Lkw-Unfall auf A61: Verletzte Polizisten noch im Krankenhaus

Lkw-Unfall auf A61: Verletzte Polizisten noch im Krankenhaus

  • Lkw rammt Polizeiwagen auf A61 bei Viersen
  • Zwei Beamte liegen immer noch im Krankenhaus
  • Fahrer erinnert sich nicht an den Unfall

Nach einem tragischen Lkw-Unfall auf der A61 bei Viersen ermittelt die Polizei wegen Mordverdachts. Bei dem Zusammenstoß am Mittwochabend (27.12.2017) kam eine junge Polizistin ums Leben. Zwei weitere Beamte wurden schwer verletzt. Wie die Polizei am Dienstag (02.01.2018) mitteilte, liegen beide noch im Krankenhaus.

Junge Polizistin stirbt bei Unfall auf A61

Der Polizeiwagen wurde völlig zerdrückt

Lkw-Fahrer kann sich an nichts erinnern

Der 48-Jährige selbst hat inzwischen ausgesagt und kann sich nach eigener Aussage (29.12.2017) nicht an den Unfall erinnern. Er weist laut Polizei "Erinnerungslücken" auf.

Inwieweit der Lkw-Fahrer vorsätzlich gehandelt habe, ist noch unklar. Der Verdacht jedenfalls besteht.

Ein Polizeisprecher sagte am Donnerstag (28.12.2017): "Es konnte bislang nicht ausgeräumt werden, dass der Lkw-Fahrer mit bedingtem Vorsatz gehandelt hat und absichtlich auf den Wagen zugesteuert ist".

Weiterhin Bangen um verletzte Polizisten

Bei dem Unfall wurden zwei weitere Beamte schwer verletzt. Eine 48-jährige Polizistin erlitt lebensgefährliche Verletzungen, sie schwebte bis Neujahr in Lebensgefahr. Ihr Zustand seit weiterhin kritisch, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag (02.01.2018).

Ihr jüngerer Kollege, der bei dem Unfall ebenfalls schwer verletzt wurde, ist laut Polizei weiter in stationärer Behandlung.

Trauerflor im ganzen Land angeordnet

Ein Trauerflor an einem Streifenwagen der Polizei in Duisburg nach Lkw-Unfall in Viersen

Ein Trauerflor an einem Streifenwagen der Polizei in Duisburg

Das NRW-Innenministerium ordnete für alle Streifenwagen Trauerflor an. Die Einsatzautos würden die Flore zum Gedenken an die getötete Beamtin in den nächsten Tagen tragen, sagte ein Sprecher.

Innenminister Herbert Reul (CDU) sprach den Familien, Freunden und Kollegen der Beamten sein Beileid aus. Der Unfall habe ihn "schwer getroffen", so Reul.

Beileidsbekundungen im Netz und vor der Polizeiwache

Zahlreiche Menschen, darunter viele Kollegen, drückten nach dem Unfall ihre Anteilnahme aus. Die Sprecherin der Kreispolizei Viersen sprach am Freitag von Hunderten Beileidsbekundungen, die über Twitter, E-Mail, Brief oder Telefon eingegangen seien.

Blumen und Kerzen vor der Polizeiwache in Viersen niedergelegt

Blumen und Kerzen vor der Polizeiwache in Viersen

Etliche Menschen seien persönlich auf der Wache erschienen, um Blumen und Kerzen niederzulegen. Die Polizei will die Kondolenz- und Genesungswünsche sammeln und den Eltern und Angehörigen der drei Beamten übermitteln.

Lkw-Fahrer in Haft, er war offenbar betrunken

Laut Polizei habe eine Atemalkoholkontrolle beim Lkw-Fahrer einen Wert von über zwei Promille ergeben. Das Ergebnis einer Blutprobe stehe aber noch aus.

Gegen den 48-jährigen Fahrer aus der Ukraine wurde am Donnerstagabend Haftbefehl erlassen. Dies sei wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung erfolgt, sagte eine Polizeisprecherin.

Stand: 02.01.2018, 09:28

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