt. Die A61 Koblenz - Mönchengladbach ist zwischen Kreuz Meckenheim und Rheinbach wegen Hochwasser gesperrt. Die A553 Brühl-Bliesheim ist zwischen Brühl-Süd und Bliesheim in beiden Richtungen gesperrt.

Auch der Bahnverkehr ist betroffen: Die Bahn hat Reisenden sogar dazu geraten, Reisen von und nach NRW nach Möglichkeit zu verschieben. Wenn das nicht möglich ist, dann sollte man mit Verspätungen und Ausfällen rechnen. Betroffen sind zum Beispiel die Strecken zwischen Köln und Düsseldorf sowie zwischen Köln und Wuppertal. Rund um Hagen geht gar nichts mehr. Die Gleise sind teils von Geröll blockiert. Und auch am Dortmunder Hauptbahnhof gibt es große Probleme. In Richtung Westen fahren keine Züge. Erst ab Bochum stehen die Verbindungen ins westliche Ruhrgebiet und in Richtung Rheinland.

05.45 Uhr Häuser in Schuld eingestürzt - bis zu 30 Vermisste

Auch Rheinland-Pfalz ist stark vom Unwetter betroffen: In Schuld bei Adenau in der Eifel an der Grenze zu NRW sind in der Nacht wegen Überflutungen und Dauerregens laut Polizei sechs Häuser eingestürzt, 25 drohen einzustürzen. Etwa 30 Menschen werden nach bisherigen Erkenntnissen vermisst. Die Lage in Schuld sei unübersichtlich, so ein Sprecher der Polizei in Koblenz. Wie viele Menschen genau vermisst würden, sei noch unklar. In Altenahr im Kreis Ahrweiler seien Bewohner auf die Dächer ihrer Wohnhäuser geflüchtet.

04.05 Uhr: Leichte Entwarnung an der Wuppertalsperre

Einsatzkräfte der Feuerwehr können das Wasser mittlerweile kontrolliert ablaufen lassen, teilte ein Sprecher der Leitstelle Oberbergischer Kreis mit. Nach enormen Regenfällen hatten die Behörden im Bergischen Land einen unkontrollierten Überlauf der Wupper-Talsperre bei Radevormwald befürchtet. Nach Angaben von Hans-Uwe Koch vom Amt für Bevölkerungsschutz des Kreises soll durch das Ablaufenlassen Druck vom Sperrdeich genommen werden.

03.30 Uhr: Warnung im Chemiepark Hürth aufgehoben

Die Feuerwehr hatte am Abend gewarnt, durch Hochwasser seien Schadstoffe freigesetzt worden. Hautkontakt mit ausgetretenem Wasser und Schlämmen sollte vermieden werden. Nach sechs Stunden nun die Entwarnung.

03.03 Uhr: Wuppertaler sollen in höher gelegene Stockwerke gehen

Die Wuppertaler Feuerwehr evakuiert derzeit im Stadtteil Beyenburg Anwohner, deren Wohnhäuser bereits von Überschwemmungen betroffen sind. Für alle, die im gefährdeten Bereich an der Talsohle wohnen und nicht aktiv evakuiert werden, heißt es von Seiten der Stadt: "Bleibt zu Hause! Geht in höher gelegene Stockwerke und behaltet die Lage im Auge! Verlasst das Gebäude nicht mehr!"

02.58 Uhr: Dutzende Menschen nach Evakuierung in Turnhalle

WDR-Reporterin Klaudia Deus berichtet aus Radevormwald: Etwa 60 Personen, die unmittelbar an der Wupper wohnen, haben ihre Wohnungen verlassen und sind in einer Turnhalle untergebracht worden. "Ein Rettungsdienst betreut diese Leute und es wurden die klassischen blauen Turnmatten zu Betten aufgebaut." Doch nicht jeder geht diesen Schritt. "Wir haben Tiere und bleiben", sagt eine Familie gleich gegenüber der Wupper. Sie möchte notfalls in den oberen Etagen übernachten.

02.42 Uhr: Panzer der Bundeswehr in Hagen

Ein Panzer der Bundeswehr hilft nach Unwetter in Hagen beim Aufräumen

Die Menschen in Hagen hätten sich vor 24 Stunden wohl nicht vorstellen können, dass ihre Stadt wegen eines Unwetters so hart getroffen ist, dass sogar die Bundeswehr anrückt. Doch genau das ist am Mittwoch passiert. Ein Panzer soll bei den Aufräumarbeiten helfen.

01.46 Uhr: Stromausfälle in Wuppertal

Ein Umspannwerk in Wuppertal wurde angesichts drohender Überschwemmungen nach Angaben der Stadt vorsorglich abgeschaltet. Betroffen seien der Stadtteil Beyenburg und in Teilen auch Heckinghausen und Langerfeld.

Die Feuerwehr kommt nach eigenen Angaben auf mittlerweile etwa 500 Einsätze. Über 300 Einsätze sind noch nicht abgearbeitet. Alle Einsatzkräfte sind mobilisiert. Es gibt Unterstützung durch das THW und Hilfsorganisationen.

1.16 Uhr: 25.000 Sandsäcke sichern Wohngebäude in Düsseldorf

In Düsseldorf wurden von der Feuerwehr in den vergangenen Stunden über 700 Unwettereinsätze abgearbeitet. Weitere 450 Einsätze stehen noch aus. Ein Schwerpunkt sei das Marienhospital, das von einem großen Wassereinbruch betroffen sei. Pro Minute würden 15.000 Liter aus dem Gebäude gepumpt.

Feuerwehrleute arbeiten in der Ostparksiedlung in Düsseldorf an der Düssel

Feuerwehrleute packen in Düsseldorf Sandsäcke

Zudem sind viele Einsatzkräfte weiterhin in einem Wohnbereich rund um die nördliche Düssel aktiv. Um Gebäude dort zu schützen, werden über 25.000 Sandsäcke zu einem 700 Metern langen Damm verbaut. In der Nacht wird daran gearbeitet, den Damm an mehreren Stellen zu halten und zu erhöhen, da er in Teilen überspült wird.

1.08 Uhr: Damm der Agger könnte brechen

In Lohmar (Rhein-Sieg-Kreis) droht in den Stadtgebieten Donrath und Lohmar-Ort ein Damm der Agger zu brechen. Betroffene sollen entweder geschützte Räume in höher gelegenen Stockwerken aufsuchen oder sich in die Anlaufstelle in der Jachbachhalle in Lohmar begeben.

00.53 Uhr: Warnung vor "massiver Überflutungsgefahr"

Der Rheinisch-Bergische Kreis warnt vor einer "massiven Überflutungsgefahr durch die Wupper". Ganze Ortschaften der Stadt Leichlingen, Teile davon oder einzelne Straßen werden evakuiert. Unter 02175 992101 sei ein Bürgertelefon eingerichtet worden.

Schon am Tag hatte es in der Ortschaft Balken Überschwemmungen gegeben. Anwohner halfen sich durch die Fluten der Wupper. Durch den starken Regenfall im Laufe des Tages war der Fluss zum reißenden Gewässer geworden.

Leichlingen: Anwohner der Ortschaft Balken helfen sich durch Fluten der Wupper

00.39 Uhr: Evakuierungen in Solingen

In Solingen-Unterburg hat der Eschbach den Ort überflutet. Am späten Abend wurde eine Evakuierung eingeleitet. Auch ein Altenheim ist betroffen.

00.29 Uhr: Wuppertalsperre läuft über - Sirenen warnen in Wuppertal

Die Stadt Wuppertal warnt vor "extremer Gefahr". Der Grund: Um kurz nach Mitternacht wurde das Überlaufen der Wuppertalsperre gemeldet. Es könne keine konkrete Prognose abgegeben werden, wie das Wasser Wuppertal erreichen werde und welches Ausmaß an Überflutungen erwartet werden müssen. In den möglicherweise betroffenen Bereichen werde der Sirenenalarm aus gelöst. Zudem rückten Warnfahrzeuge aus. Es bestehe die "akute Gefahr der Überflutung".

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00.18 Uhr: Weiterer Feuerwehrmann stirbt im Einsatz

Nach dem Tod eines Feuerwehrmanns in Altena gibt es noch eine weitere Unglücksnachricht. Im Märkischen Kreis ist am Abend ein weiterer Feuerwehrmann gestorben. Nach Angaben der Polizei kollabierte der 52-Jährige während des Einsatzes im Bereich des Kraftwerks Elverlingsen. Es wird von einem internistischen Notfall ausgegangen.

00.07 Uhr: Bevertalsperre im Oberbergischen Kreis läuft über

Auch die Bevertalsperre in Hückeswagen kann die Wassermassen nicht mehr aufnehmen. Nach Angaben des Oberbergischen Kreises läuft die Staumauer über. Die Ortslage Hartkopsbever sowie die Peterstraße in Hückeswagen werden evakuiert. Anwohner sollen sich "umgehend in höhere Lagen" begeben. Es bestehe die Gefahr der Überflutung.

23.59 Uhr: Haus in Hagen "akut einsturzgefährdet"

Auch wenn der Regen in Hagen am Abend aufgehört hat, ist die Lage dort weiterhin angespannt. WDR-Reporter Julian Lang berichtet, dass ein Haus "akut einsturzgefährdet" sei. "Die Wassermassen haben da die ganze Wand rausgerissen und dafür gesorgt, dass die Statik da nicht mehr sicher ist." Deswegen sei eine ganze Häuserzeile evakuiert worden.

Viele Anwohner stehen immer noch hilflos auf den Straßen. Die gesamte Feuerwehr Hagen ist im Einsatz und hat überörtliche Hilfe angefordert. Nach wie vor sind die Leitstellen von Feuerwehr und Polizei überlastet. Der Krisenstab der Stadt Hagen wurde einberufen.

Stand: 15.07.2021, 23:00

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