Bürger in NRW produzieren weniger Müll

Ein Mann mit Warnweste blickt auf einen Berg Plastikmüll auf einer Deponie in Hannover

Bürger in NRW produzieren weniger Müll

  • Statistisches Landesamt stellt Umweltbilanz für NRW vor
  • Bürger produzieren weniger Müll
  • Umsätze der Umweltwirtschaft nehmen zu

Weniger Müll, weniger Wasserverbrauch, weniger Abwasser: Die Umweltbilanz der Bürger in Nordrhein-Westfalen hat sich in den vergangenen Jahren in einer ganzen Reihe von Punkten spürbar verbessert. Das teilte das Statistische Landesamt IT.NRW am Donnerstag (07.11.2019) mit.

Deutlich weniger Müll

Demnach sank das Haus- und Sperrmüllaufkommen je Einwohner zwischen 2007 und 2017 um 17 Kilogramm auf 212 Kilogramm. Damit liegt NRW im Mittelfeld. Zum Vergleich: In Baden-Württemberg produzierten die Bürger 2017 pro Kopf 138 Kilogramm, in Hamburg 267 Kilogramm, so die Zahlen des Arbeitskreises "Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder".

Umweltbilanz für NRW je Einwohner
Sachverhalt2006*/20072016*/2017
Haus- und Sperrmüllaufkommen229,0 kg212,0 kg
Abgabe von Abfällen an die Natur2600 kg1900 kg
Endenergieverbrauch der privaten Haushalte8250 kWh*7583,3 kWh*
Methanemissionen (CO2-Äquivalente)871,6 kg*580,9 kg*
Wasserentnahme aus der Natur439,2 Kubikmeter350,9 Kubikmeter
Abwassereinleitung in die Natur323,9 Kubikmeter259,0 Kubikmeter
Umsätze der Umweltwirtschaft1.067 Euro (2010)1.199 Euro*
Umweltbezogene Steuern663 Euro*631 Euro*
Quelle: IT.NRW

Auch weniger Wasserverbrauch

Sowohl die Wasserentnahme aus der Natur als auch die Abwassereinleitung verringerten sich jeweils um ein Fünftel. Die Methanemissionen - mitverantwortlich für den Klimawandel - sanken je Einwohner um ein Drittel. Außerdem nahm der Endenergieverbrauch privater Haushalte um mehr als acht Prozent ab.

Mehr Umsatz in der Umweltschutzwirtschaft

Trotzdem erhöhte sich die Wirtschaftsleistung je Einwohner im selben Zeitraum preisbereinigt um sechs Prozent. Die Umsätze der Umweltschutzwirtschaft stiegen sogar um mehr als zehn Prozent. Laut IT.NRW hat Nordrhein-Westfalen mit 89.600 Beschäftigten in diesem Bereich neben Bayern bundesweit die meisten in dieser Branche, mit steigendem Trend. Allein in Nordrhein-Westfalen sei mit Waren und Dienstleistungen der Umweltwirtschaft im Jahr 2016 ein Umsatz von 21,1 Milliarden Euro erzielt worden.

NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) kommentierte die Entwicklung gegenüber dem WDR so: "NRW ist auf einem richtigen Weg zu einer echten Kreislaufwirtschaft!" Die Schere zwischen weniger Umweltverbrauch und mehr Wachstum müsse aber weiter auseinandergehen: "Wo möglich gilt es, Ressourcen zu schonen. Wo ihre Nutzung unerlässlich ist, müssen sie nachhaltig genutzt und wiederverwendet werden."

Laut Umweltministerium ist auch die Entwicklung der Umweltwirtschaft erfreulich.

Wassermangel in NRW Westpol 01.09.2019 UT DGS Verfügbar bis 01.09.2020 WDR

Stand: 07.11.2019, 14:38

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