Geflüchtete aus der Ukraine stehen mit ihrem Gepäck vor den Gebäuden eines Flüchtlingsheims in Köln Worringen.

Geflüchtete in der Nachbarschaft: So helfen Sie Ukrainern in NRW

Stand: 20.03.2022, 15:54 Uhr

Immer mehr Menschen aus der Ukraine kommen nach NRW. Wir erklären Ihnen wie Sie helfen können und unter welchen Telefonnummern und Mailadressen Sie sich in ihrer Kommune melden können.

In der Zeit direkt nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine ging es vor allem darum, den Menschen im Kriegsgebiet zu helfen. Mittlerweile haben aber immer mehr Menschen die Flucht aus der Ukraine geschafft.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums von Freitag sind inzwischen mindestens 220.000 Kriegsflüchtlinge nach Deutschland eingereist. Viele von ihnen sind mittlerweile auch in NRW angekommen.

Welche Hilfe brauchen Geflüchtete aus der Ukraine in NRW?

Erste Unterstützung bekommen sie vom Land und den Kommunen: Sie werden in Unterkünften untergebracht und erhalten Geld, um sich eine Grundausstattung an Kleidung und Lebensmitteln zu kaufen.

Doch gerade perspektivisch ist es damit nicht getan. Das wissen auch die Menschen in NRW, von denen viele helfen wollen, vielleicht aber nicht wissen wie. Was kann man als Privatperson tun? Welche Hilfen sind sinnvoll? Ein Überblick:

Geldspenden

Alle Hilfsorganisationen in NRW nehmen Geldspenden an, mit denen sie die Geflüchteten unterstützen, indem sie genau die Güter kaufen, die diese brauchen.

Unterkunft

Zahlreiche Menschen in NRW tun es schon: Sie nehmen Geflüchtete aus der Ukraine bei sich zu Hause auf oder bieten ihnen auf andere Weise eine Unterkunft.

Sachspenden

Aktuell raten viele Hilfsorganisationen von unaufgeforderten Sachspenden grundsätzlich ab, weil es keine Möglichkeiten gibt, diese in großen Mengen zu lagern, zu sortieren und in die Region zu transportieren. "Sachspenden helfen nur weiter, wenn es einen entsprechenden konkreten Aufruf gibt", sagt Tobias Eilers vom NRW-Landesverband der Johanniter. "So kann beispielsweise in einer bestimmten Notunterkunft mit vielen Kindern gut erhaltenes Spielzeug hilfreich sein."

Wichtig sei es aber, nicht einfach Kleidung oder andere Sachspenden zusammen zu packen und womöglich vor einer Unterkunft abzulegen, sondern sich vorher genau zu informieren und abzufragen, ob und - wenn ja - was benötigt wird.

Persönliche Hilfe

Viele der Geflüchteten haben schreckliche Dinge im Kriegsgebiet und auf ihrer Flucht erlebt. Nun sind sie zwar in Sicherheit, Deutschland bleibt jedoch erst einmal ein fremdes Land für sie. "Durch persönliche Begegnungen kann sich das mit der Zeit verändern", empfiehlt die Caritas auf ihrer Internetseite.

Am Breslauer Platz hat die Feuerwehr der Stadt Köln eine provisorische Zeltstadt errichtet, die zur Erstversorgung als zentrale Anlaufstelle für Geflüchtete aus der Ukraine fungiert.

Die Hilfsorganisation empfiehlt Menschen, die Geflüchtete unterstützen wollen, diesen einfach ihre neue Umgebung näher zu bringen. Sei es durch gemeinsame Spaziergänge, Rundgänge durch die Städte, um zu zeigen wo der Supermarkt, die Apotheke oder andere wichtige Einrichtungen sind. Auch alltägliche Tätigkeiten wie Kochen, Einkaufen, Musizieren oder Sport helfen, damit sich die Geflüchteten besser einleben können.

Wir freuen uns sehr über die große Hilfsbereitschaft für die Menschen aus der Ukraine", sagt auch Tobias Eilers von den Johannitern in NRW. Allerdings sei die Lage im Moment unübersichtlich und vielerorts müsse noch geprüft werden, was konkret benötigt wird.

"Wir gehen davon aus, dass es in den kommenden Monaten große Bedarfe für ehrenamtliches Engagement geben wird - von der ersten Aufnahme von Geflüchteten in Notunterkünften über ihre Betreuung bis hin zum Ankommen in der zeitweiligen Heimat in NRW", sagt Eilers. Perspektivisch sei dieses ehrenamtliche Engagement sehr willkommen und vor allem sehr wichtig.

Unterstützung könnten viele Geflüchtete dann auch bei Behördengängen oder Arztbesuchen gebrauchen. Vor allem, wenn die Helfer dabei als Dolmetscher tätig werden können, weil sie Ukrainisch oder Russisch sprechen. Viele Kommunen haben dafür zentrale Telefonnummern und/oder Mail-Adressen eingerichtet, unter denen man Unterstützung anbieten kann.

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