Corona trifft Fußball: Für ungeimpfte Profikicker wird es unbequem

Stand: 21.11.2021, 19:07 Uhr

Geisterspiele oder 2G auf den Zuschauerrängen - während Fans gar nicht oder unter Auflagen ins Stadion dürfen, kicken einige Spieler weiterhin ungeimpft oder sitzen in Quarantäne. Und lösen dabei wieder einmal Debatten um Spielverbote und Impfpflicht aus.

Wieder einmal machen Profifußballer nicht mit ihrem Sport, sondern wegen Corona Schlagzeilen. Nun sitzen einige von ihnen ungeimpft in Quarantäne und dürfen nicht mitspielen. Doch nicht nur das. Jetzt will der Verein ihnen auch noch Teile des Millionen-Vermögens streichen. Einer von ihnen ist Joshua Kimmich.

Der deutsche Fußball-Rekordmeister Bayern München hat in der Corona-Problematik offenbar hart durchgegriffen und seinen ungeimpften Profis um Nationalspieler Joshua Kimmich das Gehalt teilweise gestrichen. Wie die "Bild am Sonntag" berichtete, werden alle Spieler, die wegen einer fehlenden Corona-Impfung in Quarantäne müssen, in dieser Zeit nicht mehr bezahlt. Die Bayern wollten diese Meldung nicht kommentieren.

Spielverbot für Ungeimpfte?

Nachdem der Chef des Weltärzteverbandes Frank Ulrich Montgomery schon ein Spielverbot für Kimmich und Co gefordert hatte, wird auch in der Politik längst eine 2G-Regel für Fußballprofis debattiert. So war das bei der Ministerpräsidentenrunde am letzten Donnerstag auch Thema der Länderchefs.

Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten seien sich "sehr schnell einig" gewesen, "wenn Zuschauer im Stadion 2G beachten müssen, dass das nach unserer Auffassung auch für die Profis gelten soll", sagte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) nach den Bund-Länder-Beratungen in Berlin. Allerdings sei noch unklar, ob sich dieser Beschluss auch für Profisportler bei ihrer Berufsausübung durchsetzen lasse.

Im "Bericht aus Berlin" sagte Wüst am Sonntag: "Vor allem die Spieler in der Bundesliga sind auch Vorbilder." Auch deshalb formulierte er eine "dringliche Bitte" für Impfungen. "Wenn man dem nicht nachkommt - da gibt es ja prominente Beispiele dafür - dann müssen wir es versuchen, rechtlich zu regeln. Da sind wir jetzt gerade dabei."

"Es ist aus meiner Sicht den Zuschauern nicht zu vermitteln, dass für sie und auf den Tribünen zu Recht die 2G-Regel gilt, aber die Spieler auch ungeimpft am Spielbetrieb teilnehmen können", bekräftigte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium Stephan Mayer gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Deshalb halte ich eine Impfpflicht für Fußballprofis für vertretbar und geboten."

"Gleiche Regeln für alle"

Ganz anders sehen das zumindest zwei Trainer, die sich öffentlich in die Debatte einklinkten. Bayern-Trainer Julian Nagelsmann sagte der ARD: "Ich weiß nicht, warum Profisportler jetzt eine Impfpflicht brauchen und andere nicht." Auch Marco Rose, Trainer von Borussia Dortmund, hält eine Impfpflicht nur für Profisportler für falsch. "Gleiche Regeln für alle", sagte er: "Ich würde nicht zwischen Fußballern und Bauarbeitern unterscheiden."

Bei Profifußballern gilt nun mal 3G

2G auf den Rängen, zum Teil ungeimpfte Fußballer auf dem Platz: Bei den Profikickern gelte nun mal 3G, sagt Arbeitsrechtler Martin Schimke. Sportsoziologe Gunter Gebauer hält das Verhalten von Kimmich und Co aber für hoch problematisch.

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