Gestörte Lieferketten nach Unwetter: Sorge um die Wirtschaft

Hans Gabler, Leiter des DB-Netzes in Köln, geht an unterspülten Bahngleisen entlang und begutachtet die Schäden nach dem Hochwasser

Gestörte Lieferketten nach Unwetter: Sorge um die Wirtschaft

Von Christian Wolf

Nach der Flutkatastrophe in NRW sind Lieferketten der Wirtschaft gefährdet oder gestört. Entweder kann nicht produziert werden oder der Transport klappt nicht. Minister Pinkwart warnt vor den Folgen.

Zerstörte Existenzen, kaputte Straßen oder tagelang kein Strom: Die Folgen der Unwetterkatastrophe in NRW sind vielfältig. Nun kommt eine weitere hinzu. Denn auch die Wirtschaft leidet - in Form von unterbrochenen Lieferketten. Auf dieses Problem hat NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart am Freitag im WDR hingewiesen.

Pinkwart: Flutschäden in NRW gefährden Lieferketten

WDR 5 Morgenecho - Interview 23.07.2021 05:57 Min. Verfügbar bis 23.07.2022 WDR 5


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Produktion und Transport sind gestört

"Wir haben innerhalb der direkt betroffenen Regionen die Situation, dass einzelne Gewerbebetriebe jetzt nicht produzieren können", sagte der FDP-Politiker. Diese seien Teil einer Lieferkette und könnten ihre Abnehmer im Moment nicht bedienen.

In anderen Fällen sei zwar die Produktion möglich, aber der Transport zu den Kunden nicht. So gebe es etwa in Hagen viele Stahl- und Schwerindustrie-Unternehmen, die Tausende Tonnen Edelstahl nicht mehr per Bahn abtransportieren könnten. Denn die Schienen seien durch das Unwetter beschädigt.

Andreas Pinkwart

Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart

Betroffen seien zum Beispiel Unternehmen, die pro Tag 2.000 Tonnen Edelstahl abtransportieren müssten. "Das geht eigentlich nur über die Bahn und kaum über Lkws." Deshalb müssten die Gleise nun schnell wieder instandgesetzt werden. Insgesamt brauche es übergangsweise Lösungen, um die Lieferketten "so weit es geht" aufrechtzuerhalten. "Denn ansonsten hängen da zigtausende andere Arbeitsplätze mit von ab."

Kein Betrug bei Soforthilfen erwartet

Unternehmen, die vom Hochwasser betroffen sind, bekommen seit Donnerstag genauso wie Privatleute eine Soforthilfe. Diese soll schnell und unkompliziert fließen. Auf die Frage nach dem Betrugsrisiko - ähnlich wie es bei den Corona-Hilfen vorgekommen war - sagte Pinkwart, er glaube, dass nur wirklich in Not geratene Menschen das Geld beantragen werden. "Davon sind wir fest überzeugt."

Stand: 23.07.2021, 15:39

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