Unwetter-Live-Ticker: Krisenstäbe in Alarmbereitschaft vor neuem Starkregen

Symbolbild: Ein Mann sitzt telefonierend in der Leitzentrale der Düsseldorfer Feuerwehr, im Hintergrund Monitore

Unwetter-Live-Ticker: Krisenstäbe in Alarmbereitschaft vor neuem Starkregen

  • Glockengeläut im Gedenken an Opfer
  • Hagen warnt vor Krankheitserregern im Schlamm
  • Bundesregierung gibt Auftrag für SMS-Warndienst
  • Warn-Apps stoßen auf breite Ablehnung
  • Krisenstäbe in Alarmbereitschaft
  • In Erftstadt-Blessem gibt es wieder Wasser
  • ARD-Benefiztag zur Flutkatastrophe
  • Alle Infos im Unwetter-Live-Ticker

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Katastrophenschützer mahnen zur Vorbereitung für Samstag

Bei neuem Starkregen am Samstag könne unter Umständen eine kleine Flutwelle auftreten, sagte Wolfram Geier vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) am Freitag im Deutschlandfunk. Mit den Ereignissen der vergangenen Woche seien die Vorhersagen nicht vergleichbar. Dennoch müssten sich die Menschen vorbereiten und über die Lage informieren. "Ein batteriebetriebenes Radio, ein Kurbelradio, das ist eine ganz wichtige Informationsquelle gerade in solchen Situationen, wo eben Warnsysteme ausfallen können." Beschädigte oder nicht komplett geprüfte Häuser sollten frühzeitig verlassen werden.

Das NRW-Innenministerium hat die Leitstellen von Feuerwehr und Polizei per Erlass besonders für die Wetterlage sensibilisiert. "Die Arbeit in den Krisenstäben der Städte und Kreise wird auch am Wochenende fortgesetzt, um die Lage vor Ort zu koordinieren", hieß es.

Die Städteregion Aachen erwartet keine weiteren Überflutungen. Der Wasserverband habe durch eine erhöhte Wasserabgabe in den Talsperren Platz für den zusätzlich erwarteten Regen geschaffen. In Bad Münstereifel schaufeln Bagger das Flussbett der Erft frei, damit das Wasser besser abfließen kann.

20.59 Uhr: Keine ehrgeizigeren Klimaziele von G20-Umweltministern

Die Fachminister der G20-Staaten für Umwelt, Klima und Energie haben sich bei einem Treffen in Neapel auf keine ehrgeizigeren Klimaziele einigen können. In der gemeinsamen Abschlusserklärung fehlt ein Bekenntnis, das 1,5-Grad-Ziel schon bis Ende 2030 erreichen zu wollen. Der italienische Minister Roberto Cingolani sagte am Freitagabend, mehrere Länder hätten dies abgelehnt.

Die Gruppe bekannte sich aber nochmals zum Pariser Klimaabkommen. Gemeinsames Ziel sei es, die Erderwärmung deutlich unter 2 Grad zu halten und die Bemühungen fortzusetzen, sie auf 1,5 Grad zu reduzieren. Der deutsche Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth sprach von sehr schwierigen Verhandlungen.

20.44 Uhr: Todesopfer auch nach Unwetter in Sachsen

Nach den Unwettern in Sachsen hat sich der Tod eines Vermissten bestätigt. Laut Polizei wurde die Leiche des 53-Jährigen im Uferbereich des Flusses Preßnitz gefunden.

20.01 Uhr: Abgeordneter: Tagebau und Kiesgruben für Hochwasserschutz nutzen

Der Bundestagsfraktionsvize der Grünen, Oliver Krischer, hat die Einbeziehung von Tagebauen, Restseen und Kiesgruben in den Hochwasserschutz gefordert. Bislang gab es keine Überlegungen, Abbau-Löcher als Rückhalteräume zu nutzen. Doch Kiesgruben und Baggerseen könnten Wasser aufnehmen, wenn sie durch Umleitungen kontrolliert geflutet würden, sagte Krischer dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

19.28 Uhr: Vereinzelte, aber keine flächendeckenden Gewitter am Wochenende

Laut WDR-Wetterexpertin Claudia Kleinert wird es in den kommenden Tagen punktuell Sturmböen, Starkregen und Hagel in NRW geben. Die Gefahr bestehe, dass in den von Hochwasser betroffenen Regionen erneut "ein heftiger Regenguss" herunterkommen kann. "Weil die Böden so durchweicht sind, macht das Sorge", so Kleinert. Dennoch sei die Lage nicht vergleichbar mit der in der vergangenen Woche. Flächendeckende Unwetter werde es in NRW nicht geben.

18.40 Uhr: Glockengeläut im Gedenken an Opfer

Mit Glockengeläut und Gebeten ist am Abend in vielen Kirchen und Gemeinden in NRW der Flutopfer gedacht worden. Aufgerufen hatten die evangelischen Landeskirchen und mehrere katholische Bistümer. In einer Andacht beteten die Gläubigen für die vielen Betroffenen der Unwetterkatastrophe.

18.06 Uhr: Baerbock will Unterstützung für Hausbesitzer

Seitenaufnahme von Annalena Baerbock während des Online-Parteitags der Grünen im Juni 2021.

Annalena Baerbock

Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock fordert staatliche Unterstützung für Schutzmaßnahmen an Privathäusern gegen Extremwetter. "Für viele Menschen ist das Häuschen die Altersvorsorge", sagt sie der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Dies müsse besser geschützt werden. "Ähnlich wie bei der Energieeffizienz sollten daher Hausbesitzer mit KfW-Krediten oder steuerlicher Absetzbarkeit unterstützt werden, wenn sie ihr Haus mit baulichen Maßnahmen gegen Extremwetter schützen wollen." Baerbock spricht sich zudem für einen Vorsorgefonds für Kommunen aus.

18.00 Uhr: Ministerium plant Einsatz neuer Brücken-Bauverfahren

In Nordrhein-Westfalen sollen beim Wiederaufbau von beschädigten Brücken auch innovative Bauverfahren zum Einsatz kommen, erklärte das Verkehrsministerium in Düsseldorf. So könnten zum Beispiel Stahlbetonfertigteile genutzt werden. "Solche Konstruktionen sind deutlich schneller umsetzbar als konventionelle Bauweisen", sagte ein Sprecher. Nach Angaben des Ministeriums schreiten auch akute Maßnahmen gut voran: Von 190 Straßensperrungen konnten 88 wieder aufgehoben werden.

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17.32 Uhr: Hagen warnt vor Krankheitserregern im Hochwasser-Schlamm

Beim Aufräumen der Hochwasser-Schäden sollten Helfer unbedingt wasserabweisende Schutzkleidung und Handschuhe tragen. Der zurückgebliebene Schlamm sei häufig mit Krankheitserregern verseucht, teilte die Stadt Hagen mit. Dort seien bereits Magen-Darm-Erkrankungen und Wundinfektionen im Zusammenhang mit den Reinigungsarbeiten aufgetreten.

Vor dem Kontakt mit Lebensmitteln und vor dem Rauchen sollten die Hände gründlich gewaschen werden, riet die Stadt. Das gelte auch für im Garten angebautes Gemüse, das überschwemmt war. Kleinere Verletzungen müssten desinfiziert werden, bei größeren und tieferen Wunden solle man einen Arzt aufsuchen. Helfer sollten ihren Tetanus-Schutz überprüfen und gegebenenfalls auffrischen.

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17:23 Uhr. Bundesregierung gibt Auftrag für SMS-Warndienst

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat die Einführung des sogenannten Cell-Broadcast für Handys als weiteres Warninstrument im Katastrophenfall in Auftrag gegeben. Das sagt er dem ARD-Hauptstadtstudio. "Die Warnung der Bevölkerung muss klappen, auf allen Kanälen", fügt er hinzu. "Die SMS kann Sirenen, Apps und den Rundfunk ergänzen. Wir brauchen sie." Das Innenministerium soll bereits Gespräche mit den Netzbetreibern führen.

17.08 Uhr: Fernverkehr zwischen Köln und Düsseldorf freigegeben

Bahnfahrer können ab sofort zwischen Köln und Düsseldorf alle ICE- und IC-Züge mit Nahverkehrstickets nutzen. Die Freigabe gilt bis einschließlich 5. August, wie der Zweckverband Nahverkehr Rheinland mitteilte. Aufgrund der dynamischen Lage könne es weiterhin zu zusätzlichen Ausfällen, Verspätungen und Beeinträchtigungen kommen.

16.51 Uhr: In Erftstadt-Blessem gibt es wieder Wasser

In Erftstadt-Blessem wird die Wasserversorgung wieder aufgenommen. Es handelt sich laut Stadt aber nicht um Trinkwasser. Deshalb muss das Wasser abgekocht werden. Das gilt mindestens bis kommenden Mittwoch. Trotzdem ist das eine Erleichterung, denn die Blessemer haben heute Früh wieder angefangen, ihre Häuser auf Vordermann zu bringen. Unterstützung bekommen sie jetzt auch von zwei mobilen Teams der Stadt Erftstadt. Die gehen von Haus zu Haus und nehmen den individuellen Hilfsbedarf auf. Auch die Feuerwehr hat zwei Infostände in Blessem, die rund um die Uhr besetzt sind. Dorthin können sich die Menschen in Notfällen oder mit Hilfeanfragen wenden. Morgen wird es außerdem um elf Uhr eine Bürgerversammlung geben.

15.59 Uhr: Abwasserkanaltest an der Erft

Behörden haben die Erft im Bereich Bad Münstereifel grün eingefärbt. Damit würden die Kanalverbindungen getestet, berichtete der benachbarte Rhein-Erft-Kreis in Bergheim. "Es besteht der Verdacht, dass Kanalschächte aus dem 17. und 18. Jahrhundert freigespült wurden", hieß es. Die Kreisverwaltung betonte, dass die Grünfärbung nach Angaben der Leitstelle des Kreises Euskirchen unschädlich sei.

15.23 Uhr: Warn-Apps stoßen auf breite Ablehnung

Wer bisher keine Warn-App auf dem Smartphone installiert hatte, möchte das auch nach der Unwetterkatastrophe nicht tun - konkret äußerten sich so drei Viertel der Befragten einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv. Zwei Drittel der Befragten hatten keine Warn-App installiert, die vor Unwettern und anderen Gefahren für die Bevölkerung warnen können.

14.58 Uhr: Städteregion Aachen erwartet keine Überflutungen - Gefahr aber für Keller

Die Städteregion Aachen erwartet am Wochenende trotz des angekündigten Starkregens keine weiteren Überflutungen. Der Wasserverband habe durch eine erhöhte Wasserabgabe in den Talsperren Platz für den zusätzlich erwarteten Regen geschaffen, teilte die Städteregion mit. "Die Niederschläge können dadurch voraussichtlich vollständig aufgenommen werden."

Örtlich sei jedoch mit Wassereinbrüchen in Kellern durch Starkregen zu rechnen. Der stellvertretende Kreisbrandmeister Jürgen Förster warnte daher die Bürgerinnen und Bürger: "Sollte es dazu kommen, dass Wasser in die Kellerräume dringt, schalten Sie bitte elektrische Geräte und Heizungen in Räumen, die volllaufen können, ab. Denken Sie an die Stromschlaggefahr." Zudem sollten sich die Menschen nicht im Keller oder in Tiefgaragen aufhalten, wie Förster weiter mitteilte. Bei mehr als 30 Zentimeter Wasserhöhe sollte demnach die Feuerwehr gerufen werden.

Laut den ARD-Wetterexperten sind allerdings schon "normale" Gewitter in Überflutungsgebieten ein Problem. Es gebe dort teils keine Deiche und Dämme mehr. Zudem sei der Boden gesättigt und kann kein weiteres Wasser mehr aufnehmen. Dann besteht das Problem, dass Regenmengen direkt in die Flüsse weitergeleitet werden - und es erneut zu Überschwemmungen kommen kann.

14.47 Uhr: Umfrage: Nur jeder Vierte will nach Hochwasser Warn-App installieren

Laut einer Umfrage will jeder Vierte, der vor den Unwettern keine Warn-App auf dem Smartphone installiert hatte, nach dem Hochwasser nun eine solche App oder hat dies bereits getan. Das zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage unter rund 1.000 Menschen im Auftrag von RTL und ntv. 77 Prozent wollen aber auch in Zukunft keine Warn-App haben. Vor dem Hochwasser nutzen in Deutschland etwa ein Viertel der Menschen bereits solche Apps.

14.37 Uhr: Rhein-Erft-Kreis hebt Katastrophenfall auf

Gut eine Woche nach dem verheerenden Hochwasser hat der Rhein-Erft-Kreis mit dem besonders stark betroffenen Erftstadt den Katastrophenfall aufgehoben. Es gebe keine kreisweite Einsatzlage im Sinne des Katastrophenschutzrechtes mehr, unter anderem da die Steinbachtalsperre habe gesichert werden können, teilte der Kreis mit.

"Es grenzt an ein Wunder, dass wir bis heute keine Vermissten und Toten zu vermelden haben", sagte Landrat Frank Rock. Er bedankte sich bei allen Helfern für ihren Einsatz im Katastrophengebiet.

14.23 Uhr: Fridays for Future demonstriert für Klimaschutz nach Hochwasser

Die jungen Aktivisten von Fridays for Future kritisieren mit Blick auf die Hochwasserkatastrophe die anhaltende Ignoranz der deutschen Politik in der Klimafrage. Daher demonstriert das Bündnis in mehreren Städten für mehr Klimaschutz. Auch in NRW gibt es Demos, unter anderem in Bonn und Mönchengladbach.

"Die Klimakrise ist hier, es ist unübersehbar", sagte Klima-Aktivistin Luisa Neubauer kurz vor einer Demo in Hamburg. Die Politik sei allerdings nicht willens, diese Klimakatastrophe anzunehmen und ihren Worten auch Taten folgen zu lassen.

13.57 Uhr: Laschet dankt Vereinen für Unterstützung

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat mehreren Sportvereinen für die Unterstützung der Opfer der Hochwasserkatastrophe gedankt. Er lobte Clubs wie den FC Bayern, den FC Schalke 04, Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach, Fortuna Düsseldorf, den 1. FC Köln, Bayer Leverkusen und viele weitere Fußball- und Sportvereine für ihre Hilfe.

"Viele Vereine zeigen enormes soziales Engagement. Dass auch ein internationaler Spitzenclub wie der FC Bayern sich für Opfer in NRW engagiert, freut mich sehr", so Laschet."

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13.30 Uhr: Hilfsfahrten mit Lastern von Maut befreit

Lastwagen mit Sachspenden für die deutschen Hochwassergebiete sind unter bestimmten Bedingungen von der Lkw-Maut befreit. Diese Regelung sei für die Bewältigung der Folgen der aktuellen Unwetterkatastrophe getroffen worden, sagte ein Sprecher des Bundesamts für Güterverkehr.

Voraussetzung für die Befreiung sei ein Aufruf von Kommunen, Feuerwehren, Vereinen, Hilfsorganisationen und anderen zu Lebensmittel- und Sachspenden für die Bevölkerung in den betroffenen Regionen. Die Spenden müssten zudem an Sammel- und Verteilstellen geliefert werden, die diese mit mildtätiger Zielsetzung an die Bevölkerung ausgeben. Die Mautbefreiung gelte auch, wenn die Transporte rein privat organisiert werden. Rückfahrten seien ebenfalls mautbefreit, nicht aber Touren zum Einsammeln der Hilfsgüter.

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13.04 Uhr: Kein Gießen, kein Autowaschen: Wasserverschwendung in Eifel-Orten untersagt

Wegen Trinkwasserknappheit hat der Zweckverband Eifel-Ahr jegliche Wasserverschwendung untersagt - auch für nicht von der Flut betroffene Gebiete. Es dürften keine Autos gewaschen, keine Pflanzen gewässert und keine Pools befüllt werden, teilte der Wasserversorger SWB Regional mit.

"Der Notstand ist noch nicht vorbei, außerdem brauchen wir ausreichend Wasser für mögliche Brandfälle." Verstöße gegen die Anordnung zum Wassersparen würden geahndet.

Wassersparen sei besonders in den Ortsgemeinden angesagt, in denen die Hochbehälter mit Wasserwagen befüllt werden. Das sind: Ahrbrück, Aremberg, Eichenbach, Fuchshofen, Hümmel, Ohlenhard, Reifferscheid, Rodder, Wershofen und Winnerath.

12.40 Uhr: Flut hinterlässt gefährliche Spuren im Wald

Die Flutkatastrophe hat auch im Wald gefährliche Spuren hinterlassen. Die gewaltigen Regenmassen zerstörten zahlreiche Waldwege, berichtete heute der Verband Wald und Holz NRW. Vor allem in der Eifel sowie im Sieger- und Sauerland seien viele Strecken unpassierbar. "Eine besonders hohe Gefahr besteht für Radfahrer, die im Wald relativ schnell unterwegs sind."

Auch Wanderer, Reiter und Jogger müssten in den nächsten Wochen mit erheblichen Beeinträchtigungen rechnen. Wo immer möglich, bringen Försterinnen und Förster Warnhinweise an oder sperren Wege. Es sei aber längst nicht alles gesichtet.

10.50 Uhr: Mediziner fordert vorbeugenden Hochwasserschutz

Uwe Janssens, Chefarzt des überfluteten Sankt-Antonius-Hospitals in Eschweiler, hat flankierend zum Wiederaufbau vorbeugende Schutzmaßnahmen gefordert. "Da muss politischer Wille gezeigt werden", sagte Janssens heute im WDR. Jeder Fluss müsse überprüft werden, es brauche zusätzliche Maßnahmen zum Hochwasser- und Katastrophenschutz.

Überflutetes Krankenhaus in Eschweiler - Interview mit Chefarzt Uwe Janssens

WDR Studios NRW 23.07.2021 06:38 Min. Verfügbar bis 30.07.2021 WDR Online


Obwohl seine Klinik baulich über einen überdurchschnittlichen Hochwasserschutz verfügte, seien zwei Geschosse geflutet worden, schilderte Janssens. 300 Patienten mussten evakuiert werden. Es sei ein "unvorstellbarer Schaden" entstanden. Janssens war bis Ende 2020 Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin und als Corona-Experte stark gefragt.

10.20 Uhr: NRW-Wirtschaftsminister sieht Gefahr für Lieferketten

Nach der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen sieht NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) einzelne Lieferketten gefährdet. Einige Gewerbebetriebe in stark getroffenen Regionen könnten wegen der Hochwasserschäden nicht mehr produzieren, sagte Pinkwart heute im WDR.

In anderen Fällen sei zwar Produktion, aber kein Transport mehr möglich. So gebe es etwa in Hagen viele Stahl- und Schwerindustrie-Unternehmen, die Tausende Tonnen Edelstahl nicht mehr per Bahn abtransportieren könnten, weil die Strecken beschädigt seien.

8.45 Uhr: Milliardenschäden bei der Deutschen Bahn

Der Lager- und Technikraum im Hagener Hauptbahnhof nach den starken Unwettern

Der Lager- und Technikraum im Hagener Hauptbahnhof nach den starken Unwettern

Die Flutkatastrophe hat bei der Deutschen Bahn nach einer ersten Schätzung Schäden in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro verursacht. "Wir stehen vor einem gewaltigen Kraftakt", sagte der Vorstand Anlagen- und Instandhaltungsmanagement der DB Netz AG, Volker Hentschel, heute. "In dieser Dimension wurde unsere Infrastruktur noch nie auf einen Schlag zerstört."

Besonders gravierend seien die Schäden an über 50 Brücken. Die Fluten hätten auch Stationen und Haltepunkte sowie die Technik stark in Mitleidenschaft gezogen. 180 Bahnübergänge, knapp 40 Stellwerke, mehr als 1.000 Oberleitungs- und Signalmasten, Energieanlagen sowie Aufzüge und Beleuchtungsanlagen in den Bahnhöfen seien betroffen. "Unser Ziel ist es, dass wir etwa 80 Prozent der beschädigten Infrastruktur bis Jahresende wieder auf Vordermann bringen können", sagte er.

8.10 Uhr: Entsorgungsprobleme bei ölverschmutztem Wasser

Nach der Flutkatastrophe ist auch die Entsorgung von ölverschmutztem Wasser ein großes Problem. Das schilderte der Geschäftsführer einer Entsorgungsfirma aus Wesel, Guido Schmidt, am Freitag im WDR. Heizöl müsse aus vollgelaufenen Kellern abgepumpt werden oder gewaltige ölbehaftete Wassermengen aus Tiefgaragen geholt werden.

Wasserreinigung nach der Flut: "Man tut, was man kann"

WDR 5 Morgenecho - Interview 23.07.2021 06:16 Min. Verfügbar bis 23.07.2022 WDR 5


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Er sei auch in Kliniken gerufen worden, wo etwa Aufzugschächte mit Hydrauliköl verunreinigt wurden. Das Unternehmen transportiere kontaminiertes Wasser, verpumpe es zunächst in Tanklager und analysiere die Schadstoffe. In mehreren Schritten werde dann alles gereinigt.

7.00 Uhr: ARD-Benefiztag zur Flutkatastrophe

Die Programme der ARD setzen heute von 7.00 Uhr bis Mitternacht ein Zeichen für Zusammenhalt in Deutschland. Unter dem Titel "Wir halten zusammen - Der ARD-Spenden-Tag zur Hochwasserkatastrophe" werden viele Radiowellen im Gedenken an die Opfer der Katastrophe um 7 Uhr innehalten.

Gemeinsam mit "Aktion Deutschland hilft – Bündnis deutscher Hilfsorganisationen" rufen die Radiowellen und "Das Erste" (abends) zu Spenden auf, um die Menschen in den Hochwassergebieten weiter zu unterstützen und ihnen Mut zu machen. Der ARD-Benefiz-Tag mündet um 20.15 Uhr in eine Live-Sendung aus Köln und Leipzig. Durch den Abend führen Ingo Zamperoni (Köln) und Sarah von Neuburg (Leipzig).

11.20 Uhr: Schäden auf Rad- und Wanderwegen im Sauerland

Das Hochwasser und der Starkregen haben auch in den Wäldern im Sauerland schwere Schäden angerichtet. Der Märkische Kreis und die Revierförster warnen deshalb vor allem Radfahrer. Viele Waldwege sind überschwemmt worden - das Wasser ist die Berge herunter gerauscht und hat Bäume, Sträucher, dicke Steine mitgenommen. Auf den Waldwegen haben sich Krater gebildet, die zum Teil mehr als zwei Meter tief sind. Vor allem für Mountainbiker, die schnell die Waldwege runter fahren, kann das lebensgefährlich sein. Denn einige Löcher sieht man erst, wenn es schon zu spät ist.

5.30 Uhr: Übervolle Talsperren als Ursache für Überflutungen?

Sind die Überflutungen in den Unwettergebieten von NRW auf zu volle Talsperren zurückzuführen? Eine Frage, die sich aufdrängt nach Äußerungen von Hans-Jörg Lieberoth-Leden, Abteilungsleiter Wasserwirtschaft im NRW-Umweltministerium.

Er sagte dem WDR, zwischen den Wasserverbänden und der Landesregierung gebe es seit Längerem Diskussionen über die richtige Füllhöhe von Talsperren. Die zentrale Frage dabei sei, wie viel Wasser mit Blick auf Trockenzeiten in den Stauseen angestaut werden sollte. Eine Analyse müsse nun zeigen, "wie sich die Situation entwickelt hätte, wenn man da vorsorglich mehr Wasser abgelassen hätte".

Der Wasserverband Eifel-Rur hat jetzt begonnen, mehr Wasser aus der Rur- und der Urfttalsperre abzulassen. Damit soll neuer Stauraum für den angekündigten Starkregen am Wochenende geschaffen werden.

5:00 Uhr: Nur Anwohner dürfen nachts in Erftstadt-Blessem bleiben

Die Stadt Erftstadt hat eine Verfügung erlassen, nach der nur Anwohner nach 22 Uhr im Stadtteil Blessem bleiben dürfen. Alle anderen müssen den Ortsteil zwischen 22 und 6 Uhr verlassen. Alle Helferinnen und Helfer – und auch viele Anwohnerinnen und Anwohner verlassen den Ort, an dem es immer noch keinen Strom und keine Trinkwasserversorgung gibt. Die Polizei fährt Kontrollen. In den vergangenen Tagen gab es Sorge vor Plünderungen.  

Aufräumen in Erftstadt-Blessem

An vielen Straßenecken in Erftstadt-Blessem türmen sich ehemalige Hauseinrichtungen.

Aufräumen in Erftstadt-Blessem

Wie in vielen anderen Hochwasserregionen sind auch in Erftstadt-Blessem die Gehwege voll mit ehemaligen Hauseinrichtungen.

Wie in vielen anderen Hochwasserregionen sind auch in Erftstadt-Blessem die Gehwege voll mit ehemaligen Hauseinrichtungen.

Hinter der grünen Plane beginnt die 100-Meter-Sperrzone zur Abbruchkante.

Tatkräftig versuchen die Anwohner und Helfer die Flutschäden zu beseitigen.

Feuerwehr und Ordnungsamt sind in Erftstadt-Blessem im Einsatz.

Wie in vielen anderen Städten liegt auch in Erftstadt-Blessem Müll am Straßenrand.

An manchen Stellen in Blessem kann man kaum glauben, dass hier vor wenigen Tagen das Wasser noch Straßen und Keller geflutet hat.

Hier die Unwetter-Ticker der vergangenen Tage zum Nachlesen:

Stand: 23.07.2021, 21:06

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