"Wirklich unvorstellbar": Menschen aus NRW berichten vom Hochwasser

Unwetter in NRW

"Wirklich unvorstellbar": Menschen aus NRW berichten vom Hochwasser

"Wahnsinn", "sprachlos", "so etwas habe ich noch nie erlebt" - das Unwetter in NRW mit Überschwemmung und Zerstörung macht viele Betroffene fassungslos. Zehn Menschen berichten.

Ob Hagen, Iserlohn oder Wuppertal - vielerorts in NRW hat das Unwetter mit Regenmassen und überfluteten Straßen die Menschen schwer erschüttert. Zehn Betroffene berichten dem WDR, wie sie das Unwetter und dessen Folgen erleben.

"Fassungslos"

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Eine Frau in Wuppertal

"Absolut bedrohlich und fassungslos", kommentiert eine Wuppertalerin die Lage in ihrer Stadt. Hinter ihr schieben sich die Wassermassen durch ein Wohngebiet. "Seitdem ich hier wohne - und ich wohne hier jetzt schon 60 Jahre - habe ich so etwas noch nie gesehen in dieser Art."

"Wahnsinn"

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Sebastian Kiefer in Hagen

"Das ist natürlich Wahnsinn, wenn man sich überlegt, was hinter dem Wasser für eine Kraft steht und was dann hier alles runtergeschemmt wird", sagt Sebastian Kiefer aus Hagen, als er vor einem griechischen Restaurant in seiner Nachbarschaft Säcke stapelt. "Die Mülltonnen, Steine, Findlinge, die hier runtergerollt sind - da wird einem natürlich schon mal anders."

"Ein Schock"

Unwetter in NRW

Eine Frau in Lasbeck

"Mir fehlen eigentlich tatsächlich noch die Worte", sagt eine junge Frau in Lasbeck im Sauerland. Dort stürzen Wassermassen mit reißender Geschwindigkeit eine bergige Straße hinunter. "Es ist ein Schock für alle." Das sei "alles noch sehr unreal".

"Keiner geholfen"

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Konstantin Hartmann in Mulartshütte

"Das ist alles ruiniert da drinnen", sagt Konstantin Hartmann aus Roetgen-Mulartshütte in der Eifel über sein Haus. Seine Scheune ist komplett weggespült. Auf Hilfe warte er vergeblich. "Uns hat keiner geholfen, keiner."

"Noch nicht erlebt"

Unwetter in NRW

Jörg Monitor in Hagen

"So was habe ich noch nicht erlebt. Ist ja praktisch ein Notstand. Ist ja alles weg", sagt Jörg Monitor am Donnerstag in Hagen. "So was ist nicht möglich normale rweise."

"Das böse Erwachen"

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Eine Frau in Stolberg-Vicht

"Da ist nichts mehr", berichtet eine Frau über das Haus ihres Sohnes und seiner Frau in Stolberg-Vicht bei Aachen. "Die erste Etage ist komplett überflutet. Der Keller steht bis zum Rand voll." Noch am Mittwochabend habe es den Eindruck gemacht, als laufe alles gut. Der Wasserstand des Vichtbachs sei zurückgegangen. "Heute Morgen kam dann das böse Erwachen." Nun sei "nichts mehr an Ort und Stelle". Und der Garten "ist nur noch ein Trümmerfeld".

"Ein reißender Fluss"

Unwetter in NRW

Winfried Köller in Hagen

"Ich hab so was im Leben noch nicht erlebt - absolut noch nicht erlebt", sagt Winfried Köller aus Hagen. Am Dienstagabend wollte er nur mal kurz Zigaretten kaufen gehen und auf dem Campingplatz nach seinem Wohnwagen schauen. Auf dem Rückweg dann blieb er mit seinem Auto in den Wassermassen stecken. Die Feuerwehr musste ihn befreien. "Das ist ja ein reißender Fluss", sagt der Hagener und kann noch nicht mal zuordnen, ob das Wasser von der Lenne oder einem anderen Fluss kommt.

"Sitzen unten und weinen"

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Eine Frau in Iserlohn

In Iserlohn berichtet eine Frau von den etwa 30 Menschen, die am Dienstagabend in einem Wohngebiet ihre Häuser verlassen mussten und in einer Turnhalle untergebracht wurden. "Einige sind dabei, die haben ihre Haustiere oben drin gelassen, weil wir nicht wussten, wie lange ... ". Die seien jetzt in großer Sorge - "sitzen unten und weinen".

"Kein Wasser, nichts zu essen"

Unwetter in NRW

Hans-Albert Öttinghaus in Hagen

"Wir haben kein Wasser, nichts zu essen", berichtet Hans-Albert Öttinghaus aus Hagen am Mittwoch von sich und Menschen aus seiner Nachbar schaft. "Ich hab halb Rewe aufgekauft, um die Leute herum zu versorgen." Um durch die Straßen zu kommen, hat er sich einen Geländewagen organisiert.

"Sprachlos"

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Achmed Hagnecevicz in Hagen

"Kathastrophal" nennt Achmed Hagnecevicz die Lage in Hagen. Er sei einfach "sprachlos", sagt er, während sich auch neben ihm die Wassermassen durch die Straßen schieben. "Man kennt das halt nur aus dem Fernsehen. Aber wenn man das selbst mal erlebt, ist es wirklich unvorstellbar."

Nach dem Starkregen: Die Katastrophenlage in NRW in Bildern

Es sind Bilder, die fassungslos machen. Sie lassen das Leid der Betroffenen erahnen. Und die gewaltigen Dimensionen der Starkregen- und Hochwasser-Katastrophe in NRW.

18. Juli 2021: Drei Kühe in Goch sind auf einer Wiese in eine missliche Lage geraten. Die Niers war übergelaufen. Die Feuerwehr lotste die Kühe schließlich auf eine andere Wiese.

18. Juli 2021: Die Wasserrettung in Erftstadt sucht weiter nach Vermissten.

18. Juli 2021: In Erftstadt-Blessem sind Menschen zur Polizei gegangen, um sich als "lebend" zu melden. Es bildeten sich lange Schlangen. Wie viele Menschen genau noch vermisst werden, ist unklar.

17. Juli 2021: Was für ein Wust: Nach dem Hochwasser liegen in Bad Münstereifel Strom-, Gas- und Telefonkabel offen.

17. Juli 2021: Auf der A61 im Dreieck Erfttal ist auf fast 100 Metern Länge eine Lärmschutzwand weggespült worden. Gutachter sollen jetzt untersuchen, ob der Untergrund noch stabil genug ist. Dienstag will die Autobahn GmbH einen Überblick über entstandene Schäden geben.

17. Juli 2021: In Altena gestalten sich die Aufräumarbeiten auch drei Tage nach den Unwettern noch schwierig. Im Grennigloher Weg sind 25 Häuser komplett von der Außenwelt abgeschnitten.

17. Juli 2021: Das Problem ist, dass dort ganze Straßen weggebrochen sind. Die Helfer von THW und Feuerwehr müssen deswegen zu Fuß den Berg hinauf.

17. Juli 2021: Die Aufräumarbeiten auf der Bundesstraße 265 bei Erftstadt gehen voran. Auch weil das Wetter ausnahmsweise mitspielt.

17. Juli 2021: Am Morgen hatte die B265 noch ausgesehen wie ein bewachsenes Flussbett. Nur noch die Dächer der Autos waren da zu sehen.

17. Juli 2021: Wie Spielzeug stapeln sich in den Fluten die Lastwagen übereinander.

17. Juli 2021: Um an den Stellen, wo das Wasser schon abgelaufen ist, die Fahrzeuge weg zu räumen, setzt die Bundeswehr Panzer ein.

17. Juli 2021: Im Kreis Heinsberg in der Nähe zur niederländischen Grenze ist derweil noch nicht an Aufräumen zu denken. Nachdem ein Damm der Eifel-Rur gebrochen ist, musste der Ort Ophoven evakuiert werden.

17. Juli 2021: Helfer packen in Ophoven überall mit an.

17. Juli 2021: Drohnenbilder zeigen das ganze Ausmaß der Unwetter-Katastrophe - wie hier in Hagen.

17. Juli 2021: Dort, wo sich das Wasser zurückgezogen hat, bleibt eine Stein- und Gerölllandschaft übrig.

16. Juli 2021: Auch wenn von oben nichts mehr kommt, in Erftstadt ist viel zerstört worden.

16. Juli 2021: Helfer bergen Autos aus der schlammigen Brühe.

15. Juli 2021: Als reißender Strom ergießen sich die Wassermassen in den Tagebau Inden.

16. Juli 2021: Bei den verheerenden Bildern wissen die Betroffenen kaum, wo sie anfangen sollen. Diese Frau packt in Altena an.

16. Juli 2021: In Erkrath stapelt sich Sperrmüll aus Kellern und Garagen. Durch Wasser und Schlamm ist alles unbrauchbar geworden.

16. Juli 2021: In Monschau haben erste Aufräumarbeiten begonnen. Hier ist unter anderem das Pflaster in der Altstadt hochgekommen.

16. Juli 2021: Auch im Nachbarland Belgien spitzt sich die Lage zu. In diesem Fall müssen die Retter nicht nur gegen das Wasser, sondern auch Feuer in einem Haus kämpfen.

15. Juli 2021: In Erftstadt ist die Lage weiterhin dramatisch. Mehrere Häuser und ein Teil der historischen Burg sind eingestürzt.

In Erftstadt-Blessem sind Straßen überflutet.

Ebenfalls in Erftstadt steht ein Friedhof unter Wasser.

Ein trauriges Bild von einem Ort der Trauer.

Nicht die Lkw haben sich in die Erft verirrt ...

... sondern der Fluss hat in der Nähe von Erftstadt die Straße großflächig überflutet.

In Hagen hilft die Bundeswehr bei den Räumarbeiten.

Passanten stehen in der stark betroffenen Stadt an einer mit Geröll übersäten Straße im Ortsteil Hohenlimburg.

Blick auf die Wupper-Talsperre. Aus dem Becken wird Wasser abgelassen, um den Druck auf die Staumauern zu reduzieren.

Ein Anwohner steht im Hagener Ortsteil Hohenlimburg vor seinem zerstörten Auto.

Eine Straße meterhoch unter Wasser - so sah es am Donnerstagmorgen vor einem Haus in Erkrath (Kreis Mettmann) aus.

Ebenfalls hart getroffen hat es den Iserlohner Stadtteil Lasbeck: 36 Wohnungen mussten geräumt werden.

So sah die Sülz in Untereschbach, einem Stadtteil von Overath im Rheinisch-Bergischen Kreis aus.

In Swisstal im Rhein-Sieg-Kreis mussten Menschen per Hubschrauber mithilfe einer Seilwinde gerettet werden.

15. Juli 2021: Chaotisch auch die Lage in Hagen - dort hat das Unwetter besonders mächtig getobt.

Vor den Fenstern eines Hauses im Bergischen Land steht meterhoch das Wasser.

An einem Haus in Bergisch Gladbach sehen die Schäden, die das Hochwasser angerichtet hat, verheerend aus.

In Vicht, einem Stadtteil von Stolberg bei Aachen, hat das Unwetter ebenfalls eine Spur der Verwüstung hinterlassen

Immer mehr, immer weiter - in Mülheim breitete sich die Ruhr aus.

Auch Südwestfalen blieb von dem Unwetter nicht verschont.

Durch Lückerath, einem Stadtteil von Bergisch Gladbach, bahnte sich das Hochwasser seinen Weg.

Für schwere Schäden sorgte der Starkregen auch in Bad Münstereifel.

Am Agger-Ufer in Lohmar wurden Sandsäcke aufgestellt.

So wie hier sah es in vielen Kellern aus - für manch einen wurde der Keller zur Todesfalle.

Auf der Bahnstrecke zwischen Essen und Wuppertal waren die Gleise überflutet.

In Altena im Märkischen Kreis war nach dem Unwetter eine Straße stark beschädigt.

In Euskirchen hängt nach dem Starkregen ein Wohnwagen im Uferbereich der Erft.

Wassermassen auf einer Straße in Stolberg bei Aachen

Alles mit Regen geflutet - und in Rheinbach blieb ein Auto stecken.

Ein Parkplatz nach den starken Regenfällen in Hagen.

Die Bundeswehr rücktean, um den Menschen in Hagen zu helfen.

In Hagen-Dahl hat das Unwetter eine Brücke zerstört.

Stand: 15.07.2021, 20:55

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