Ukraine: In NRW wird für Frieden demonstriert

Stand: 27.02.2022, 18:20 Uhr

Der russische Einmarsch in die Ukraine macht auch den Menschen in NRW Angst. In vielen Städten gab es am Sonntag wieder Friedensdemonstrationen und Solidaritätsbekundungen. So wurde in Herford ein spektakuläres Zeichen gesetzt.

Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine gibt es in NRW-Städten seit Tagen schon Solidaritätsaktionen. Der Krieg in Osteuropa erfüllt die Menschen auch hierzulande mit Angst, großer Sorge und Wut.

Peacezeichen aus Traktoren

Hell erleuchtete Traktoren bilden ein großes Peacezeichen auf einem Feld

Peacezeichen aus Traktoren in Herford

Eine ganz besondere Aktion, um ihrer Solidarität auszudrücken, haben sich Landwirte in Herford ausgedacht: ein riesiges Friedenszeichen, gestellt aus 85 Traktoren. "Wir Landwirte sehen mit Besorgnis die Entwicklungen in der Ukraine. Deshalb kam bei uns am Freitagmorgen die Idee auf, mit einer Aktion unsere Solidarität mit dem ukrainischen Volk und unser klares Nein gegen den Krieg zu unterstreichen", erklärt Landwirt Hermann Dedert.

Solidarität unter dem Kölner Dom

Köln, 27.02.2022: Auf der Friedensdemo in Köln gegen den Krieg in der Ukraine hält eine Frau ein Plakat mit der Aufschrift "Mörder"

In Köln hatte der Verein "Blau-Gelbes Kreuz" erneut zu einer Kundgebung auf dem Roncalliplatz am Dom aufgerufen. Hier fanden Hunderte Menschen unter dem Motto "Solidarität mit der Ukraine! Frieden für Europa! Stoppt Putins Aggression Jetzt!" zusammen.

Auch in Aachen strömten nach Angaben eines WDR-Reporters hunderte Menschen zu einer Kundgebung. Unter den Teilnehmenden befanden sich viele Menschen aus der Ukraine, die eindringlich um Hilfe und Solidarität baten. In Kleve, Siegen, Münster, Duisburg und Mülheim an der Ruhr gab es ebenfalls Aktionen.

Friedensdemo auch in Solingen

Friedensdemonstration in Solingen

In Solingen versammelten sich nach Angaben einer WDR-Reporterin rund 500 Menschen zu einer Friedensdemo. Auf einem Transparent war ein Herz in blau-gelb, den Landesfarben der Ukraine, zu sehen - neben einer symbolischen Friedenstaube.

In Berlin gingen am Sonntag mehr als Hunderttausend Menschen gegen den Krieg in der Ukraine auf die Straße.

Sachspenden für Menschen in der Ukraine in Dortmund gesammelt

In einer Turnhalle in Dortmund werden Sachspenden gesammelt

In einer Turnhalle in Dortmund werden Sachspenden gesammelt

Derweil werden in Dortmund in einer Turnhalle Sachspenden gesammelt - sie sollen den Menschen in der Ukraine zugute kommen. Gesucht werden jetzt Freiwillige, die das Material mit Transportern nach Warschau oder zur polnisch-ukrainischen Grenze bringen. Interessierte können sich per Mail bei annakagan@gmx.de melden.

Spendenkonto und Gebet für den Frieden

Die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland rufen für heute am frühen Abend zum Gebet für den Frieden in der Ukraine auf. Um 18 Uhr ist zum Beispiel ein Gebet im Paderborner Dom geplant.

Hilfe für die Menschen in der Ukraine kommt auch über Spenden an. Das Bündnis "Aktion Deutschland hilft" und das Bündnis "Entwicklung hilft" haben ein Spendenkonto eingerichtet:

Aktion Deutschland hilft und Bündnis Entwicklung hilft

Stichwort ARD / Nothilfe Ukraine

IBAN: DE53 200 400 600 200 400 600

Das "Bündnis Entwicklung Hilft" ist ein Zusammenschluss von Brot für die Welt, Christoffel-Blindenmission, DAHW, Kindernothilfe, medico international, Misereor, Plan International, terre des hommes und Welthungerhilfe. German Doctors und Oxfam sind assoziierte Mitglieder.

Die "Aktion Deutschland Hilft" ist ein Zusammenschluss von 23 deutschen Hilfsorganisationen, darunter action medeor, ADRA und der Arbeiter-Samariter-Bund.

Friedensdemonstrationen in NRW

Aufgrund des Einmarsches russischer Truppen in die Ukraine versammeln sich an vielen Orten in NRW Menschen, um Solidarität mit der ukrainischen Bevölkerung zu zeigen.

Köln, 27.02.2022: Viele Menschen demonstrieren mit Plakaten gegen den Krieg in der Ukraine

Viele Menschen kamen am Sonntag zu einer Solidaritätsveranstaltung am Kölner Dom zusammen.

Viele Menschen kamen am Sonntag zu einer Solidaritätsveranstaltung am Kölner Dom zusammen.

In einer Turnhalle in Dortmund stapeln sich unzählige Sachspenden - für die Menschen in der Ukraine. Gesucht werden Freiwillige, die die Spenden per Transporter nach Warschau oder zur polnisch-ukrainischen Grenze bringen.

In Solingen demonstrierten am Sonntag rund 500 Menschen für Frieden in der Ukraine.

Eine ungewöhnliche Aktion initiierten Landwirte aus Herford und Bielefeld: Sie formierten mit 85 Traktoren ein riesiges Friedenszeichen.

Eine der größten Ukraine-Friedensdemonstrationen in NRW fand am Samstag in Düsseldorf statt. Laut Polizei nahmen etwa 4.000 Menschen daran teil.

Ein bewegendes Bild: Teilnehmende der Düsseldorfer Demonstration knieten nieder für den Wunsch nach Frieden in der Ukraine.

"Hands off Ukraine" - Hände weg von der Ukraine: Das forderte ein Düsseldorfer Demonstrant auf seinem Protestplakat.

Die Menschen in Düsseldorf zeigten sich betroffen über Russlands Einmarsch in die Ukraine.

"Help Ukraine", helft der Ukraine - das stand am Samstag auf einem zusätzlich mit einem Herz versehenen Plakat von Teilnehmern einer Friedensdemonstration in Siegen.

Die unmissverständliche Aufforderung dieser Siegener Demonstrantin an Russlands Staatschef Wladimir Putin lautet: "Stop War" - Stop den Krieg. Die Botschaft untermalte ein Herz in den Farben der ukrainischen Nationalflagge.

Mit Wortspielen demonstrierten am Samstag Kölner Karnevalisten gegen den Krieg in der Ukraine: "Make FasteLOVEnd, not War", steht auf einem Plakat eines Demonstranten. "Stop Putin, Stop War" auf einem weiteren Transparent.

Botschaften und Kerzen gegen den Krieg in der Ukraine waren am Samstag in Münster zu sehen. In Anspielung an russische Energieimporte nach Deutschland ist dort unter anderem zu lesen: "Lieber frieren, als die Invasion zu finanzieren".

Schon am Freitag fand in Münster eine "Kundgebung für Frieden und gegen die russische Aggression" statt. Zahlreiche Münsteraner folgten dem Aufruf zum historischen Rathaus. Am Stadtweinhaus hängt seit Donnerstag für alle sichtbar die Europaflagge.

Entsetzen und Bestürzung hat der militärische Angriff gegen die Ukraine auch in Aachen ausgelöst. Die Stadt rief zu einer Solidaritätskundgebung auf. Trotz schlechten Wetters kamen hunderte Menschen. Seit Donnerstag hängt an der Aachener Rathausfassade zudem die ukrainische Flagge als sichtbares Zeichen für den Frieden.

Tausende Dortmunder kamen am Freitagabend zu einer Solidaritäts-Demo für die Ukraine auf den Friedensplatz. Unter dem Motto "Stand with Ukraine" protestierten sie gegen den russischen Angriffskrieg.

Die Solidarität der Stadt lässt sich auch am Dortmunder U erkennen. Statt der Brieftauben, die sich bisher zu jeder vollen Stunde in den Gefachen des Turms zeigten, sind dort ab sofort weiße Tauben zu sehen.

Vor dem alten Rathaus in Bonn versammelten sich rund 1.000 Menschen zu einer Mahnwache. Mehrere Parteien und Oberbürgermeisterin Katja Dörner (Grüne) hatten dazu aufgerufen. Sie ging in ihrer Rede auf die Menschen ein, die jetzt aus der Ukraine flüchteten, und sagte zu, dass die Stadt Geflüchtete aufnehmen werde.

Auch in den Kirchen war der Krieg in der Ukraine Thema. Zu einem Friedensgebiet in Bielefeld kamen rund 100 Menschen zusammen. Das Wahrzeichen der Stadt, die Sparrenburg, erstrahlte in den Farben der Ukraine - gelb und blau.

Auch in der Überwasserkirche in Münster gab es ein Friedensgebet. Dort zündeten Gläubige Kerzen an.

Bereits am Mittwochabend - Stunden vor dem russischen Angriff auf die Ukraine - hatte die NRW-Staatskanzlei in Düsseldorf in den ukrainischen Nationalfarben geleuchtet. Dazu empfing NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) die Generalkonsulin der Ukraine in Düsseldorf, Iryna Shum, zu einem Gespräch.

Zehntausende zur Kölner Friedensdemo am Rosenmontag erwartet

Die Proteste in der Domstadt gehen weiter: Zur geplanten Friedensdemo des Kölner Karnevals für die Ukraine am Rosenmontag werden von der Polizei mehrere zehntausend Teilnehmer erwartet. Das sagte ein Sprecher nach einem Austausch mit dem Festkomitee Kölner Karneval. Die Karnevalisten planen einen Demozug quer durch die Stadt, der in weiten Teilen der Route des abgesagten Rosenmontagszuges entspricht. Zudem sind Kostüme durchaus erwünscht. Andere Kennzeichen klassischer Rosenmontagszüge - etwa das Werfen von Süßigkeiten - soll es aber nicht geben.

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