Unwetter-Aussichten: Kein weiterer Regen, aber immer noch Gefahren

Unwetter-Aussichten: Kein weiterer Regen, aber immer noch Gefahren

Von Christian Wolf

Immerhin eine gute Nachricht für die Unwetter-Betroffenen in NRW: Es kündigt sich kein neuer Regen an. Aber dort, wo das Wasser hoch steht, gilt noch keine Entwarnung.

Zwar laufen in den Unwetter-Regionen in NRW zum Teil noch die Rettungsaktionen und es konnte noch nicht überall mit den Aufräumarbeiten begonnen werden. Doch eines ist schon jetzt klar: Seit Aufzeichnung der Pegelstände hat es in NRW noch nie eine so großflächige und verheerende Hochwasserlage gegeben wie in diesen Tagen.

Regen an zwei Tagen wie sonst in drei Juli-Monaten

So wurden in vielen Regionen die bisher gemessenen Werte übertroffen. "Von 175 Pegeln an NRW-Gewässern wurden an 40 Messstellen stark erhöhte Wasserstände gemessen, die bisher bekannten Hochwassermarken wurden um bis zu einem Drittel überschritten", sagte Bernd Mehlig, Leiter des Hochwasserinformationsdienstes im Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, am Freitag.

In Hagen sei an zwei Tagen über 240 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gefallen. Zum Vergleich: In normalen Jahren fielen im NRW-Durchschnitt im gesamten Juli nur rund 80 Liter.

Straßenüberflutung. Ein Auto und eine Mülltone verschwinden zu Hälfte unter Wasser.

Überschwemmungen in Hagen nach dem Starkregen

Kein Nachschub von oben

Angesichts dieser Dimensionen ist eine Frage im Moment besonders wichtig: Kommt da noch Regen-Nachschub von oben? Hochwasser-Experte Mehlig sagte: "Für die nächsten Tage ist es so, dass die Niederschläge abklingen werden. Hochdruckeinfluss setzt sich wohl durch, sodass wir seitens der Meteorologie keine weiteren Ereignisse zu erwarten haben, die in der Situation zu einer Verschärfung führen."

Das kann auch Inga Hinnenkamp aus dem WDR-Wetterstudio bestätigen. Am Wochenende geht es in NRW trocken weiter und es wird sonniger. Die kommende Woche starte "nicht ganz komplett, aber wirklich überwiegend" trocken.

"Weiterhin Gefahrensituationen"

Blick auf Düsseldorfs überflutete Altstadt.

Doch das, was bereits an Wasser da ist, verschwindet erst einmal nicht so schnell. Hochwasser-Experte Mehlig geht davon aus, dass es an den Gewässern "noch über mehrere Tage" stagnierende oder flussabwärts sogar leicht ansteigende Wasserstände geben wird.

Deshalb seine Prognose: Schlimmer werde es nicht mehr. "Aber deswegen sind wir noch lange nicht raus aus dem Schneider." Denn die hohen Wasserstände, auch an kleineren Gewässern, sorgten "weiterhin für Gefahrensituationen".

Stand: 17.07.2021, 15:10

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