Bundeswehr-Panzer bei einer Übung

Waffenlieferungen: Was sind eigentlich schwere Waffen?

Stand: 13.04.2022, 14:56 Uhr

Deutschland diskutiert darüber, ob schwere Waffen an die Ukraine geliefert werden sollen. Was ist damit eigentlich gemeint?

Schwere Waffen an die Ukraine liefern oder nicht? Diese Frage treibt im Moment das politische Berlin um und entzweit die Ampel-Koalition. Außenministerin Annalena Baerbock von den Grünen und FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann haben sich dafür ausgesprochen, Bundesklanzler Olaf Scholz reagiert hingegen zurückhaltend. Und seine SPD-Parteikollegin, Verteidigungsministerin Christine Lambrecht, verweist auf Lieferprobleme. Was genau versteht man aber überhaupt unter schweren Waffen?

Was sind schwere Waffen?

Ein Eurofighter auf der Start- und Landebahn des Fliegerhorsts in Nörvenich

Auch Kampfflugzeuge zählen zu den schweren Waffen.

Dazu gehören etwa gepanzerte Fahrzeuge wie zum Beispiel Kampf- und Schützenpanzer und Artilleriegeschütze mit einem Kaliber von mehr als 100 Millimeter; aber auch Kampfflugzeuge, Hubschrauber und Großkampfschiffe. Unter die Großkampfschiffe fallen alle Kriegsschiffe, die größer sind als Korvetten und U-Boote.

Schwere Waffen bilden den Kern moderner Armeen. Viele Militärexpertinnen und -Experten sagen, ohne sie könne die Ukraine den Krieg gegen Russland nicht gewinnen.

Welche Arten von Waffen gibt es noch?

Zum einen Klein- oder Leichtwaffen wie etwa Gewehre. Und dann gibt es Massenvernichtungswaffen wie Atombomben oder chemische und biologische Kampfstoffe.

Was wird für den Einsatz von schweren Waffen benötigt?

Man benötigt geschultes Wartungspersonal und Ersatzteile, denn moderne schwere Waffen sind technisch hoch komplex. Deshalb müssen sie regelmäßig gewartet werden, etwa damit Panzer einsatzbereit bleiben. Die Ersatzteile für schwere Waffen sind oft nicht auf dem freien Markt zu beschaffen, sodass es teilweise lange Lieferzeiten gibt.

Besonders großen Belastungen sind schwere Waffen im Einsatz ausgesetzt. Neben Treffern durch den Gegner setzen ihnen auch Witterung und Gelände zu. Deutsche Panzer waren bei den Einsätzen in Afghanistan und Mali zum Beispiel extremer Hitze und Sandstürmen ausgesetzt und außerdem viel auf unbefestigten Straßen unterwegs. Die Panzer wurden dort deswegen auf 10.000 Kilometern so stark beansprucht wie ein normales Auto auf 100.000 Kilometern.

Weitere Themen

Aktuelle TV-Sendungen