Helfer stapeln Kartons mit Spenden

Ukraine: Darum sind Geldspenden am besten

Stand: 08.03.2022, 13:07 Uhr

Zwei Millionen Menschen sind laut UN inzwischen aus der Ukraine geflüchtet. Die Hilfsbereitschaft ist enorm - auch in Nordrhein-Westfalen. Neben den großen Hilfsorganisationen engagieren sich auch viele kleinere, lokale Vereine. Die meisten Initiativen bitten vor allem um Geldspenden.

Von Christina Höwelhans

In der "Aktion Deutschland hilft" sind viele große Hilfsorganisationen wie etwa Care und Malteser vereint. Das Bündnis plädiert für Geldspenden: Damit könne vor Ort bedarfsgerecht eingekauft werden. Sachspenden würden hohe Kosten verursachen, weil sie sortiert werden müssen. Unter anderem wegen der hohen Spritpreise ist auch der Transport eine große Belastung. Außerdem sei nicht sichergestellt, dass das, was in Deutschland gesammelt wird, an den Grenzen zur Ukraine gebraucht wird.

Kleidung verrottet zum Teil

Zudem würden Sachspenden teilweise wichtige Hilfsketten blockieren, wenn Privatleute unorganisiert und ohne Lagermöglichkeiten beispielsweise Kleidung an die polnisch-ukrainische Grenze bringen. Die Spenden türmten sich dann bergeweise und seien nach Regen dann nicht mehr verwendbar.

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Auch Kerstin Bandsom von der Welthungerhilfe spricht sich gegenüber dem WDR für Geldspenden aus, "weil man dann wirklich gezielt an den Grenzstationen sehen kann, wie die Hilfe eingesetzt werden muss".

Bei kleineren Vereinen konkret nachfragen

Hilfsgüter werden in Bottrop aus Autos geladen

Spender bringen Hilfsgüter nach Bottrop

In Nordrhein-Westfalen sind auch eine Reihe von kleineren, lokalen Vereinen in der Ukraine-Hilfe aktiv. Bei ihnen sollte man sich genau erkundigen, mit welchen Spenden man am besten unterstützen kann.

Gezielt passende Medikamente kaufen

Der Verein "Blau-gelbes Kreuz" in Köln sammelt inzwischen keine Sachspenden mehr, sondern Geld. Damit würden beispielsweise die passenden Medikamente gekauft, so der Verein. Es sei sichergestellt, dass Geldspenden vollständig in Hilfsgüter investiert würden. Alle Mitarbeitenden arbeiten ehrenamtlich.

Sachspenden brauchen Infrastruktur vor Ort

Die Emmaus-Gemeinschaft in Köln dagegen hat aktuell auch noch Sachspenden gesammelt. Die Gemeinschaft ist Teil der weltweiten Emmaus-Bewegung, die sich um Bedürftige kümmert, und hat eine Partner-Gemeinschaft im polnischen Lublin. Gesammelt wurde, was die polnischen Partner gewünscht haben: beispielsweise Lebensmittel und warme Schuhe. Vor Ort sollen die Spenden sicher gelagert und bedarfsgerecht an die Geflüchteten verteilt werden.

23 Hilfsorganisationen bündeln ihre Kräfte

Den meisten großen und kleinen Hilfsorganisationen kann man aber am besten mit Geldspenden helfen. Bei großen Organisationen können Spender auf das DZI-Spendensiegel achten. Das DZI prüft seit 1991 wie karitative Organisationen ihre Spenden verwenden. Bei kleinen Organisationen ist die Spende Vertrauenssache.

Die ARD und damit auch der WDR unterstützen die "Aktion Deutschland hilft" und das "Bündnis Entwicklung hilft". Die beiden Bündnisse vereinen 23 große deutsche Hilfsorganisationen. Laut der "Aktion Deutschland hilft" werden 90 Prozent der Spenden eingesetzt, 10 Prozent werden für die Verwaltung benötigt.

Spenden kann man beispielsweise online: https://www.spendenkonto-nothilfe.de/ oder hier: IBAN: DE53 200 400 600 200 400 600 Stichwort: ARD/ Nothilfe Ukraine

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